Lesungs- Bewerbung

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


pickup
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Lesungs- Bewerbung

von pickup (20.06.2015, 14:57)
Wie macht man das, wenn man dort eine Lesung halten möchte, wo man nicht mal so schnell hin kann?
Ich wohne in Deutschlands Mitte und habe einen Nordseeroman geschrieben.
Daraus möchte ich gerne in Norddeutschland Lesungen halten. Kann mich also nicht persönlich vorstellen, sondern schreibe Mail mit Anfrage und Buchvorstellung...Leider bekomme ich keine Antworten, auch keine Absagen, Zwischenbescheide...so als würden Buchhandlungen, Kurverwaltungen, Kulturorte meine Mail löschen....

Was mache ich falsch?

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Siegfried
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Re: Lesungs- Bewerbung

von Siegfried (20.06.2015, 18:26)
pickup hat geschrieben:
Was mache ich falsch?


Leider gibst du uns sehr wenig Informationen zu deinen Lesungen.

Willst du für deine Lesungen Geld sehen?
Wenn ja, schwerer Fehler. Für Lesungen bekommen unbekannte Autoren kein Geld - es sei denn, die Lesung wird über den Verlag vermittelt oder man wird von einem Veranstalter eingeladen.

Wenn du in der MItte Deutschlands wohnst und im Norden Lesungen haben möchtest, wer trägt deine Fahrtkosten?
Als unbekannter Autor zahlst du diese Kosten selbst. Du kannst das finanzielle Risiko nicht auf andere abwälzen.

Wenn du in größerer Entfernung von daheim Lesungen haben willst, wer zahlt die Übernachtungen?
Auch dies geht zu deinen Lasten. Kein Buchhändler wird bereit sein, deine Übernachtungen zu zahlen, wenn er nicht mit Einnahmen in einer bestimmten Höhe rechnen kann.

Kurzum: Wenn du für die Buchhändler/Kurvereine/Kulturzentren ein finanzielles Risiko darstellst, wird dich keiner buchen.

Was du den Buchhändlern & Co anbieten musst, ist ein Mehrwert, der durch deine Lesung entsteht. Kannst du das? Welchen Nutzen haben Buchhändler/Kurvereine/Kulturzentren von deiner Lesung? Kannst du das benennen?

Alleine eine Lesung zu veranstalten als unbekannter Autor ist schwierig. Schließ dich mit anderen zusammen und mach eine Lesung, wo drei oder vier Autoren ihre Werke vorstellen. Vereinbare mit den Veranstaltern, dass die Eintrittsgelder bei ihm bleiben, du aber Bücher direkt verkaufen darfst und die Einnahmen daraus behalten darfst.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Mayk
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Re:

von Mayk (20.06.2015, 20:50)
Moin von der Nordsee,

1. Das Wichtigste hat Siegfried schon gesagt: Als unbekannter Autor bitte 0,0 Forderungen stellen, egal wie gut Du tatsächlich oder vermeintlich bist. Mach dich darauf gefasst, dass du mindestens alle Einnahmen aus dem 1. Jahr Buchverkauf wieder für Werbung und Reisen verbraten musst.

2. Tatsächlich schreiben sehr viele Menschen Romane über die Nordsee, Kurzgeschichten, Gedichte ... du solltest also sehr genau einkreisen (und beschreiben), was genau dich an der Nordsee fasziniert und zum Schreiben bewegt hat. Die Mentalität der Menschen? Die Ruhe? Die Naturgewalten?
Wenn Nordseebewohner_innen beim Lesen denken: "Jou, so is dat", ist da schon viel gewonnen. Denn: Urlauber mögen die Zielgruppe für eine Lesung sein, aber die Entscheidung über Top oder Flop treffen Einheimische!

3. An der Nordsee Urlaub machen. Mit den Leuten reden. Flyer und/oder Leseproben verteilen. Klinken putzen: Buchwerbung ist Arbeit. Vor Ort herausfinden, wer Veranstaltungen organisiert und dann genau diese Leute anschreiben. Tipp: Das sind nur sehr selten Buchhandlungen. Eher Hotels, Cafés, soziale Einrichtungen, Feinkostläden/Weinstuben, Reedereien ...
Die Kurverwaltung kümmert sich meist nur um dickere Fische, nicht um unbekannte Autor_innen, sofern sie Veranstaltungsgedöns nicht ganz an Agenturen ausgelagert hat.

Falls dich eine persönliche Erfahrung interessiert: Ich kam an meine erste Lesung, weil in meinen u.a. auf Langeoog spielenden Erzählungen (quasi als Dauergast) ein Kapitänssohn vorkommt. Das hat dem Kapitän der hiesigen Reederei so gut gefallen, dass er mir eine Lesung während einer Ausflugsfahrt auf seinem Schiff anbot. Der an diesem Abend für die Getränke zuständige örtliche Weinhändler, welcher zwangsläufig zuhören musste, fand ebenfalls Gefallen daran, sodass auch in seinem Laden demnächst eine Lesung ansteht.
Danach wurde ich noch für das Dorffest angefragt — wer da wem was von meinem Buch erzählt hat, weiß ich nicht, aber oft ist es ja so, dass der Stein einfach nur mal ins Rollen kommen muss. Dafür muss man anfangs aber auch kräftig schubsen. Und, ich wiederhole das gern: So bescheiden wie möglich auftreten.

Es spielt also auch Zufall/Glück eine Rolle, aber ebenso das 1x1 der Werbung: Zielgruppe definieren für so wenig Streuverlust wie möglich.

P.S.: Im Übrigen verdienen auch Autor_innen von großen Publikumsverlagen nicht viel bei Lesungen, das kann ich als Ex-Verlagsangestellter soweit ausplaudern.

pickup
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Re:

von pickup (20.06.2015, 22:47)
Danke,..ich habe nur geschrieben, dass ich gerne Lesung halten möchte, will gar kein Geld nehmen dafür, erwähnte das aber nicht. Ich lass mir auch keine Fahrtkosten berechnen, sondern möchte dort - natürlich auf meine Kosten - Urlaub machen, wo ich eine Zusage bekomme. Anscheinend muss ich das alles schon in der Mail erwähnen. Ob das der einzige Grund ist, warum ich keine Antwort bekam? Weil die Gegenseite davon ausging, dass ich ein " teurer" Autor bin.
Ich hab in der Mail meine hp erwähnt, auf der eine ausführliche Buchvorstellung mit Leseprobe ist.
www.nordseeroman.de

holz
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Re:

von holz (21.06.2015, 00:15)
pickup hat geschrieben:
Ich hab in der Mail meine hp erwähnt,


Die dann aber auch fehlerfrei sein sollte.
Unter dem Menüpunkt "autorin" finden sich z.B. solche Schnitzer:
- Fremdsprachenkorrespondentein
- veröfentlichtes
- unterschiedelichen
- des weiteren

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (21.06.2015, 00:37)
pickup hat geschrieben:
Ich hab in der Mail meine hp erwähnt, auf der eine ausführliche Buchvorstellung mit Leseprobe ist.
www.nordseeroman.de


Die Leseprobe kann auch ein Grund sein, warum sich niemand meldet. Die Leseprobe ist zwar recht kurz, hat dafür aber viele, viele Flüchtigkeitsfehler. Einem gestandenen Buchhändler stellen sich da die Nackenhaare auf! :shock::

Fehlerliste:
1. statt "gene" muss es "gerne" heißen
2. Der Punkt zwischen "Sven" und dem "?" muss weg.
3. Falls der Text neue deutsche Rechtschreibung ist, muss zwischen den schließenden Anführungszeichen und dem Sprecherverb immer ein Komma stehen (hier: "Nö, was denn?", fragte sein größerer Freund überrascht.)
4. Hinter "nachkommen." fehlt das schließende Anführungszeichen
5. Bei der Aussage vom Papa gehen die Anführungszeichen ganz wild durcheinander. Hinter "Leichtturm" muss statt schließende Anführungszeichen ein Komma gesetzt werden; die Anführungszeichen vor "aber" entfallen ganz.
6. Kein Fehler, aber unpassender Ausdruck: flennen
7. Die Masse von Punkten am Ende der Leseprobe ist durch drei Punkte, noch besser durch das entsprechende Sonderzeichen zu ersetzen (Word mach das per Autokorrektur).
8. Wenn ein Dialog zwischen zwei Personen abläuft, wird beim Wechsel des Sprechers immer ein neue Zeile (Absatz) begonnen.

Wenn ich als Buchhändler ein Angebot für eine Lesung bekomme und dann eine solche Leseprobe finde, würde ich auf das Angebot auch nicht reagieren (sorry für die harten Worte!). Aber wenn der gedruckte Text bereits so viele Fehler aufgrund von Flüchtigkeit, Nachlässigkeit oder Schlamperei aufweist, dann kann ich ahnen, wie dann die Lesung aussehen könnte.

Meine Meinung: Der Text braucht ganz, ganz dringend ein Korrektorat. Eine halbe Seite Text mit acht Fehlerstellen ist inakzeptabel.
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