Kriminalroman

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klaasen1
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Kriminalroman

von klaasen1 (19.10.2014, 18:08)
Guten Tag

Ich habe mir erlaubt einen neuen Krimi zu schreiben. Möchte Euch nun ein paar Zeilen zu lesen geben. Vielleicht kann jemand etwas dazu schreiben. Hoffe Ihr findet keine Fehler.

Liebe Grüße
Klaas

Der Anfang

Eines Tages fand ich mich ziemlich heruntergekommen, völlig gedankenverloren und ohne Gepäck in einer Kleinstadt wieder. Sie nannte sich Teuschnitz und lag in Oberfranken, Bayern. Ich hatte keine Ahnung, wie ich hier gelandet war. Dass ich mich zu diesem Zeitpunkt in einem Alter von 47 Jahren befand und von Beruf mal Schriftsteller gewesen war, erfuhr ich erst sehr viel später.

Ich kam zu mir, während ich ziellos durch die Straßen der Kleinstadt stolperte, und irgendwann lag ich dann auf einer Bank in einem Park, zugedeckt mit Zeitungspapier.
Ich war völlig erschöpft, und meine Füße schmerzten, als hätte ich einen tagelangen Marsch hinter mir. Ich fühlte mich hundemüde und zu elend, um aufzustehen. Wie lange dieser Zustand dauerte, wusste ich nicht zu sagen. Jedenfalls brachte mich eine Streife der örtlichen Polizei ins Krankenhaus, die mich bei einem Kontrollgang entdeckt hatte und der Ansicht war, ich müsse todkrank sein. Die Ärzte teilten mir nach einigen Tagen Spitalaufenthalt mit, dass ich vielleicht an Demenz im Anfangstadium leide. Dazu, so die weitere Ausführung eines gewissen Doktor Kaufmann, zähle die Alzheimer-Demenz, die Vaskuläre Demenz, der Morbus Pick sowie die frontotemporale Demenz und weitere diagnostische Formen. Auf die Frage Kaufmanns, an was in meinem bisherigen Leben ich mich erinnern könne, wusste ich nur eine Antworten: «An gar nichts!» Tatsächlich kam mir kein einziges Bild aus dem, was man allgemein Vergangenheit nennt, in den Kopf. Mein Schädel war einfach leer wie ein ausgeschütteter Mülleimer.
Wir alle - kam mir der Gedanke, als ich allein im Krankenzimmer lag und auf den flimmernden Bildschirm des Fernsehers stierte - brauchen das, was man Erinnerung nennt. Ohne Erinnerung ist man so gut wie gar nicht da.

Wenn ich die Augen schloss, war es, als kröche ich in mich selbst hinein, wie in ein graues abgeschlossenes Loch, das irgendwo im All rotierte. Die Polizei gab mein Foto an die Presse weiter, und schon bald war ich so etwas wie ein Medienstar. Doch leider brachte auch das keinen brauchbaren Hinweis zu meiner Person. Es schien, dass sich niemand an meine Person erinnern konnte oder wollte. War schon ein seltsames Gefühl, einem vom Himmel gefallenen Vogel zu gleichen, der nicht wusste, wo sich sein Nest befand, in dem er mal aus dem Ei geschlüpft war. Eine Vermisstenanzeige meiner Person lag ebenfalls nicht vor.
Eine mittelalterliche Witwe war bereit, mich bei sich aufzunehmen und damit ein gutes Werk zu tun. Ihr Mann war vor einiger Zeit bei einem Autounfall ums Leben gekommen, sie fühlte sich schrecklich allein in ihrem großen Haus am Ortsausgang von Teuschnitz und sah nun eine neue Lebensaufgabe darin, sich um mich zu kümmern. Das Schicksal hatte es immerhin noch recht gut mit mir gemeint, insofern, als es mich innerhalb einer überaus hilfsbereiten Bevölkerung in das bewusste Dasein zurück entließ. Die örtliche Polizei und auch Doktor Kaufmann hatten nichts gegen den Wunsch der mildtätigen und begüterten Witwe einzuwenden. In den ersten Wochen danach war ich nur damit beschäftigt, irgendwelche Fotos meiner Umwelt aufzunehmen und sie mit den jeweiligen Hinweisen zu beschriften, damit ich mich hier oder da vielleicht erinnert fühlen könnte. Traute Rose, wie meine hilfsbereite Witwe hieß, hatte diese Idee gehabt. Sie gab mir die Polaroid ihres verstorbenen Mannes und sagte: «Schießen Sie Bilder, überall und immer. Damit können Sie festhalten, was Sie tagsüber um sich herum gesehen oder erlebt haben. Fotografieren Sie die Menschen, mit denen Sie ein Gespräch führen und schreiben Sie deren Namen auf das Foto.»
Das schien mir tatsächlich eine gute Idee zu sein. Machte ich nun meine Spaziergänge und begrüßte mich jemand, durchsuchte ich meine sich ständig vergrößernde Bildergalerie und lernte anhand der Fotos, Personen mit ihren Namen und Stichworte über die geführten Gespräche einzuordnen.

Eines Nachts aber kamen ganz eigene Bilder und suchten sich in meinem Hirn einzunisten. Bilder des Schreckens. Auf einem dieser vorbeifließenden Bilder tauchte eine tote Frau auf. Ich versuchte die Träume - oder sollten das allmählich wiederkehrende Erinnerungen sein? - auf kleinen Zetteln festzuhalten, und schon bald waren alle vier Wände in meinem Zimmer mit ihnen gespickt. Traute Rose unterstützte mich geradezu liebevoll dabei. Sie ordnete die Zettel, sodass ich mich damit zurechtfinden konnte, um so vielleicht eine Spur in mein früheres Leben zu finden.
«Hören Sie, Herr Ix», sie nannte mich einfach Ix, da ja niemandem mein tatsächlicher Name bekannt war, «wissen Sie, als mein lieber Mann noch lebte, haben wir eine Weltreise auf einem Schiff, der MS Albatros, gemacht. Ich habe eine sehr gute Erinnerung daran. Was würden Sie davon halten, wenn wir - Sie und ich – auch so eine Reise machen würden? Man taucht in eine fremde Welt ein und beginnt irgendwie einen ganz neuen Lebensabschnitt.»

Es fiel mir ein wenig schwer, noch mehr neue Anfänge auszuprobieren, wollte sie aber nicht vor den Kopf stoßen. Sie war wirklich so sehr bemüht, mir zu helfen.
«Na ja, wenn Sie meinen!»
«Ja, das meine ich wirklich. Hätten Sie denn Lust?»
«Doch, doch», sagte ich und hoffte, es klinge so, als würde ich ihre Idee wirklich für das Nonplusultra halten.
Sie strahlte.
«Ich hatte es gehofft, Herr Ix. Dann werde ich die Reisevorbereitungen treffen, die Koffer packen und in wenigen Tagen kann es losgehen.»
Gesagt, getan.
Wir machten die Schiffsreise. Rose hatte alles perfekt arrangiert, sogar dasselbe Schiff wie bei ihrer ersten Reise mit ihrem Mann zu buchen, war ihr gelungen. Sie hatte mir einen Notpass beschafft, der auf den Namen, «Klaus Weber», ausgestellt wurde. Mit ihren Beziehungen war das für sie ein Klacks gewesen. Trotzdem nannte sie mich weiterhin immer noch Herr Ix und ich sie Rose, obwohl es ihr Nachname war. Gefiel mir besser, als sie mit Traute, ihrem wirklichen Vornamen anzusprechen. Ihr war das gleich. Nach 17tägiger Fahrt auf der MS Albatros, Abfahrt Bremerhafen, legten wir auf Guànica an.

«Ich glaube nicht, dass wir hier in einen großen Rummel von Ferienreisenden geraten», sagte Rose, als wir am Ufer von El Pueblo entlangspazierten. «Im April ist kaum ein Mensch hier. Herrliches Wetter übrigens heute, fast wie im Sommer. Als mein Mann noch hier in Guànica als Deutscher Botschafter tätig war - das ist nun auch schon etliche Jahre her - machten wir täglich am Ufer unsere Spaziergänge.»
Sie hatte bisher nicht sehr viel von sich erzählt, jetzt erst erfuhr ich einiges.
«Ach, Ihr Mann war Botschafter?»
«Ja.»
Wir verließen den Hafen und gingen in Richtung Stadtzentrum. Der Stadtkern bestand aus fünf Straßen, die in Nord-Süd- und sieben Straßen in Ost-West-Richtung, führten weshalb Guánica auch als `El pueblo de las doce calles’ (die Stadt der zwölf Straßen) bekannt ist.
«Ein reizendes Fleckchen Erde», sagte ich und empfand es wirklich so.
Sie nickte. «Ja, und dennoch ist dies der Ort, an dem so Schreckliches passiert ist.»
Ich musste sie wohl wirklich völlig verständnislos angesehen haben, denn sie zwang sich zu einem Lächeln.
«Unser Haus stand dort... sehen Sie, genau da, wo jetzt der Schuppen steht, bevor es in Flammen aufging. Und sie – meine Tochter - sie lag…ausgestreckt am Boden, als man sie fand… Sie war tot!», sagte Rose und schien sich deutlich zu erinnern an jenen Augenblick, der die schöne Zeit, die sie mit ihrem Mann Martin hier auf Guànica hatte, abrupt und schrecklich beendete.

«Wissen sie Herr Ix, heimlich ging ich manchmal in der Nacht zu der Stelle, wo man sie gefunden hatte und legte mich an der gleichen Stelle auf den Boden. Es war, als könnte ich sie noch einmal spüren, ihre Berührung fühlen, und mir schien, als würde ich ihren Duft suchen, um ihn tief in mich aufzunehmen.»
«Was heißt, man fand sie? Wer hat sie denn gefunden?», wollte ich wissen.
«Ein kleiner Junge namens Pietro», gab sie mir zur Antwort und tauchte ganz tief in ihre Vergangenheit ein.
«Ich war wohl die letzte der Familie, die sie lebend sah. Aber die Wirkung des Giftes musste da schon zu wirken begonnen haben. An jenem Morgen wachte ich erst auf, als Aurora, schon angezogen, mir einen Kuss gab und meinte: >Heute wird es spät werden<. Sie sah bleich aus, führte es aber auf ihr neuestes Make up zurück. Ich schlief nach ihrem Fortgang noch mal ein, bis es heftig an die Tür klopfte. Jemand rief: ´Sind Sie zu Hause, Mrs. Rose? Hier ist die Polizei, wir müssen mit Ihnen reden`.
Es war wie ein böser Traum.
«Ja, Sergeant. Was ist denn passiert?», fragte ich.
«Kommen Sie vor die Tür.»
«Dann sah ich sie – meine kleine Aurora. Ausgestreckt am Boden liegend. Sie musste sich übergeben haben, bevor sie - wahrscheinlich an ihrem eigenen Erbrochenen - erstickt war. Ein kleiner herumlungernder Junge sah mich mit seinen dunklen Augen an. Dann lief er weg. Unter seinen Füßen knackten trockene abgebrochene Zweige.»
«Das ist ja eine entsetzliche Tragödie, liebe Rose. Ich komme da nicht mehr mit», sagte ich zu ihr, die ihre Geschichte wie einen bösen Traum erzählt hatte.
«Herr Ix, es tut mir leid. Wissen Sie, manchmal vergesse ich, dass Sie selber so viel zu leiden haben. Bitte entschuldigen Sie.»
«Ist schon okay. Fühle mich ganz gut, besser als noch vor einigen Wochen. Ihre Gegenwart hat mir gut getan, und die Seeluft war wohltuend.
Nur, wenn so viele Informationen auf einmal auf mich zu kommen... da hab ich schon zu tun…»
Sie versuchte zu lächeln.
«Ich werde mich bemühen, langsam und nicht wie ein Sturzbach zu reden. Wol-len wir essen gehen? Kommen Sie, ich habe Hunger. Sie auch?»
«Ja. Ich könnte auch etwas vertragen.»
Wir gingen in ein kleines Restaurant, aßen Fisch, tranken einen Weißwein dazu und schlossen das Essen mit einem Espresso ab.
Ich fühlte mich gestärkt und bereit, auf sie einzugehen und fragte: «Wie ging es denn weiter, damals?»
Sie sah mich an holte ein Taschentuch hervor und wischte sich über die Augen. Dann berührte sie meine Hand und sagte: «Das folgende Gespräch mit dem Sergeant war wie ein Theatersketch, dem ich selber zuhörte. Geben Sie acht, Herr Ix, vielleicht können Sie mir folgen.
´Kommen Sie Mrs. Rose`, sagte der Sergeant zu mir. ´Sie sind doch die Frau des Botschafters Martin Rose?`
´Hhm, ja!`
´Gut. Ich muss Sie bitten, mich aufs Revier zu begleiten.`
Mit einem Ruck riss ich mich los.
´Nicht jetzt, Sergeant. Später!`
´Das ist Widerstand gegen die Staatsgewalt, sich einfach loszureißen`, knurrte er schlecht gelaunt, als würde er mich dafür verantwortlich machen, dass meine Tochter tot vor unserem Haus aufgefunden worden war.
´Dann sollten Sie mich gleich verhaften`, bot ich ihm an und ging, ohne ihn weiter zu beachten, ins Haus.»
«Es fehlte wohl am Einfühlungsvermögen!»
«Was haben Sie gesagt?»
«Ich meinte den Sergeant. Der hatte wohl keine Einfühlung?!»
«Ach Herr Ix. Das können Sie wirklich so sehen. Er war grob und hatte eine Fäkaliensprache, die er zudem pflegte. Alles taucht nun wieder vor mir auf...Gespenster... so viele Gespenster. Dieser Sergeant Blake ließ einfach nicht locker und folgte mir noch einige Schritte. Er rief mir hinterher: ´Erwarte Sie gegen 10 Uhr auf dem Revier. In einer Stunde also. Ihre Tochter wird nun ins Leichenschauhaus gebracht. Mein Beileid.` Ich kam erst zu mir, als ich eine laute Stimme vernahm. ´Schatz, wach auf, komm zu dir. Hörst du mich? Ich schlug die Augen auf. War wohl zusammengeklappt. Mein Mann stand über mich gebeugt und sagte etwas, ohne dass ich verstand, was er von mir wollte. Erst allmählich drangen einzelne Worte in mein Bewusstsein.
´Alles okay mein Schatz, mein Liebling?`
´Was ist passiert?`, fragte ich leise mit gequälter Stimme zurück. Ich rappelte mich auf, ging ins Bad und hielt mein Gesicht unter kaltes Wasser. Aber die Gespenster waren noch immer nicht weg, ich klappte erneut um.»
Rose schwieg und ich merkte, sie wollte gehen. Die Erinnerungen hatten sie ziemlich aus der Bahn geworfen. Also zahlten wir und verließen das Restaurant.
Wir kamen in die CII San Miguel, als Rose plötzlich stehen blieb und meinte: «Ich war schon einmal in dieser Straße. Nicht wirklich. Ich glaube ich habe ein Déjà Vu. Die Strasse San Miguel, der Geruch, die Farben der Gebäude. Seltsam... glauben Sie, Herr Ix, an so etwas?»
«Ja! Das passiert mir, seit ich in Teuschnitz ankam, andauernd.»
«Wirklich?»
«Ja, wirklich», wiederholte ich. Ich nahm sie bei der Hand, und wir gingen ins «Parador Guànica», wo wir nun für zwei Tage wohnen würden, bevor die MS Albatros wieder ablegte. Nach diesem vorerst letzten, kurzen Blick zurück in die Vergangenheit kamen wir in unserem Hotel an.

Rose ging auf ihr Zimmer, nahm eine Dusche, während ich in der Bar auf sie wartete. Als ich an meinem Whisky nippte, dachte ich: Sie hat trotz viel Trauer noch so viel Leben in sich, und eine ganz sonderbare Furcht überfiel mich. Die Erinnerungen von Rose hatten auch in meinem Kopf wieder einiges aufgewühlt, Gefühle geweckt. Einerseits hatte ich das Gefühl, es ginge mir ganz gut, andererseits quälte ich mich mit dem Gedanken an das verheerende Bild in meinen Träumen. Das Bild einer Frau, die ich zu kennen schien, gleichzeitig das Bild einer Toten. Ich holte einen kleinen Zettel hervor und notierte mir, dass ich einen Zeichner suchen müsste, der das Bild in meinem Kopf zu Papier brachte, es zeichnen sollte. So was ist doch möglich, kennt man doch von Phantomzeichnungen her, die bei polizeilichen Ermittlungen oft sehr hilfreich sind.
«Nach dem Tod meiner Tochter habe ich alles Mögliche gemacht, nur nicht das, was mir am liebsten war», sagte Rose, als sie plötzlich neben mir an der Bar auftauchte. «Mein Mann konnte nach dem Tod unserer Tochter seinen Beruf als Botschafter nicht mehr ausüben. Dazu war er einfach nicht mehr fähig.»
«Aber warum wollten Sie dann zurückkommen nach Guànica? Haben Sie es sich nicht überlegt, was für Gespenster Sie hier einholen könnten?»
«Herr Ix, ich bilde mir wirklich ein, nach all den Jahren den Mord an meiner Tochter vielleicht doch noch aufklären zu können. Aber wären Sie nicht in Teuschnitz aufgetaucht, ich meine, der Himmel hat Sie mir geschickt, wäre ich kaum noch einmal hergekommen.»
«Schalten Sie ab, liebe Rose, lassen Sie uns den Sonnenuntergang genießen.»
Es entrang sich ihr ein tiefer Seufzer. Sie nickte.
«Sie haben ja nur zu recht. Genießen wir das traumhaft schöne Abendrot.»
Während ich mit Rose auf der Terrasse den Sonnenuntergang bewunderte, sprachen wir kein einziges Wort, und ich konnte meinen Gedanken nachhängen. Es stellte sich mir die Frage, weiß nicht, wie ich darauf kam, ob ich in meinem vorherigen Dasein wohl ein moralisches Leben geführt haben mochte. Klar, es war nicht dasselbe, einfach nur moralische Ansichten zu haben. All dieses Gerede von hintergangenen Ehemännern und so… ich hatte das Gefühl, dass hinter meinen neuen Gedankengängen etwas anderes stecken müsste. Das Gefühl, ich könnte vielleicht eine Frau getötet haben, etwa meine Frau? Diese Stimmungslage ließ mich einfach nicht mehr frei. Aus diesen Gedanken riss mich Rose, als sie mich plötzlich und ganz unvermittelt fragte: «Finden Sie mich eigentlich mit meinen 51 Jahren noch begehrenswert? Ich meine, glauben Sie, dass ich auf Männer noch anziehend wirken könnte?»
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Zuletzt geändert von klaasen1 am 23.10.2014, 07:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re:

von Monika K. (19.10.2014, 19:47)
Hallo Klaas,

ein bisschen verwirrt bin ich jetzt doch. Ist das Buch bereits erschienen? Da du den Text im Lektorat vorstellst, weise ich trotzdem mal auf alles hin, was mir bei normalem Lesetempo spontan auffiel.

Du hast die direkte Rede in Guillemets (« ») gesetzt. Das wird zwar überall empfohlen, damit sind jedoch eigentlich Chevrons (» «) gemeint, bei denen die Spitzen nach innen zeigen. Echte Guillemets werden in französischsprachigen Romanen verwendet.

Innerhalb der direkten Rede werden an zwei Stellen Gespräche, die in der Vergangenheit stattfanden, in direkter Rede wiedergegeben. Du verwendest an einer Stelle einfache Chevrons (› ‹) und ansonsten einfache Anführungszeichen. Das würde ich einheitlich gestalten und an die Guillemets (oder an die Chevrons, falls du dich für sie entscheidest) anpassen. Um den Dialog im Dialog deutlicher abzugrenzen, könnte man vielleicht auch davor und danach eine Leerzeile setzen. Damit kenne ich mich aber nicht so ganz aus. Vielleicht hat jemand noch eine bessere Idee.

"Spitalaufenthalt"
Lebst du in Österreich? Da dieser Abschnitt in Bayern spielt, würde ich den Begriff "Krankenhausaufenthalt" empfehlen. Wenn du dein Buch hauptsächlich an Österreicher verkaufen möchtest, kannst du natürlich auch bei "Spital" bleiben.

Du solltest an einigen Stellen noch den Bindestrich durch einen Gedankenstrich ersetzen.

An zwei Stellen fiel mir auf, dass mitten im Wort ein Trennstrich steckt. Ich vermute, dass das nur hier so ist und beim Kopieren entstand. Vermeiden kann man das, indem man einen bedingten Trennstrich verwendet, wenn man manuell in die Silbentrennung eingreift.

----------------------

Zum Inhalt:
Ich fand den Plot vielversprechend und mag deinen Schreibstil. Die Stelle, an der er von der Dame aufgenommen wird, würde ich noch etwas herausarbeiten. Mir geht das ein bisschen zu schnell, denn diese Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich. Sah sie vielleicht sein Bild in der Zeitung, das sie an jemanden erinnerte? Ist der in diesem Fall ermittelnde Beamte ihr Neffe, und die Geschichte erinnerte sie an einen verschollenen Freund? Irgendetwas in der Art erwarte ich da als Erklärung dafür, dass sie ihn nicht nur als Untermieter auf-, sondern auch noch gleich auf Reisen mitnimmt.

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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klaasen1
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Re:

von klaasen1 (19.10.2014, 20:23)
Liebe Monika

Das Buch hat noch keinen Verlag. Trennstriche sind beim Kopieren entstanden.

Auf 'Rose' wird natürlich im Laufe des Romans noch eingegangen.

Die Spitzen nach innen wusste ich nicht. Man lernt nie aus. Es freut mich das dir die Zeilen (Plot) gefallen hat.

Danke fürs Lesen und Dein Feedback.

Gruß
Klaas

P.S. Wollte eigentlich aus der auktoriale Erzählerperspektive schreiben. Hat sich anders ergeben. Müsste wirklich Spital auf Krankenhaus ändern. Spielt ja in Deutschland.
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Re:

von Monika K. (19.10.2014, 21:00)
Zwei Sachen vergaß ich eben.

Erstens sollte ich meine kühne Behauptung natürlich mit einer Quelle belegen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Guillemets

Zweitens vergaß ich die Auslassungspunkte anzusprechen. Wenn sie für den Teil eines Wortes stehen, werden sie ohne Leerzeichen an den Wortanfang angehängt. (Beispiel: Er ist ein A... mit Ohren.) Wenn sie für ein ganzes Wort stehen, werden sie mit Leerzeichen umgeben. (Beispiel: Er ist ein ... mit Ohren.)
http://de.wikipedia.org/wiki/Auslassungspunkte

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Re:

von Lektorat_Heneka (09.03.2015, 16:24)
Ich misch mich auch mal ein. Neben rein formaler Punkte, gibt es auch ein paar inhaltlich-strukturelle bzw. sprachliche.
Wichtig ist bei einer Erzählung immer, dass der Leser von Anfang an abgeholt wird. Der Aufhänger ist gut, allerdings könnte durch mehr Beschreibungen und Details mehr Fluss in den Text kommen.
Mir fehlt noch die persönliche Bindung zum Protagonisten, da er alles was ihm geschieht auf einer sehr sachlichen Ebene schildert, mit gelegentlichen Ausschmückungen und tieferen Gedanken. Dabei kann es aber leicht passieren, dass diese dem Leser "übertrieben" vorkommen, da er sich bereits an die sachliche Schilderung gewöhnt hat.

Ich hab einfach exemplarisch ein paar Anmerkungen zum ersten Abschnitt gemacht, was an den jeweiligen Stellen konkret gemacht werden könnte.

Falls da Fragen aufkommen, her damit.
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Der Stift ist das schwerste Werkzeug der Welt. [Robert Wilson]

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