Graue Schrift als Überschriften

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mtg
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Re:

von mtg (10.01.2016, 14:28)
Ich weiß nicht, ob sich noch jemand erinnert … aber das Thema lautet »Graue Schrift als Überschriften« … und nicht Kapitalismuskritik. Die ist doch wohl besser im Petitionsbereich dieses Forums aufgehoben.

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mtg
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Re:

von mtg (10.01.2016, 14:42)
IRM hat geschrieben:
Mit welchem Programm schreibst Du Deine Print-Bücher und wie erstellst Du Deine ebooks?

Die Antwort bin ich noch schuldig: Ich schreibe die Manuskripte zwar mit Word, aber ich setze in QuarkXPress. Für eBooks – sofern das BoD nicht macht – habe ich jemanden, der das professionell und sehr gut macht.

Das ist übrigens grundsätzlich mein Arbeitsprinzip, an Experten die Dinge auszulagern, die ich selbst nicht oder nur unzureichend beherrsche – ebenso, wie ich zur Verfügung stehe, um Aufgaben zu übernehmen, die meine Kunden nicht oder nur unzureichend selbst lösen können (auch wenn sie es in meinen Augen viel zu oft selbst versuchen und erst ankommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist) …

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.01.2016, 19:46)
mtg hat geschrieben:
Das ist übrigens grundsätzlich mein Arbeitsprinzip, an Experten die Dinge auszulagern, die ich selbst nicht oder nur unzureichend beherrsche


Beifall!

Die Frage ist, ob man den Leuten, die keine oder wenig Ahnung von einem Werkzeug haben, dann noch erzählen muss, dass das gewählte Werkzeug für die geplante Aufgabe unbrauchbar ist (was bei genauer Betrachtung gar nicht stimmt).

Zu der Diskussion weiter oben, was in einer Word-Schulung geschult wird und was nicht:

Ich gebe Word-Schulungen für Einsteiger. So ein Kurs hat eine Dauer von zwei Arbeitswochen (10 Tage zu je 8 Unterrichtsstunden). Darin wird weit mehr geschult als nur "fett, kursiv, Seitenränder, Schriftarten". Da geht es auch um Serienbrief, Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis, Korrekturnachverfolgung, Fußnote, Quellenverwaltung, mehrsprachige Dokumentenprüfung und Equation Editor. Es soll aber auch Leute geben, die nach drei Tagen den Kopf zumachen und gar nicht wissen wollen, was so eine Textverarbeitung alles kann (und dann später drüber klagen, wenn das Programm angeblich alles kaputt macht).

IRM hat geschrieben:
Scribus ist sicher toll. Aber erzeuge daraus mal ein eBook. Ich möchte halt aus dem Print-Buch auch ein eBook generieren ohne alles neu zu schreiben.


Was wird wirklich gesucht?

Ein Werkzeug zum Erstellen eines großen Textes (600 Seiten), mit dem man auch Bilder einbinden kann. Mit diesem Werkzeug soll nicht nur das Buchlayout für die Printausgabe, sondern auch die Vorlage für ein ebook erzeugt werden.

Was auch gesucht wird, ist eine Antwort auf die Frage, ob eine Kapitelüberschrift in Grau (ca. 67%) in einem ebook überhaupt brauchbar ist.

Zu 1:
LaTex fällt flach, weil aus LaTex kein ebook erzeugt werden kann.
Alles andere (Word, Scribus) ist offen

Zu 2:
Mein Vorschlag heißt hier, einfach einen Teil des Textes nehmen, ihn nach Calibre (kostenloses ebook-Erzeugungsprogramm) bringen, dort aus dem Text eine ebook-Datei erzeugen und dann auf einem ebook-Reader testen, wie die grauen Überschriften aussehen.
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (10.01.2016, 21:05)
Wenn bei Word etwas schiefläuft, ist in 99 % der Fälle der Anwender schuld. Aber jeder, der sich wirklich mit Word auskennt, täglich damit arbeitet und auch häufiger mit anderen Usern, die andere Versionen verwenden, Dateien austauscht, weiß, dass Word nicht immer hundertprozentig stabil läuft. Das hat nichts damit zu tun, dass Anwender begriffsstutzig oder lernfaul sind oder "den Kopf zumachen und gar nicht wissen wollen (...)", wie Siegfried es formuliert. Jedenfalls würde kein Informatiker in meinem Umfeld für Word irgendeine Garantie übernehmen. Im Gegenteil: Es gibt inzwischen private Ku­ri­o­si­tätensammlungen zu Word, die immer für einen Lacher gut sind. Das ist eben der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Wer für Word die Hand ins Feuer legen möchte, sollte Brandsalbe im Haus haben.

Dennoch empfehle ich ebenfalls die Vorgehensweise, die Siegfried weiter oben beschrieben hatte, wenn man auch bei großen Manuskripten gerne Word verwenden möchte. Wenn man zwischen den einzelnen Schritten abspeichert, hilft es bei Fehlfunktionen in der Regel, das Dokument ohne Abspeichern zu schließen und zu öffnen und den gewünschten Schritt noch einmal zu probieren. Wer Dateien von anderen Usern verwendet, sollte sie zuerst in der eigenen Word-Version abspeichern, da sonst Teile fehlen können. (Wer dieses häufig auftretende Problem als Ammenmärchen abtut, bestätigt nur seinen Mangel an Erfahrung und disqualifiziert sich selbst.)
Wenn man aber hundertprozentig auf der sicheren Seite sein möchte, ist LaTeX die bessere Wahl. Allerdings muss man abwägen, ob man sich dafür wirklich in etwas ganz anderes einarbeiten möchte. Ich bin der Ansicht, dass man sich damit schwertut, wenn man keine Programmiererfahrung hat, aber keine Regel ohne Ausnahmen.

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (11.01.2016, 00:22)
Monika K. hat geschrieben:
Wenn man aber hundertprozentig auf der sicheren Seite sein möchte, ist LaTeX die bessere Wahl.


Was mich bei LaTex immer schon interessierte, ist die Frage nach dem Aussehen eines Textes in LaTex, wenn er an Dritte zum Korrektorat gegeben wird. Wohlgemerkt: Ein Text, der in LaTex geschrieben (formatiert) ist, soll einer Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsprüfung unterzogen werden.

Aufgrund der vielen in LaTex-Tags eingebundenen Textstellen oder der Eigenart, dass in LaTex z. B. doppelte Leerzeichen oder die Kombination von Akzent + Anführungszeichen bzw. Anführungszeichen + Apostroph eine Formatierung bedeuten, ist ein Korrektorat enorm schwer und zeitaufwändig.

Ein in LaTex gesetzter Text müsste - rein theoretisch - in einen "plain text" umgewandelt werden (alle LaTex-Formatierungen müssten entfernt werden), dann wird das Korrektorat durchgeführt (eine Änderungsverfolgung ist ohne entsprechende Textverarbeitung nicht möglich - oder hat LaTex so eine eingebaute Funktion?), anschließend müsste der Text in die LaTex-Formatierung zurückgeführt und die geänderten Stellen zur Kenntnisnahme für den Autor farblich einfärbt werden (meines Wissens kann LaTex Farbe nur durch Setzen von Tags erzeugen, nicht in der eigentlichen Textdarstellung im Editor. Ich habe zwar mal etwas von einem LaTex-WYSIWYG-Editor gehört, weiß aber nicht, ob es so etwas wirklich gibt bzw. wie der arbeitet).

Folglich müsste jeder LaTex-Autor seinen kompletten Text als "plain text" schreiben, ihn zur Korrektur einreichen, die Änderungen durch das Korrektorat bestätigen und erst dann die LaTex-Formatierungen vornehmen. Das ist recht umständlich oder für den Korrektor enorm zeitaufwändig.

Meine Frage an die Befürworter von LaTex:
Schreibt ihr den Text erst vollständig mit irgendeinem Programm, gebt den Text dann ins Korrektorat und formatiert erst den korrigierten Text
oder
gebt ihr einen in LaTex formatierten Text ins Korrektorat und macht euch keine Gedanken darum, wie sich ein Korrektor mit den LaTex-Tags herumschlägt?
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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IRM
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Re:

von IRM (11.01.2016, 00:50)
Danke für die Wortmeldungen auch wenn ich eigentlich nicht die Word vs. LaTeX Diskussion eröffnen wollte.
Aber genau der letzte von Siegfried angesprochene Punkt ist mein Problem. Das eigentliche Buch steht und wurde von mir in Word geschrieben. In Word einfach deshalb, da es fast jeder hat, Korrekturen können also leicht vorgenommen werden und mich unterstützt es mit einer brauchbaren Rechtschreibprüfung. Nun überlege ich mir die endgültige Formatierung in LaTeX zu machen.
Dann sehe ich aber folgende Probleme:
1. das Ebook kann ich nicht direkt aus LaTeX erstellen, ich würde also das Word Dokument dafür hernehmen
2. dann muss ich aber für zukünftige Auflagen Änderungen immer in das LaTeX Dokument einpflegen und in das Word Dokument (für das ebook) das wäre also doppelte Arbeit. Auch wenn ich einem Co-Author bitte Kapitel umzuschreiben muss ich es dann in LateX einpflegen.

Ich kann mir daher LaTeX nur vorstellen wenn ich immer in dem Format bleiben kann. Dazu brauche ich aber einen vernünftigen EPUB export...

Bardioc
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Re:

von Bardioc (11.01.2016, 09:45)
Siegfried hat geschrieben:
Zu der Diskussion weiter oben, was in einer Word-Schulung geschult wird und was nicht:

Ich gebe Word-Schulungen für Einsteiger. So ein Kurs hat eine Dauer von zwei Arbeitswochen (10 Tage zu je 8 Unterrichtsstunden). Darin wird weit mehr geschult als nur "fett, kursiv, Seitenränder, Schriftarten". Da geht es auch um Serienbrief, Inhaltsverzeichnis, Stichwortverzeichnis, Korrekturnachverfolgung, Fußnote, Quellenverwaltung, mehrsprachige Dokumentenprüfung und Equation Editor. Es soll aber auch Leute geben, die nach drei Tagen den Kopf zumachen und gar nicht wissen wollen, was so eine Textverarbeitung alles kann (und dann später drüber klagen, wenn das Programm angeblich alles kaputt macht).


Also insgesamt 80 Unterrichtsstunden! Soviel Zeit werden die wenigsten investieren wollen, die nur mal ein paar kleine Texte schreiben. Serienbriefe schreibt sicher nicht jede Privatperson. Kann es sein, daß Du diese Kurse für eine Firma hältst, oder sind sie für jeden zugänglich?

Was auch gesucht wird, ist eine Antwort auf die Frage, ob eine Kapitelüberschrift in Grau (ca. 67%) in einem ebook überhaupt brauchbar ist.

In einem E-Book eher als in einem Print-Book, da man nicht abschätzen kann, wie die graue Schrift nach dem Druck rauskommt, bei einem E-Book kann man das sofort überprüfen.

LaTex fällt flach, weil aus LaTex kein ebook erzeugt werden kann.

Es gibt pdflatex, mit dem ein PDF erzeugt werden kann. E-Books sind meist entweder im PDF- oder im ePUB-Format. Aus einem PDF kann man leicht ein ePUB erzeugen, z. B. mit Finereader.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (11.01.2016, 10:30)
Siegfried hat geschrieben:
Monika K. hat geschrieben:
Wenn man aber hundertprozentig auf der sicheren Seite sein möchte, ist LaTeX die bessere Wahl.


Was mich bei LaTex immer schon interessierte, ist die Frage nach dem Aussehen eines Textes in LaTex, wenn er an Dritte zum Korrektorat gegeben wird. Wohlgemerkt: Ein Text, der in LaTex geschrieben (formatiert) ist, soll einer Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsprüfung unterzogen werden.

Es gibt theoretisch mehrere Möglichkeiten: Du gibst den Quelltext zum Korrigieren raus, ein DVI-File, ein PDF-File oder einen Ausdruck.

Der Quelltext enthält den gesamten Markup, was für Korrektoren, die LaTeX nicht beherrschen, etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte, je nachdem, wieviel Markup der Quelltext enthält. Wenn es sich z. B. um ein Buch- bzw. Romanprojekt handelt, das nur Text und keine Tabellen, Bilder oder Graphiken enthält, ist es sehr wahrscheinlich, daß es nur sehr wenig Markup gibt. (Es ist auch möglich, ein reines Textfile ganz ohne LaTeX-Markup einzubinden, was im allgemeinen schon akzeptable Ergebnisse ergibt.) Enthält es Markup, so ist dieser normalerweise recht unauffällig und problemlos als solcher zu erkennen, da er durch das Präfix ''\'' eingeleitet wird und ev. das Textstück, auf den er sich bezieht, noch in geschweifte Klammern gesetzt ist. Der Quelltext wird außer CR LF typischerweise keine weiteren Steuerzeichen enthalten, so daß es keine Probleme mit fremden Steuerzeichen geben kann.

Der Markup für einen Romantext wird typischerweise Befehle wie \section{...}, \subsection{...} und \subsubsection{,,,} enthalten, so daß man mit der Suche-Funktion des Editors leicht von einem Kapitel, Unterkapitel oder Unterunterkapitel zum nächsten springen kann. Es empfiehlt sich vor und nach diesen Befehlen zwei Leerzeilen zu setzen, damit man sich besser im Quelltext orientieren kann.

LaTeX macht automatisch (beweisbar) optimalen Blocksatz. Dafür ist es notwendig, Worttrennung am Zeilenenden automatisch durchzuführen. Die Information, welche Wörter an welchen Stellen getrennt werden dürfen, liegen im Paket ''german''. Für Sonderfälle (z. B. der erfundene Name einer Figur) sind Trennvorgaben durch Markup oder über eine benutzerdefinierte Trennliste möglich. Trennvorgaben werden mit \- oder in german oder ngerman besser mit "| gemacht. Es gibt noch weitere Möglichkeiten für Trennvorgaben, die Spezialfälle abdecken, wer mehr darüber wissen will, sollte die Beschreibung des Pakets german zu Rate ziehen.

Wenn Package german (oder ngerman für diejenigen, die unbedingt reformierte Trennregeln verwenden möchten) gewählt wurde, sind die Gänsefüßchen als Umschaltzeichen definiert, dürfen also im Text für Anführungszeichen nicht verwendet werden. Als Ersatz kann '' (zweimal ''single quote'') verwendet werden, oder \glqq und \grqq oder, wer französische Anführungszeichen lieber hat, \flqq und frqq verwenden. Der Einfachheit halber sollte man ersteres (zweimal single quote) verwenden und dann später durch Suchen und Ersetzen in die gewünschte Quotierung mit deutschen oder französichen Anführungszeichen ändern. Durch das Einbinden dieses Pakets werden automatisch deutsche Texte (z. B. für Inhaltsverzeichnis, Bibliographie etc.) und deutsches Datumsformat ausgewählt. Es ist auch möglich, im Datum ''Jänner'' anstatt ''Januar'' zu haben.

Wenn der Quelltext vorliegt, kannst Du Korrekturen in der Weise durchführen, wie Du sie gewohnt bist (Du hast ja hier schon Texte korrigiert), allerdings darfst Du keine Markierungen verwenden, die Steuerzeichen (z. B. für Farbumschaltung) in den Quelltext einbringen oder die für LaTeX eine Bedeutung haben, z. B. oben erwähnte Gänsefüßchen.

Um auf der sicheren Seite zu bleiben, solltest Du die zu korrigierende Passage kopieren
und entweder allen Zeilen dieser Passage ein % voranstellen oder sie in eine Kommentar-Umgebung einschließen:

Code: Alles auswählen

Diese Zeile enthält keinen Feller.

% Diese Zeile enthält keinen Fehler.

Dies ist ein Testblok,
der keinen Feller enthält.

\begin{comment}

Dies ist ein Textblock,
der keinen Fehler enthält.

\end{comment}


Soll die Comment-Umgebung benutzt werden, muß sie vorher mit \usepackage{verbatim} eingebunden werden.

Benutzt der Autor ebenfalls Kommentare, kannst Du Deine Korrekturen z. B. folgendermaßen als Korrektur markieren:

Code: Alles auswählen

%K Korrigierter Text

%:K Korrigierter Text

%K: Korrigierter Text

%~~ Korrigierter Text


Wichtig ist nur, daß der Autor seine eigenen Kommentare nicht auf diese Weise markiert und daß Du in der Wahl deiner Marken konsistent bleibst. So könntst Du z. B. durch die Wahl Deiner Korrekturmarken auf die Art des Fehlers hinweisen:

Code: Alles auswählen

%k-r Rechtschreibfehler

%k-t Tippfehler

%k-s Satzbau

%k-u Unklare Bedeutung

%~a Ausdruck

%::f Frage an den Autor


Auf diese Weise kann der mit Korrekturvorschlägen versehene Text weiterhin kompiliert werden. Der Autor übernimmt dann durch Rückgängigmachen der Auskommentierung die Korrekturvorschläge. Außerdem werden so die Fehler beweisbar dokumentiert und es kann leicht ausgezählt werden, wieviele Fehler von welcher Fehlerklasse vorhanden waren, was ev. für die Abrechnung oder für die Weiterentwicklung des Autors wichtig sein könnte. Ev. könnte man sich auch ein Programm schreiben, das die Fehler der einzelnen Klassen zählt. Benutzt Du die Komment-Umgebung, so können zusätzlich auch hier Prozent-Kommentare mit Fehlerklassen verwendet werden.

Soll ein DVI-File Korrektur gelesen werden, ist ein sogenannter DVI-Viewer (in MiKTeX ist das yap, es gibt aber auch andere) erforderlich. Die Korrekturen müssen dann in einem extra File vermerkt werden, es sei denn, der Autor hat zusätzlich noch den Quelltext mitgegeben. Es ist eher ungewöhnlich, daß ein DVI-File an einen Korrektor gegeben wird. Der Autor selbst arbeitet natürlich dauernd nach dieser Methode.

Es ist möglich, ein PDF-File zu annotieren. Weiterhin kann ein PDF-File ausgedruckt und dann auf dem Ausdruck per Hand korrigiert werden.

Aufgrund der vielen in LaTex-Tags eingebundenen Textstellen oder der Eigenart, dass in LaTex z. B. doppelte Leerzeichen oder die Kombination von Akzent + Anführungszeichen bzw. Anführungszeichen + Apostroph eine Formatierung bedeuten, ist ein Korrektorat enorm schwer und zeitaufwändig.


In LaTeX haben doppelte Leerzeichen überhaupt keine Funktion. Nach einem Wort ist nur das erste Leerzeichen signifikant, alle anderen werden unterdrückt. Nach einem Absatz ist nur die erste Leerzeile signifikant, alle weiteren werden unterdrückt. Sie sind dann zwar im Quelltext vorhanden, haben aber auf den gesetzen Text keine Auswirkung. Damit ist es möglich, an jeder Stelle beliebig Kommentare einzufügen oder den Quelltext lesefreundlich zu gestalten. Will man weitere Leerzeichen bzw. Leerzeilen, kann man immer die Tilde ~ verwenden. Eine Möglichkeit für eine Einrückung wäre also, Tilden voranzustellen:

Code: Alles auswählen

~~~~~ Dies ist eingerückter Text.


Was meinst Du mit Akzent + Anführungszeichen?

Wie oben erklärt wird das Anführungszeichen (Gänsefüßchen) als eine Art LaTeX-spezifisches Steuerzeichen (Escape-Sequenz) verwendet. Ursprünglich diente es zur Angabe von Einheiten in Zoll, es wird unter dem Package german (und anderen Packages) aber als Umschaltzeichen verwendet. Dies ist, weil LaTeX-Quelltexte keine anderweitigen Steuerzeichen (außer CR LF) verwenden dürfen. Deshalb muß ein druckbares Zeichen als Umschaltcode verwendet werden. Da z. B. auch %, #, $ und \ in LaTeX eine bestimmte Bedeutung haben, gibt es, um das entsprechende druckbare Zeichen zu generieren, die folgenden Befehle: \%, \#, \$ und \backslash.

Ein in LaTex gesetzter Text müsste - rein theoretisch - in einen "plain text" umgewandelt werden (alle LaTex-Formatierungen müssten entfernt werden), dann wird das Korrektorat durchgeführt (eine Änderungsverfolgung ist ohne entsprechende Textverarbeitung nicht möglich - oder hat LaTex so eine eingebaute Funktion?), anschließend müsste der Text in die LaTex-Formatierung zurückgeführt und die geänderten Stellen zur Kenntnisnahme für den Autor farblich einfärbt werden (meines Wissens kann LaTex Farbe nur durch Setzen von Tags erzeugen, nicht in der eigentlichen Textdarstellung im Editor. Ich habe zwar mal etwas von einem LaTex-WYSIWYG-Editor gehört, weiß aber nicht, ob es so etwas wirklich gibt bzw. wie der arbeitet).

Es dürfte Programme geben, die dies machen. (Ich habe für mich -- für einen anderen Zweck -- ein solches Programm geschrieben, das aber bisher nur einen Teil des LaTeX-Markups entfernen kann.

LaTeX ist ein Textsatzprogramm, keine Textverarbeitung. Ich weiß nicht, was eine Änderungsverfolgung ist (vielleicht ein Word-spezifisches Feature?).

Eine Möglichkeit, wie man Quelltexte korrigieren kann, habe ich oben beschrieben. Natürlich wäre es auch möglich, einen Quelltext so zu korrigieren, daß die Korrekturen nach einer Compilation erscheinen und sogar farblich hervorgehoben sind. Du könntest z. B. Korrekturkommandos selbst definieren, die die Schriftfarbe oder den Hintergrund ändern oder eine entsprechende Korrekturumgebung. Dafür müßte dann ein Package verwendet werden, das die Verwendung von Farben erlaubt. Das ist aber machbar.

Was meinst Du mit LaTeX-Formatierung? In der TeX-Terminologie ist LaTeX selber ist ein Format, ähnlich wie XeTeX oder LuaTeX.

Wenn Du Korrektur-Kommandos mit Parameterübergabe definierst

Code: Alles auswählen

\newcommand{\myk}[2]{#1 $\to$ #2}

...

\myk{Dies ist ein Felller.}{Dies ist ein Fehler.}


dann wäre es einfach, die fehlerhaften Passagen durch die korrigierten zu ersetzen:

Code: Alles auswählen

% \newcommand{\myk}[2]{#1 $\to$ #2}
\newcommand{\myk}[2]{#2}


Nach der Kompilation sind nur noch die korrigierten Passagen (#2) im generierten DVI oder PDF enthalten.

Benutzt Du eine (selbstdefinierte) Umgebung zur Fehlerkorrektur, so brauchst Du nur den Namen deiner Umgebung durch ''comment'' ersetzen, und die Korrekturen erscheinen nicht mehr (verbatim-Package muß eingebunden sein, da dort die Komment-Umgebung definiert wird).

Code: Alles auswählen

\newcommand{\myk}{...}
\newcommand{\myk}{...}


Benutzt Du selbstdefinierte Befehle wie \myk und \kym (die z. B. die Korrekturfarbe setzen und wieder zurücksetzen), um eine Korrekturpassage ein und wieder auszuschalten, dann mußt Du sie per Hand auskommentieren oder löschen.

In selbstdefinierten Befehlen kann man auch einen Zähler hochzählen lassen, und am Ende die Fehlerzahl ausgeben.

Folglich müsste jeder LaTex-Autor seinen kompletten Text als "plain text" schreiben, ihn zur Korrektur einreichen, die Änderungen durch das Korrektorat bestätigen und erst dann die LaTex-Formatierungen vornehmen. Das ist recht umständlich oder für den Korrektor enorm zeitaufwändig.

Unter ''plain text'' würde ich den Quelltext verstehen. Ja, das wäre eine Möglichkeit: erst den Text im reinen Textformat -- also ohne Steuerzeichen bis auf CR LF zur Markierung
des Zeilenendes (einfach Returntaste drücken) zur Korrektur, und dann auf der korrigierten Version LaTeX-Markup einfügen. Da, wie oben gezeigt, der Markup nicht so problematisch für den Korrektor sein dürfte, kann man auch gleich den Quelltext zur Korrektur geben.

Meine Frage an die Befürworter von LaTex:
Schreibt ihr den Text erst vollständig mit irgendeinem Programm, gebt den Text dann ins Korrektorat und formatiert erst den korrigierten Text
oder
gebt ihr einen in LaTex formatierten Text ins Korrektorat und macht euch keine Gedanken darum, wie sich ein Korrektor mit den LaTex-Tags herumschlägt?


Wenn man mit LaTeX arbeitet, arbeitet man gleichzeitig mit dem Quelltext und dem im DVI-Viewer dargestellten compilierten Text. Heutzutage wird die kompiliete Darstellung -- so wie das Dokument später aussieht -- sofort nach der Compilation automatisch erneut dargestellt, d. h. mit den vor der Compilation erfolgten Änderungen. Da die Compilation auch bei großen Quelltexten letztlich nur maximal wenige Sekunden dauert, ist also neben dem WYSIWYM auch ein WYSIWYG realisiert.

Ich korrigiere meine Texte selbst, indem ich sie mehrmals durchlese. Änderungen, die über Rechtschreib- und Tippfehler hinausgehen werden durch verschiedene Kommentarmarken dokumentiert, um zyklisches Korrigieren zu vermeiden und später wieder auf frühere Versionen des Textes zurückgreifen zu können.
Zuletzt geändert von Bardioc am 11.01.2016, 13:48, insgesamt 13-mal geändert.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (11.01.2016, 11:13)
Bardioc hat geschrieben:
Der Quelltext enthält den gesamten Markup, was für Korrektoren, die LaTeX nicht beherrschen, etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte, je nachdem, wieviel Markup der Quelltext enthält.


Sachbuch.
Gerade durchgezählt: 105 Seiten mit 761 Markups (ohne die 670 Anführungszeichen und die über 1.000 Steuerzeichen "doppeltes Leerzeichen")

Der Arbeitsaufwand für ein Korrektorat eines in LaTex geschriebenen Buches ist deutlich erhöht. Allein die Dokumentation gegenüber dem Auftraggeber, wo durch das Korrektorat Veränderungen im Text vorgenommen wurden, ist eine Geschichte für sich.

So etwas korrekturzulesen tut einfach weh:

Weiterhin gilt bei diesen Dingen;\medskip

\begin{compactitem}
\item Fakten sind vor allem dann zu berücksichtigen,
\item wenn sie - wie allgemein üblich in dem Job -
\item von zwei Quellen unabhängig voneinander
\item bestätigt werden.
\end{compactitem}\vspace{-5pt}
\begin{table}[th]
\caption{Einsatz und WiIIen}
\end{table}

Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Re:

von Bardioc (11.01.2016, 12:20)
Siegfried hat geschrieben:
Bardioc hat geschrieben:
Der Quelltext enthält den gesamten Markup, was für Korrektoren, die LaTeX nicht beherrschen, etwas gewöhnungsbedürftig sein könnte, je nachdem, wieviel Markup der Quelltext enthält.


Sachbuch.
Gerade durchgezählt: 105 Seiten mit 761 Markups (ohne die 670 Anführungszeichen und die über 1.000 Steuerzeichen "doppeltes Leerzeichen")

Es gibt kein Steuerzeichen ''doppeltes Leerzeichen'', siehe oben. Du mußt da was mißverstanden haben.

Markup ist ein Kollektivnomen, ich würde nicht von ''Markups'' sprechen.

Der Arbeitsaufwand für ein Korrektorat eines in LaTex geschriebenen Buches ist deutlich erhöht. Allein die Dokumentation gegenüber dem Auftraggeber, wo durch das Korrektorat Veränderungen im Text vorgenommen wurden, ist eine Geschichte für sich.

Das kommt sicher darauf an, mit welchem Programm man vertrauter ist. Wenn man sich erst einmal den Markup für die Korrektur erarbeitet hat, kann man die entsprechenden Konstrukte (Befehle und Umgebungen) aus einer parallel dazu geöffneten Datei bei Bedarf in das zu korrigierende File übernehmen. Oder man kopiert sich in einem ersten Durchlauf an die Stellen, die einer Korrektur bedürfen die entsprechenden Konstruktionen rein. Oder man kopiert die leeren Strukturen immer weiter, bevor man die Fehler korrigiert. Das dürfte in etwa den gleichen Aufwand bedeuten wie wenn ich fehlerhafte Stellen erst markieren und dann mit einer anderen Farbe versehen muß.

So etwas korrekturzulesen tut einfach weh:

Weiterhin gilt bei diesen Dingen;\medskip

\begin{compactitem}
\item Fakten sind vor allem dann zu berücksichtigen,
\item wenn sie - wie allgemein üblich in dem Job -
\item von zwei Quellen unabhängig voneinander
\item bestätigt werden.
\end{compactitem}\vspace{-5pt}
\begin{table}[th]
\caption{Einsatz und WiIIen}
\end{table}



LaTeX ist eine Dokumentbeschreibungssprache, und wie in jeder Sprache gibt es verschiedene Stile, sich auszudrücken. Das hängt von der persönliche Fertigkeit im Umgang mit der jeweiligen Sprache ab.

LaTeX-Quelltexte sind Quelltexte, und diese sollten besser nicht in Proportionalschrift gesetzt werden:

Code: Alles auswählen

Weiterhin gilt bei diesen Dingen;\medskip

\begin{compactitem}
\item Fakten sind vor allem dann zu berücksichtigen,
\item wenn sie - wie allgemein üblich in dem Job -
\item von zwei Quellen  unabhängig  voneinander
\item bestätigt werden.
\end{compactitem}\vspace{-5pt}
\begin{table}[th]
\caption{Einsatz und WiIIen}
\end{table}


Eine weitere Verbesserung ergibt sich durch folgende Veränderungen, die sich nicht im fertigen Dokument auswirken:

Code: Alles auswählen

Weiterhin gilt bei diesen Dingen;
\medskip

\begin{compactitem}
\item
 Fakten sind vor allem dann zu berücksichtigen,
\item
  wenn sie - wie allgemein üblich in dem Job -
\item
 von zwei Quellen  unabhängig  voneinander
\item
 bestätigt werden.
\end{compactitem}
%
\vspace{-5pt}
%
\begin{table}[th]
\caption{Einsatz und WiIIen}
\end{table}


Das \medskip erscheint mir an dieser Stelle etwas unmotiviert. Ich weiß jetzt nicht, was die compactitem-Umgebung genau macht, habe noch nie was davon gehört. Dann wird eine leere Tabelle unter die Liste gezogen, aber mit Unterschrift. Das ist schon ziemlich merkwürdig.

Man kann natürlich immer ungewöhnliche Beispiele verwenden, um zu zeigen, wie ''seltsam'' eine Sache angeblich ist. Würde man eine itemize- oder enumerate-Umgebung verwenden, würde von der Umgebung automatisch ein passender Abstand zum vorangehenden und folgenden Abstand erzeugt werden. Und für einen Satz, der den Zweck der Liste erklärt, brauche ich nicht eine table-Umgebung zu mißbrauchen:

Code: Alles auswählen

Weiterhin gilt bei diesen Dingen;
\begin{itemize}
\item
 Fakten sind vor allem dann zu berücksichtigen,
\item
  wenn sie - wie allgemein üblich in dem Job -
\item
 von zwei Quellen  unabhängig  voneinander
\item
 bestätigt werden.
\end{itemize}

~~~ aus: Einsatz und WiIIen, Erkenntnisse eines Jobbers
Zuletzt geändert von Bardioc am 11.01.2016, 13:49, insgesamt 4-mal geändert.

Bardioc
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Re:

von Bardioc (11.01.2016, 13:02)
IRM hat geschrieben:
Danke für die Wortmeldungen auch wenn ich eigentlich nicht die Word vs. LaTeX Diskussion eröffnen wollte.
Aber genau der letzte von Siegfried angesprochene Punkt ist mein Problem. Das eigentliche Buch steht und wurde von mir in Word geschrieben. In Word einfach deshalb, da es fast jeder hat, Korrekturen können also leicht vorgenommen werden und mich unterstützt es mit einer brauchbaren Rechtschreibprüfung. Nun überlege ich mir die endgültige Formatierung in LaTeX zu machen.

Wer Word hat, sollte auch den Windows-Editor haben, der sich gut zur Erstellung von LaTeX-Quelltexten eignet. Weiß nicht, ob der eine Rechtschreibprüfung hat, ist aber anzunehmen. Ich persönlich benutze keine Rechtschreibprüfung.

1. das Ebook kann ich nicht direkt aus LaTeX erstellen, ich würde also das Word Dokument dafür hernehmen

Ich habe auf Xinxii mehrere E-Books, die mit LaTeX generiert wurden, veröffentlicht. Wo ist das Problem?

Es gibt pdflatex (in MiKTeX enthalten), mit dem man aus einem LaTeX-Quelltext ein PDF erzeugen kann. PDF ist ein E-Book-Format. Soll es das ePub-Format sein, so gibt es Programme, die PDFs in dieses Format konvertieren können, z. B. Finereader. Ich habe Finereader benutzt, um die PDFs einiger meiner in Xinxii angebotenen E-Books auch in ePub anbieten zu können, z. B. http://www.xinxii.com/mentors-and-students-p-340426.html. Ich weiß allerdings nicht, wie gut die Qualität der Konversion ist, da ich keinen e-Reader habe. Ich würde neben dem ePub immer auch ein E-Book in PDF anbieten.

2. dann muss ich aber für zukünftige Auflagen Änderungen immer in das LaTeX Dokument einpflegen und in das Word Dokument (für das ebook) das wäre also doppelte Arbeit. Auch wenn ich einem Co-Author bitte Kapitel umzuschreiben muss ich es dann in LateX einpflegen.

Es kommt doch nur auf den Text an, oder?

Ich kann mir daher LaTeX nur vorstellen wenn ich immer in dem Format bleiben kann. Dazu brauche ich aber einen vernünftigen EPUB export...

Im Zweifelsfall mußt Du halt über PDFs gehen. Da der ePub-Export aber nur einmal am Ende des Veröffentlichungsprozesses notwendig ist, dürfte das keine unzumutbare Mehrbelastung sein. Google mal ''software pdf to epub converter''. Da gibt es ein großes Angebot.
Zuletzt geändert von Bardioc am 11.01.2016, 14:02, insgesamt 1-mal geändert.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (11.01.2016, 13:52)
Heute habe ich nur wenig Zeit und kann mir nicht alle bisher dazugekommenen Kommentare komplett durchlesen. Nur kurz Antworten zu zwei Fragen:

@Siegfried
Die Bücher, die in meinem Bekanntenkreis in LaTeX geschrieben werden, gehen in Papierform durchs Korrektorat und Lektorat. Ich musste mich erst einmal in die dort üblichen Kürzel einarbeiten, bevor ich alle gewünschten Änderungen ins Manuskript einarbeiten konnte. Ob die Papierform generell vom Fachbuchverlag gewünscht oder eine Behelfslösung für solche Manuskripte ist, weiß ich allerdings nicht. Einige ältere Verlage arbeiten aber tatsächlich noch mit Papier, habe ich in anderem Zusammenhang gehört.

@IRM
Meines Wissens kann man mit TeX4ebook aus einem in LaTeX geschriebenen Manuskript ein E-Book erzeugen. Ausprobiert habe ich es noch nicht. Auf die Schnelle suchte ich dir diesen Link heraus:
https://github.com/michal-h21/tex4ebook
Vielleicht gibt es aber auch noch andere Möglichkeiten.


Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (11.01.2016, 16:51)
Monika K. hat geschrieben:
@Siegfried
Die Bücher, die in meinem Bekanntenkreis in LaTeX geschrieben werden, gehen in Papierform durchs Korrektorat und Lektorat. Ich musste mich erst einmal in die dort üblichen Kürzel einarbeiten, bevor ich alle gewünschten Änderungen ins Manuskript einarbeiten konnte. Ob die Papierform generell vom Fachbuchverlag gewünscht oder eine Behelfslösung für solche Manuskripte ist, weiß ich allerdings nicht. Einige ältere Verlage arbeiten aber tatsächlich noch mit Papier, habe ich in anderem Zusammenhang gehört.


Danke für den Hinweis auf das Korrektorat in Papierform.

Das Problem in dem mir vorliegenden Fall ist, dass der Kunde eine korrigierte Textdatei erwartet, die er dann selbst in das entsprechende Buchformat umwandeln kann. Bisher habe ich meine Korrektorate immer so gestaltet, dass der Kunde einmal eine Datei bekommt, in der er sämtliche Änderungen durch mich nachvollziehen kann, andererseits eine Datei bekommt, in der alle Korrekturren bereits umgesetzt wurden. So hat der Kunde die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, mit welchen Korrekturen er einverstanden ist oder nicht, oder er kann die zweite Datei benutzen, um daraus sofort das Buch-Layout anzugehen.

Diese Möglichkeiten fehlen mir bei LaTex. Und nur, weil ich ein oder zwei Manuskripte pro Jahr in LaTex zur Korrektur vorgelegt bekomme, will ich mich nicht in ein neues System einarbeiten (das ich - zugegebenermaßen - für anachronistisch halte. Mich erinnert es zu sehr an native HTML-Programmierung - und die ist seit den diversen CRM-Systemen "out of fashion").

@Bardioc
Wenn ein doppeltes Leerzeichen in LaTex keine Bedeutung hat, warum enthält der Text so viele davon? In einem Word- oder Plain Text-Dokument würde ich diese doppelten Leerzeichen mit einem einfachen Makro entfernen - was ich mich in LaTex nicht traue. Gleiches gilt z. B. auch für eine falsche Positionierung von Satzzeichen (zwischen Wortende und Satzzeichen steht ein fehlerhaftes Leerzeichen - Makro starten, fertig). Ebenso würde ich die - vermeintlich falschen - Anführungszeichen ...

Er sagte: "`Der Nachbar fährt weg."'

... austauschen. In Wahrheit ist das aber Teil eines Packages und darf nicht angefasst werden. Es ist so etwas von aufwändig, ein LaTex-Dokument zu korrigieren, dass es mich schüttelt. Interessant übrigens, dass Korrektoratbüros LaTex-Dokumente z. B. nach Word konvertieren und erst dann das Korrektorat durchführen:

https://studi-lektor.de/lektorat/latex-lektorat.html

Nachtrag:
ebooks aus PDF? Funktioniert denn da die dynamische Seitengestaltung im ebook-Reader? Kann aus einem PDF eine ebook-Datei mit wahlfreiem Zeilenumbruch gestaltet werden, je nach Anzeigegröße im ebook-Reader?
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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IRM
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Re:

von IRM (11.01.2016, 17:53)
Nochmal mein Ziel nur ein Quelldokument zu pflegen und daraus auf "Knopfdruck" ein Buch (pdf) oder ein ebook (epub) zu generieren. PDF aus LaTeX ist ja heutzutage völlig üblich nur leider funktioniert PDF zu epub so gut wie nicht. Was man so liest machen es viele über den Zwischenschritt HTML. Also LaTeX zu HTML und dann zu epub. So richtig problemlos ist das wohl auch nicht.
Da ich ein Fachbuch schreibe. , plane ich regelmäßige Aktualisierungen die dann für beide Medien möglichst einfach sein sollen. Ich habe ja auch noch die Hoffnung, dass ein großer Verlag mein Buch rausbringen will ☺die würden war schein Licht lieber eine Word Datei nehmen als ein LaTeX txt File

Bardioc
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Re:

von Bardioc (11.01.2016, 17:58)
Siegfried hat geschrieben:

Das Problem in dem mir vorliegenden Fall ist, dass der Kunde eine korrigierte Textdatei erwartet, die er dann selbst in das entsprechende Buchformat umwandeln kann. Bisher habe ich meine Korrektorate immer so gestaltet, dass der Kunde einmal eine Datei bekommt, in der er sämtliche Änderungen durch mich nachvollziehen kann, andererseits eine Datei bekommt, in der alle Korrekturren bereits umgesetzt wurden. So hat der Kunde die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, mit welchen Korrekturen er einverstanden ist oder nicht, oder er kann die zweite Datei benutzen, um daraus sofort das Buch-Layout anzugehen.

Diese Möglichkeiten fehlen mir bei LaTex. Und nur, weil ich ein oder zwei Manuskripte pro Jahr in LaTex zur Korrektur vorgelegt bekomme, will ich mich nicht in ein neues System einarbeiten (das ich - zugegebenermaßen - für anachronistisch halte. Mich erinnert es zu sehr an native HTML-Programmierung - und die ist seit den diversen CRM-Systemen "out of fashion").

Wenn man seinen Markup für die Korrektur geschickt definiert, wäre das eine der Quelltext und das andere die daraus generierte DVI- oder PDF-Datei.

@Bardioc
Wenn ein doppeltes Leerzeichen in LaTex keine Bedeutung hat, warum enthält der Text so viele davon? In einem Word- oder Plain Text-Dokument würde ich diese doppelten Leerzeichen mit einem einfachen Makro entfernen - was ich mich in LaTex nicht traue.

Wie bereits erwähnt ist nur das erste Leerzeichen nach einem Wort signifikant, d. h. es wird gesetzt, alle nachfolgenden bis zum nächsten Wort werden ignoriert. Ähnliches gilt sinngemäß für die Leerzeile. Oder meinst Du die Tilde, mit der man ein Leerzeichen immer erzwingen kann? Da ich den Dir überlassenen Quelltext nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, um was es hier wirklich geht.


Gleiches gilt z. B. auch für eine falsche Positionierung von Satzzeichen (zwischen Wortende und Satzzeichen steht ein fehlerhaftes Leerzeichen - Makro starten, fertig). Ebenso würde ich die - vermeintlich falschen - Anführungszeichen ...

Er sagte: "`Der Nachbar fährt weg."'

... austauschen. In Wahrheit ist das aber Teil eines Packages und darf nicht angefasst werden. Es ist so etwas von aufwändig, ein LaTex-Dokument zu korrigieren, dass es mich schüttelt.


Ein in LaTeX verfaßtes Dokument ist ein Quelltext. Neben dem normalen Text gibt es auch Textteile, die eine ''Funktion'' für die Seitengestaltung haben. Wenn man das Package ''german'' oder ''ngerman'' eingebunden hat, hat das Gänsefüßchen die Funktion eines Steuerzeichens, und das nachfolgende Zeichen bezeichnet die spezifische Funktion, z. B. definiert "| eine Trennmöglichkeit. Welche Möglichkeiten es gibt, steht in der Dokumentation zum Package ''german''. Dieses Package kann man sich hier runterladen. Im Beispiel werden auf diese Weise schlicht die üblichen Gänsefüßchen erzeugt. (Es gibt auch andere Möglichkeiten dafür, die aber noch aufwendiger sind: \glqq und \grqq). Letztlich brauchst Du nur zu wissen, daß die Sequenz Gänsefüßchen und Sonderzeichen kein Tippfehler ist, sondern eine Steuersequenz. Das ist nichts, wovor man sich fürchten müßte. Auch Word nutzt Steuerzeichen, nur werden die nicht angezeigt.

Manche Leute haben sich die Unart angewöhnt, zwischen Wortende und Satzzeichen ein unnötiges Leerzeichen einzufügen, manchmal auch nur vor einem Ausrufe- oder Fragezeichen. Dies sind daher keine Tippfehler. Ich würde das nicht korrigieren, aber den Autor darauf hinweisen, daß das falsch ist, was aber schwierig sein dürfte. Im Französischen gibt es vor Ausrufe- und Fragezeichen ein Leerzeichen, warum auch immer. Notfalls kann man diese Leerzeichen auch mit Suchen und Ersetzen im gesamten Text entfernen.

Interessant übrigens, dass Korrektoratbüros LaTex-Dokumente z. B. nach Word konvertieren und erst dann das Korrektorat durchführen:

https://studi-lektor.de/lektorat/latex-lektorat.html

Nun ja, es gibt eben auch Ignoranten oder Leute, die es sich unnötig schwer machen, weil sie sich nicht für Neues und Besseres interessieren. Aber auf die katastrophale neue ''Rechtschreibung'' konnten sie umlernen. Oder wird nur deshalb nach Word konvertiert, weil sie die neue RS selbst nicht beherrschen und nur die Rechtschreibkorrektur von Word nutzen wollen?

Nachtrag:
ebooks aus PDF? Funktioniert denn da die dynamische Seitengestaltung im ebook-Reader? Kann aus einem PDF eine ebook-Datei mit wahlfreiem Zeilenumbruch gestaltet werden, je nach Anzeigegröße im ebook-Reader?

PDFs sind natürlich nicht für den e-Reeder bestimmt. Es ist aber möglich, von einem gegebenen PDF ein Dokument im e-Pub-Format zu erzeugen, das dann natürlich eine dynamische Seitengestaltung aufweist.

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