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mtg
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Re:

von mtg (06.04.2016, 00:00)
Lieber Arno,

mal ganz im Vertrauen – so unter uns. Natürlich hast Du Dich verändert. Für Dich vielleicht zum Guten – für andere zum Schlechten. Im letzteren Falle ist es sehr deutlich daran zu merken, dass Du Zustimmung zu Deinen Texten goutierst, aber Kritik nicht zulässt. Damit kommst Du aber nicht durch. Denn es gibt entgegen Deiner Vorstellung hier im Forum auch Menschen mit einer eigenen – und sogar fundierten – Meinung, selbst wenn sie Deiner nicht entspricht.

Du warst einmal ein guter Beobachter, dessen Texte ich gerne gelesen habe. Mittlerweile bist Du leider jemand geworden, der andere Meinungen ohne Nachdenken übernimmt – Motto: Nach mir die Sintflut. So empfinde ich das. Du – und auch andere – mögen das anders sehen … das sei Dir und ihnen unbenommen.

Aber auch Du wirst damit leben müssen, dass Du nicht unangreifbar bist, auch wenn Du Dich gerne mit diesem Ruch umgibst. Und ich frage mich nach wie vor, was mit Dir passiert ist, dass aus Dir das geworden ist, als das Du Dich derzeit hier präsentierst: nicht einmal ein Schatten Deines Selbst – zumindest im Vergleich zu dem, wie Du Dich früher hier präsentiert hast. Und daher muss ich die Frage der Unaufrichtigkeit an Dich zurückgeben. Aber eine Antwort erwarte ich von Dir schon längst nicht mehr. Denn Du bist nicht mehr antwortfähig.

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (06.04.2016, 09:36)
mtg hat geschrieben:
Du warst einmal ein guter Beobachter, dessen Texte ich gerne gelesen habe.

Das geht mir auch so. Mir gefallen die Texte von damals noch immer. (Dafür komme ich gern noch einmal kurz in den Thread zurück.)

Autobiografisches Schreiben wird ja gern pauschal belächelt, aber damit tut man dem Genre Unrecht. Klar ist es langweilig, wenn ein Autor immer nur um sich und seine Befindlichkeiten kreist, aber das hast du, Arno, damals nicht getan. Du hast in vielen hier vorgestellten Texten scheinbar wertungsfrei Beobachtungen geschildert. Ich schreibe "scheinbar", weil die Auswahl der Szenen natürlich eine Wertung darstellt, die sich aber nicht verhindern lässt. Als Leser konnte man sich wunderbar in die Rolle des Beobachters hineinversetzen und selbst die Ereignisse bewerten. Ob man da immer zum selben Schluss kam wie du, blieb offen. Aber gerade das fand ich spannend. Es ist natürlich möglich, dass ich dich die ganze Zeit missverstanden habe. Aber das ist der Reiz dieser Erzählweise, dass sich jeder in einem Text wiederfinden kann.

Das hier vorgestellte Gedicht ging in eine ähnliche Richtung. Es war so verfasst, dass es einen großen Interpretationsspielraum bot. Mir war er ein wenig zu groß, aber das ist Geschmackssache. Schlagartig schlecht wurde das Gedicht nach deinem Hinweis, dass man unbedingt deine Inspirationsquelle lesen müsse, um es korrekt interpretieren zu können. Das Gedicht sagt also nicht eindeutig das aus, was es anscheinend aussagen soll. Lass den Hinweis weg, lass sämtliche Interpretationen zu, ergänze in der Überschrift das Entstehungsjahr als subtilen Hinweis auf den Kontext, in dem das Werk entstand, und das Gedicht ist in Ordnung. Gedichte mit großem Interpretationsspielraum sind ein eigener Bereich in der Lyrik. Wichtig ist dabei, dass dies so gewollt ist. Oberstes Gebot für den Verfasser ist in solchen Fällen, zum Gedicht zu schweigen. Nichts erklären, keine Interpretation bewerten oder gar empört von sich weisen. Als berühmtes Beispiel fällt mir spontan die Nonsensballade "The Hunting of the Snark" ein. Der Verfasser wich sein Leben lang sämtlichen Fragen aus. Bewundernswert.

Ich frage mich seit einer Weile, warum du nicht weiterhin deine Beobachtungen wertungsfrei aufschreibst. An anderer Stelle erwähntest du die Angst vor 1000 Flüchtlingen, die in deiner Straße einquartiert werden sollen. Inzwischen sind sie sicherlich eingetroffen. Was siehst du also, wenn du bei schönem Wetter aus dem Fenster blickst? Wen triffst du auf der Straße? Wirst du angesprochen? Solche Beobachtungen können, wenn sie ehrlich und wertungsfrei verfasst sind, ein wichtiges Zeitzeugnis werden. Dazu müsstest du natürlich konsequent deine frühere Haltung einnehmen. Im hier vorgestellten Gedicht vermisse ich sie besonders in der letzten Zeile.

Zu der politischen Diskussion, die hier inzwischen geführt wird, sage ich nichts mehr, da ich meine Einstellung bereits in meinem ersten Beitrag klar zum Ausdruck brachte.

Auf einen Punkt möchte ich jedoch mal ausdrücklich hinweisen: Das Urheberrecht gilt auch in öffentlichen Foren. Das Zitatrecht erlaubt zwar, fremde Texte zu zitieren, aber nur unter der Voraussetzung, dass man sich inhaltlich ausführlich damit auseinandersetzt. Die Eigenleistung muss also mit Abstand den Hauptteil des Beitrags ausmachen. Inzwischen sind wir hier diesbezüglich auf einem guten Weg, was ich sehr begrüße.

Gruß,
Monika
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Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (06.04.2016, 10:30)
mtg, schon deine Einleitung ist faul. Weder besteht zwischen uns ein Vertrauensverhältnis noch bleiben deine Ausführungen "unter uns". Das ist nur der übliche Small talk, der hier völlig unangebracht ist. Als Person bin ich dir gar nicht bekannt und für deine Schlüsse aus meinen bisherigen Texten bin ich nicht verantwortlich. Ich durfte mich allerdings dagegen verwahren, dass du meinen von dir früher rezensierten Roman jetzt missinterpretierst, um damit gegen meine politische Haltung zu punkten.

Du hast gar keinen Überblick über das, was ich gegenwärtig schreibe oder veröffentliche. Du benutzt nur den Eindruck davon, den du dir hier verschafft hast, um ein allgemeines Urteil über meinen Kopfinhalt und dessen angebliche Veränderung zu lancieren. Das ist zumindest oberflächlich und fahrlässig.

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mtg
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Re:

von mtg (06.04.2016, 10:43)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Ich durfte mich allerdings dagegen verwahren, dass du meinen von dir früher rezensierten Roman jetzt missinterpretierst, um damit gegen meine politische Haltung zu punkten.

Wenn ich Dich korrigieren darf: Ich habe weder den Roman missinterpretiert, noch rücke ich von meiner früher geäußerten Meinung dazu ab. Ich frage mich nur, was aus seinem Autor geworden ist, wenn ich mir das in dem mir zugänglichen Umfang von ihm in letzter Zeit veröffentlichte Material ansehe.

Mich beschleicht zudem das Gefühl, dass Du es nicht ertragen kannst, wenn sich andere Menschen in anderer Weise mit einem Thema beschäftigen, das Du gerade bearbeitest. Du befindest Dich derzeit in einer unentwegten Verteidigung gegen eine Feind, den nur Du siehst.

Und ich muss nicht gegen deine politische Haltung »punkten« – obwohl Du mir genau das in Deiner Formulierung bereits zugestanden hast. Ich äußere nur mein Missfallen darüber, dass Du Recht haben willst und dabei andere Meinungen kategorisch missachtest.

Siehe auch meinen letzten Beitrag unter »Protestwähler«.

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Re:

von Arno Abendschön (06.04.2016, 10:48)
Monika, was du zur Präsentation des Gedichts und über die Begleitumstände schreibst, nehme ich ernst und gebe dir bis zu einem gewissen Grad recht. Allerdings hätte sich auch ohne meinen Hinweis auf die Quelle der Inspiration im Verlauf vermutlich eben dieselbe Debatte entwickelt. Es ist nun mal ein politisches Gedicht, das Standpunkte herausfordert.

Zur Nachfrage nach den Flüchtlingen in meiner Straße: Es handelt sich um Dauerwohnungen in Betonfertigbau auf zwei Friedhöfen. Der Senat will diese Projekte innerhalb der nächsten zwei Jahre realisieren. Die Leute können also noch nicht da sein. Dafür mache ich genügend andere Beobachtungen mit zunehmend überlasteter Infrastruktur in der Stadt - worüber ich in aller Regel nicht schreibe.

Dein Bild von meiner Aktivität als Schreibender ist einseitig und verzerrt. Hauptsächlich bin ich rezensierend tätig (Filme, Bücher). Und wenn ich mal die Alltagsrealität um mich herum beschreibe, dann mit demselben kritischen Ansatz wie früher auch. Diese Realität hat sich allerdings deutlich verändert, meist zum Negativen hin.

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Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (06.04.2016, 11:05)
mtg, kurze Replik:

1. Unter den insgesamt Ermittelten waren auch kürzlich Eingereiste. Im Übrigen erhöht sich zwangsläufig bei, wie zu erwarten, misslingender Integration das Potential künftiger Täter.

2. Du scheinst nur die kleinen Schwulen-Ghettos zu kennen. Die Debatten um den Kotti, Marxloh usw. scheinen spurlos an dir vorbeizugehen. Ich bin viel in Berlin unterwegs, mit offenen Augen.

3. Vor welchem Krieg flüchten denn die Maghrebiner? Die Motive der Migranten sind ingesamt sehr unterschiedlich.

4. Das ist nur als Durchhaltepropaganda für hartnäckige Illusionisten zu bezeichnen. Köln, Silvester - war da was?

5. Budapest hat wie ein Magnet gewirkt. Man muss schon sehr blind sein, um das zu übersehen.

6. Hier zeigt sich besonders krass, wie uninformiert mtg ist. Es handelt sich um jene Dauerwohnungen aus Fertigbetonteilen, die der Senat über die Stadt verteilt in den nächsten zwei Jahren errichten will. Beobachtungen über die Auswirkungen sind also noch nicht möglich. Die Nachfrage ist also sinnlos, die Unterstellung freilich mit konkretem Zweck verbunden.


Ich muss mich in Kürze ausklinken, da für mehrere Tage Besuch ins Haus steht. Abends schaue ich jeweils mal kurz rein.

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Bardioc
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Re:

von Bardioc (06.04.2016, 11:12)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Zur Nachfrage nach den Flüchtlingen in meiner Straße: Es handelt sich um Dauerwohnungen in Betonfertigbau auf zwei Friedhöfen.

Ist schon ziemlich zynisch, wenn man Flüchtlinge auf Friedhöfen unterbringen will.

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Re:

von Arno Abendschön (06.04.2016, 11:13)
Zum Roman von mir: mtg hat gestern um 7.20 Uhr auf ihn Bezug genommen und versucht, mich unter Bezug auf dessen angeblichen Inhalt zu einer Änderung meiner heutigen politischen Einstellung zu bewegen. Die Romanhandlung spielt 1986 in Österreich und hat nicht das Geringste mit den hier erörterten Sachverhalten zu tun.

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Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (06.04.2016, 11:20)
Bardioc, ja, es sind mehrere konfessionelle Friedhöfe im Stadtgebiet dafür vom Senat ausgewählt. In mindestens zwei Fällen hat die Evangelische Kirche protestiert und klargestellt, dass sie vorab nicht konsultiert war.

Es handelt sich z.T. um nicht mehr für Beerdigungen benötigte Flächen, die bisher dem allgemeinen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden sollten. Sie werden wie zahlreiche andere Flächen im Stadtgebiet jetzt dem allgemeinen Wohnungsbau entzogen. Dadurch verschärft sich die Mangelsituation auf dem Wohnungsmarkt für preiswerte Wohnungen. Auch das ein Beispiel dafür, dass Stegemann mit seinen Thesen Recht hat. Die unteren Schichten der einheimischen Bevölkerung bezahlen konkret für die Politik der offenen Grenzen.

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mtg
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Re:

von mtg (06.04.2016, 11:24)
Arno,

ich empfehle für die nötige Entwicklung Deiner Weitsicht folgenden Artikel: Als Deutscher bin ich Minderheit. Leider hält der Text nicht, was der Titel verspricht … :-)

Was mich immer wieder irritiert: Was hat meine sexuelle Identität mit meinem Aktionsradius und dergl. zu tun? Wenn Du glaubst, auf diesem armseligen Niveau Vorteile zu erhaschen, verlierst Du den letzten Rest an Glaubwürdigkeit. Kommt da etwa jemand mit seinem eigenen Schwulsein nicht klar?

Und woher willst Du meinen Aktionsradius kennen? An anderer Stelle verwehrst Du Dich noch gegen meine Diktion und postulierst: »Als Person bin ich dir gar nicht bekannt …«, aber meinen Terminkalender und mein Bewegungsprofil behauptest Du zu kennen.

Arno Abendschön hat geschrieben:
Hier zeigt sich besonders krass, wie uninformiert mtg ist.


Nein. Hier zeigt sich besonders krass, dass Arno Abendschön das Kind schon mit dem Bade ausgeschüttet hat, bevor es geboren wurde. Eine besonders perfide Form von »Wehret den Anfängen« …

Wer Diskussionsqualität einfordert, sollte sie auch liefern. Solange Du das nicht kannst, ist eine Diskussion nicht möglich.

Viel Spaß mit Deinem Besuch – und danke, dass Du uns an Deinem Tagesablauf teilhaben lässt …
Zuletzt geändert von mtg am 06.04.2016, 15:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re:

von mtg (06.04.2016, 11:27)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Zum Roman von mir: mtg hat gestern um 7.20 Uhr auf ihn Bezug genommen und versucht, mich unter Bezug auf dessen angeblichen Inhalt zu einer Änderung meiner heutigen politischen Einstellung zu bewegen. Die Romanhandlung spielt 1986 in Österreich und hat nicht das Geringste mit den hier erörterten Sachverhalten zu tun.


Oh Arno … wie tief bist Du gesunken!

Und damit bin ich raus.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (06.04.2016, 16:05)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Die Frage "Was tun, wenn ..." haben Österreich und die mit ihm verbundenen Balkanstaaten für sich eindeutig beantwortet. Deutschland wird es früher oder später - offen eingestanden oder nicht - ebenso handhaben. Wer illegal und mit Gewalt Grenzen überschreiten will, darf auch mit Gewalt zurückgewiesen werden. Alles andere ist Kapitulation. Entrüste dich, mich stört es nicht.


Die Frage war nicht, was Österreich oder andere Balkanstaaten tun. Die Frage war, was DU tust, wenn der 200.001ste Flüchtling die Quote platzen lässt.

Es ist dir also genehm, wenn Flüchtlinge im Meer versaufen; wenn Ordnungskräfte (sie nennen sich so) in Mazedonien Flüchtlinge ohne Sinn und Verstand zusammenprügeln, egal ob Männlein, Weiblein oder Kind.

Ich bekomme langsam eine Ahnung davon, dass weder Turbokapitalismus noch Neoliberalismus gegenüber Menschen so bösartig sein können wie Menschen, die so viel Angst verspüren wie du. Traurig!

Ach ja: Wieder versteckst du deine eigene Meinung hinter dem Verhalten anderer (Österreich, Balkan). Geht es auch mal ohne? Das ist diese verdammte Facebook-Mentalität: "Ich habe keine eigene Meinung, ich bin auch nicht in der Lage, eine eigene Meinung zu formulieren, deshalb kopiere ich die Beiträge anderer." - Schrecklich!
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Re:

von Bardioc (06.04.2016, 16:42)
Arno Abendschön hat geschrieben:
Die unteren Schichten der einheimischen Bevölkerung bezahlen konkret für die Politik der offenen Grenzen.

Deutschland ist so konstruiert, daß immer nur die unteren Schichten für alles aufkommen müssen. Darum ging es ja gerade in meinem Thread ''Asozialstaat Deutschland''. Aber einige, denen es offenbar zu gut geht, wollen nicht, daß sich je etwas daran ändert. Und ich hatte geglaubt, daß Autoren da eine etwas sozialere Einstellung haben ...

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Re:

von Bardioc (06.04.2016, 17:15)
Siegfried hat geschrieben:
Die Frage war nicht, was Österreich oder andere Balkanstaaten tun. Die Frage war, was DU tust, wenn der 200.001ste Flüchtling die Quote platzen lässt.

Nein, das ist eben nicht die Frage. Die einzelnen Deutschen können relativ wenig tun, gerade weil Deutschland so ist wie es ist.

Es ist dir also genehm, wenn Flüchtlinge im Meer versaufen; wenn Ordnungskräfte (sie nennen sich so) in Mazedonien Flüchtlinge ohne Sinn und Verstand zusammenprügeln, egal ob Männlein, Weiblein oder Kind.

Ich gehe prinzipiell davon aus, daß es niemanden hier ''genehm'' ist, wenn Flüchtlinge im Meer ertrinken. (Übrigens, auch auf change.org gab es mehrere Petitionen, in denen gefordert wurde, Flüchtlingen zu helfen. Rhethorische Frage: Haben Sie, Siegfried, eine davon unterschrieben?) Wir hier in Deutschland können nur wenig tun, um das zu verhindern -- vielleicht die Bundeswehr ins Mittelmeer abkommandieren, um die Leute zu retten, aber das sind dann die Soldaten, und nicht der normale Bürger.

Die wichtigste Frage aber ist, und die stellt hier offenbar niemand, warum die Leute fliehen. Sie, Siegfried, haben mir total überdrehte Vorwürfe gemacht, als ich auf unabhängige Medien verlinkte, die eben diese Frage beantworten, was offenbar gar nicht in Ihrem Interesse liegt. Nur wer diese Frage beantworten kann, kann den Flüchtlingen wirklich nachhaltig helfen. Und dann, sollten nicht zuerst Frauen und Kinder aus einem Kriegsgebiet evakuiert werden? Sollten wir als aufnehmendes Land nicht erwarten können, daß sich Flüchtlinge auch wie Flüchtlinge verhalten und nicht wie in der Silvesternacht in vielen deutschen Städten? Darf es für Flüchtlinge eine ''Sondergerichtsbarkeit'' geben, zumindest wenn es sich um schwere Straftaten (Vergewaltigung) handelt? Auch und gerade einem Flüchtling muß klar sein, daß ein Aufnahmeland kein rechtsfreier Raum ist, in dem man ungestraft das ausleben kann, was man im eigenen Land wahrscheinlich nicht ausleben durfte. Ich verlange nicht, daß sich Flüchtlinge hier ''integrieren'', weil ich das für soziologisches Dummgeschwafel halte. Aber wir alle können von den Flüchtlingen erwarten, daß sie unsere Kultur respektieren, so wie wir versuchen, ihre Kultur zu respektieren, soweit sie nicht mit unseren Gesetzen im Widerspruch steht.

Ich bekomme langsam eine Ahnung davon, dass weder Turbokapitalismus noch Neoliberalismus gegenüber Menschen so bösartig sein können wie Menschen, die so viel Angst verspüren wie du. Traurig!

All das hat nichts mit Angst zu tun, sondern mit menschenwürdigem Umgang miteinander. So ist es zynisch, Flüchtlinge auf Friedhöfen einquartieren zu wollen, wo doch gerade im Osten Deutschlands viele Wohnungen leerstehen.

Ach ja: Wieder versteckst du deine eigene Meinung hinter dem Verhalten anderer (Österreich, Balkan). Geht es auch mal ohne? Das ist diese verdammte Facebook-Mentalität: "Ich habe keine eigene Meinung, ich bin auch nicht in der Lage, eine eigene Meinung zu formulieren, deshalb kopiere ich die Beiträge anderer." - Schrecklich!

Die Flüchtlingskrise kann nicht von Deutschland im Alleingang bewältigt werden, sie ist ein gesamteuropäisches bzw. weltweites Problem. Das Verhalten anderer zu berücksichtigen ist dabei notwendig, anderenfalls bekommen die Deutschen wieder vorgeworfen, daß sie einen ''deutschen Sonderweg'' beschreiten würden.

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (06.04.2016, 17:46)
Bardioc hat geschrieben:
(Übrigens, auch auf change.org gab es mehrere Petitionen, in denen gefordert wurde, Flüchtlingen zu helfen. Rhethorische Frage: Haben Sie, Siegfried, eine davon unterschrieben?)


Nein.
Weil ich der Auffassung bin, dass Unterschriften bei dem Thema recht wenig helfen.
Ich helfe lieber praktisch und aktiv - indem ich versuche, diesen Menschen unsere Sprache beizubringen.

Es gibt Deutsche, die jammern den ganzen Tag, wie schlecht dieses Land ist und wie asozial (das sind vermutlich die "guten, weil typischen Deutsche")- und es gibt Deutsche, die packen da an, wo es nötig ist (und das sind dann die "bösen Deutschen, weil sie so gar nicht ins vorgefasste Raster passen")
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