Buch über Gesundheitsthema, rechtliches Risiko, Heilaussagen

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Monika K.
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Re:

von Monika K. (04.04.2015, 21:35)
Martin Eller hat geschrieben:
Man könnte ein dickes Buch allein aus aneinandergefügten Zitaten erstellen.


Sorry, aber das stimmt schlicht und ergreifend nicht. Vielleicht sollte man die Auslegung der Gesetze doch besser den Experten überlassen, statt als Laie den Mund so voll zu nehmen. Lies dir mal in dem unten angegebenen Link den Abschnitt "IV. Allgemeine Voraussetzungen des Zitatrechts" durch und zeige mir die Stelle, die "ein dickes Buch allein aus aneinandergefügten Zitaten" erlaubt. Ich finde leider nur die gegenteilige Aussage.

Ich zitiere:
"Voraussetzung eines Zitats ist eine selbständige geistige Leistung, in die das Zitat als Beleg oder als Objekt der Veranschaulichung eingefügt wird."
und
"Selbständig ist die geistige Leistung, wenn sie auch ohne dem Zitat einen eigenständigen, sich überwiegend selbst tragenden Inhalt hat. Das Zitat dient der Erläuterung dieses Inhalts, nicht umgekehrt."

Quelle:
http://www.jusline.de/index.php?cpid=f9 ... =2&paid=51

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@Sir Adrian Fish
So habe ich die Absicht des Threaderstellers auch in Erinnerung.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (04.04.2015, 22:21)
@Martin Eller

Ist echt verantwortlungslos, hier was anderes zu raten als: lass es bleiben oder geh zu einem Profi, der hier die Verantwortung übernehmen kann.

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Martin Eller
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Re:

von Martin Eller (06.04.2015, 15:27)
Wenn ich das richtig erinnere, ging es bei der Ausgangsidee des Projektes weniger darum, einzelne Passagen zu zitieren, sondern um die Übersetzung eines ganzen Buches aus einer anderen Sprache.


Liest man die Fragestellung (anstatt sich nur zu erinnern):

... aus allgemeinem rechtlichem Interesse habe ich ein paar Fragen ... Wenn man ein Buch veröffentlichen würde, in dem z. Bsp. steht, dass ein bestimmtes Antibiotikum schwere potenzielle Nebenwirkungen habe und dies im Buch ... mit einer Studie belegt wird, wie groß ist dann das Risiko, dass nachträglich irgendwann ein Pharmakonzern oder ... Abmahnanwalt auftaucht und eine Abmahnung [stellt] ... oder Schadenersatzforderungen ... fordert ...? Oder wenn einfach auf die Privatseiten von Antibiotika-Geschädigten verwiesen wird, ohne eine Studie zu zitieren?
Wird das Klagerisiko geringer, wenn bei Medikamenten statt Handelsnamen "Freinamen" verwendet werden, z. Bsp. wenn Medikamente nur einen einzelnen Wirkstoff haben, oder ändert das nichts? ... Oder wenn in dem Buch steht, dass Heilkraut sowieso gegen irgendwelche Beschwerden "helfe", kann dies abgemahnt werden? ... Wäre das schon eine "Heilaussage"? .... Könnte man diese Risiken z. Bsp. durch irgendeinen Haftungsausschluß im Buch minimieren, wonach keine Aussage im Buch als Heilaussage zu verstehen ist und dergleichen? ...


- ergibt sich - nochmals - eindeutig, dass die Fragestellung sich um das das Recht zum Zitieren dreht. Nur darauf bezogen sich meine Antworten, klar erkenntlich.

Man könnte ein dickes Buch allein aus aneinandergefügten Zitaten erstellen:

Sorry, aber das stimmt schlicht und ergreifend nicht.


Ein Teil der Voraussetzungen, damit ein Zitat ein Zitat ist, habe ich genannt (es muss für den Leser klar kenntlich gemacht sein, dass es sich nicht um eine eigene Leistung handelt) ; ich zitierte wörtlich aus dem UrhG, aus dem sich selbstverständlich auch ergibt, dass Zitate keine neueren Urheberrechtsverletzungen nach sich ziehen dürfen (wie in BGH,1972,I ZR 6/71 dargelegt). (Um öffentliche Erregung zu vermeiden, hätte ich diese Einschränkungen gleich ausführlich darlegen oder das Beispiel weglassen sollen ... welch ein Fauxpas). Nach meinem Verständnis zitiert selbstverständlich Niemand in größerem Umfang, ohne sich das Einverständnis der Urheber einzuholen; auch folgt Niemand einem Rat Dritter, ohne sich selbst von der Stichhaltigkeit einer Argumentation durch Überprüfung der zitierten Gesetze zu überzeugen. Auch fragt der Fragesteller aus "allgemeinem rechtlichen Interesse" (und nicht nach irgend einer rechtssicheren Anleitung). Wer der angegebenen Quelle folgt, liest v. a. das:

...ohne dem Aufgreifen fremder Geistesleistungen ist ein anspruchsvolles Niveau in Kultur und Wissenschaft nicht denkbar. Die Behauptung, das Zitat diene der Förderung des kulturellen Lebens und begünstige den wissenschaftlichen Fortschritt (so etwa BGHZ 50, 152 - Kandinsky I; Seydel, Die Zitierfreiheit als Urheberrechtsschranke, S. 6) ist deshalb eine erhebliche Untertreibung. Das Zitatrecht stellt eine essentielle Grundvoraussetzung der gesellschaftlichen Entwicklung in diesen Bereichen dar. Denn insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit den geistigen Ergüssen unserer Zeitgenossen ermöglicht die Entstehung und Durchsetzung neuer Ideen. Kritik – will sie effektiv sein - muss Bezüge zu dem ins Auge gefassten Objekt herstellen können. Ohne Kritik könnten tradierte Vorstellungen und ihre Ikonen über lange Zeiträume hinweg gesellschaftliche Entwicklungen einfrieren und auf diese Weise ganze Epochen an ihrer Entstehung hindern. Das Zitat dient nicht nur der Wissenschafts- und Kunst- sondern vor allem auch der mit ihnen untrennbar verbundenen Meinungsfreiheit (Art. 5 GG). Entsprechend dieser herausragenden Bedeutung wird die Zitatfreiheit auch als „Grundrecht des geistigen Schaffens“ bezeichnet (Krause-Ablaß, GRUR 1962, 231).


Was in dem fetten Zitatteil steht, ist die Essenz meiner Antworten; dem aufmerksamen Leser deutlich erkenntlich.

Vielleicht sollte man die Auslegung der Gesetze doch besser den Experten überlassen, statt als Laie den Mund so voll zu nehmen.


In meinen Antworten sind keine Auslegungen enthalten (sie bestehen im wesentlichen aus Zitaten); die von mir beantworteten Fragestellungen kenne ich aus eigener Erfahrung aus Gerichtsverhandlungen - selbstverständlich antwortet Niemand auf Fragen, die er nicht beantworten kann. (Vielleicht sollte man voreilige Schlüsse vermeiden).

Ist echt verantwortlungslos, hier was anderes zu raten als: lass es bleiben oder geh zu einem Profi, der hier die Verantwortung übernehmen kann.


Welch tiefgründiger Ratschluss; das ist wohl die endgültige Antwort, die aus allgemeinem rechtlichem Interesse Fragende hier erwarten dürfen.

Liest man den ganzen "thread" aufmerksam durch, versucht die verwendete Sprache zu entschlüsseln und deren Sinnhaftigkeit zu erkennen, folgt den Beiträgen der Antwortgeber in anderen Fragestellungen, kommt man zu keinem anderen Schluss, als das hier ... gewisse Formen gepflegt werden, die dem Inhalt der (an sich interessanten) Fragestellungen entgegenstehen; jeder ernsthafte Versuch ist da sinnlos, wo um Marginalien der Deutungshoheit gestritten wird.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (06.04.2015, 17:22)
Martin Eller hat geschrieben:
Nach meinem Verständnis zitiert selbstverständlich Niemand in größerem Umfang, ohne sich das Einverständnis der Urheber einzuholen;

Dein Verständnis ist aber leider nicht Bestandteil des Urheber- bzw. Zitatrechts in Deutschland.
Da ich keine Lust habe, die lange und beschwerliche Reise zu dem unbekannten Planeten, auf dem dein Verständnis Gesetz ist, auf mich zu nehmen, steige ich hier aus der Diskussion aus.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Klonschaf
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Re:

von Klonschaf (06.04.2015, 17:58)
Martin Eller hat geschrieben:
Ist echt verantwortlungslos, hier was anderes zu raten als: lass es bleiben oder geh zu einem Profi, der hier die Verantwortung übernehmen kann.


Welch tiefgründiger Ratschluss; das ist wohl die endgültige Antwort, die aus allgemeinem rechtlichem Interesse Fragende hier erwarten dürfen.



Deine Ironie trifft mich überhaupt nicht. Nur ein Experte/Anwalt kann bei der komplexen Thematik die Verantwortung übernehmen, so seh ichs halt.

Ach ja, obwohl du neu im Forum bist, bist du hier absolut gleichberechtigt und niemand hindert dich an deiner Meinungsäußerung und der Hase kann sich aus deinen Beiträgen rausnehmen, was er brauchen kann.

Wenn du dir zutraust, dich so weit aus dem Fenster zu lehnen und die Verantwortung übernehmen kannst ... bitte, mach halt!

Ich hab nur meine Meinung zum Thema gesagt, mehr nicht.

Sir Adrian Fish
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Re:

von Sir Adrian Fish (06.04.2015, 19:55)
Martin Eller hat geschrieben:
Wenn ich das richtig erinnere, ging es bei der Ausgangsidee des Projektes weniger darum, einzelne Passagen zu zitieren, sondern um die Übersetzung eines ganzen Buches aus einer anderen Sprache.


Liest man die Fragestellung (anstatt sich nur zu erinnern):



Du bist echt der Super-DAU. Bei der Verteilung von Hirnmasse, musst du irgendwie ausgelassen worden sein. Tut mir leid für dich.

Was genau bezweckst du hier eigentlich mit deinem "Martin gegen den Rest der Welt"-Gehabe?

Das du den Threadstarter gerne vor Gericht sehen möchtest, ist ja inzwischen deutliche geworden.

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