Wie vermeide ich Urheberrechts- und Copyrightsverstöße?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


paulpetry
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Wie vermeide ich Urheberrechts- und Copyrightsverstöße?

von paulpetry (02.07.2015, 17:19)
Hallo allerseits!
Ich bin neu hier im Forum. Ich schreibe als Hobby ein wenig und habe dies und das auf freien Internetseiten veröffentlicht.

Nun bin ich mir nicht sicher, was ich schreiben darf und was nicht. Wenn ich zum Beispiel schreibe:'Er konnte sich nicht zwischen Nutella und Nusspli entscheiden ...', Habe ich dann schon die Rechte der beiden Marken verletzt?

Oder wenn ich Markennamen verfremde. 'Sein Eifohn machte nichts als Ärger ....' , ist so etwas zulässig?

Und eine Frage zu Zitaten. Darf ich zum Beispiel schreiben: 'Und wie schon Ralf König so treffend sagte: 'Ich will doch nur jung sein und schön und das für immer! Ist das denn zu viel verlangt?' Wäre das so in Ordnung, oder muss ich da den Autoren direkt fragen.

Ich würde mich freuen eine oder mehrere Antworten zu bekommen. Bei Urheberangelegenheiten kann man sich, so glaube ich, ziemlich die Finger verbrennen!

Einen schönen Tag noch

paulpetry

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (02.07.2015, 17:34)
Da ich kein Anwalt bin, darf ich keine Rechtsauskünfte geben blabla. (Disclaimer) Zum Markenrecht sage ich deshalb auch lieber nichts.
Aber hier ist das Zitatrecht sehr verständlich erklärt:
http://irights.info/artikel/meine-worte ... worte/5548
Wenn ich das richtig verstehe, darfst du den Satz von Ralf König verwenden (=Kleinzitat), wenn er einen Zweck erfüllt. Nur als Deko für dein Werk darfst du ihn jedoch nicht zitieren.

Viele Grüße,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Klopfer
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Re: Wie vermeide ich Urheberrechts- und Copyrightsverstöße?

von Klopfer (03.07.2015, 08:55)
paulpetry hat geschrieben:
Nun bin ich mir nicht sicher, was ich schreiben darf und was nicht. Wenn ich zum Beispiel schreibe:'Er konnte sich nicht zwischen Nutella und Nusspli entscheiden ...', Habe ich dann schon die Rechte der beiden Marken verletzt?


Nein. Du bist nicht in einem Wettbewerbsverhältnis mit Herstellern von Nuss-Nugat-Creme. Und da du die Markennamen auch nicht auf dem Cover verwendest, kann man dir nicht mal vorwerfen, dass du versuchen würdest, die Leser in der Art zu täuschen, dass eine Verbindung zwischen dir und diesen Firmen bestehen würde, du in irgendeiner Form von ihnen unterstützt werden würdest oder du mit der Markenbekanntheit werben würdest.
Die Eintragung einer Marke bedeutet nicht, dass man das Wort nie mehr verwenden dürfte.

Oder wenn ich Markennamen verfremde. 'Sein Eifohn machte nichts als Ärger ....' , ist so etwas zulässig?


Rechtlich ja. Stilistisch würde ich dir dafür zwei Jahre ohne Bewährung aufbrummen. ;)

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mtg
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Re:

von mtg (03.07.2015, 09:26)
Kurzer Hinweis zum Markenrecht:

Es gibt sog. Warenklassen, in denen Marken angemeldet werden und für die sie Gültigkeit besitzen. Üblicherweise werden mit der Erstanmeldung drei Warenklassen (von über 40) besetzt, da die Kosten dafür identisch sind. Damit sind die Marken aber ausschließlich in diesen Warenklassen geschützt. Sonst wäre es z.B. nicht möglich gewesen, dass es früher einmal Kraftfahrzeuge, Schuhe und Zigaretten unter der Marke »Mercedes« gab und alle drei Kategorien von unterschiedlichen Herstellern besetzt waren.

Die Nennung einer Marke im Kontext eines Buches ist lediglich die Abbildung der Realität, aber kein Eingriff in die Warenzeichenrechte. Anders wäre es – wobei man das im Einzelfall klären müsste – wenn eine Marke im Titel genannt wird. Dann kommt es im Zweifelsfall darauf an, ob der Markeninhaber darin eine Verunglimpfung oder einen Bruch des Schutzrechtes sieht. Und natürlich darf der Protagonist eines Romans nicht eine Erfindung machen, für die er den Namen »Opel« o.ä. schützen lassen will.

Grauzone im Markenrecht sind die Warenklassen, die sich mit Druckerzeugnissen aller Art befassen (Klasse 16). Aber auch hier ist davon auszugehen, dass die Verwendung eines in dieser Klasse geschützten Markennamens in einem Buch nicht der Gewinnerzielung bzw. des In-Konkurrenz-Tretens mit dem Markeninhaber dient. Trotz allem weise ich gerne darauf hin, dass Unternehmen meist mehr Geld für Rechtsanwälte haben als on-demand-Autoren.

:-)

Wer prüfen will, ob ein Name als Marke bzw. für welche Warenklasse geschützt ist, mag sich dieses Links bedienen. Aber auch hier gilt: Es ist keine Rechtsberatung.

P.S.: Übrigens: Gerade das »Eifon« oder dergl. in verballhornenden Schreibweisen – selbst wenn es mit Telefon nichts zu tun hat – wird von Apple verfolgt. Zumeist mit Erfolg. Also wäre ich in diesem Fall mit dem »rechtlich ja« sehr vorsichtig ...

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Klopfer
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Re:

von Klopfer (03.07.2015, 13:10)
mtg hat geschrieben:
P.S.: Übrigens: Gerade das »Eifon« oder dergl. in verballhornenden Schreibweisen – selbst wenn es mit Telefon nichts zu tun hat – wird von Apple verfolgt. Zumeist mit Erfolg. Also wäre ich in diesem Fall mit dem »rechtlich ja« sehr vorsichtig ...


Quelle?

holz
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Re:

von holz (03.07.2015, 13:34)
Klopfer hat geschrieben:
mtg hat geschrieben:
P.S.: Übrigens: Gerade das »Eifon« oder dergl. in verballhornenden Schreibweisen – selbst wenn es mit Telefon nichts zu tun hat – wird von Apple verfolgt. Zumeist mit Erfolg. Also wäre ich in diesem Fall mit dem »rechtlich ja« sehr vorsichtig ...


Quelle?


z.B. Eierbecher
OLG Hamburg, Beschluss vom 9. August 2010, Az.: 5 W 84/10
http://openjur.de/u/56339.html

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mtg
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Re:

von mtg (03.07.2015, 14:00)
Danke, holz, für die Quelle. Die Tatsache hatte ich noch im Kopf, aber den Namen »eiPott« nicht mehr.

Und was für »eiPott« (iPod) gilt, wird bei »eiFon« (iPhone) garantiert nicht anders gehandhabt werden.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (03.07.2015, 14:18)
Ein klein wenig off topic, fürchte ich, aber dieser Eipott-Gag existiert weiterhin:
https://www.youtube.com/watch?v=p7HL1pSb4sI

Beim Markenrecht komme ich immer ins Schwimmen, da manches durch die Freiheit der Satire bzw. der Kunst abgedeckt ist und manches nicht. Dass man unter dem Namen keine Eierbecher verkaufen darf, bedeutet nicht automatisch, dass das Wort unter keinen Umständen in anderem Zusammenhang verwendet werden darf. Trotzdem mahne ich besonders bei amerikanischen Marken zur Vorsicht. Wie Matthias schon erwähnte: Im Zweifelsfall können diese Firmen sich die besseren Anwälte leisten.
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Siegfried
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Re:

von Siegfried (03.07.2015, 14:51)
holz hat geschrieben:
z.B. Eierbecher
OLG Hamburg, Beschluss vom 9. August 2010, Az.: 5 W 84/10
http://openjur.de/u/56339.html


Ich glaub's ja nicht! :shock::

Vermutlich dauert es nicht mehr lange, bis Gestütbesitzer von dem Unternehmen mit dem angebissenen Obst verklagt werden. Warum? Die Pferde des Gestütes veräppeln die Reitwege ... cheezygrin
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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (03.07.2015, 15:00)
Oh, Mann, auf hoher See und vor Gericht ist wirklich alles möglich!

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (03.07.2015, 15:20)
Na ja, man wollte ja auch die Schreibweise "eiPott" als Produktname verwenden, um damit Werbung und ordentlich Kasse zu machen. In diesem Thread geht es aber um die Schreibweise "Eifohn" in einem Buch. Das ist jetzt nur meine persönliche Meinung, aber wenn man das im Buch in einem ironischen Zusammenhang als Gag verwendet, kann man sich über "Satire" herausreden. Wenn man damit nur die korrekte Schreibweise umgehen will, zieht das Argument nicht. Und im Buchtitel würde ich das Wort auf keinen Fall verwenden, denn dort wäre es wie bei den Eierbechern ein Produktname.
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paulpetry
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Danke

von paulpetry (03.07.2015, 16:32)
Ja, schon mal vielen Dank für Eure Hinweise. Man glaubt ja nicht, in was für Fallen man alles hinein tappen kann. Ich werde auf alle Fälle mein 'Eifohn' streichen.
Einen Kampf mit Äpfeln will ich lieber nicht riskieren.

Ich bin weiterhin für jeden neuen Tipp bin ich dankbar.

Liebe Grüße

Paul

holz
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Re:

von holz (04.07.2015, 14:39)

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