Mein Dörfchen in der Heiden

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Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (14.07.2016, 21:35)
mtg am 6.4.16 zu "Am Mühlenanger":

Hallo Thomas, diese schöne Reminiszenz an die verklärte, heile Welt der Romantik erschafft umgehend Bilder im Kopf! Kienperg bedankt sich dann artig für die "Apologie".


Monika, du irrst: Auch die vorigen Zitate waren wörtlich aus demselben Aufsatz übernommen.

Und wer verbirgt sich deiner Meinung nach hinter "Tucholsky" bei amazon? Sag es uns doch, du hast meine Neugierde geweckt. Und wer ist Pùca Harvey? Keine Ahnung. Ich informiere mich mal.

Klar, dass dir die Geschichte jetzt peinlich ist. Wie kann man als Autorin auf einen hereinfallen, der von schreibenden Frauen diese Meinung hat, öffentlich einsehbar auf der Website im Aufsatz "Von der Verantwortung des Schriftstellers":

Es wurde einmal irgendwo gesagt, man solle immerhin die Frauen fein schreiben lassen, und wenn sie schon nichts Vernünftiges zustande brächten, so fügten sie wenigstens mit ihrer Schreiberei auch niemandem Schaden zu. Lange hat es auch darnach ausgesehen; mit mancherlei anderen Verderbtheiten aber hat uns die neuere Zeit auch das verstärkte Aufkeimen einer feministischen Literatur mit beschert, und unter dieser befinden sich nun vorzüglich einige ganz fatale Unanständigkeiten, auf welche wir in einem anderen Kapitel über die Frauen [7] schon ein bißchen eingegangen sind.

Einer von Kienpergs zentralen Begriffen in diesen Aufsätzen ist "Überliberalisierung". Und diesen Braten, meine ich, hätte man mit einem Minimum von Kritikfähigkeit oder - willigkeit aus seinen Gedichten herausriechen können. Insofern sind wir nach wie vor eben doch beim Thread zu "Mein Dörfchen auf der Heiden".

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Monika K.
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Re:

von Monika K. (14.07.2016, 22:30)
Du verstehst es wahrscheinlich deshalb noch immer nicht, weil in deiner kleinen Welt niemand lebt, der ein fremdes Gedicht liest, mag und dies spontan zum Ausdruck bringt, ohne sich für den Verfasser zu interessieren.

Ich mag das hier vorgestellte Gedicht übrigens noch immer und verstehe echt nicht, was du hier eigentlich abziehst mit deinem wilden Durcheinander aus unverständlichen Andeutungen und ständig neuen Querverweisen zu Texten, die mit diesem Gedicht gar nichts zu tun haben. Ist mir inzwischen auch echt egal. Ich bin dann endgültig raus und lese auch nicht mehr mit.

Noch ein Hinweis zum korrekten Zitieren: Wenn ein Autor in einem Text direkte oder indirekte Zitate mit Quellenangabe verwendet und man genau diese Sätze für einen eigenen Text verwenden möchte, zitiert man nicht ihn, sondern sucht die Originalquelle und zitiert diese. Wenn das nicht möglich ist, macht man deutlich kenntlich, dass die Worte nicht von ihm, sondern aus einer von ihm direkt oder indirekt zitierten Quelle stammen und nennt diese zusätzlich. Sollte man eigentlich wissen oder zumindest selbst drauf kommen ...

Monika
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Arno Abendschön
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Re:

von Arno Abendschön (14.07.2016, 22:45)
Monika gibt sich unwissender als sie vermutlich sein dürfte.

Halten wir fest: Ausgangspunkt hier waren Widersprüche im Gedicht selbst (Dörfchen oder befestigte kleine Stadt). Daraufhin habe ich die Website des Verfassers besucht und den geistigen Hintergrund des in sich widersprüchlichen Heile-Welt-Gedichts aufgedeckt. Die von mir beigebrachten Zitate stehen also im inneren Zusammenhang mit der Diskussion des Gedichts.

Monika rückt auch nicht mit der Sprache raus, was sie denn mit der "Tucholsky-amazon"-Andeutung meinte. Ich gehe der Sache mal selbst nach.

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Thomas von Kienperg
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Re:

von Thomas von Kienperg (15.07.2016, 08:55)
Danke, Monique! Das war ich Dir schuldig!

Ich bin übrigens nicht halb so schlimm, wie von Monsieur dargestellt ... aber sei's drum; am Ende muss ja doch jeder nach seiner facon selig werden!

Grüße Th.
Zuletzt geändert von Thomas von Kienperg am 11.08.2016, 08:42, insgesamt 2-mal geändert.
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Re:

von Arno Abendschön (15.07.2016, 09:37)
Kienperg, am Tag nach Nizza fehlen mir Kraft und Lust, mich mit deinem christkatholischen Fundamentalismus zu beschäftigen. Dazu ist er mir jetzt einige Nummern zu klein.

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David Damm
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Re:

von David Damm (17.07.2016, 17:51)
Mal zurück zum eigentlichen Gedicht. Die Kritik, ob nun von einem Dorf oder einer Stadt die Rede ist, und das sich dies widerspräche, kann ich nicht verstehen. Nur an einer einzeigen Stelle, nämlich in der ersten Zeile der zweiten Strophe, taucht der Begriff Stadt auf:

Am alten Stadtgemäuer


Hier hätte man vielleicht statt Stadtgemäuer lieber Steingemäuer schreiben können.

Der Titel des Gedichts macht deutlich klar, dass sich um ein Dorf (Dörfchen) handelt. Und ein jedes Dorf kann wachsen und irgendwann zu einer Stadt werden. Umgekehrt kann eine Stadt schrumpfen und wieder zu einem Dorf werden. Ich sehe da also absolut kein Problem.

Und mir hat das Gedicht auch gefallen. :-)

Viele Grüße

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Re:

von Arno Abendschön (17.07.2016, 21:07)
David, eine sorgfältige Analyse des Textes ist das nicht, was du uns jetzt bietest. Lies doch bitte mal etwas genauer.

Folgende Attribute sprechen für eine kleine Stadt: Lindenhain (bei Dörfchen nicht üblich, ein typisch städtisches Phänomen des 18./19. Jahrhunderts), graues Tor von Stein ( = Stadttor), Wachtturm, Burgwall (historische Dörfer sind so gut wie nie befestigt!), Markt (Dörfchen hatten keinen Markt, ihre Zeugnisse wurden auf die städtischen Märkte gebracht).

Für das Dörfchen stehen dagegen: Dorfbrunnen, Dorfkrug.

Der Verfasser beschwört ein Bild aus vorindustrieller Zeit und mixt dabei Versatzstücke kleinstädtischer und dörflicher Szenerien. Herausgekommen ist etwas durchaus Ahistorisches, das so bei keinem Romantiker der Zeit um 1800 vorstellbar ist.

Dein Einwand von der Entwicklung von Dörfern zu Städten geht an der tatsächlichen Entwicklung vorbei. In ihrem Verlauf haben sowohl Dörfer als auch Städte eben jene hier im Gedicht enthaltenen romantischen Attribute weitgehend eingebüßt.

Kienperg malt uns hier das Bild einer Vergangenheit, die es so nie gegeben hat und die sich daher so auch nicht hat konservieren können. Welche Tendenz er damit verfolgt, darüber kann man sich ja ausreichend anhand seiner Website, besonders seiner Aufsätze dort, unterrichten - sofern man will.


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Mayk
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Re:

von Mayk (06.10.2016, 17:24)
Herrlich anachronistisch — natürlich ist diese Art von Lyrik heutzutage unverkäuflich, aber ich mag das Gedicht.
(Über den Rest des Threadverlaufs breite ich höfliches Schweigen.)

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mtg
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Re:

von mtg (06.10.2016, 17:59)
Willkommen im Club der Doofen :-)

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