Verdienst?

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David87
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Verdienst?

von David87 (16.06.2015, 19:15)
Hi, wollte mal kurz die Experten hier fragen, was dass Buch: Inside IS - 10 Tage im Islamischen Staat von Jürgen Todenhöfer dem Auto ca. an Verdienst/Einkommen einbrachte.

Ist ja ein Bestseller,aber über den Verdienst bei sowas findet man eigentlich nichts.
Vielen Lieben Dank für jede Hilfe :)

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (16.06.2015, 22:02)
Genau!
Hat doch jeder das Recht zu erfahren, was jeder so verdient mit seiner Arbeit.
Möchte auch wissen, was das Auto vom Todenhöfer für das Buch bekommen hat. Und ob die Tantiemen viertel- oder halbjährlich bezahlt werden.
Am besten alle Buchverträge von jedem und jeder öffentlich ins Internet stellen.
Und alle erteilten Darlehen von allen Bundesbürgern.
Und die dazugehörigen Steuererklärungen.
Aber subito!

Wie viel verdienst Du eigentlich David und mit was?
Bitte auf Euro und Cent.

angle:

PS: Es lebe die Privatsphäre!

David87
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Re:

von David87 (17.06.2015, 08:21)
@sushimoses

ok,vieleicht war meine frage ungünstig formuliert, mich interessiert nicht dieser Autor speziell, ich wählte nur dieses Buch da es im moment grade sehr gut beworben wird usw. Und ein Bestseller sein dürfte, da interessiert mich wie z.b anhand solch eines Buches, der Verdienst für den Autor aussieht.
denke doch das es einige Profis hier gibt die sowas beantworten können,vielen dank.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (17.06.2015, 10:48)
David87 hat geschrieben:
da interessiert mich wie z.b anhand solch eines Buches, der Verdienst für den Autor aussieht.


Unabhängig davon, ob ein Buch ein Bestseller wird oder nicht (ein Buch, dessen Verkaufszahlen im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen, gilt in Deutschland bereits als ein verlegerischer Erfolg), bekommt ein Autor einen prozentualen Anteil vom Verkaufspreis eines jeden Buches. Das nennt man Tantieme.

Bei einem Hardcover liegt der Anteil bei 6 bis 10 Prozent, beim Taschenbuch bei 5 bis 7 Prozent (Quelle: Sylvia Englert, So finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript, Campus Concret, Seite 105).

Bei einem gebundenen Buch mit einem Laden-VK von 20,- Euro macht das also zwischen 1,20 Euro und 2,00 Euro je Buch aus.

Ein Taschenbuch für 10,- Euro Laden-VK wirft demzufolge 0,50 Euro bis 0,70 Euro je verkauftem Buch ab.

Die Prozentsätze können mit jeder Neuauflage des Buches steigen.

Sollte ein Vorschuss im Verlagsvertrag vereinbart sein, darf der Autor diesen Vorschuss auf jeden Fall behalten, egal wie schlecht das Buch läuft. Vorschüsse werden im Normalfall gedrittel gezahlt. Die erste Zahlung erfolgt bei Abschluss des Verlagsvertrages, die zweite Zahlung bei Ablieferung des Manuskriptes, die dritte Zahlung bei Erscheinen des Buches. Die Höhe des Vorschusses ist frei definiert. Bei Neulingen kann sie bei 0,- Euro liegen, bei erfolgsversprechenden Autoren entspricht sie dem Autorenhonorar der ersten Auflage, bei Spitzenautoren können das auch schon ein paar Millionen sein. Der Vorschuss wird verlagsseitig mit den Tantiemen verrechnet.

Die Abrechnung der Autorentantiemen aus den Verkäufen erfolgt seitens des Verlages einmal pro Halbjahr, unter Umständen nur einmal pro Jahr.

Nebenrechte am Buch, das sind

a) Sonderausgaben für Buchclubs,
b) Veröffentlichungen in Zeitungen oder Zeitschriften,
c) Rechteverkauf für Verfilmungen, Vertonungen wie Hörspiele, Hörbücher, Umgestaltung des Buches in ein Theaterstück
d) Veröffentlichung des Buches im Ausland in einer anderen Sprache durch einen lokalen Verlag,

werden mit Pauschalsummen abgerechnet. Im Normalfall werden diese Beträge im Verhältnis 50:50 zwischen Verlag und Autor geteilt. Es kann aber auch zu einer Teilung von 70:30 zugunsten des Autors kommen.

Wie hoch die Pauschalsummen sind, hängt vom Interesse des Käufers ab sowie von der Fähigkeit des Verlages bzw. des Literaturagenten.

Rechenbeispiel:
Ein Taschenbuch mit einem Laden-VK von 10 Euro ist ein ordentlicher Verkaufserfolg von 40.000 Stück über zwei Jahre. Der Autor bekommt laut Vertrag 6 Prozent Tantieme bei einem Vorschuss von 6.000 Euro.

Aus den Verkäufen ergeben sich Tantiemen in Höhe von 24.000 Euro (40.000 Bücher x 10,- Euro x 6%). Davon wird der Vorschuss von 6.000 Euro abgezogen. Der Autor bekommt also anhand der Verkäufe noch 18.000 Euro ausgezahlt.

Das Buch wird nach Frankreich und Italien verkauft. Der französische Verlag zahlt 50.000 Euro, der italienische Verlag 30.000 Euro. Von den 80.000 Euro erhält der Autor die Hälfte, also 40.000 Euro.

Damit hat der Autor innerhalb von zwei Jahren für sein Buch 64.000 Euro eingenommen (6.000 Euro Vorschuss + 18.000 Euro Tantieme + 40.000 Euro Auslandsrechte). Macht 32.000 Euro pro Jahr oder 2.666 Euro im Monat.

Das liest sich im ersten Moment gut, man muss aber den Zeitaufwand dagegen stellen (Wie lange hat der Autor am Buch gearbeitet? Was hat das Buch an Kosten verschlungen, z. B. für Recherche, Reisen usw.? Wie lange hat es gedauert, bis das Buch auf dem Markt erschienen ist?) und man darf nicht vergessen, dass ein Buch mit 40.000 verkauften Exemplaren und dem Auslandsinteresse aus Frankreich und Italien schon recht ungewöhnlich ist.

Die Masse der veröffentlichten Bücher deckt noch nicht einmal die Kosten des Verlages ab. Eine Buchproduktion in einem Publikumsverlag kostet etwa so viel wie ein Mittelklasse-Auto, also einen mittelprächtigen fünfstelligen Betrag. Daher sind Bestseller für Verlage überlebensnotwendig, da ein Bestseller zwei oder drei Ladenhüter finanzieren kann.

Wer als Autor reich werden will, muss entweder einen hohen Output haben (alle drei Monate ein neues Taschenbuch auf dem Markt) oder ein Buch schreiben, das sich wie blöde verkauft (was den Verkauf der Nebenrechte sicherstellt). Auf jeden Fall sollte er etwas schreiben, was die Leute lesen wollen bzw. was die Leute interessiert.
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David87
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Re:

von David87 (17.06.2015, 11:19)
HERZLICHEN DANK !!!!!
das war wirklich eine gründliche antwort!
danke nochmals :)

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (17.06.2015, 13:38)
Seshmosis hat geschrieben:
Genau!
Hat doch jeder das Recht zu erfahren, was jeder so verdient mit seiner Arbeit.


In Schweden wird das so gemacht. Hat Vorteile.

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (17.06.2015, 18:38)
Klopfer hat geschrieben:
Seshmosis hat geschrieben:
Genau!
Hat doch jeder das Recht zu erfahren, was jeder so verdient mit seiner Arbeit.


In Schweden wird das so gemacht. Hat Vorteile.


Das könnte den Vorteil haben, dass viele vom Schreiben eines Buches abgeschreckt werden.

:wink:

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Judith
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Re:

von Judith (19.06.2015, 20:54)
Zu Siegfrieds Zahlen muss man sagen, dass das brutto ist. Steuern, Krankenversicherung etc. gehen also noch davon ab.

Grüßle
Judith
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