Protestwähler

Präsentiert euren Gedichtband oder eure Liedersammlung.


Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3175
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Protestwähler

von Monika K. (09.03.2016, 21:11)
Protestwähler

Die Politik ist eine Qual.
Oh, ihr Parteien könnt mich mal!
Auf die Regierung ich nur fluche
und mir nun eine andre suche.

Dabei les ich kein Manifest.
Ab jetzt wähl ich nur aus Protest.
Aus Zeitmangel ich auch nicht kann
studieren ein Parteiprogramm.

Viel lieber höre ich da mir
Horsts Meinung an bei einem Bier.
Denn er kennt sich ja bestens aus.
Was er nicht weiß, das weiß der Klaus.

Ich wähle lieber eine Meute,
denn die denkt auch an kleine Leute.
Was ich euch schon seit Jahren sag:
Wählt keine aus dem Bundestag!

Und sollte einmal angenommen
mein Favorit zu Ämtern kommen,
so macht das nichts. Beim nächsten Mal
treff ich dann eine andre Wahl.

(Aus meinem Buch "Die Fratze mit Hut dichtet dich dicht – Satirische Gedichte")
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Nicolas Fayé
Beiträge: 1480
Registriert: 15.11.2009, 15:56
Wohnort: Aix-la-Chapelle

Re:

von Nicolas Fayé (10.03.2016, 06:53)
Sehr zeitnah dieses Gedicht. Nur ob man beim nächsten Mal dann noch die Wahl hat, eine andere Wahl zu treffen? cool5
Viele Grüße von Nicolas

Geduld ist eine Tugend
http://www.romanzeit.de
---------------------------------------------------

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3175
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (10.03.2016, 09:09)
Wenn man gewöhnt ist, nur von der Wand bis zur Tapete zu denken, kann einem das egal sein. Im Zweifelsfall erklären Horst und Klaus, was zu tun ist. angle:
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Anke Höhl-Kayser
Beiträge: 4950
Registriert: 18.04.2010, 00:08
Wohnort: Wuppertal

Re:

von Anke Höhl-Kayser (10.03.2016, 10:23)
Wie gut, dass es Vollhorste und Santa Clause gibt, die man fragen kann, sonst müsste man ja am Ende noch das eigene Gehirn bemühen. Nicht auszudenken! :shock:: cheezygrin

Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst (sagte schon Schiller).
Wie schön, wenn man wie hier beides verknüpft findet, sodass man über traurige Dinge herzlich lachen kann. thumbbup

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3175
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (10.03.2016, 15:21)
Anke Höhl-Kayser hat geschrieben:
Wie gut, dass es Vollhorste und Santa Clause gibt,

"Santa Claus" trifft es sehr gut. thumbbup Spricht doch so mancher Stammtisch-Klaus sich und seine Meinung heilig. cheezygrin
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Arno Abendschön
Beiträge: 784
Registriert: 31.10.2007, 10:23
Wohnort: Berlin

Re:

von Arno Abendschön (04.04.2016, 22:18)
Monika, eigentlich wollte ich den Mantel des Schweigens hier nicht lüpfen. Wenn ich es jetzt doch tue, dann wegen des inneren Zusammenhangs mit der anderen Diskussion ("Schaffensfreude"). Dein Text ist die beste Illustration für Stegemanns These von den "Gewinnern" und wie sie ticken.

Die in Rede stehenden Protestwähler kennst du gar nicht, ihre Motive sind dir zutiefst gleichgültig. Das Gedicht ist angelegt wie eine Voodoo-Puppe, die man sich anfertigt, um hineinzustechen. Die Magie wirkt tatsächlich - auf den, der den faulen Zauber ausübt.

Zum Technischen: Keine Bange, Tucholsky wird sich nicht im Grabe umdrehen. Spätestens wenn er es holpern hört "Aus Zeitmangel ich auch nicht kann / studieren ein Parteiprogramm", sinkt er ermattet zurück und murmelt vielleicht: Sie kann et nich, sie kann et nich ...

Wenn die anderen Sachen in deinem Buch ebenso beschaffen sind, dann Gute Nacht.


Arno Abendschön
Gegen Gleichmacherei - nein zur Ehe für alle!

Weitere Werke als eBooks unter http://www.bookrix.de/-arno.abendschoen gratis lesen und herunterladen!

hugo-wolff
Beiträge: 290
Registriert: 20.11.2012, 15:30

Re:

von hugo-wolff (05.04.2016, 00:28)
Arno Abendschön schrieb:

"Monika, eigentlich wollte ich den Mantel des Schweigens hier nicht lüpfen."

Das wäre auch besser gewesen. So beweist es nur, daß Du einen riesigen Nachholbedarf in Sachen Satire hast.

Hugo

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5477
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (05.04.2016, 08:09)
Arno,

ich frage mich wirklich ernsthaft, was mit Dir passiert ist, dass Du Dich gegenüber früher um 180° gedreht hast.

Mittlerweile benutzt – ja, missbrauchst! – Du literarische Gründe, um anderen Menschen den Mund zu verbieten – sei es bei eigenen Machwerken, sei es in der Betrachtung anderer Veröffentlichungen.

Vielleicht (wahrscheinlich?) tut Dir eine große, weltoffene Stadt nicht gut …

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3175
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (05.04.2016, 08:19)
Ich sehe das eigentlich sehr locker. Manche zählen zur Zielgruppe und andere eben nicht.

Gruß,
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Arno Abendschön
Beiträge: 784
Registriert: 31.10.2007, 10:23
Wohnort: Berlin

Re:

von Arno Abendschön (05.04.2016, 11:27)
Matthias, wenn du meinen Standpunkt ernsthaft untersuchen würdest, könntest du feststellen, dass ich ihn eben nicht geändert habe. Ich bin geblieben, was ich war: kulturell sozialdemokratisch geprägt, politisch links von der Mitte stehend. Personen, mit denen ich mich identifizieren kann: Intellektuelle wie Stegemann, Politiker wie Lafontaine.

Auf der anderen Seite z.B. Gysi, der jetzt schon für Koalitionen mit der CDU plädiert. Er meint wohl: Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Blockparteien. Wohin das führt, ist absehbar.

Wo habe ich denn hier irgendeinem den Mund verbieten wollen? Ist mir doch nur recht, wenn sie wie Monika oder die famose Verseschmiedin so prächtige Beispiele liefern.

Arno Abendschön
Gegen Gleichmacherei - nein zur Ehe für alle!

Weitere Werke als eBooks unter http://www.bookrix.de/-arno.abendschoen gratis lesen und herunterladen!

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3175
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re:

von Monika K. (05.04.2016, 12:30)
Tja, dann gebe ich den Thread mal notgedrungen für themenfremde Diskussionen frei, damit niemand beim Antworten ein schlechtes Gewissen haben muss. Zum Gedicht selbst ist inzwischen anscheinend alles gesagt. Der Thread ist ja auch schon etwas älter.
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Haifischfrau
Beiträge: 3844
Registriert: 04.02.2008, 15:07

Re:

von Haifischfrau (06.04.2016, 05:08)
Da Monika den Thread "freigegeben" hat ...

Arno, ebenso wie Matthias bin ich ja schon eine ganze Weile hier unterwegs, und ebenso wie er frage ich mich, was mit dir los ist, was aus dir geworden ist. Entweder hat jemand dein Profil gekapert, oder etwas Mysteriöses hat sich deiner Hirnwindungen bemächtigt.

Irritiert! Maryanne
NEU: Die Baumwollfarmerin. Roman

Arno Abendschön
Beiträge: 784
Registriert: 31.10.2007, 10:23
Wohnort: Berlin

Re:

von Arno Abendschön (06.04.2016, 10:14)
Maryanne, auf die Vorhaltung habe ich schon gegenüber Matthias geantwortet. Es steht also Behauptung gegen Behauptung. Ich habe mich prinzipiell so wenig geändert wie ihr euch. Nur dass ich nicht überrascht bin ...

Nur ein Detail. Im Netz kann man feststellen, dass ich mich vor Jahren vehement gegen Sarrazins Thesen verwahrt habe. Meine Haltung dazu hat sich überhaupt nicht geändert. Ich sehe allerdings seit letztem Sommer, dass die deutsche Politik alles tut, um Sarrazin nachträglich zu rechtfertigen. Also wende ich mich gegen die, die diese Politik betreiben oder unterstützen.

Mein Interesse war immer innerer, sozialer Frieden, gerade auch Integration. Wer aber angesichts der Defizite, die wir unbestreitbar schon seit längerem haben, durch offene Grenzen den arabischstämmigen Bevölkerungsanteil massiv erhöht, handelt im Hinblick auf die Zukunft des Landes absolut verantwortungslos. Was in Brüssel und Paris üble Realität ist, ist heute, nur um Nuancen besser, ebenso in Berlin, Köln und im Ruhrgebiet anzutreffen. Wie blind muss man sein, daraus keine Schlüsse ziehen zu wollen?

Arno Abendschön
Gegen Gleichmacherei - nein zur Ehe für alle!

Weitere Werke als eBooks unter http://www.bookrix.de/-arno.abendschoen gratis lesen und herunterladen!

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5477
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re:

von mtg (06.04.2016, 10:37)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Wer aber angesichts der Defizite, die wir unbestreitbar schon seit längerem haben, durch offene Grenzen den arabischstämmigen Bevölkerungsanteil massiv erhöht, handelt im Hinblick auf die Zukunft des Landes absolut verantwortungslos. Was in Brüssel und Paris üble Realität ist, ist heute, nur um Nuancen besser, ebenso in Berlin, Köln und im Ruhrgebiet anzutreffen. Wie blind muss man sein, daraus keine Schlüsse ziehen zu wollen?

Arno,

auch Dir unterläuft der klassische Fehler, der populistischem Gedankengut zu Grunde liegt.

1. Die Attentäter von Brüssel und Berlin waren belgische bzw. französische Staatsbürger mit – zugegeben – arabischem Migrationshintergrund. Es waren aber nicht jene, die durch »offene Grenzen« nach Europa gekommen sind.

2. Wenn ich Teile von Köln, Berlin oder dem Ruhrgebiet mit z. B. den Pariser Banlieus vergleiche, sehe ich so gut wie keine Gemeinsamkeiten. Hier verwechselst Du (bewusst? absichtlich? gewollt?) die Größe einer Bevölkerungsgruppe mit dem Risiko, das von ihr ausgeht. Hingegen sehe ich unverhohlenes Gewaltpotenzial gerade bei Teilen der deutschen Bevölkerung, was sich nicht nur durch Anzünden von Flüchtlingseinrichtungen oder verbaler Gewalt auf Demonstrationen dokumentiert.

3. Diejenigen, die derzeit nach Europa kommen, flüchten vor einem Krieg, für den nicht nur die kriegsführenden Parteien Verantwortung tragen.

4. Diejenigen, die mit Worten, Gedichten oder Taten Menschen gegeneinander auszuspielen suchen, erzeugen erst die Stimmung, die sie dann selbst weihevoll beklagen. Es sind aber nicht Stimmungsbilder gefragt, sondern Lösungen oder zumindest Ideen für selbige. Hier erlebe ich gerade bei denjenigen, die sich am lautstärksten beklagen, den geringsten Input. Ein Problem zu beklagen ist natürlich viel schöner, als es zu beseitigen. Das ist der Mist, auf dem Begriffe wie »linksgrünversifft« oder »Bahnhofsklatscher« – um nur mal diese wahllos herauszugreifen – gesät wurden und als Unkraut gedeihen.

5. Die Mär, dass Merkel die Grenzen geöffnet hätte, um alle Welt an die gedeckten Tische unseres Sozialsystems einzuladen, ist lediglich der schlechte Versuch, sich die eigene falsche Wahrnehmung schönzureden. Tatsächlich wurde damals in Absprache mit Österreich eine humanitäre Katastrophe in Ungarn vermieden, weil es tatsächlich in Europa noch einige Politiker gibt, die den europäischen Gedanken trotz nationalistischer Bestrebungen (auch in unserem Land) nicht aufgegeben haben bzw. aufgeben wollen. Dass danach und in diesem Zusammenhang nicht alles so gelaufen ist, wie es hätte sein können und auch sollen, will ich gar nicht bestreiten. Aber aus der Verwechslung von Ursache und Wirkung Konsequenzen zu ziehen, ist eine alte deutsche Krankheit …

6. Wer sich um den sozialen Frieden sorgt, sollte keinen Unfrieden stiften. In diesem Sinne würde auch mich der Fortgang der Flüchtlingsbefürchtungen in Deiner Umgebung interessieren. Wenn alles geräuschlos zugegangen ist, sollte man lieber nicht darüber sprechen, weil es die eigene Sichtweise ad absurdum führen würde. Hätte es aber Probleme gegeben, wärst Du mit Sicherheit der erste gewesen, der darüber einen Brandtext verfasst hätte.
Zuletzt geändert von mtg am 06.04.2016, 10:47, insgesamt 2-mal geändert.

Bardioc
Beiträge: 310
Registriert: 18.03.2014, 15:54

Re:

von Bardioc (06.04.2016, 10:38)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Maryanne, auf die Vorhaltung habe ich schon gegenüber Matthias geantwortet. Es steht also Behauptung gegen Behauptung. Ich habe mich prinzipiell so wenig geändert wie ihr euch. Nur dass ich nicht überrascht bin ...

Nur ein Detail. Im Netz kann man feststellen, dass ich mich vor Jahren vehement gegen Sarrazins Thesen verwahrt habe. Meine Haltung dazu hat sich überhaupt nicht geändert. Ich sehe allerdings seit letztem Sommer, dass die deutsche Politik alles tut, um Sarrazin nachträglich zu rechtfertigen. Also wende ich mich gegen die, die diese Politik betreiben oder unterstützen.

Mein Interesse war immer innerer, sozialer Frieden, gerade auch Integration. Wer aber angesichts der Defizite, die wir unbestreitbar schon seit längerem haben, durch offene Grenzen den arabischstämmigen Bevölkerungsanteil massiv erhöht, handelt im Hinblick auf die Zukunft des Landes absolut verantwortungslos. Was in Brüssel und Paris üble Realität ist, ist heute, nur um Nuancen besser, ebenso in Berlin, Köln und im Ruhrgebiet anzutreffen. Wie blind muss man sein, daraus keine Schlüsse ziehen zu wollen?

Arno Abendschön

Es sollte doch unter zivilisierten Menschen das Natürlichste auf der Welt sein, daß jemand seine Meinung modifiziert, wenn sich die Gesamtsituation ändert. Ich denke, daß wir alle der Meinung sind, daß Flüchtlinge Asyl genießen, so wie es im Grundgesetz steht. Das ist die Theorie. Die Praxis aber ist aus vielen Gründen nicht ganz so einfach, und es ist daher legitim, mehr oder weniger große Kursänderungen vorzunehmen, solange das ursprüngliche Ziel noch im Auge behalten wird. Dabei geht es weniger darum, welcher Bevölkerungsanteil erhöht wird, sondern darum, warum das geschieht und welche Konsequenzen das haben könnte. Weiterhin sollte bedacht werden, daß alle (wahren) Flüchtlinge letztlich Vertriebene sind, die nichts lieber wollen als in ihre Heimat zurückzukehren, an die Gräber ihrer Ahnen, und ihr Land wieder aufbauen. Niemand ist gerne der Bauer in einem Schachspiel, der von den Mächtigen nach Belieben verschoben werden kann. Leider wird heute der Versuch, durch Anwendung gesunden Menschenverstands hinter die Kulissen zu schauen, sofort als ''Verschwörungstheorie'' zurückgewiesen. Unter diesen Umständen kann man als Bürger natürlich keine fundierte Meinung haben und damit auch keine Position beziehen, sondern muß das aktuelle Geschehen immer als ''zufällig'' ansehen. In der Politik aber geschieht nichts zufällig.

Franklin D. Roosevelt (1882-1945) hat geschrieben:
In der Politik geschieht geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf dieser Weise geplant war.


http://dfg-vk-bonn-rhein-sieg.de/

Zurück zu „Buchvorstellung: Lyrik“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.