Bild- und Zitatrechte

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


rockatansky
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Bild- und Zitatrechte

von rockatansky (24.01.2016, 12:47)
Hallo allerseits,

ich bin neu hier und dieses ist mein erster Beitrag... und dann falle ich gleich mit der Tür ins Haus mit meiner Frage.... Aber vielleicht kann mir ja jemand bei meinem Problem helfen :wink: Wäre schön....

Also, ich bin gerade dabei, ein Buch einen meine Lieblingsfigur in einer Serie zu schreiben. Die Serie ist eine fortlaufende Geschichte über mehrere Staffeln, hat also keine abgeschlossene Handlung je Staffel. Ich benötige für dieses Buch sowohl Screenshots als auch Wortzitate.

Nach allem, was ich bisher so über Bildrechte gefunden habe, konnte ich in Erfahrung bringen - und ich hoffe, dass ich da nicht falsch liege -, dass man ein Bild nur UNTERSTÜTZEND verwenden darf. Das heißt, dass das, was ich im Text schreibe, das Bild widergeben muss. Beispiel: Wenn ich schreibe, dass XY abends am Lagerfeuer sitzt und ich diese Szene bildlich beschreiben möchte, dann muss ich auch genau das Bild (unter Angabe der Quelle versteht sich) nehmen, wo man XY am Lagerfeuer sitzen sieht und nicht irgendein anderes x-beliebiges Bild dieser Person. Oder wenn ich jetzt eine besondere Mimik beschreiben möchte, dass jemand böse guckt, dann muss auch genau dieser Gescihtsausdruck durch das Bild festgehalten werden. Man darf Bilder nicht verwenden, nur weil sie schön aussehen oder weil man sich durch deren Nutzung Schreiberei ersparen möchte. Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden.

Kann ich das so stehen lassen oder liege ich damit falsch? Für eine Antwort wäre ich wirklich dankbar.

rockatansky

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Siegfried
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Re: Bild- und Zitatrechte

von Siegfried (24.01.2016, 14:07)
rockatansky hat geschrieben:
Hallo allerseits,

Hi!
rockatansky hat geschrieben:
Nach allem, was ich bisher so über Bildrechte gefunden habe, konnte ich in Erfahrung bringen - und ich hoffe, dass ich da nicht falsch liege -, dass man ein Bild nur UNTERSTÜTZEND verwenden darf.

Interessante Aussage. Woher hast du die?
rockatansky hat geschrieben:
Das heißt, dass das, was ich im Text schreibe, das Bild widergeben muss. Beispiel: Wenn ich schreibe, dass XY abends am Lagerfeuer sitzt und ich diese Szene bildlich beschreiben möchte, dann muss ich auch genau das Bild (unter Angabe der Quelle versteht sich) nehmen, wo man XY am Lagerfeuer sitzen sieht und nicht irgendein anderes x-beliebiges Bild dieser Person. Oder wenn ich jetzt eine besondere Mimik beschreiben möchte, dass jemand böse guckt, dann muss auch genau dieser Gescihtsausdruck durch das Bild festgehalten werden. Man darf Bilder nicht verwenden, nur weil sie schön aussehen oder weil man sich durch deren Nutzung Schreiberei ersparen möchte. Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden.


Grundsätzlich gilt:
Was andere geschaffen haben, darf man ohne deren Genehmigung nicht benutzen (Ausnahme: Der Rechteinhaber gibt seine Produkte - Bilder, Texte, Musik - generell zur Nutzung durch Dritte frei. Dies wird häufig als Veröffentlichung nach den Regeln der "Creative Commons"-Bestimmungen gekennzeichnet).

Das Zitatrecht - also die Benutzung fremder Produkte im eigenen Werk - wird im Urheberrecht unter § 51 UrhG geregelt:
UrhG hat geschrieben:
§ 51 Zitate
Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn

1. einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden,

2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden,

3. einzelne Stellen eines erschienenen Werkes der Musik in einem selbständigen Werk der Musik angeführt werden.


Bei Bildern ist das Zitatrecht sehr schwer festzulegen. Allgemein dürfen Bilder dann zitiert, also im eigenen Werk benutzt werden, wenn das eigene Werk sich direkt mit dem Bild befasst.

Du willst das Bild als Ganzes nutzen. In deinem Buch bezieht sich der Text aber nicht auf das Bild, sondern das Bild soll deinen Text erläutern. Das übersteigt eindeutig das Zitatrechte und geht ohne entsprechende Erlaubnis des Rechte-Inhabers nicht.

Das Urheberrecht erlischt bekanntlich 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Das bedeutet, Bilder von Künstlern, die vor dem 01.01.1946 verstorben sind, sind rechtefrei. Allerdings ist jetzt wieder die Quelle der Abbildung ausschlaggebend. Nutzt man z. B. ein Gemälde von Cranach (+1553), so ist das Gemälde rechtefrei, nicht aber die Abbildung in einem Bildband (Urheberrecht des Fotografen). Man müsste also das Bild selbst abfotografieren. Hier wiederum greifen Rechte des Museums, ob man das Bild überhaupt für kommerzielle Zwecke fotografieren darf.

Mein Ratschlag: Finger weg, wenn keine schriftliche Erlaubnis vorliegt!


(Dies ist keine Rechtsberatung, sondern nur ein Hinweis auf bestimmte Belange im Rahmen einer Buchveröffentlichung)
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Sir Adrian Fish
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Re: Bild- und Zitatrechte

von Sir Adrian Fish (24.01.2016, 17:38)
Siegfried hat geschrieben:
Man müsste also das Bild selbst abfotografieren. Hier wiederum greifen Rechte des Museums, ob man das Bild überhaupt für kommerzielle Zwecke fotografieren darf.

Wenn ich den TS richtig verstanden habe, will dieser letztendlich genau das machen, ScreenShots von Filmszenen machen, was ja nichts anderes ist.

De facto müsste rockatansky dann im ersten Schritt mal Kontakt zum Filmvertrieb bzw. -verleih bzw. einer der aktuell rechteverwertenden Fernsehsender aufnehmen.

rockatansky
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Re:

von rockatansky (24.01.2016, 18:36)
Vielen Dank für die schnellen Antworten. :D

ich habe den u.a. Text von folgender Seite:

http://rechtsanwalt-schwenke.de/wann-is ... heckliste/

Meine Interpretation dieser Aussage ist eben, dass ich eine Szene beschreibe und die Szene ohne Bild stehen kann. Ein Bild oder Screenshot würde in diesem Fall lediglich eine unterstützende Funktion erfüllen.
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Franz Hose
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Re:

von Franz Hose (24.01.2016, 18:38)
Vielleicht von Interesse: https://de.wikipedia.org/wiki/Bildzitat

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (24.01.2016, 19:08)
rockatansky hat geschrieben:
Vielen Dank für die schnellen Antworten. :D

ich habe den u.a. Text von folgender Seite:

http://rechtsanwalt-schwenke.de/wann-is ... heckliste/

Meine Interpretation dieser Aussage ist eben, dass ich eine Szene beschreibe und die Szene ohne Bild stehen kann. Ein Bild oder Screenshot würde in diesem Fall lediglich eine unterstützende Funktion erfüllen.


Wenn ich dich richtig verstehe, dann möchtest du einen Roman schreiben. Die von dir zitierte Aussage auf der Seite rechtsanwalt-schwenke.de bezieht sich aber auf wissenschaftliche Werke und nicht auf Belletristik. Du hast sie aus dem Zusammenhang gerissen. Deine Interpretation ist daher also falsch. Du kannst die Bilder unter diesen Voraussetzungen nur in einem Fachbuch verwenden, aber nicht in der Belletristik. Ich zitiere mal einen Absatz von der Seite, der dem von dir zitierten Aussage vorausgeht, damit du siehst, was ich meine:
-------
"Schon anhand des Gesetzes kann man erkennen, dass ein Bild als ganzes „Werk“ grundsätzlich nur für wissenschaftliche Werke zugelassen ist (so genanntes „Großzitat“)." (Quelle: rechtsanwalt-schwenke.de)
-------

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

rockatansky
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Re:

von rockatansky (24.01.2016, 19:23)
Ich hatte diesbezüglich auch schon mal angedacht, mir Rat durch einen Rechtsanwalt zu holen aber solch eine Beratung ist sicher nicht unbedingt günstig, denke ich. Sollte ich denn am Ende das Buch wirklich veröffentlichen können - geplant ist es als e-book über amazon - weiß hier jemand, ob amazon dieses vorher rechtlich prüft, ob man es so veröffentlichen darf oder ob die einfach ungefiltert alles einstellen lassen?

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (24.01.2016, 19:32)
Eine Urheberrechtsverletzung kann aber auch ganz schön teuer werden - nicht nur zivilrechtlich, sondern auch strafrechtlich. Da ist es etwas kurzsichtig, vor einer Rechtsberatung aus Kostengründen zurückzuschrecken. Wenn du eine Art "Buch zum Film" schreiben möchtest, brauchst du meiner Meinung nach auf jeden Fall die Erlaubnis der Rechteinhaber. Es gibt Websites für Fanfiction, die von den Autoren der Serien stillschweigend geduldet werden, weil sie kostenlos und ohne Gewinnabsicht Werbung für die Serie machen. Aber das ist kein Freibrief für uns Autoren, mit der Zweitverwertung einer Serie Geld zu verdienen. Da würde ich mich an deiner Stelle zumindest beraten lassen oder das Projekt gleich ganz aufgeben, was die billigste Variante wäre. Nur meine persönliche Meinung.

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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ohnoitsroger
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Re:

von ohnoitsroger (10.03.2016, 12:51)
Warum lässt du die Bilder nicht einfach ganz weck, wenn du nur einen Charakter aus einer Serie/Film in deinem Buch hast, sollte das ja kein Problem sein, du kannst dir auch die Bilder die du dir vorstellst von jemanden zeichnen lassen (Freunde, Firma,...)
Dann solltest du keine Rechtsprobleme haben, ausser du schreibst natürlich direkt hinein von welcher serie es kommt ect.

Und klau auf alle Fälle keine Storylines aus der Serie, damit es dei Projekt wird, Namen kommen ja öfters vor...

Vielleicht ist das alles nur plötzin was ich jetzt gesagt habe aber so klingts für mich realistisch...

PS: Ich schreibe auch an einer Fanfiction Story von einem meiner Lieblingsfilme, bin aber zum entschluss gekommen das es alles überarbeitet wird und am ende nichts mehr damit zu tun hat. (Die Story ist zu gut, damit sie auf meinem Laptop verstaubt)
Grüße Renee

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