Ja - BoD hat die Preise gesenkt, aber leider …

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ChrisTo
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Ja - BoD hat die Preise gesenkt, aber leider …

von ChrisTo (14.06.2016, 08:38)
... auch die Papierqualität! Dass das hier ein etwas längerer Text wird, bitte ich zu entschuldigen. Ich möchte aber nicht, dass es Euch so geht wie mir.

Vorab muss ich aber Siegfried an anderer Stelle unbedingt beipflichten, dass viel schneller eine Beschwerde, als ein Lob ausgesprochen ist.
Auch ich möchte BoD daher zunächst ausdrücklich loben: Für die Zurverfügungstellung des übersichtlichen Portals, die einfache Abwicklung, die vielen Tipps, Tools und Vorlagen, die schnelle Liieferung und – falls nötig – die einwandfreie persönliche Betreuung. Ich habe bereits mehrfach dort angerufen und musste Fragen stellen, die ich im Forum nicht oder nicht ausreichend beantwortet fand. Ich hatte stets mit sehr freundlichen und kompetenten Mitarbeitern zu tun, die mir weitergeholfen haben. Ich habe bereits und werde auch künftig BoD unbedingt weiterempfehlen.

Leider gibt es nun auch meinerseits doch einen Wermutstropfen (sicher auch selbstverschuldet), der letztlich dazu führt, dass ich mein aktuelles Buch nicht weiter bewerbe. Lieber gar nicht verkaufen, als so. Damit hat es folgende Bewandtnis:

Mein neues Buch (ich habe es im Mitgliederbereich im Frühjahr vorgestellt und möchte den Titel hier nicht mehr nennen, da ich nicht möchte, dass bei der eventuellen Suche danach diese Ausführungen hier gefunden werden) umfasst 156 Seiten, von denen 35 Farbseiten sind. Bei der Erstellung hatte ich das Buch „Tretrollersport“ von Joachim und Jens vor Augen, das mir von der Ausstattung her, insbesondere von der Papierqualität, sehr gut gefiel (90 g, weiß). Es stammt von 2011, im selben Jahr habe ich auch mein erstes Buch veröffentlicht (ohne Bilder) und war auch mit dieser Qualität sehr, sehr zufrieden. Das Papier war hochweiß und die Haptik angenehm glatt und kühl, insgesamt erschien es sehr wertig.

Als ich nun jetzt 2016 mein neues Buch beauftragte, erwartete ich dieselbe Qualität. Zwischenzeitlich hatte BoD die Preise gesenkt, für manche Fälle sogar halbiert (Newsletter vom 10.09.2014), was ich natürlich als sehr angenehm empfand. Es war im Newsletter die Rede von „neuer Drucktechnologie“; von minderer Papierqualität stand dort leider nichts!

Jedenfalls ist es nun so, dass ich von der erheblich schlechteren Papierqualität mehr als enttäuscht bin und das Buch so nicht vertreiben möchte, da es für Farbabbildungen in meinen Augen so nicht geeignet ist. Das Papier ist längst nicht mehr hochweiß und die Haptik ist beileibe nicht mehr wertig. Es fühlt sich eher an wie Löschpapier. Fotos sehen auf diesem Papier überhaupt nicht mehr gut aus. Natürlich hatte ich vorher ein Bod Fun bestellt. Leider, leider – und das werfe ich mir jetzt vor – habe ich bei der Prüfung desselben nur auf die Gesamtansicht, den Satz und etwaige Fehler geachtet. Die mindere Qualität ist mir nicht gleich aufgefallen. Zwar kam mir irgendetwas komisch vor, aber ich konnte es nicht näher deuten. Ich war mehr mit den Fehlern beschäftigt. Einige Bilder wiesen nämlich, wie auch von anderen schon beschrieben, feinste Haarlinien auf. Wegen dieser Linien habe ich BoD angerufen und – wieder war der Mitarbeiter sehr freundlich – mir wurde versichert, dass das einmalige Fehler seien. Der Mitarbeiter prüfte meine hochgeladene Datei, entschuldigte sich und war zuversichtlich, dass es bei diesem einen „Ausreißer“ blieb. Ich war mit dieser Aussage zufrieden und gab das Buch als Classicversion zur Veröffentlichung frei für € 11,90 (Preis ist auf dem Cover aufgedruckt). Da ich bereits zahlreiche Abnahmestellen hatte, informiert ich dann alle und bot ihnen das Buch zum Mitverkauf, wobei ich Provisionen (gestaffelt) von € 2,00 bis € 3,00 anbot. Für einige bestellte ich auch Gratisexemplare, die ich direkt dorthin liefern ließ.

Dann rief der erste Kunde an, das sei aber schlechte Qualität. Ich wollte das erst gar nicht glauben, aber am nächsten Tage erreichten mich auch meine Exemplare und dann habe ich mit dem Tretrollerbuch verglichen. Erst in diesem Moment fiel mir die deutlich schlechtere Papierqualität auf. Ich rief sofort bei BoD an und fragte, ob es sich eventuell um ein Versehen handele, ich wollte doch das gute Papier von 2011. Da erklärte mir der sehr freundliche Mitarbeiter, dass ich bei der Auswahl des Druckes den Smart-Druck gewählt hätte. Für das bessere Papier hätte ich den Brillant-Druck wählen müssen!

Aber ganz ehrlich, das war mir völlig neu (ist wohl auch seit der Preissenkung neu). Ich hielt diese Auswahl nur für Bildbände, jedenfalls nur für 120g oder 200g Papier notwendig, nicht für mein 90g Normalpapier.

In den Hinweisen auf der BoD-Seite heißt es (diesen Hinweis gab es aber 2011 noch nicht) wie folgt:

Smart- und Brillant-Druck
Sofern Sie Seiten mit Farbanteilen in Ihr gedrucktes Buch einbinden, haben Sie die Wahl zwischen dem Smart- und Brillant-Druck. Der Smart-Druck ermöglicht Ihnen, Seiten mit und ohne Farbanteil in beliebiger Kombination zum günstigen Preis produzieren zu lassen. Der Brillant-Druck kommt zum Einsatz, wenn Sie entweder ein Ringbuch, ein Booklet, Fotomatt 120g- oder Fotobrillant 200g-Papier nutzen möchten, oder gesteigerten Wert auf besonders leuchtende Farben legen. Sie treffen diese Entscheidung während eines Buchprojekts in myBoD.


Wie gesagt, ich habe es nicht auf das 90g Papier bezogen. Den in diesem Fall wichtigen Halbsatz „… oder gesteigerten Wert auf besonders leuchtende Farben legen“ (was letztlich besseres Papier meint) habe ich schlicht übersehen.

Jedenfalls ist das Kind nun in den Brunnen gefallen. Eine Neuauflage würde € 2,00 mehr kosten, ich müsste wegen des aufgedruckten Preises das Cover entsprechend ändern, ich müsste allen Abnehmern den neuen Preis nennen und die ausgelobten Provisionen überdenken (wollte ich dabei bleiben, müsste das Buch noch teurer werden), was ich auf keinen Fall will, das ist als „Mitnehm- und Geschenkbuch“ schlicht zu viel. Zudem hat mir der Urheber des Coverbildes inzwischen mitgeteilt, dass er seine Erlaubnis für eine etwaige Neuauflage zurückzieht (er hat es nicht weiter begründet, vielleicht liegt auch das an der relativ bescheidenen Qualität).
Außerdem war bei mindestens einem weiteren bestellten Exemplar der Satz auch komplett nach unten gerutscht, so dass die Seitenzahlen am unteren Blattrand „klebten“, so wie es auch Ulla weiter unten beschrieben hat. BoD versprach sofortige Neulieferung, aber was, wenn diese Bücher auch mit diesem Fehler an andere geliefert wurden? Wird das jeder reklamieren, oder einfach denken, es sei so schlecht gewollt?

Jedenfalls bin ich nun doch sehr enttäuscht. Ein Hinweis in der seinerzeitigen Rundmail „Neue Preise bei anderem Papier“ hätte diesen Irrtum bei mir nicht aufkommen lassen. Für Romane mag es ja angehen, aber wer Bilder, noch dazu in Farbe in seinem Buch hat, sollte tunlichst den teureren Brillantdruck anklicken (was dann bei meinem Seitenumfang wieder genau dem Preis wie 2011 entspricht). Der freundliche Mitarbeiter von BoD riet, auch bei einem Buch ohne Bilder wenigstens eine Farbseite anzulegen (muss ja nicht farbig sein, die Vorlage kann trotzdem s/w sein) und dann Brillant-Druck zu wählen, damit man die alte, gute und wertige Papierqualität erhält.

Für mich kommt dieser Hinweis leider zu spät. Mein Projekt ist aus den o.g. Gründen gestorben. Eine Neuauflage kommt für mich aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht. Schade, aber – wie eingangs erwähnt – natürlich auch meine Mitschuld.

Die Aussage „BoD hat die Preise halbiert“ erscheint mir nun jedenfalls in einem völlig anderen Lichte.

Mit darüber sehr traurigen Grüßen aus Düsseldorf

Christiane

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Re:

von BoD Books on Demand (14.06.2016, 13:04)
Hallo Christiane,

vielen Dank für das ausführliche Feedback. Wir bedauern, dass Sie mit dem Druckergebnis Ihres Buches nicht zufrieden sind. Bei der Auswahl unserer Papiere legen wir sehr hohe Qualitätsansprüche an, um den Erwartungen und Anforderungen unsere Autoren und auch unserer Verlage, die über uns ihre Titel veröffentlichen und produzieren, gerecht zu werden. Unterschiede in der Druckqualität bei Bildern entstehen daher nicht durch das Papier, sondern vor allem durch die Wahl des Druckverfahrens – abhängig davon, ob Sie den Smart- oder Brillant-Druck wählen. Für Bücher mit einem hohen Farb- und Bildanteilen wie beispielsweise Bildbände, die durch besonders strahlende Farben glänzen sollen, empfehlen wir daher auch den Brillant-Druck. Sie haben natürlich jederzeit die Möglichkeit, fehlerhafte Exemplare zu reklamieren, um sie ersetzt zu bekommen. Wir würden uns freuen, wenn wir gemeinsam eine Lösung finden, damit Sie mit Ihrem Buch zufrieden sind.

Viele Grüße,
BoD-Admin

ChrisTo
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Re:

von ChrisTo (14.06.2016, 18:02)
Vielen herzlichen Dank, lieber unbekannter BoD-Administrator, für die schnelle Rückäußerung.

Offenbar gibt es aber doch einen Zusammenhang, denn der freundliche Kollege am Telefon hat mich ja extra darauf hingewiesen, dass ich, wenn ich die schöne alte, wertige, hochweiße Papierqualität haben wolle, das Brillant-Druckverfahren hätte wählen müsse.

Oder sollte ich hier etwas missverstanden haben und das besonders schöne Papier (wie in 2011) gibt es gar nicht mehr? Das wäre sehr, sehr bedauerlich, auch für künftig geplante Projekte.

Im Moment irritierte Grüße aus Düsseldorf sendet

Christiane

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