Suche Probeleser für Roman

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Vishanka
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Suche Probeleser für Roman

von Vishanka (12.02.2016, 13:42)
Hallo ihr Lieben!

Ich suche seit einiger Zeit einen Testleser für eine "Neuübersetzung" des Romans "Der Seewolf" von Jack London.

Beeindruckt von der Verfilmung von 1971, habe ich mich freudig an die Romanversion gewagt. Nachdem ich von der ersten Übersetzung, die ich las, sprachlich mehr oder minder enttäuscht war, legte ich mir weitere Werke von anderen Übersetzern zu.
Eine Version gefiel mir hierbei vom Schreibstil und der Erzählweise besonders, leider ist diese aber um 100 Seiten gekürzt, was bei einem Buch einer Gesamtlänge von 300-400 Seiten eine nicht zu missachtende Menge darstellt.

Das Buch fesselte mich so sehr, dass ich es als ein Unding empfand, es in keiner Version lesen zu können, die mir in ihrer Gesamtheit gefällt - und die Lösung war naheliegend: Ich begann, das Buch in einer Fassung neu zu schreiben, die das, für mich persönlich, beste aller Werke in sich zu vereinen sucht.

Ich habe nicht vor, das Buch letzten Endes zu verkaufen, aber ich möchte es drucken und binden lassen - als Geschenk für einen besonderen Geburtstag.

Um eine zusätzliche klassische Note aufrecht zu erhalten, nutze ich zur Schreibkorrektur ein Wörterbuch von 1901 und bemühe mich, die alte Zeichensetzung zu verwenden.

Der Roman selbst - für die Leute, die weder Buch noch Film kennen - hat in etwa folgende Handlung:
Der Literaturkritiker Humphrey van Weyden landet nach einem Schiffsunglück auf dem Schoner Ghost, dessen Besatzung unter dem kaltblütigen Regiment des Kapitäns Wolf Larsen zu leiden hat.
Wolf Larsen ist ein überzeugter Materialist von großer physischer Stärke und Brutalität, aber gleichzeitig hochintelligent. Humphrey van Weyden ist ein Schöngeist und Idealist, der nie in seinem Leben gearbeitet hat und von dem Vermögen seiner Eltern lebte.
Wolf Larsen spielt mit van Weyden und möchte "etwas aus ihm machen, oder ihn zum Teufel gehen lassen". Die beiden hegen Interesse aneinander, versuchen sich gegenseitig ihrer Weltanschauung zu überzeugen und enttarnen sich dabei ihrer Lebenslügen.

Der Roman ist äußerst philosophisch ausgelegt und behandelt den oft aufgegriffenen Kampf zwischen den beiden gegensätzlichen Weltbildern: Idealismus und Materialismus.

Es kann einem erscheinen, als würde eine gewisse gegenseitige Zuneigung oder Verbundenheit der Charaktere angedeutet, die aber nicht deutlich genug zum Ausdruck kommt, sodass es dem Leser selbst überlassen bleibt, wie er das gespannte Verhältnis der Charaktere zueinander empfindet.

Abschließend noch kurz zu mir:
Ich bin 23 Jahre alt und vor allem begeistert von philosophischen oder psychiologischen Werken.
Ich beschäftige mich gerne mit Sprache in Wort und Schrift, vor allem ältere Werke haben es mir hierbei angetan.

Ich hoffe ich kann eine interessierte Seele hier begeistern, in meine Arbeit hinein zu schnuppern, und sie mit mir gemeinsam zu vollenden.
Hilfestellung kann ich hierbei sicherlich in vielerlei Bereichen gebrauchen; vor allem aber fehlt mir eine Person, die bereit ist, mir zu einem Absatz oder einer Formulierung ihre Gedanken zu nennen, mir Fragen nach eigener Meinung zu beantworten und mir Hilfestellung zu leisten bei Umformulierungen, wenn diese mir selbst Schwierigkeiten bereiten.

Ich kann im Gegenzug nur behaupten, ein kritikfähiger und aufmerksamer Mensch, und für Verbesserungsvorschläge jederzeit offen zu sein.

Falls ich noch etwas wichtiges vergessen habe, jemand etwas zusätzlich von mir wissen möchte oder Anmerkungen hat, wo ich mir, wenn nicht hier, Hilfe für mein Buch suchen könnte: nur zu! Ich bin für jeden Vorschlag zu haben.

Viele Grüße
Vishanka

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ricochet
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Re: Suche Probeleser für Roman

von ricochet (21.05.2017, 08:45)
Hallo Vishanka,


ich fürchte, dass du weder hier noch sonstwo jemanden finden wirst, der dich im gewünschten Umfang unterstützt. Bezeichnenderweise hat sich auch noch kein Mensch zu Wort gemeldet. Dein Anliegen bedeutet nämlich einen Haufen (hochqualifizierte) Arbeit, nur damit jemand eine umgeschriebene Version vom Seewolf in der Schublade liegen hat, mit einer netten Widmung auf der ersten Seite. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das jemand antut. Ich jedenfalls nicht.

Das liegt sicher nicht am Jack London, von dem ich selbst ein Fan bin. Insbesonders seine weniger bekannten Romane haben es mir angetan: Das autobiografische "König Alkohol" (über einen Kampf, den er bekanntlich verloren hat), "Die Zwangsjacke" und "Die eiserne Ferse" (über den Kampf zwischen Arm und Reich, eigentlich aktueller denn je). John Griffith Chaney, wie er bürgerlich geheißen hat, war ein hervorragender Erzähler, dessen einzige Schwäche sein Hang zur Überlänge war. Ich vermute, dass es damit zu tun hat, wenn dir die abgespeckte Version des Seewolfes am besten gefallen hat.

Und weil du um stilistische Hilfe anklopfst:

Vishanka hat geschrieben:
Hilfestellung kann ich hierbei sicherlich in vielerlei Bereichen gebrauchen; vor allem aber fehlt mir eine Person, die bereit ist, mir zu einem Absatz oder einer Formulierung ihre Gedanken zu nennen, mir Fragen nach eigener Meinung zu beantworten und mir Hilfestellung zu leisten bei Umformulierungen, wenn diese mir selbst Schwierigkeiten bereiten.


Besser: "Ich brauche viele Hilfe. Besonders fehlt mir jemand, der mir zum Stil Rückmeldungen gibt, Fragen beantwortet, und bei Umformulierungen hilft." Du drückst dich gestelzt und unökonomisch (= mehr Text als für die Information unbedingt nötig) aus. Der Zusatz "...stellung" z. B. ist ein überflüssiger, modischer Unsinn, der aus Hilfe und Fragen Hilfestellung und Fragestellung macht - grauenhaft! Oder: Dass du Hilfe brauchst, wenn dir Umformulierungen Schwierigkeiten bereiten, ist unnötig zu erwähnen, das versteht sich. Wer benötigt schon Hilfe, wenn er keine Schwierigkeiten hat?

Hätte ich dein Problem, würde ich in etwa so schreiben: "Ich suche jemanden, der mich stilistisch unterstützt, der mit derselben Liebe zum Detail wie ich an den Sätzen herumbastelt. Er soll bloß nicht mit seiner Kritik hinter dem Berg halten, und sei diese noch so schonungslos. Am Ende soll eine Version des "Seewolfes" stehen, die mich endlich wirklich zufriedenstellt." Aber das wären meine Worte, du musst zu deinen finden.

Irgendwie erinnerst du mich an meine eigene Geschichte in diesem Alter. Ich habe mit 17 Jahren aus vielen Gründen angefangen literarisch zu schreiben, u. a. weil ich an jedem Buch etwas auszusetzen hatte. Also musste ich wohl mein eigenes schreiben, damit ich wenigstens eines vor mir hätte, mit dem ich zufrieden wäre. Ich empfehle dir: Lass den guten alten Jack sein und schreibe deinen eigenen Roman. Sollte dieser kurz vor der Veröffentlichung stehen, hat es wirklich Sinn, wenn du dich um Testleser umsiehst. Und du wirst bestimmt welche finden.


rico
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