Anbieter überzieht eigenen Buchpreis

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BerndWessel

Anbieter überzieht eigenen Buchpreis

von BerndWessel (18.05.2015, 11:00)
Moin zusammen,

ich habe grade mein erstes Werk veröffentlicht und beobachte dies natürlich zunächst mit Argusaugen. Mir fiel nun auf, dass auf Amazon eine Buchhändler mein Buch wesentlich teurer anbietet als es im tatsächlichen Verkaufspreis auf Amazon angeboten wird.

Mein Verkaufspreis ist 6,99 €, der andere Preis ist 12,22 €, wobei dieser Händler aus dem Ausland liefert und die Versandkosten noch aufschlägt. Das finde ich natürlich nicht so gut, auch vermisse ich, dass es als E-Book angeboten wird. Dauert das länger, bis es als E-Book rauskommt?

Bernd

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (18.05.2015, 13:30)
Die Buchpreisbindung schreibt lediglich vor, dass der Preis eines neuen Buchs nicht unter dem offiziellen Ladenpreis liegen darf. Man darf also munter mehr verlangen. Der Händler sagt sich vielleicht: "Jeden Morgen steht ein Dummer auf, den man nur finden muss." Ich habe mich auch schon gefragt, ob die vielen Anbieter, die bei Amazon mein Buch plus Versandkosten anbieten, ohne auch nur ein einziges Exemplar auf Lager zu haben, tatsächlich Kunden finden.

Das E-Book erscheint bei BoD übrigens immer etwas später als die Print-Version. Du wirst per E-Mail benachrichtigt, wenn es verfügbar ist.

Gruß,
Monika
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yggdrasil
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Re:

von yggdrasil (18.05.2015, 16:55)
Meine Anthologie (13,95 €uro) wird in den USA für stattliche 55 €uro angeboten ... Wer kauft so etwas???? :shock::

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ralf schmelow
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Re:

von ralf schmelow (18.05.2015, 17:57)
Es geht noch deftiger: Ein Buch von mir (VK Deutschland = 11,50.-€) gab es bei Amazon mal für kurze Zeit zum sagenhaften Preis von 235,-€

Was soll's?
Ich denke, es ist ohnehin höchste Zeit, dass der Endverbraucher selbst wieder anfängt zu denken ...

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panbermonium
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Re:

von panbermonium (18.05.2015, 20:44)
Beim E-Book kann es momentan gut 2-4 Wochen dauern.

Meine Bücher werden/wurden auch schon zu überhöhten Preisen angeboten. Gerade die alten, mittlerweile vergriffenen Versionen gingen kurzzeitig auch mal über 100 € (Anbieter im Ausland).

Ich mache mir da nicht viel Kummer, da ich mir - gerade in Zeiten des problemlosen Preisvergleichs im Internet - ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, dass das irgendjemand kauft.
Horror- & Fantasy-Bücher der etwas anderen Art bei BoD:
    Das Lächeln der Hölle
    Blut für Zorphollus
    Zum Hofe König Xerudals
    Beelzebubs Brut

Kostenlose Leseproben online http://www.bookrix.de/-panbermonium//

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mtg
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Re:

von mtg (19.05.2015, 05:45)
Monika K. hat geschrieben:
Die Buchpreisbindung schreibt lediglich vor, dass der Preis eines neuen Buchs nicht unter dem offiziellen Ladenpreis liegen darf. Man darf also munter mehr verlangen.

Das wäre mir neu ... und außerdem würde es dann Mindestpreis heißen und nicht gebundener Preis. Richtig ist vielmehr, dass die Buchpreisbindung nur in Deutschland gilt und nicht für Anbieter aus dem Ausland.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (19.05.2015, 08:04)
Man muss das Buch lediglich glaubhaft als Reimport deklarieren, um die einkalkulierten Zusatzkosten zu rechtfertigen. Das ist das, was Amazon in seiner Rolle als Verkaufsplattform macht. Ein Reimport, der den in Deutschland festgelegten Ladenpreis unterschreitet, wie man es z.B. von Medikamenten kennt, ist bei Büchern hingegen nicht zulässig. Sonst würde Amazon sicher längst auch das im großen Stil versuchen. Aber du hast in dem Punkt recht, dass meine Begründung mit der Buchpreisbindung nicht ganz korrekt war.
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Klopfer
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Re:

von Klopfer (20.05.2015, 19:54)
Monika K. hat geschrieben:
Ein Reimport, der den in Deutschland festgelegten Ladenpreis unterschreitet, wie man es z.B. von Medikamenten kennt, ist bei Büchern hingegen nicht zulässig. Sonst würde Amazon sicher längst auch das im großen Stil versuchen.

Amazon könnte das nicht erfolgreich versuchen dank §4 (2) im Buchpreisbindungsgesetz: "Der nach § 5 festgesetzte Endpreis ist auf grenzüberschreitende Verkäufe von Büchern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes anzuwenden, wenn sich aus objektiven Umständen ergibt, dass die betreffenden Bücher allein zum Zwecke ihrer Wiedereinfuhr ausgeführt worden sind, um dieses Gesetz zu umgehen."

Ein Händler bei Amazon bietet eins meiner Bücher für einen niedrigeren Preis an (26 Cent weniger oder so), aber dank der Versandkosten lohnt es sich eh nicht, bei dem zu bestellen.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (21.05.2015, 07:41)
Klopfer hat geschrieben:
Ein Händler bei Amazon bietet eins meiner Bücher für einen niedrigeren Preis an (26 Cent weniger oder so), aber dank der Versandkosten lohnt es sich eh nicht, bei dem zu bestellen.


Erstaunlich! Denn vor einiger Zeit beantwortete Amazon eine Frage zum Reimport von Büchern sinngemäß so:
Ein Angebot aus dem Ausland kann bei amazon.de aufgenommen werden, wenn
1. die Ware sich physisch im Ausland befindet (Es reicht nicht, wenn der Anbieter eine Adresse im Ausland angibt und die Ware aus Deutschland verschickt.)
und
2. der Preis nicht unter dem in Deutschland festgelegten Ladenpreis liegt. (An der Stelle wurde auf die Buchpreisbindung hingewiesen.)

Damit war die Idee eines Miniverlegers, einen Packen Bücher von einem Händler in Großbritannien zum reduzierten Preis anbieten zu lassen, vom Tisch, denn das Angebot wäre nur bei amazon.co.uk möglich gewesen.

Entweder hat Amazon die Verfahrensweise geändert, oder es werden die Versandkosten eingerechnet, oder es handelt sich in deinem Fall um ein Versehen. (Oder der Amazon-Mitarbeiter hatte damals dem Fragesteller Mist erzählt.)

Gruß,
Monika
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