Hilfe für ein Reisebuch. Programm/Schrift/Größe

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dango77
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Hilfe für ein Reisebuch. Programm/Schrift/Größe

von dango77 (06.11.2018, 22:54)
Guten Abend, :)

ich bin neu in dieser Welt und finde es toll, dass man sich in der "Community" hilft. thumbbup

Eigentlich wollte ich gar nicht so weit in die Büchergestaltungswelt eintauchen, jedoch sahen die Alternativen nicht so schön aus.

Nun zu meinen Fragen und meinen "Problemen".

Während meiner Weltreise führte ich einen Blog, den ich nach knapp anderthalb Jahren auch ziemlich füllte.
Da meine ältere Familie den Umgang mit den digitalen Medien so gar nicht beherrscht, wünschten sie sich den Blog als eine Art Buch. Ich finde die Idee gut, da ich auch gerne etwas in der Hand hätte.

Die Option ein Fotobuch mit Texten zu kombinieren habe ich ausgeschlossen.

Ich dachte an ein (werden wahrscheinlich doch ein paar mehr Bücher) Buch -> Größe A4 mit ca. 300 Seiten (+-).

Welches Programm würdet ihr mir empfehlen? Word? Sehr viele Bilder mit kurzen Texten dazu.
Welche Schriftart und Schriftgröße bietet sich an? Hatte mit Arial und Schriftgröße 14 geliebäugelt. Zu groß?
Müsste ich aufpassen, dass die PDF Datei am Ende nicht zu groß wird,
da die Bilder doch recht groß sind (ca. 5mb pro Bild) ?

Kann ich über den "klassischen Rand" gehen, den Word (falls ich es nutze) mir vorgibt? Damit meine ich, ob ich einige Bilder näher an den Rand schieben kann, ohne dass es beim Druck Probleme gibt.


Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir helfen könntet. Wobei einige Sachen wie Schriftart und Schriftgröße natürlich auch Geschmackssache sind, aber vielleicht gibt es klassische Standards für solche Art von "Reiseberichten".

Danke love1

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Siegfried
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Re: Hilfe für ein Reisebuch. Programm/Schrift/Größe

von Siegfried (07.11.2018, 00:38)
Hi!

dango77 hat geschrieben:
Ich dachte an ein (werden wahrscheinlich doch ein paar mehr Bücher) Buch -> Größe A4 mit ca. 300 Seiten (+-).


A4 mit 300 Seiten, von denen die meisten 4-farbig sind = irre teuer! Das läuft auf etwa 100 Euro raus.

dango77 hat geschrieben:
Welches Programm würdet ihr mir empfehlen? Word? Sehr viele Bilder mit kurzen Texten dazu.


Bei dem Projekt würde ich dir nur dann Word empfehlen, wenn du dich mit Word verdammt gut auskennst. Hast du Kenntnisse in Word bei den Themen Hauptdokument und Unterdokumente? Wie sieht es aus mit Bilder in Word verlinken statt sie einzubinden? Verfahren bekannt? Das verhindert nämlich diese Monsterdateien (mehrere 100 MB), mit denen Word dann irgendwann Probleme bekommt.

Alternative: Auf ein DTP-Programm ausweichen. Adobe InDesign z. B. (die CS6 kosten ca. 400,- Euro) oder QuarkXPress (Version 7 kostet ca. 750,- Euro); kostenlose Variante ist Scribus (GNU-Lizenz für diverse Betriebssysteme). Bedeutet aber Einarbeitungszeit (Dauer unbekannt).

Einige hier schwören auf das Textsatzsystem Tex, meist in der Form von LaTex. Wenn du fit bist mit den Auszeichnungsbefehlen in HTML, wird dir manches bekannt vorkommen. Aber auch hier: Einarbeitungszeit beachten - und vor allem: Sehr strikt das Textschreiben und -korrigieren vom Layouten abgrenzen. Ich nehme z. B. keine LaTex-formatierte Texte mehr zur Korrektur an, weil man ständig am Suchen ist, was jetzt Text und was Layoutbefehle sind (in LaTex sind WYSIWYG-Darstellungen verpönt - es ist eben ein Textsystem wie aus alten HTML-Zeiten).

Einen Text in LaTex zu gestalten, sieht etwa so aus (Beispiel aus Wikipedia):

Code: Alles auswählen

%% Erläuterungen zu den Befehlen erfolgen unter
%% diesem Beispiel.

\documentclass{scrartcl}

\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{lmodern}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage{amsmath}

\title{Ein Testdokument}
\author{Otto Normalverbraucher}
\date{5. Januar 2004}
\begin{document}

\maketitle
\tableofcontents
\section{Einleitung}

Hier kommt die Einleitung. Ihre Überschrift kommt
automatisch in das Inhaltsverzeichnis.

\subsection{Formeln}

\LaTeX{} ist auch ohne Formeln sehr nützlich und
einfach zu verwenden. Grafiken, Tabellen,
Querverweise aller Art, Literatur- und
Stichwortverzeichnis sind kein Problem.

Formeln sind etwas schwieriger, dennoch hier ein
einfaches Beispiel. Zwei von Einsteins
berühmtesten Formeln lauten:
\begin{align}
E &= mc^2                 \\
m &= \frac{m_0}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}
\end{align}
Aber wer keine Formeln schreibt, braucht sich
damit auch nicht zu beschäftigen.
\end{document}


dango77 hat geschrieben:
Welche Schriftart und Schriftgröße bietet sich an? Hatte mit Arial und Schriftgröße 14 geliebäugelt. Zu groß?


Für kurze Texte würde ich eine serifenlose Schrift wählen (Arial, Calibri o. ä.), für Fließtexte bieten sich Serifenschriften an (Garamond, Palatino Linotype, Century Schoolbook o. ä.). Ist letztlich aber auch ziemliche Geschmackssache. Aber aufpassen, dass man eine Schrift benutzt, für die eine Lizenz vorliegt, sie in Druckerzeugnissen zu benutzen. Ich habe schon mehrfach erlebt, dass bei der Konvertierung eines Textes plötzlich eine Schriftart nicht ins PDF eingebunden werden konnte, weil die Schriftart sich verweigerte (fehlende Lizenz).

Schriftgröße? Ausprobieren. Hängt auch von der Schriftart ab. Bei Fließtext gilt i. A.: 50 bis 65 Zeichen in einer Zeile, 30 bis 40 Zeilen auf einer Seite. Bei einem Format A4 kann das natürlich deutlich abweichen. Ich vermute, bei so einem Bildband werden die Texte ohnehin in kleinen Blöcken präsentiert und nicht als fortlaufender Text.

dango77 hat geschrieben:
Müsste ich aufpassen, dass die PDF Datei am Ende nicht zu groß wird,
da die Bilder doch recht groß sind (ca. 5mb pro Bild) ?


Der BoD-Server nimmt Uploads bis 500 MB entgegen. Bei größeren PDF-Dateien muss das Ganze auf CD/DVD gebrannt und an BoD geschickt werden.

Auch hier die Empfehlung, kleinere Teildateien zu erzeugen (mehrere PDF) und diese dann zu einer großen PDF zusammenzufügen (heißt natürlich, dass die einzelnen PDF-Dateien sauber konzipiert werden müssen - und dass du die Vollversion vom Adobe Acrobat brauchst; kostet auch irgendwas im dreistelligen Bereich).

dango77 hat geschrieben:
Kann ich über den "klassischen Rand" gehen, den Word (falls ich es nutze) mir vorgibt? Damit meine ich, ob ich einige Bilder näher an den Rand schieben kann, ohne dass es beim Druck Probleme gibt.


Natürlich. Dazu musst du ...
a) dem Seitenformat einen 5 mm großen Beschnittrand mitgeben (A4 wäre dann nicht 210 mm breit, sondern 220 mm; das Hochformat wäre dann nicht 297 mm, sondern 307 mm). Beim Drucken werden diese 5 mm Beschnittrand entfernt. Ein Bild geht dann bis direkt an die Kante der Seite.
b) musst du die Bilder in Word einfügen, den Zeilenumbruch des Bildes umstellen (z. B. auf "Passend") und kannst dann das Bild frei auf der Seite platzieren. Am besten lässt sich die Position des Bildes mit Format/Position setzen bei fester Verankerung, damit es nicht noch nachträglich verrutscht (schrieb ich schon, dass du sehr gute Kenntnisse in Word haben musst? cheezygrin )

Ich habe gerade ein 164-Seiten-Buch (Format 17 x 22 cm) mit sehr hohem Farbbildanteil (ca. 180 Bilder) für eine Umweltschützer-Gruppe erstellt. Manchmal war es ein wenig frickelig, aber es ist was sehr Brauchbares herausgekommen. Meine eigenen Reisebücher habe ich auch in diesem Format (17 x 22 cm; fotomatt 120g; Hardcover, 228 Seiten) drucken lassen. Kostete so ca. 35 bis 40 Euro. Als A4 wäre es doppelt so teuer gekommen.
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Oldenfelde
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Re: Hilfe für ein Reisebuch. Programm/Schrift/Größe

von Oldenfelde (07.11.2018, 11:56)
Siegfried hat geschrieben:
...Ich nehme z. B. keine LaTex-formatierte Texte mehr zur Korrektur an, weil man ständig am Suchen ist, was jetzt Text und was Layoutbefehle sind (in LaTex sind WYSIWYG-Darstellungen verpönt - es ist eben ein Textsystem wie aus alten HTML-Zeiten)....


Hallo Siegfried,
in einer PDF-Datei, die mit TeX (LaTeX) erzeugt wurde, sieht man doch keine TeX-Befehle mehr. Ich finde, das Korrekturlesen eines gedruckten Erzeugnisses angenehmer, als eine Korrektur am Bildschirm. Im Druck sehe ich die Änderungen und habe sogar die Möglichkeit, noch mit anderen Personen über die durchgeführten Änderungen zu diskutieren, welche Version wirklich besser ist.
Was ich damit sagen will ist, das die Vorlage zur Korrektur kein Hinderungsgrund sein sollte, ein Dokument in TeX zu erstellen.
Von Word sowieso, aber auch von QuarkXPress bin ich sehr enttäuscht worden, wenn die Bücher mal ein paar hundert Seiten erreicht hatten. Mit LeX (LaTeX) gibt es da selbst auf alten Rechnern keinerlei Probleme.
Und die Lernphase ist bei TeX und seinen Brüdern und Schwestern auch nicht länger, als bei InDesign, QuarkXPress. Und selbst die Einarbeitung in Word inklusive der nachträglichen Aha- und Soso-Phasen dauert mindestens genau so lange. Man muss nur den Mut haben, sich auf etwas Neues einzulassen. Warum sollen wir ein so tolles (und kostenloses) Textsatzsystem nur den Studenten und Wissenschaftlern überlassen? smart2
https://latex-buch.de/
Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

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Siegfried
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Re: Hilfe für ein Reisebuch. Programm/Schrift/Größe

von Siegfried (07.11.2018, 17:04)
Oldenfelde hat geschrieben:
Siegfried hat geschrieben:
...Ich nehme z. B. keine LaTex-formatierte Texte mehr zur Korrektur an, weil man ständig am Suchen ist, was jetzt Text und was Layoutbefehle sind (in LaTex sind WYSIWYG-Darstellungen verpönt - es ist eben ein Textsystem wie aus alten HTML-Zeiten)....


Hallo Siegfried,
in einer PDF-Datei, die mit TeX (LaTeX) erzeugt wurde, sieht man doch keine TeX-Befehle mehr. Ich finde, das Korrekturlesen eines gedruckten Erzeugnisses angenehmer, als eine Korrektur am Bildschirm. Im Druck sehe ich die Änderungen und habe sogar die Möglichkeit, noch mit anderen Personen über die durchgeführten Änderungen zu diskutieren, welche Version wirklich besser ist.
Was ich damit sagen will ist, das die Vorlage zur Korrektur kein Hinderungsgrund sein sollte, ein Dokument in TeX zu erstellen.


Mein Ziel einer Textkorrektur sieht so aus:

Der Autor / die Autorin schickt mir einen Text. Diesen Text arbeite ich durch und korrigiere die entsprechenden Stellen. Der korrigierte Text geht in zwei Fassungen an den Autor / die Autorin zurück - einmal in der Fassung, in der alle korrigierten Stellen sichtbar und somit für Autor/Autorin erkennbar und nachvollziehbar sind (also fehlerhafte Stellen mit entsprechender Korrektur dahinter, u. U. sogar mit Kommentar), und einmal in der Fassung, dass alle Korrekturen in den Text eingearbeitet sind (der Autor/die Autorin somit die Möglichkeit hat, mit dieser Version sofort weiterzuarbeiten). Bei einem reinen Papierkorrektorat müsste der Autor/die Autorin die Korrekturen erst noch zeitaufwändig einarbeiten, was dann wieder eine mögliche Fehlerquelle ist.

Generell sage ich nichts gegen Tex & Co. Ich habe jahrelang Webseiten in HTML programmiert und halte die dort verwendete Technik des Taggings und der codierten Attribute, wie sie ja auch in Tex verwendet werden, schlicht für anachronistisch. Insbesondere wenn das Verfassen eines Textes, die Korrektur eines Textes und das Layout eines Textes arbeitstechnisch wild durcheinander gehen (heißt: Erst schreiben, dann korrigieren, dann layouten - und nicht: Schreiben und layouten in einem Arbeitsschritt und dann eine Textkorrektur haben wollen). Nach Jahren der HTML-Programmierung sind solche Markup-Systeme nicht mehr meine Welt.

Ich will niemanden davon abraten, sich mit Tex & Co zu befassen und es anzuwenden. Gott bewahre - wer bin ich, dass ich so etwas fordern könnte! Ich sage nur, dass ich Texte, gespickt mit Formatierungsbefehlen, nicht mehr korrekturlese.

Ich beglückwünsche ausdrücklich jeden, der ein Buch in Eigenregie - mit welchem Werkzeug auch immer - sauber gesetzt bekommt. Daher betreibe ich auch keinerlei Werbung für oder gegen ein bestimmes Arbeitsmittel. Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen und Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Daher weise ich auch immer wieder darauf hin, dass ein Buchlayout in Word an ganz bestimmten Stellen gewisse Kenntnisse erfordert. Sind diese Kenntnisse nicht vorhanden, sollte man die Finger von Word lassen (siehe z. B. die immer wieder auftretende Diskussion um eine unzureichende Bildqualität). Deshalb gibt es von mir auch keine Aussage: "Nimm das Werkzeug xyz und damit sind alle Probleme gelöst!" (mit so einem Satz habe ich zu viele schlechte Erfahrungen gemacht)
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Oldenfelde
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Re: Hilfe für ein Reisebuch. Programm/Schrift/Größe

von Oldenfelde (07.11.2018, 20:12)
Siegfried hat geschrieben:
...Nach Jahren der HTML-Programmierung sind solche Markup-Systeme nicht mehr meine Welt. ...

Nach jahrelanger Webseitenerstellung hatte ich auch lange auf ein anderes System gehofft. Aber alle, die dem Ersteller das Leben erleichtern, erzeugen dann wieder solchen Code, der den Ersteller letztlich doch verzweifeln lässt. Da ist reines HTML doch noch der sauberste Weg.
TeX ist ja auch schon über dreißig Jahre alt, aber seit Mitte der 90er Jahre so gut wie fehlerfrei, was man von kaum einem anderen Softwareprogramm behaupten kann. Ich bin jetzt in hohem Alter endlich auf dieses Textsatzsystem gestoßen und glaube, dass alle, die zehn, zwanzig oder auch fünfzig Jahre jünger sind, sich noch viel schneller in dieses System einarbeiten können. Einen Artikel damit zu schreiben ist leichter, als in Word auf einer Seite 17 die Seitenzahl zu unterdrücken, wenn diese davor und dahinter erscheinen soll. Ich meine jetzt nicht das Abdecken mit einem weißen Feld.
Aber ich gebe Dir recht. Jeder muss sein System finden. Schade nur, dass ich dann nie Dein Kunde zwecks Korrektur werden kann.
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Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

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