Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

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MichaelHA
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (01.09.2017, 21:49)
Siegfried hat geschrieben:
Ich finde diesen Begriff "deutschsprachige Kultur" einfach zu geil. Denn damit stehen Kulturwerke wie Mozarts "Cosi fan tutte"oder Händels "Te Deum" außerhalb dieses Kulturraumes - beide Werke sind bekanntlich nicht deutschsprachig, wie können sie also Teil der "deutschsprachigen Kultur" sein?

Es wäre noch zu klären, ob Kulturgüter, die gar nicht sprachlich ausgeprägt sind (etwa Sinfonien ohne Gesang, Gemälde ohne Texte, Plastiken ohne Schilder) irgendwie zur "deutschsprachigen Kultur" gehören - und wenn ja, warum.

Gehört also Beethovens 5. Sinfonie zur "deutschsprachigen Kultur", auch wenn kein Wort Deutsch darin vorkommt (Allegro con brio ist Italienisch!)?


Hallo??! Es geht doch um deutschsprachige Kultur "jenseits der Sprache". Selbstverständlich gehören Beethoven, Mozart und Händel auch zur deutschsprachigen Kultur, denn sie sind selbstverständlich deutschsprachig aufgewachsen. Es kann gar nicht darum gehen, in welcher Sprache das jeweilige Werk abgefasst ist, denn eine Kultur "jenseits der Sprache" ist ohnehin nur nachweisbar, wenn man diese nicht als Hauptindikator des Werks nimmt.

Paul Feyerabend, Albert Einstein oder Erich Fromm bspw. sind im deutschsprachigen Raum aufgewachsen, damit zählt ihr Werk natürlich auch zur deutschsprachigen Kultur, auch wenn ihre Schriften teils später in englisch abgefasst wurden. Gerade die ursprünglich deutschsprachigen Emigranten weisen durch die Art und Weise ihres Werks auf den Bestand einer (deutschsprachigen) Kultur auch jenseits der Sprache hin.

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Siegfried
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von Siegfried (01.09.2017, 23:48)
MichaelHA hat geschrieben:
Paul Feyerabend, Albert Einstein oder Erich Fromm bspw. sind im deutschsprachigen Raum aufgewachsen, damit zählt ihr Werk natürlich auch zur deutschsprachigen Kultur, auch wenn ihre Schriften teils später in englisch abgefasst wurden. Gerade die ursprünglich deutschsprachigen Emigranten weisen durch die Art und Weise ihres Werks auf den Bestand einer (deutschsprachigen) Kultur auch jenseits der Sprache hin.


Ah, jetzt verstehe ich:

Wladimir Kaminer, ein Autor aus Berlin (u. a. "Russendisko"), gehört nicht zur "deutschsprachigen Kultur", weil er seine Bücher zwar auf Deutsch schreibt, in Berlin lebt und arbeitet, aber gebürtiger Russe ist und seine Muttersprache Russisch ist.

Kent Nagano gehört als Dirigent des Deutschen Sinfonie-Orchesters Berlin nicht zur "deutschsprachigen Kultur", auch wenn er viele Jahre in Deutschland künstlerisch gewirkt hat, denn er ist US-Amerikaner, dazu noch japanischer Abstammung.

Gleiches gilt für Sir Simon Rattle, der seit 2002 als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker kulturschöpfend arbeitet. Er ist schließlich Brite und daher kein Teil der "deutschsprachigen Kultur". 2018 übergibt er das Orchester an Kyrill Petrenko - und der ist Russe. Die Berliner Philharmoniker haben schon wieder einen Dirigenten, der nicht Teil der "deutschsprachigen Kultur" ist - aber vermutlich massiv auf die deutsche Kulturszene einwirken wird.

Sämtliche Künstler, deren Wurzeln im Ausland liegen, also muttersprachlich nicht Deutsch sprechen, sich aber in Deutschland betätigen, sind damit raus aus der "deutschsprachigen Kultur". Der Regisseur Fatih Akin (türkische Abstammung). Der Schauspieler Mehmet Kurtulus (türkische Abstammung). Der BR-Tatort-Kommissar Miroslav Nemec (kroatische Abstammung). Auch wenn man sie vielleicht nicht mag: Die Sänger Roberto Blanco (gebürtiger Tunesier) oder Bushido (ebenfalls tunesische Wurzeln) haben die deutsche Kulturszene beeinflusst, sind aber wegen ihrer Herkunft nicht Teil der "deutschsprachigen Kultur".

Sportler wie Miroslav Klose (Fußball; Polen), Mesut Özil (Fußball; Türkei), Alexander Zverev (Tennis; Russland), Dennis Schröder (Basketball; Gambia) sind Tel der deutschen Sportkultur, aber nicht der "deutschsprachigen Kultur".

Oder TV-Moderatoren wie Cherno Jobatey (Huffington Post; Wurzeln Gambia) oder Dunja Hayali (ZDF, Wurzeln Irak) oder Yared Dibaba (NDR, Wurzeln Äthiopien), der sogar fließend Plattdeutsch spricht. Alle liefern irgendwie Kultur in Deutschland ab, sind aber kein Teil der "deutsprachigen Kultur".

Kurzum: Wer nicht deutscher Abstammung ist, kann zwar deutsche Kultur produzieren, aber nie Teil der "deutschsprachigen Kultur" sein.

Richtig?
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hugo-wolff
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von hugo-wolff (02.09.2017, 00:04)
@ Matthias:

Danke für das Schopenhauer-Zitat! Besser kann man es gar nicht formulieren und zusammenfassen. Merkwürdig, warum MichaelHA darauf nicht eingeht.

Zitat MichaelHA (verkürzt):

...andererseits ist sie im Blute Scharia- treuen Verwandten verbunden.


Wenn ich solche Sätze lese, wird mir schlecht. Geht's noch?

Hugo

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MichaelHA
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (02.09.2017, 00:17)
Die Brüder von Aydan Özuguz betreiben die islamistisch-fundamentalistische Webseite "Muslim-Markt".
Das ist gemeint.

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MichaelHA
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (02.09.2017, 07:21)
Wer sich an dem Terminus "deutschsprachige Kultur" stört, wie Siegfried, der möge doch bitte hilfsweise einsetzen "mitteleuropäische Kultur", wenngleich das eine gewisse begriffliche Unschärfe hinsichtlich der Sprachgrenzen mit sich bringt.

Beste Grüße

MichaelHA

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mtg
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von mtg (02.09.2017, 08:26)
Siegfried hat geschrieben:
Kurzum: Wer nicht deutscher Abstammung ist, kann zwar deutsche Kultur produzieren, aber nie Teil der "deutschsprachigen Kultur" sein.

Demnach ist Aydan Özoğuz Teil der deutschsprachigen Kultur. Sie ist in Hamburg geboren, ist eine deutsche Politikerin und seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Übrigens, Siegfried: Mich wundert es gar nicht, dass MichaelHA nicht begreift, worauf Du hinauswillst. Von Sprache faseln, sie aber nicht beherrschen … ja ja …

hugo-wolff hat geschrieben:
@ Matthias:
Danke für das Schopenhauer-Zitat! Besser kann man es gar nicht formulieren und zusammenfassen. Merkwürdig, warum MichaelHA darauf nicht eingeht.


@ Hugo:
Bitte. Keine Ursache. Der Mann konnte ja was. Im Gegensatz zum vom TE hofierten Katzenkrimiautor, denn:

Akif Pirinçci hingegen kann kein Teil der deutschsprachigen Kultur sein, denn er wurde in Istanbul geboren. Seit 2012 betätigt er sich als gesellschaftspolitischer Kommentator und als Redner bei rechtspopulistisch und islamkritisch ausgerichteten Veranstaltungen.

hugo-wolff hat geschrieben:
Zitat MichaelHA (verkürzt):
...andererseits ist sie im Blute Scharia- treuen Verwandten verbunden.

Wenn ich solche Sätze lese, wird mir schlecht. Geht's noch?


Wenn Du wirklich kotzen möchtest: Seine Replik auf das inkriminierte Özoğuz-Zitat spricht Bände. »Akif Pirinçci: „Es gibt eine deutsche Kultur – und sie ist allen Kulturen überlegen“« Hier kann man sich übrigens den ganzen Text ‘reinziehen (auch wenn es mich schaudert, solche Quellen zu verlinken): http://www.pi-news.net/akif-pirincci-es ... eberlegen/

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mtg
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von mtg (02.09.2017, 08:38)
MichaelHA hat geschrieben:
Die Brüder von Aydan Özuguz betreiben die islamistisch-fundamentalistische Webseite "Muslim-Markt".
Das ist gemeint.


Was wirklich gemeint ist: Michael Heinen-Anders hat damit die Sippenhaft wieder eingeführt.

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MichaelHA
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (02.09.2017, 09:26)
mtg hat geschrieben:
Was wirklich gemeint ist: Michael Heinen-Anders hat damit die Sippenhaft wieder eingeführt.


Wer sich das Wirken der Dame über einen längeren Zeitraum anschaut, der kommt nicht umhin zu sagen, dass diese im Sinne des Islamismus agiert.

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mtg
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von mtg (02.09.2017, 09:37)
MichaelHA hat geschrieben:
Wer sich das Wirken der Dame über einen längeren Zeitraum anschaut, der kommt nicht umhin zu sagen, dass diese im Sinne des Islamismus agiert.


Na, da ist ja der Schritt zum internationalen Finanzjudentum auch nicht mehr weit – gell, Michael?

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MichaelHA
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (02.09.2017, 09:54)
mtg hat geschrieben:
Na, da ist ja der Schritt zum internationalen Finanzjudentum auch nicht mehr weit...


Genau solche Töne kommen heutzutage aus der islamistischen Szene.

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Siegfried
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von Siegfried (02.09.2017, 13:00)
mtg hat geschrieben:
Übrigens, Siegfried: Mich wundert es gar nicht, dass MichaelHA nicht begreift, worauf Du hinauswillst.


Nein, er hat meine Argumentation tatsächlich nicht verstanden. Sein Ausweichen auf den Begriff einer "mitteleuropäischen Kultur" löst nicht das Problem, ob hierzulande seit Jahren oder Jahrzehnten künstlerisch tätige Menschen aus Osteuropa, Asien, dem Afrika südlich der Sahara oder aus Nordamerika zur hiesigen Kulturwelt ("deutschsprachige Kultur", alternativ "mitteleuropäische Kultur") dazugehören oder nicht.

An dieser Stelle empfehle ich die Lektüre von Clausewitz' "Vom Kriege", 3. Kapitel, zum Thema Standhaftigkeit im Sinne von Beharren auf der eigenen Meinung. Lohnt sich. Weil dadurch das Verhalten bestimmter Leute plötzlich nachvollziehbar wird.
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hugo-wolff
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von hugo-wolff (02.09.2017, 13:17)
MichaelHA schrieb:

Genau solche Töne kommen heutzutage aus der islamistischen Szene.


Bitte den Horizont erweitern: Diese Töne höre ich ständig auch im Land der 'Leitkultur'.

Kultur wird (für mich) zuallerst im Umgang Miteinander ersichtlich. Aufmerksamkeitshascher wie Akif Pirinçci oder Sarrazin punkten alleine durch Lautstärke (wie Rechtsradikale oder Linke Autonome) und eben nicht durch schöpferische, kulturelle Leistungen. Ihr wirklich einziger Pluspunkt ist, daß Medien Krakeeler benötigen.

Gerade als Anthroposoph sollte Dein Blick über Deutschtümelei hinausgehen. Ich hab's ja nun wirklich nicht mit der Kirche, aber was in Matthäus 25 steht, unterschreibe ich: "Jesus sagt: Was ihr dem Geringsten unter euch antut, tut ihr mir an." Und damit meinte er explizit auch Flüchtlinge, Nichtdeutschsprachige und all Jene, die im Land der Dichter und Denker als weniger wert angesehen und bezeichnet werden.

Erinnern wir uns doch an jenen großen Deutschen(!), der einst sagte: "Alle Menschen werden Brüder ..."
Aber jetzt werden die Leitkulturler/innen wieder schreien: "Und was ist mit den Schwestern?"

Hugo
(desillusioniert) :cry:

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MichaelHA
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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (02.09.2017, 14:39)
hugo-wolff hat geschrieben:
Gerade als Anthroposoph sollte Dein Blick über Deutschtümelei hinausgehen. Ich hab's ja nun wirklich nicht mit der Kirche, aber was in Matthäus 25 steht, unterschreibe ich: "Jesus sagt: Was ihr dem Geringsten unter euch antut, tut ihr mir an." Und damit meinte er explizit auch Flüchtlinge, Nichtdeutschsprachige und all Jene, die im Land der Dichter und Denker als weniger wert angesehen und bezeichnet werden.


Wenn man es anders nicht schafft, ein Werk herabzuwürdigen, dann durch Verunglimpfung! Was die Geringsten "unter euch" angeht, so wohnen diese nicht im Morgenland, sondern es sind unsere Brüder und Schwestern im Abendland gemeint, etwa die Bettler und Obdachlosen. Für letztere läßt sich neuerdings viel erreichen, z.B. dadurch, dass man ihnen Mini-Wohnhäuser aus Holz zur Verfügung stellt. Berichte darüber gab es im WDR 3 Fernsehen, "Aktuelle Stunde". Ich kann mich noch gut an den Beginn der 90er Jahre erinnern, als es darum ging die Massen an Aussiedlern unterzubringen. Auch diese waren nicht die Geringsten "unter euch", sondern es waren die bereits tief gesunkenen Obdachlosen, für die man damals aber ausser symbolischen Maßnahmen nicht viel tat. Auch unser heutiger Bundespräsident schrieb damals eine wichtige Examensarbeit über Wohnungslosigkeit - daß er sich in der Folge stark für dieses Thema eingesetzt hat, habe ich aber nicht beobachten können. Um so mehr freut mich, dass es derzeit einige aussichtsreiche Projekte für Obdachlose gibt, wie die oben beschriebenen, ganz im Sinne der Evangelienstelle "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40). Im Christentum ist diese Praxis auch ins esoterisch-kultische übergegangen, mit der sogenannten "Fußwaschung".

Beste Grüße

MichaelHA

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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von MichaelHA (02.09.2017, 15:15)
Hier ein Link zum Thema "Rollende Holzhäuser für Obdachlose", was ich oben bereits angesprochen habe:
http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr2/audio-koelner-baut-kleine-haeuser-fuer-obdachlose-100.html

Beste Grüße

MichaelHA

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Re: Leitkultur - Was deutschsprachige Kultur ist! Und was sie nicht ist!

von Arno Abendschön (02.09.2017, 18:53)
Warum sollte MichaelHA auf das Schopenhauer-Zitat eingehen? Schopenhauer thematisiert dem Wortlaut nach den Nationalstolz im Sinne von Hybris und als Ersatz für Substanzielles. Ich teile die Auffasssungen von MichaelHA zum großen Teil nicht, aber ich finde an seinen Ideen nichts Nationalstolzes in diesem Sinne. Es scheint hier wieder nach dem sattsam bekannten Muster abzulaufen: Man bastelt sich einen Popanz, setzt ihn mit dem Kontrahenten in der Debatte gleich und verschafft sich so einen Vorteil.

Es ist außerdem pikant, sich im jetzigen Zusammenhang auf Schopenhauer zu berufen. Seine Haltung in dieser Frage speist sich auch aus seiner Opposition gegen die 1848er. Schopenhauer war Anti-Demokrat und Gegner der zugleich liberal und national gesinnten Kräfte, die die gescheiterte Revolution von 1848 initiierten. Das Auseinanderfallen dieser beiden Elemente erfolgte erst zu einer Zeit, die Schopenhauer gar nicht mehr erlebte.

Ein Zitat wie das oben angeführte kann nur in seinem historischen Kontext zutreffend eingeordnet werden. Für die heutige Leitkultur-Debatte (die ich insgesamt müßig finde) ist es nicht geeignet.
Geschichten werden niemals richtig erlebt, nur manchmal, sehr selten, richtig erzählt. (Alfred Polgar)

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