Marge bei Händlerrabatt - wer trägt den Rabatt?

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Coonlight
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Marge bei Händlerrabatt - wer trägt den Rabatt?

von Coonlight (04.08.2015, 20:50)

Hallo zusammen.

Ich verstehe die Regeln nicht, nach denen der End-Buchpreis (Ladenpreis) auf alle Beteiligten (Autor, BoD, Händler) aufgeteilt wird.

Konkret (für den Anfang mal ohne jede Berücksichtigung der USt):
12x19cm Paperback, 140 Seiten
Der Kalkulator schlägt 5,99€ als Ladenpreis vor und beziffert die Autorenmarge (inkl. USt) mit 0,68€ (11,4%)

1. Fall: Jemand kauf das Buch über BoD.
Er bezahlt 5,99€ an BoD, und BoD gibt mir die 0,68€ Marge.
Richtig soweit?
(wie gesagt, der Einfachheit halber erstmal ohne die USt zu thematisieren)

2. Fall: Jemand kauft über den Buchhandel.
Er bezahlt 5,99€ an den Händler, der bezahlt seinerseits aber nur den EK, also den Ladenpreis abzüglich Händlerrabatt von sagen wir 35%, also nur 3,89€.
Lassen wir auch jeglichen (Zwischen-)Großhändler der Einfachheit halber mal weg, nehmen also an, der Buchhändler bestellt und bezahlt direkt bei BoD.
BoD erhält also nur die 3,89€ von ihm. Was bekommt der Autor?
a) 11,4% vom Ladenpreis, also die oben kalkulierten. 0,68€? Das hieße, BoD trägt den Händlerrabatt allein.
b) 11,4% von den 3,89€? Das hieße, BoD und Autor teilen den "Verlust" durch den Rabatt untereinander auf.
c) Oder gar nichts, weil 3,89€ vielleicht kaum die Herstellungskosten von BoD decken? Das hieße, der Autor trägt den Rabatt allein. Zahlt er sogar drauf, bis die Herstellungskosten gedeckt sind?

Falls noch ein Großhändler beteiligt ist, bekommt BoD ja deutlich noch weniger als 3,89€. Ich frage mich einfach, wer diese Rabatte letztlich tragen muss, BoD, der Autor, oder beide?

Viele Grüße
Peter


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Bärentante
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Re: Marge bei Händlerrabatt - wer trägt den Rabatt?

von Bärentante (04.08.2015, 22:07)
Hallo Peter,

wenn Du über BoD ein Buch auf den Markt bringst, legst Du den Ladenpreis fest (also in Rahmen der Möglichkeiten) sowie Deine Marge, im angenommenen Fall 0,68 Euro.

Diese 0,68 Euro bekommst Du für jedes verkaufte Buch, egal ob es über den Buchhandel, über Zwischenhändler, Großhändler, Online oder wie auch immer an den Kunden gebracht wird.
Und der Kunde zahlt immer den Ladenpreis (wenn er nicht auf Online-Händler aus dem Ausland hereinfällt).
Liebe Grüße
Christel

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Torsten Buchheit
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Re:

von Torsten Buchheit (04.08.2015, 22:11)
Hallo Peter,

du als Autor bekommst immer deine feste Autorenmarge in Euro und Cent, egal, ob das Buch direkt bei BoD oder über beliebig viele Zwischenhändler verkauft wird. Die Kalkulation ist Sache von BoD. Würde es sich nicht rechnen, würden sie es nicht so anbieten.

Einzige Ausnahme: Wenn du bei BoD Bücher über dein Autorenkonto bestellst, dann die je nach Mengenstaffel rabattiert. Für diese Bücher wird kein Autorenhonorar ausgeschüttet.

Viele Grüße

Torsten
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mtg
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Re:

von mtg (05.08.2015, 08:56)
Den Rabatt muss niemand »tragen«, denn er ist in der Kalkulation enthalten. Du kannst ihn allerdings z.T. selbst für Dich vereinnahmen, wenn Du als Autor bei BoD entsprechend der Staffel Bücher (»Kleinauflage«) einkaufst und sie zum gebundenen Verkaufspreis an den Endkunden (Leser) weiterverkaufst. Willst Du selbst einen Händler damit beliefern, musst Du ihm natürlich Rabatt einräumen, der dann allerdings zu Deinen Lasten geht. Schließlich will auch der Händler verdienen.
Zuletzt geändert von mtg am 05.08.2015, 09:16, insgesamt 1-mal geändert.

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Coonlight
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Danke

von Coonlight (05.08.2015, 09:03)

Vielen Dank für die schnellen Antworten :-)

Schön zu hören, dass die kalkulierte Marge fest ist. Damit lässt sich leicht rechnen.

Jetzt kann ich ordentlich den Ladenpreis planen ...

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mtg
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Re: Danke

von mtg (05.08.2015, 09:16)
Coonlight hat geschrieben:
[color=darkblue]Schön zu hören, dass die kalkulierte Marge fest ist. Damit lässt sich leicht rechnen.

Hast Du daran gezweifelt? Sie ist Teil des Vertrages ...

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Siegfried
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Re: Marge bei Händlerrabatt - wer trägt den Rabatt?

von Siegfried (05.08.2015, 09:17)
Coonlight hat geschrieben:

2. Fall: Jemand kauft über den Buchhandel.
Er bezahlt 5,99€ an den Händler, der bezahlt seinerseits aber nur den EK, also den Ladenpreis abzüglich Händlerrabatt von sagen wir 35%, also nur 3,89€.
Lassen wir auch jeglichen (Zwischen-)Großhändler der Einfachheit halber mal weg, nehmen also an, der Buchhändler bestellt und bezahlt direkt bei BoD.
BoD erhält also nur die 3,89€ von ihm. Was bekommt der Autor?
a) 11,4% vom Ladenpreis, also die oben kalkulierten. 0,68€? Das hieße, BoD trägt den Händlerrabatt allein.


Diese Variante ist richtig.

Der Buchhändler bekommt 5,99 € vom Kunden.
Einen Teil davon behält der Buchhändler (35 bis 55 Prozent), vom Rest (R1) bezahlt er das gelieferte Buch.
Der Grossist, der dem Buchhändler das Buch geliefert hat, behält von Rest R1 seinen Anteil und gibt die Restsumme (R2) weiter an den Verlag (hier: BoD)
Der Verlag nimmt den Restbetrag R2 und bezahlt damit den Autor/die Autorin. Und zwar nach den Bedingungen im Vertrag! Da steht Folgendes:

BoD Buchvertrag, 5.1 hat geschrieben:
Bei Handelsbestellungen für Märkte, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist, erhält der Vertragspartner eine Marge in Höhe von: XXX,XX zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen USt. pro Exemplar.


(Verträge lesen - und verstehen! - ist durchaus sinnvoll für das Geschäftsverhältnis mit dem Verlag! :wink: )

Es geht hier also nicht um eine prozentuale Berechnung der Autorenmarge auf irgendeine Rest- oder Zwischensumme, sondern um einen festgelegten Betrag vom Ladenverkaufspreis. Jedes verkaufte Buch bedeutet eine feste Summe. Ob der Verlag noch Gewinn macht oder in die Verlustzone rutscht, ist ganz allein Sache der Kalkulation des Verlages.

Fallen Buchhändler und Grossist bei einem Buchverkauf weg - weil ein Leser das Buch direkt beim Verlag/bei BoD bestellt hat -, wird der Gewinn für den Verlag/für BoD entsprechend größer.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Coonlight
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Re:

von Coonlight (05.08.2015, 09:47)

BoD Buchvertrag, 5.1 hatte ich in der Tat gelesen, das Verstehen war in der Tat schon schwerer :-)
Die Formulierung "... eine Marge in Höhe von: XXX,XX ..." fand ich so missverständlich weil unkonkret (ich hatte keinen Absatz gefunden, wo speziell diese XXX,XX definiert worden wären, als feste Marge eben), dass ich mich nicht darauf verlassen wollte und, ja, daran gezweifelt habe. Daher habe ich hier mal die gefragt, die schon mal eine Abrechnung erhalten haben ;-)
Schön, dass es dieses Forum gibt.

Ich sehe BoD nicht als einen Verlag an, mehr als Dienstleister für Druck und Vertrieb. Bei einem Verlag hätte ich nicht an einer festen Marge gezweifelt. Bei einem reinen Dienstleister war ich mir da nicht so sicher ...

Jedenfalls: nochmals danke für die Auskünfte.

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SonjaBausB
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Re:

von SonjaBausB (05.08.2015, 11:32)
Ich war am Anfang auch verwirrt, aber inzwischen verstehe ich es ganz gut.

Ein Buch kostet 7 Euro. In diesen 7 Euro sind Herstellungskosten, Gewinn für den Verlag (Bod), Gewinn für den Handel (Amazon zum Beispiel oder eine Buchhandlung) und Gewinn für den Autor.

Das ist immer fest.

Wenn ein Kunde über BOD kauft, bekommt BOD mehr, weil es als Verlag und als Handel auftritt. Der Bod-Shop hat ja nichts mit dem Verlag zu tun, sondern ist ähnlich wie der Amazon-Shop. Bod bekommt nicht einfach nur mehr, sondern sie tun ja auch mehr dafür (stellen einen Shop zur Verfügung, sorgen dafür, dass die Kunden zahlen etc.)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (05.08.2015, 12:51)
Coonlight hat geschrieben:

Die Formulierung "... eine Marge in Höhe von: XXX,XX ..." fand ich so missverständlich weil unkonkret (ich hatte keinen Absatz gefunden, wo speziell diese XXX,XX definiert worden wären, als feste Marge eben),


Hmmm ...
Für mich schwer verständlich, was daran schwer zu verstehen ist.

Versuchen wir das mal aufzudröseln ...

Bei Handelsbestellungen für Märkte, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist, erhält der Vertragspartner eine Marge in Höhe von: XXX,XX zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen USt. pro Exemplar.


Bei Handelsbestellungen = Bestellungen von Händlern, wie dem Buchladen an der Ecke, Onlinehändlern wie Amazon oder dem eigenen BoD-Shop
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?


für Märkte, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist = Länder, in denen mit Euro bezahlt wird. Das sind neben Deutschland aktuell 18 weitere Staaten.
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?

erhält der Vertragspartner = damit ist der Buchautor gemeint. Siehe dazu auch die Kopfdaten des Vertrages: Die Books on Demand GmbH, Norderstedt, wird im Vertrag immer "BoD" genannt, der Autor bzw. die Autorin "Vertragspartner".
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?

eine Marge = das ist der Anteil in Geld, den der Buchautor / die Buchautorin bekommt.
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?

in Höhe von: XXX,XX = das ist der im Vertrag geregelte Betrag, den der Autor / die Autorin erhält. Die "XXX,XX" sind ein Platzhalter, weil der Betrag je Buch unterschiedlich sein kann bzw. ist. Das Muster des Platzhalters "XXX,XX" deutet auf eine Zahl mit zwei Nachkommastellen, wie sie z. B. bei Euro-Beträgen üblich sind. Da zuvor vom Euro als gesetzlichen Zahlungsmittel die Rede war, liegt der Verdacht nahe, dass es sich bei dem Platzhalter "XXX,XX" um einen Eurobetrag handelt. Die Annahme, es könnte sich um eine prozentuale Angabe handeln, verbietet sich aus zwei Gründen: a) Es fehlt das %-Symbol bzw. das Wort Prozent, b) bei einer Prozentzahl mit drei Vorkommastellen wäre für den Autor / die Autorin eine Marge von mehr als 100 Prozent möglich (z. B. 543,21 Prozent), was schlicht Unsinn ist. Daher kann der Platzhalter aus logischen Gründen keine Prozentzahl sein.
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?

zzgl. der jeweils geltenden gesetzlichen USt. = da trotz der einheitlichen Währung Euro im gemeinsamen Währungsraum unterschiedliche Umsatzsteuersätze gelten, erhält der Autor / die Autorin anteilig die landestypische Umsatzsteuer gutgeschrieben.
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?

pro Exemplar = die genannte Margenzahlung in Höhe eines festen Euro-Betrages erfolgt für jedes verkaufte Exemplar, also nicht als ein Betrag in Form einer Einmalzahlung für alle Verkäufe.
Unverständlich? Nein, nicht wirklich, oder?

Was an dieser Vertragsklausel ist jetzt wirklich so schwierig und unverständlich, dass sie zu Fragen führt?

Ich frage deshalb, weil ich beruflich ständig vor der gleichen Problematik stehe: Ich formuliere eine Arbeitsaufgabe (z. B. "Berechnen Sie anhand der Verkaufszahlen und der Verkaufspreise der fünf Produkte den Gesamt-Jahresumsatz" - kein Witz! Von 18 Leuten haben 5 diese Aufgabenstellung nicht verstanden und sich über die schlechte Formulierung beschwert) und seitens der Leute, die diese Aufgabe bekommen, erhalte ich die Rückmeldung, die Aufgabe sei unverständlich oder nicht klar formuliert.

Wie formuliert man im vorliegenden Fall die Regelung der Margenzahlung so, dass sie wirklich jeder versteht?
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mtg
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Re:

von mtg (05.08.2015, 15:46)
Siegfried hat geschrieben:
Wie formuliert man im vorliegenden Fall die Regelung der Margenzahlung so, dass sie wirklich jeder versteht?

Von jedet verkoofte Buch kriegste soviel Euro oder Cent, wie De ausjerechnet hast, zum uffn Kopp haun.

cheezygrin

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SonjaBausB
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Re:

von SonjaBausB (05.08.2015, 17:16)
Das war präzise cheezygrin

thumbbup

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Haifischfrau
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Re:

von Haifischfrau (06.08.2015, 12:17)
thumbbup thumbbup thumbbup Matthias
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

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