Ein historischer Roman

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Tiane
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Ein historischer Roman

von Tiane (12.10.2017, 10:45)
MeinerTreu Zwei Schwerter

Autorin: Christiane Altenbach
ISBN: 9783744894128
BoD

Welch langen Weg das Buch nehmen musste, beschrieb ich bereits in der Autorenvorstellung, aber hier gerne noch einmal:

Der Roman wollte von mir bereits Anfang der 90er des 20ten Jahrhunderts geschrieben werden, denn zu dieser Zeit studierte ich Geschichte in Köln und besuchte in einem Sommersemester eine Vorlesung mit dem Namen "Die Normannen in Süditalien."
"Aha, also gut. ich wusste gar nicht, dass die dort auch waren, aber mal gucken," dachte ich. Ich guckte und war verzaubert. Zuerst Söldner, dann unter all denen plötzlich ein Normanne, Robert Hauteville, der mit nichts als seinem Pferd und seinem Schwert in Italien ankommt und der am Ende seines Lebens Herzog von Apulien und Kalabrien sein wird, listenreich wie Odysseus. Und eine Frau, die einer Amazone gleich späterhin mit ihm in jeden Krieg zieht und sogar selbst Männer anführen und Schlachten die entscheidende Wendung geben wird.
Daneben eine ausgesprochen geniale Quellenlage und die Tatsache, das die ganzen Fakten überhaupt keiner kennt. Jedenfalls damals nicht, das hat sich ja dann geändert, bevor ich loslegte.
Ich las damals auch gerne historische Romane. Zu einem Zeitpunkt als es noch keine Wanderhuren und Wanderapotkerinnen gab und Gisbert Haefs, sowie Peter Berling es noch vermochten, einen in den Sog der Geschichte zu ziehen. George Herrmann brachte einen mit seinen historischen Romanen zum Lachen, aber über Robert Hauteville gab es keinen Roman, also, dachte ich, dann schreibe ich ihn eben selbst, aber wie das so ist: das Leben grätschte dazwischen. Nach einem schweren Verkehrsunfall und mit der daraus folgenden Behinderung (doppelte Oberschenkelamputation) war das Schreiben eines solchen Projektes bei Vollzeitjob nicht möglich.
Ich hatte ein Gerüst erstellt und die Quellenlage kannte ich auswendig, aber das ruhte in den unendlichen Tiefen meiner selbst, bis ich einkaufen ging und in den Bücherregalen meines Stammsupermarktes , in der Schlange an der Kasse stehend im Augenwinkel das Wort "Normanne" auf dem Buchdeckel eines Taschenbuches entdeckte. Magisch angezogen verließ ich die inzwischen zur Poleposition gewordene Stelle an der Kasse und nahm das Ding in die Hand. Um es kurz darauf zutiefst gekränkt wieder in das Regal zu werfen. Da hatte jemand einen Roman über Robert Hauteville geschrieben. Und wie sich später herausstellen sollte, mit Fortsetzung.
Zuhause angekommen, räumte ich die eingekauften Lebensmittel lieblos in den Kühlschrank, fütterte äußerst schnell meine Katzen, machte mir einen Kaffee, setzte mich an den PC, rieb die Hände und fing an.
Ich habe mein Buch geschrieben.
Natürlich ohne die Hauteville-Bücher des anderen Autors gelesen zu haben, allein um mich nicht von ihnen beeinflussen zu lassen.
Meine beste Freundin seit Studientagen las für mich dessen ersten Band, bestätigte mich darin, dass das, was ich da plane, etwas völlig anderes ist und ich schrieb, da jetzt vorzeitig im Ruhestand, unverdrossen weiter.
Ich schrieb den ganzen Frühling und Sommer 2017 solange weiter, bis ich bemerkte, dass es zu lang ist, weshalb ich die bisher geschriebene Geschichte in zwei Teile teilte. Der zweite Teil ist also auch fertig, aber es wird noch Teil drei und vier geben.

Auch ich bin davon überzeugt, dass das Buch an den Schreibfehlern scheitern wird, obwohl ich mir viel Mühe gegeben habe, aber wie oft soll ich 424 Seiten lesen? Ich habe es gefühlt tausend Mal getan, ehe ich die Datei hochgeladen habe, und immer noch sind Fehler darin.

Was daraus geworden ist, heißt "MeinerTreu zwei Schwerter." Es ist der erste Teil, und wer einen historischen Roman, wer eine Abenteuergeschichte lesen möchte, mit blutigen Schlachten und Intrigen, einem Frauenhelden und einem Zweifler, wer die unsägliche Sichelgaita von Salerno kennen lernen möchte, und Abelrada die Liebliche, wer Tyrant und Cornel begleiten möchte, bei ihrem Versuch, der Aufgabe zu folgen, die ihnen gestellt worden ist, der ist herzlich eingeladen. :D Insbesondere dann, wenn er bei der Lektüre auch lachen möchte. Ja, auch bei historischen Romanen darf gelacht werden. Das ist zwar etwas unpopulär, aber ich habe es so gemacht.

Ein kleiner Ausschnitt:

(...) Jetzt saßen sie, die Alpen im Rücken, die Amalfiküste noch weit vor sich, in einem Gasthof in der Nähe Roms vor einem warmen Mahl. Der junge Robert, stets die Hand auf dem Schwertknauf und mit misstrauischer Miene, das fremde Land behagte ihm nicht, und Judith, aufrechte Haltung, den sandfarbenen Reiseumhang um die schmalen Schultern gelegt, mit einem Holzlöffel in einer Tunke herumrührend und einem Antlitz des Jammers, als würde sie gleich in Tränen ausbrechen. So sehr sie doch um Haltung bemüht war, konnte Tyrant Avranches nicht aufhören, sich zu fragen, wer dem Mädchen diese Feigheit anerzogen hatte und wie er seinen Löffel zurück in die leere Schale legte, lehnte er sich zurück, kreuzte die Arme vor der Brust, zog eine Augenbraue hoch und sagte nur: “Was?“
Judith nagte an ihrer Unterlippe. „Ist sie schön?“
„Wer?“, fragte er, obwohl er eine leise Ahnung hatte, um wen sich die Frage drehte, denn seit dem Bericht über Sichelgaita, hatte dieses Mädchen andauernd auf der inzwischen blutigen Unterlippe herumgekaut. Hätte er doch bloß den Mund gehalten. Er verlagerte unbehaglich sein Gewicht auf dem Stuhl, was Robert sofort in eine Schockstarre verfallen ließ. Er rechnete permanent mit einem Überfall, sodass Tyrant nur in seine Richtung kaum merklich den Kopf schüttelte und zu Judith sagte: “Kann man so sagen.“
Dabei langte er mit der Hand nach dem Weinkrug und angelte ihn sich herbei.
Judith wurde blass, dann vom Scheitel an rot. Mit riesigen Augen sagte sie: „Aber wenn sie so anmutig ist. Dann ist er jetzt vielleicht in sie verliebt?“
„Anmutig?“ Avranches nahm einen Schluck direkt aus der Karaffe. „Das wäre aber eine Neuigkeit. Wenn sie anmutig wäre.“
Er stellte die Karaffe auf den Tisch zurück und erhob sich. Er wähnte den jungen Ritter Grantmesnil immer noch neben sich, aber nun musste er erschreckt feststellen, dass er plötzlich verschwunden war. Vom Erdboden verschluckt. Avranches sog ziemlich resigniert Luft ein, behielt sie vor dem Ausatmen einen Moment länger in der Lunge und zerrte Judith, die quietschte, ungeduldig aus der Schenke, weil von draußen die Geräusche eines kleinen Tumultes hereindrangen, die verdächtig nach einer handfesten Auseinandersetzung klangen. Vor der Tür drückte er Judith an die Wand, befahl ihr nur mit der Geste des erhobenen Zeigefingers zu bleiben, wo sie war und das tat sie auch. Steif, starr, beide Arme gesenkt, die Handflächen neben den Beinen an die Mauer gepresst, als versuchte sie mit ihr eins zu werden, blinzelte sie Tyrant nach, der an einer Gebäudeecke mit gezogenem Schwert stehen blieb und lauschte. Irgendwer rannte. Er hörte, wie Füße auf dem ausgetrockneten Boden schnell tapsten, das Geräusch immer näherkam. Der Schatten eines Mannes mit ihm gleichauf, packte er die Gestalt am Kragen, die ihn verdutzt anglotzte. Gut, das wenigstens war nicht Robert Grantmesnil, aber wo war er? Der kam jetzt mit gezücktem Schwert und hochrotem Kopf hinterher und versuchte, den anderen gewaltsam aus Tyrants Armen zu zerren. In dem kleinen Handgemenge entdeckte Tyrant, der versuchte zwischen den Kontrahenten zu bleiben, mit einer Hand den Kragen des Mannes gepackt, mit dem Schwertarm gegen Roberts zielloses Wüten, über deren Köpfe hinweg, wie ein weiterer Mann, der eine Mütze in Händen hielt und die knetete, scheu im Sicherheitsabstand stehen geblieben war.
Man zerrte und zog an Tyrant. Nein, Robert zerrte und zog und der andere winselte und versuchte zu erklären, es handelte sich um ein Missverständnis. Am Ende hatte der Ritter Avranches die Nase gestrichen voll und versetzte dem Ritter Grantmesnil einen Hieb mit seinem Schwertknauf. Die Zähne schlugen hart aufeinander, der junge Mann blieb still und stumm. Endlich.
Von der Tür des Gasthofs waren während des Intermezzos Stimmen laut geworden, aber jetzt, wo der Sieger feststand, zogen sich die Neugierigen zurück, weil sie keinesfalls wünschten, Ärger auf sich zu ziehen. Roberts Zahnfleisch blutete ein bisschen und Tyrant, den Mann immer noch am Kragen, firmelte umständlich, weil das Schwert noch in der anderen Hand war, ein besticktes Tuch aus seiner Gürteltasche und forderte Robert auf, es sich zu nehmen.
Dann sagte er zu dem unglücklich Gefangenen: “Nun?“
„Wir haben ihn gefragt, ob er ein Mädchen will, Herr“, bekam der einigermaßen verständlich heraus. Tyrant ließ ihn los und der Mann machte eingeschüchtert einen Schritt rückwärts.
Der Ritter Avranches schickte einen fragenden Blick zu dem Mann mit der Mütze, der sich nicht gerührt hatte. Die Füße klebten am Boden fest, aber das unrasierte Gesicht nickte wie wild.
„Und Ihr, Edler Grantmesnil? Was sagt Ihr?“
Der hörte die gedämpfte Schärfe in der Frage und verstand nicht. Er verstand hier überhaupt so wenig und er gab recht empört wieder, was er verstanden hatte, als die beiden Gestalten in der Schankstube in geduckter Haltung das Gespräch mit ihm gesucht hatten.
„Sie wollten mich zur Unzucht überreden!“, rief er wütend. „Sie dachten, ich wäre ein solcher! Der mit Ihnen ins Heu ginge!“
Eine Weile war es still und in der Stille hörte man nur Tyrants genervtes Aufstöhnen, nicht all zu laut. Er gemahnte sich zur Ruhe und erklärte mit dem aufrichtigen Willen, nicht ironisch zu sein: „Aber nein, Herr Ritter. Das wollten sie keineswegs. Sie wollten Euch ein Mädchen zuführen. Gegen Geld.“
Robert Grantmesnil wurde vor Verlegenheit scharlachrot. Das gesenkte Schwert in der rechten, in der linken das blutbesudelte Tuch, zuckte er verlegen mit den Achseln.
„Dann tut es mir leid. Ich verstehe doch die Sprache nicht.“
„Dann“, sagte Tyrant freundlich, “wäre es angemessen, sich zu entschuldigen.“
Der Edle Grantmesnil trat von einem Fuß auf dem anderen. „Helft Ihr mir? Ich meine, äh, wegen der Sprache.“
„Aber ja.“ , sagte der Ritter Avranches mit einer Nachsicht, die Hohn gleichkam. Er erklärte den beiden Männern, die verschreckt da standen, die Ursache des Irrtums, beließ sie aber im Unklaren darüber, was der junge Mann verstanden hatte. Dann kramte er aus seiner Börse ein paar kleinere Münzen und die beiden gingen erst unter Verneigungen rückwärts, drehten fünf Fuß weiter um und rannten davon. Tyrant probierte einen neutralen Gesichtsausdruck, der nicht so recht zu ihm passen wollte und klopfte dem jungen Ritter auf die Schulter, jedoch, als sie sich umblickten, war Judith weg.
Auch das noch.
Sie liefen getrennt und zusammen um das Gebäude herum, wechselten ein paar ratlose Worte, bei denen Robert die Panik im Gesicht stand, die er nur deshalb zurückdrängte, weil ihm die peinliche Episode von vorhin noch auf den Schultern lastete. Schließlich, als sie bei den Pferdeboxen suchten, wieherte ein Pferd und schlug mit den Hufen gegen die Box. Sie schlichen beide mit gezogener Waffe hinein. Fanden anfangs nur ihre drei Pferde, ordnungsgemäß versorgt, wofür sie ja bereits bezahlt hatten und Robert, dem die Verzweiflung tief ins Gesicht gemalt war, wollte schon, Tränen in den Augen, hinausstürzen und den nächstbesten Mann anfallen, aber Tyrant hielt ihn am Ärmel fest. Senkte das Schwert, die Augen fest auf einen Heuhaufen geheftet, der sich merkwürdigerweise bewegte. In Roberts Richtung legte er den Zeigefinger an den Mund und machte: “Sht!“
Als Nächstes trug er eine Lage Heu nach der anderen ab, unter der letzten sie schließlich Judith bäuchlings liegen sahen, die Arme schützend über den Kopf gelegt und die wimmerte: „Nein. Nein. Nein. Bitte nicht. Bitte nicht.“
Der Ritter Avranches räusperte sich vernehmlich, das Wimmern erstarb, und Robert, der sich zu ihr hin gekniet hatte, half ihr beim Aufstehen. Mit von Stroh und Heu überzogener Kleidung stand sie da und versuchte sich beschämt zu rechtfertigen.
„Ich hatte Angst“, sagte sie mit zitternder Stimme. „Da habe ich mich dort versteckt.“
Dabei wies sie erklärend mit dem Finger auf den Heuhaufen, dem sie entstiegen war.
„Das war nicht zu übersehen, Madame“, sagte Avranches resigniert und zupfte ein paar Halme aus ihrem Haar.
Kurz darauf, als Tyrant Avranches die Mahlzeiten bezahlte, womit in der Schankstube schon keiner mehr gerechnet hatte, legte er noch eine größere Münze obenauf, die ihm vorkam wie Schweigegeld.
Sie waren schon bei den Pferden, als er unter dem prüfenden Blick Roberts ihre Hand nahm und ihr eindringlich in die Augen sah. „Madame", begann er und sie blinzelte verwirrt. „Ich bitte Euch, etwas mehr Tapferkeit zu zeigen. Dies ist ein wildes Land, wenn man es mit der Normandie vergleicht. Roger und Euer Bruder hier werden nicht immer an Eurer Seite sein können.“ (...)

Wen es interessiert, dem wünsche ich viel Spaß.
Über Resonanzen würde ich mich riesig freuen.
grüße
Tiane

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