Sozialdemokratie im Abbruch (2. erweiterte Auflage)

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Richard Bercanay
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Sozialdemokratie im Abbruch (2. erweiterte Auflage)

von Richard Bercanay (22.05.2016, 13:06)
Titel: Sozialdemokratie im Abbruch (2. erweiterte Auflage)
Autor: Richard Bercanay

Verlag: Books on Demand
ISBN: 3-7392-0866-4
Seiten: 180
Preis: 7.99 (Taschenbuch); 3.99 (E-Book)

Der Autor über das Buch:

Die zweite erweiterte und aktualilsierte Auflage von »Sozialdemokratie im Abbruch« zeichnet die Entwicklung der Krise der SPD bis Ende April 2016 nach. Diskutiert wird zudem die Perspektive von Koalitionen mit der Linkspartei. Mehr zum Buch und eine Leseprobe hier auf meinem Weblog.

Klappentext:

Am 27. September 2009 erntete die SPD ihr schlechtestes Wahlergebnis in der Geschichte der Bundesrepublik. Schon in der Woche darauf sicherte sich die Fraktion der Agenda-2010-Befürworter die Macht in der Partei, um dafür zu sorgen, daß niemand vom neoliberalen Glauben abfalle.
Dieses Buch zeichnet den Weg der SPD in den Abgrund der Bundestagswahl von 2009 nach. Welche Entscheidungen mögen dazu beigetragen haben, daß die Wähler/innen der Partei davongelaufen sind? Welche Signale sendet die SPD für einen programmatischen Wandel gerade in der Sozialpolitik? Warum glaubten die Wähler/innen bei der Bundestagswahl 2013 der SPD nicht, daß sie soziale Ziele verfolge? Was führt die SPD immer weiter in den Abgrund? Hat die Partei für 2017 noch eine Machtperspektive?
Dieses Buch will den Spuren nachgehen und sich der Antwort auf die Frage annähern, warum es eigentlich den Wähler/innen so schwer fällt, der SPD das sozialdemokratische Programm zu glauben.
Der Politologe und Krimi-Autor Richard Bercanay befaßt sich in seinem Buch mit den vergangenen fünfzehn Jahren der SPD. Dabei gewährt er einen Überblick über Entscheidungen und personelle Entwicklungen, die zum Absturz der SPD beigetragen haben. Dies alles nicht ohne eine Perspektive für eine linke Alternative aufzuzeigen, in die die SPD einbezogen werden soll.

Inhalt:

Die SPD befindet sich seit Jahren in einer Dauerkrise und jüngste Umfragewerete weisen aus, daß die Tendenz des künftigen Wahlergebnisses der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl weiter nach unten weist. Zum ersten Mal in der Geschichte wird die Kanzlerkandidatur der Partei herumgereicht wie eine heiße Kartoffel - niemand vom Spitzenpersonal scheint bereit, das Abenteuer auf sich zu nehmen.

Das Buch befaßt sich mit den Wurzeln der gegenwärtigen Krise, die in der Regierungszeit Gerhard Schröders liegen und den Grund dafür bilden, daß die Menschen den Sozialdemokraten nicht mehr glauben, daß sie für soziale Gerechtigkeit eintreten.

Neben der Analyse zeigt das Buch auch eine Perspektive für eine linke Politik auf: Was muß sich bei der SPD ändern, damit sie wieder als Alternative zu einer neoliberal ausgerichteten Austeritätspolitik wahrgenommen werden können?

Das Buch ist bereits als Taschenbuch erhältlich und wird in den nächsten Wochen auch als E-Book erscheinen.

Sozialdemokratie im Abbruch bei:

buch.de

buecher.de

thalia.de

jpc.de

ebook.de

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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (23.05.2016, 08:31)
Das Werk mag verdienstvoll sein, aber an der grundsätzlichen Problematik der SPD ändert das nichts.

Diese Partei befindet sich in einem typischen Gefangenendilemma.

Geht sie zu stark auf die Kritker der AGENDA 2010 ein, dann bestätigt sie nur die Kritiker ("Wer hat uns verraten - Sozialdemokraten!"). Entfernt sie sich zu sehr von der berechtigten Kritik an der Rentenabsenkung und an Hartz IV - dann heißt es "Die SPD hat für die kleinen Leute nichts mehr übrig" - siehe z.B. die Putzfrau im Rededuell mit Minister Gabriel....

Beste Grüße

MichaelHA

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MichaelHA
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Re:

von MichaelHA (23.05.2016, 19:09)
Meine Prognose ist leider die, das die SPD keine Volkspartei mehr ist - und das auch nicht mehr werden kann. Das gemeine "Volk" fühlt sich offenbar bei der AfD besser aufgehoben...

Beste Grüße

MichaelHA

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (24.05.2016, 18:39)
Ich denke schon, daß sie wieder zu einer Volkspartei werden könnte, allerdings nur dann, wenn sie wirklich den Mut findet, eine politische Alternative und eine soziale Vision für die Zukunft anzubieten. Mit dem neoliberalen Kurs, beziehungsweise - wie Gabriel es nennt - mit dem Kurs der Mitte hat die SPD keinen Blumentopf zu gewinnen, denn dort gibt es genug andere Parteien, die hier eine längere Tradition haben.

Die neue Vision wird allerdings nicht mit dem alten Personal möglich sein. Auch wenn es nicht wünschenswert erscheinen mag: vielleicht braucht die SPD bei der nächsten Bundestagswahl ein katastrophales Desaster der Agenda-Leute, um endlich einen neuen Kurs zu wählen.


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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (15.10.2016, 09:29)
Im Zusammenhang mit der CETA-Entscheidung war zu hören, daß die jüngsten Landtagswahlen für Gabriel nicht so schlecht gelaufen seien. In Mecklenburg-Vorpommern (30.6%) und Berlin (21.6%) sei die SPD stärkste Kraft geblieben...

Es ist also weit gekommen mit der Sozialdemokratie, wenn man sich bereits an solchen doch eher bescheidenen Ergebnissen ergötzt. Natürlich ist die SPD in Berlin mit 21.6% die stärkste Partei geworden, aber insgesamt gesehen hat nicht einmal ein Viertel der Wähler/innen die Partei gewählt. Doch welche Konsequenzen ziehen die Sozialdemokraten aus solchen Desastern? So lange man die Regierung stellen kann, offenbar keine.

»Sozialdemokratie im Abbruch« zieht hier die Linie vom Beginn dieser Entwicklung bis zu den Landtagswahlen im Frühjahr. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern bestätigen die Erkenntnisse, die für Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gemacht wurden.

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Richard Bercanay
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Re:

von Richard Bercanay (06.01.2017, 20:31)
Die SPD liegt nach jüngsten Umfragen jetzt bei 20%.

http://www.ard-text.de/index.php?page=160#

http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/crbilderstrecke-359.html

Ohne einen Politikwechsel innerhalb der SPD dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Zwar haben die Sozialdemokraten den Mindestlohn durchgesetzt, allerdings wird hierbei ständig über Ausnahmen diskutiert und darüber hinaus war dies auch der einzige bleibende programmatische Akzent, den die SPD in der großen Koalition hinterlassen hat.

Sigmar Gabriel zeigt bislang keine Bereitschaft, den Kurs der Partei maßgeblich zu verändern. Und während inzwischen die Diskussionen darüber begonnen haben, welcher Kanzlerkandidat die Sozialdemokraten aus der Krise führen könnte, wird die notwendige Diskussion um eine programmatische Neuausrichtung weg von der Agenda 2010 nicht geführt. Im Gegenteil: Mit Frank-Walter Steinmeier soll jetzt einer der Konstrukteure der Agenda 2010 Bundespräsident werden. Das ausbleibende Signal für einen programmatischen Wechsel dürfte hier auch verantwortlich sein für den schlechten Umfragewert der SPD.

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Richard Bercanay
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Re: Sozialdemokratie im Abbruch (2. erweiterte Auflage)

von Richard Bercanay (08.12.2017, 23:32)
Nun hat die SPD also doch wieder beschlossen, über den Eintritt in eine große Koalition zu verhandeln. Das wird für die Sozialdemokraten nicht erfreulich, denn ihr Ergebnis von 20.5% bei der Bundestagswahl macht sie nicht gerade zu einem starken Verhandlungspartner. Wenngleich auch die CDU/CSU drastisch verloren hat (Stichwort: »Große Koalition der Wahlverlierer«) wird die CDU/CSU bemüht sein, die Sozialdemokraten klein zu halten. Es fragt sich, was Schulz und die Seinen überhaupt noch durchsetzen können in einer großen Koalition.

Soweit kein deutlicher Kurswechsel bei der SPD geschieht und die Sozialdemokraten mit klaren sozialpolitischen Forderungen in die Verhandlungen gehen, bei deren Nichterfüllung sie die Verhandlungen auch scheitern lassen, könnte es weitergehen mit der Sozialdemokratie im Abbruch. Bedauerlich, daß die Kraft zu einem echten Kurswechsel fehlt. Auf dem Parteitag konnte man allerdings teilweise sehen, daß das Personal für eine sozialere Politik bereits in den Startlöchern steht - wenn man es läßt.

Sozialdemokratie im Abbruch

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