Erfahrungen: Welche Buchblogs bringen etwas?

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


Mayk
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Erfahrungen: Welche Buchblogs bringen etwas?

von Mayk (01.06.2017, 14:58)
Moin,

Buchblogs gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer. Und natürlich kann man sich grob an den Likes und Followern orientieren, um eine Ahnung von der Streuwirkung einer Rezension dort zu bekommen. Mich interessieren aber Eure/Ihre persönlichen Erfahrungen, ob Zusammenarbeit mit Blogger_innen oder gar Investitionen in Leserunden auf lovelybooks etc. wirklich etwas gebracht haben. Nicht (nur) in rein wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch als Multiplikatoren.
Lovelybooks z.B. scheint recht professionell aufgezogen zu sein, aber das Versenden von 10-20 Exemplaren für Leserunden kostet ja zuallererst mal mich als Autoren Geld. Daher möchte ich sorgfältig abwägen, wo ich investiere.

Persönlich finde ich es auch dreist, mit welcher Selbstverständlichkeit Leute davon ausgehen, dass man ihnen kostenlos Bücher schickt, sobald sie eine Rezension (ohne Erläuterungen, wo und wofür) anbieten. Hatte da erst heute einen Fall, über den ich mich sehr geärgert habe ... die Dame war außer sich, dass ich es wagte, nachzufragen, wo sie denn mein Buch zu rezensieren gedenkt, was aus ihrer Anfrage keineswegs hervorging. Das sei "böse" und "misstrauisch". Aha: Danke fürs Gespräch :)
Ich habe nunmal nicht das Werbebudget eines Großverlages oder das unserer Inselgemeinde, die Blogger_innen gerne eine Woche Urlaub spendiert, damit die hinterher ihren 67 Followern "Der Stranndt von Langenog ist schön" schreiben können. Die Werbewirkung von sowas wird m.E. häufig eklatant überschätzt. Insofern denke ich schon, dass es sinnvoll ist, da abzuwägen. Allein schon aus Fairness gegenüber all den Privatleuten, die meine Bücher rezensiert haben, ohne sie geschenkt haben zu wollen! Daher sollte m.E. eine gewisse Reichenweite und Professionalität des Bloggenden schon gegeben sein.

Was meint Ihr/meinen Sie dazu? Gerne auch konkrete Tipps zu Blogs, die wirklich etwas bringen. Ich bin zwar Autor, fremdele aber mit dieser Buchbloggerszene tatsächlich noch etwas und lese das auch nicht gern.

Beste Grüße von der Nordsee!

Mayk D. Opiolla

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Monika K.
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Re: Erfahrungen: Welche Buchblogs bringen etwas?

von Monika K. (01.06.2017, 16:04)
Bei LovelyBooks gibt es sowohl sehr interessierte Leser, die sich sehr engagiert an der Leserunde beteiligen, hinterher eine ausführliche Rezension verfassen und diese oft sogar zusätzlich in verschiedenen Shops veröffentlichen, als auch Leute, die mit dem Buch auf Nimmerwiedersehen verschwinden. In letzter Zeit höre ich öfter mal Klagen, dass sich kaum jemand für Leserunden bewirbt, bei denen lediglich E-Books verlost werden. Es könnte eventuell am Genre oder schlicht am Buch liegen, aber das glaube ich nicht. Vermutlich sind Print-Ausgaben tatsächlich beliebter. Vielleicht ist es daher ratsam, zusätzlich zu E-Books ein paar Printausgaben zu verlosen.

Mit Buchbloggern habe ich keine aktuellen Erfahrungen.

Gruß,
Monika
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Mayk
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Re: Erfahrungen: Welche Buchblogs bringen etwas?

von Mayk (01.06.2017, 19:16)
Danke für Deine Antwort. Ich verabscheue E-Books und würde nie freiwillig eines lesen. Insofern drehen sich sämtliche Gedankengänge meinerseits ohnehin nur um die Print-Ausgaben meiner Bücher. Werde mich in die lovelybooks-Sache mal gründlicher einlesen, es gibt für Autoren ja einen sehr ausführlichen PDF-Leitfaden. Und schweren Herzens 10 Bücher springen lassen — dann allerdings erst zur Promotion meines nächsten Bandes.

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Marc Kemper
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Re: Erfahrungen: Welche Buchblogs bringen etwas?

von Marc Kemper (30.08.2017, 18:27)
Das Thema ist zwar nun schon ein paar Tage alt, möchte die Diskussion aber ganz gern noch mal reanimieren.
Ich persönlich habe sehr verschiedene Erfahrungen gemacht. Bei Lovelybooks ist mein Erstling extrem gut angenommen worden und hat für viele sehr tolle Rezensionen (auch bei Amazon) gesorgt. Daher ging ich vermutlich mit einer gewissen Selbstverständlichkeit für einen reibungslosen Ablauf aus der Sache. Als mich dann nämlich diverse Buchblogger um Rezensionsexemplare baten, dachte ich, blauäugig wie ich war, dass das ebenfalls so leicht und angenehm ablaufen würde.

Natürlich war dem dann nicht so. Ich bin Monatelang nach Rezensionen hinterhergelaufen, Blogger haben nach erhalt meiner Sendung schlicht aufgehört auf Nachfragen zu reagieren und von den wenigen, die dann tatsächlich zustande kamen, wirkten manche, als hätte die Person gerade mal den Klappentext und die Leseprobe gelesen. Für mich persönlich ist das Verhältnis zwischen Hobbybloggern und Selbstverlegern extrem angesäuert. Es ist vielen gar nicht klar, dass wir keinen großen Verlag haben, die das für uns einfädeln. Oder, dass jede Rezension für die wir ein Printexemplar raussenden, auch Kosten entstehen.
Ein wenig besser lief es für mich bisher tatsächlich mit Youtubern, die den Roman besprochen haben. Da sieht man auch viel leichter, welche Reichweite die Rezension letztendlich hatte.

Mein Fazit ist daher ganz klar, sehr genau zu filtern und zu selektieren, wem ich eine Rezension ermögliche. Und dann auch nur noch mit ganz klarer Vereinbarung, wann der Artikel, das Video oder der Post online gehen soll.

Es würde mich also wirklich mal interessieren, wie andere Autoren damit umgehen - und ob ihr da Mittel und Wege habt, solche Problemchen überhaupt gar nicht erst entstehen zu lassen? Gibt es vielleicht noch andere Portale (ähnlich wie Lovelybooks), wo die Buchcommunity nicht ganz so nach wilder Westen erinnert?
"Schmerzflimmern" - ein schwarzhumoriger Mystery-Thriller von Marc Kemper

Mayk
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Re: Erfahrungen: Welche Buchblogs bringen etwas?

von Mayk (27.09.2017, 22:32)
Moin Marc,

herzlichen Dank für Deinen Beitrag. Da ich hier nur noch sehr selten reinschaue, entdeckte ich ihn leider heute erst.
Dir wünsche ich, trotz aller schlechten Erfahrungen, weiterhin viele schöne Rezensionen und viel Erfolg mit Deinen Büchern.

Beste Grüße von der Nordsee,

Mayk

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