Anzahl verkaufter Bücher

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


Strafraum-Cobra
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Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (11.04.2019, 17:39)
Mich würde mal interessieren, wie der Verkauf eurer eigenen BoD-Bücher so läuft.
Im Grunde genommen habe ich mir nie Illusionen darüber gemacht und wusste von Anfang an, dass das Interesse an meinem Kurzgeschichten-Band überschaubar sein würde. Aber sieht´s bei euch fundamental anders aus?
Keine Angst, ich will keine absoluten Zahlen hören, aber mich würde schon interessieren, ob viele von euch z.B. über 10 Exemplare verkauft haben, und zwar nicht an die Familie, Nachbarn oder andere Bekannte, sondern an gänzlich Unbekannte.
Ich würde wetten, dass 90% aller BoD-Titel - meiner eingeschlossen - darunterliegen. Amazon hat von meinem Buch zwar 13 Ex. gekauft, aber die gehen bestimmt samt und sonders wieder zurück nach ein paar Monaten ...
Allenfalls bei Genre-Literatur (gerade Fantasy-Titel, Liebesgeschichten und Erotik) und bei billigen E-Books für 1-2,- EUR ist für mich ein nennenswerter Verkauf von BoD-Büchern vorstellbar. Aber bei Nicht-Genre-Büchern im normalen Preissegment von 7-15,- EUR?
Wäre schön, von euch mal eine halbwegs realistische Einschätzung zu bekommen ...

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Cornelia Dürkhauser
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Cornelia Dürkhauser (11.04.2019, 19:13)
Mein Buch verkauft sich deutlich über 10 Exemplare. Aber es ist auch ein Sachbuch zu einem polarisierenden Thema - Flüchtlingshilfe - und damit mit einem Belletristikband nicht vergleichbar. Außerdem war mein Buch zum Selfpublishingpreis nominiert und in Frankfurt auf der Buchmesse vertreten. Das brachte natürlich viel Publicity.

Ich denke, das musst du auf jeden Fall mit berücksichtigen, und ein direkter Vergleich ist dadurch nicht wirklich möglich. Trotzdem wünsche ich dir viel Erfolg!
"Der Himmel ist hier anders blau ..." -
Erfahrungen einer Ärztin in der Flüchtlingshilfe


Als Taschenbuch, Hardcover und E-Book überall im Handel sowie im BoD-Buchshop

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Cornelia Dürkhauser beim Deutschen Selfpublishing-Preis 2018 und bei Facebook

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Oldenfelde
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Oldenfelde (11.04.2019, 19:37)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
...im normalen Preissegment von 7-15,- EUR? ...


In diesem Preissegment kann ja kaum etwas für den Autor übrigbleiben. Ich habe durchaus Verkäufe meiner Bücher, die alle etwas teurer sind. Ein Buch für 27,90 Euro hat sich seit Herbst 2017 bisher 39 mal verkaufen lassen. Finde ich beachtlich, da es wirklich nur eine kleine Gruppe von Menschen interessieren wird. Es handelt sich da um eine sehr seltene Krankheit. Das Schreiben ist und bleibt aber ein Hobby von mir. Leben könnte ich nicht davon.
https://latex-buch.de/
Als Autor finde ich auch diese Signatur sehr passend:
Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

schiffebastler
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von schiffebastler (12.04.2019, 07:11)
Hallo,

ich bin nicht der Meinung, dass billig, billig, billig zum Erfolg führt. Kein guter Verkäufer wird dies jemals so sehen.
Die Frage ist doch, wie kann man für den (potentiellen) Käufer vermitteln, was ER/SIE davon hat, das Buch zu kaufen. Hier spielt vor allem die emotionale Seite eine große Rolle. Der Preis wird nur im Nachgang als Begründung für einen 'Nichtkauf' genommen, aber eigentlich sind die Beweggründe völlig andere. Wichtig ist, den Markt zu kennen und sich einen Zugang zu dem Markt zu verschaffen, die Sichtbarkeit zu erhöhen. Hier hat man heute ja gute Möglichkeiten über die sozialen Netzwerke, Internetforen, etc. und jeder kann dies machen. es kostet auch keinen Cent. Außerdem können bei Fachbüchern Beiträge in Fachzeitschriften o.ä. helfen, die oft auch noch bezahlt werden, das geht auch bei anderen Büchern, da muss man kreativ und aktiv sein, auch ohne dass Kosten entstehen. Und wichtig, in der Denke der Menschen ist alles, was nichts oder wenig kostet auch nichts oder wenig wert! Es nützt überhaupt nichts, Bücher für ein paar Cent zu verkaufen, dann lieber einen ordentlichen Gewinn einkalkulieren, auch wenn weniger Bücher verkauft werden, ist der monetäre Erfolg am Ende größer.
Selbstverständlich ist ein gutes Handwerk Grundlage dafür, vorausgesetzt der Inhalt ist gut, aber ohne Lektorat, Korrektorat und ein gutes Coverdesign von Leuten, die davon etwas verstehen, wird sich nie ein großer Erfolg einstellen!

Was Zahlen betrifft, kann ich nur von meinem Buch "Die Farbe Blau im historischen Schiffbau" berichten. Es ist ein absolut spezielles Fachbuch und mit einem Preis von 76,80 EUR auch nicht gerade günstig. Da sollte man denken, das kauft niemand. Vor einigen Wochen habe ich es in Deutsch und Englisch eingestellt. In den ersten Wochen gingen davon über 30 Exemplare weg. Noch gibt es keine Fachrezensionen, die ersten sind in Vorbereitung, die Sichtbarkeit ist noch gering, Veröffentlichungen (für die ich bezahlt werde) von mir sind in Arbeit und ich habe noch gar nicht wirklich begonnen, für das Buch zu werben. Nächstes Jahr werden günstigere Softcover nachgeschoben. Ich bin mir sicher, da geht noch einiges und das Ziel ist auf jeden Fall mindestens 2000 Bücher zu verkaufen, wovon ich überzeugt bin und es auch definitiv erreichen werde.

Grüße, Joachim
Zuletzt geändert von schiffebastler am 12.04.2019, 10:46, insgesamt 1-mal geändert.

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mtg
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von mtg (12.04.2019, 08:25)
Ich halte von den Preisaktionen auch nichts. Das mag natürlich jeder für sich selbst entscheiden, aber:

Wer Butter kauft, weil sie gerade im Angebot ist, kauft erfahrungsgemäß in der Woche drauf die Butter, die dann im Angebot ist. Marken- bzw. hier Leserbindung lässt sich auf diese Weise nur höchst selten generieren.

Jeder, der einmal ein Buch veröffentlicht hat, weiß, wie viel Arbeit drinsteckt. Das Ganze dann zu verramschen, ist, wie ein Kind nach der Geburt zur Adoption freizugeben.

Wer auf Einnahmen aus Verkäufen verzichten kann, sollöte das Geld lieber vorher in ein Korrektorat, ein Lektorat oder ein professionelles Cover-Design stecken. Das zahlt sich auf der Langstrecke eher aus.

Aber, wie gesagt: Jeder so, wie er (oder sie) möchte.

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Hannelore Goos
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Hannelore Goos (12.04.2019, 10:10)
Hallo,

nach meiner Erfahrung sollte man nicht zu sehr auf billig machen.

Das Buch, das bei uns am besten läuft (2018: 77 Print, 20 E-Books) ist ein Taschenbuch von 230 Seiten, das 18,--Euro kostet.
Den zweithöchsten Umsatz (2018: 48 Print, 8 E-Books) macht ein Wälzer von 544 Seiten zu 35€.

Beides Bücher für einen beschränkten, spezialisierten Interessentenkreis. Aber da ist der Preis offensichtlich nicht ausschlaggebend für das Kaufinteresse.

Für Romane kann ich das aber nicht sagen, bei Büchern, die ich nur einmal lese und dann sind sie erledigt, versuche ich auch öfters z.B. bei Booklooker etwas Günstigeres zu bekommen.

Gruß
Hannelore
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

Strafraum-Cobra
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (12.04.2019, 10:49)
Erst einmal vielen Dank für eure aufschlussreichen Rückmeldungen.
Eins vorweg: Ich gönne natürlich jedem seinen Bucherfolg - deshalb freue ich mich mit jedem von euch mit. Witzig allerdings, dass sich offensichtlich nur die erfolgreichen BoD-Autoren (ich gehe mal davon aus, dass auch Matthias mit seinen Sachbüchern und Erfahrungsberichten sehr erfolgreich sein dürfte) zu Wort melden. Der große Rest traut sich nicht? - schade.
Eure Erfolge wundern mich auch nicht: aktuelle politische Themen (auch noch preisgekrönt), spezielle Sachbücher und Erfahrungsberichte - klar, dass das gesucht ist. Interessieren würde mich aber gerade auch die Resonanz von Belletristik - Prosa und Lyrik. Geht sowas überhaupt abseits von Fantasy & Co.?

Hab gestern in dem Uschtrin-Handbuch für Autorinnen und Autoren noch folgende Zahlen zum damaligen US-Marktführer im PoD, Lightning Source Inc., gefunden: 10 Mio gedruckte Bücher bei 200.000 Titeln in den Jahren 1997 bis 2003, d.h. im Schnitt 50 Bücher pro Titel oder 8 Bücher pro Jahr und Titel.
Da die Zahlen aus der 6. Aufl. von 2005 stammen, werden die absoluten Zahlen völlig überholt sein, die relativen aber wohl trotzdem halbwegs reell und noch aktuell. Und wenn man dann die Bestseller rausrechnet, rauscht die Zahl verkaufter Exemplare für die große Masse noch deutlich nach unten.

Eure Kommentare sind für meinen Geschmack tlw. etwas auf eine Bahn geraten, die ich nicht beabsichtigt hatte: Ich hatte an keiner Stelle dafür plädiert, die eigenen BoD-Titel zum Schleuderpreis zu verramschen, sondern lediglich bemerkt, dass ich mir vorstellen könnte, nur dann nennenswert zu verkaufen, wenn ich es als E-Book für 1-2 EUR anbieten würde (was ich freilich nicht machen werde) - dann würden Vielleser das E-Book wahrscheinlich mit hundert anderen Titeln mit runtersaugen und irgendwann auf einer Bahnfahrt mal einen Blick drauf werfen. Für fast umme wäre das kein Risiko für diese Klientel.
Ich selbst habe meine Preise auch eher vergleichsweise höher angesetzt, weil mir die Billig- oder Gratiskultur per se etwas suspekt ist.

Joachim, an deinem Beitrag fand ich bes. die Zahl 2.000 interessant: Hast du Marktforschung dafür betrieben? Hätte ich nie gedacht, dass das Potenzial bei so einem speziellen Thema und dem vergleichsweise stolzen Preis (wobei ich dem Buch selbstverständlich nicht den Wert des von dir angesetzten Verkaufspreises absprechen möchte) derart hoch anzusiedeln wäre. Andererseits freut es mich natürlich für dich, dass das Buch unter den gegebenen Umständen auf so eine große Resonanz trifft - Glückwunsch, besser geht´s nicht.
Ich selbst schreibe an einem Sachbuch und da wäre die Ausgangslage ähnlich: Eng umgrenzte Zielgruppe und eher hoher Verkaufspreis wg. des reichhaltigen farbigen Bildmaterials und nicht zuletzt wegen des exorbitanten Aufwands.
Und Matthias, bei dir kann ich mir vorstellen, dass du das Gros deiner Bücher auf deinen Lesungen verkaufst, oder?

Spannend finde ich an diesem BoD-Experiment, dass man Einblicke in den Buchmarkt (genauer gesagt den Handel mit preisgebundenen Büchern) erhält: Zuerst wurden von meinem Titel 3 Ex. gekauft, danach 13, dann waren die ersten 3 wieder aus der BoD-Auflistung verschwunden (wohl remittiert?). Dann gibt es US-Anbieter, die das Buch zum dreifachen Preis anbieten, solche aus England, die es sogar unter dem preisgebundenen Preis anbieten (merkwürdig, dass das erlaubt ist). Sehr interessant, das alles ...

Gruß
Marco

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Oldenfelde
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Oldenfelde (12.04.2019, 11:21)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
...solche aus England, die es sogar unter dem preisgebundenen Preis anbieten (merkwürdig, dass das erlaubt ist). Sehr interessant, das alles ...

Gruß
Marco


Hallo Marco,
die Buchpreisbindung gibt es in England nicht.

Helmut
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Aus Zeitgründen sehe ich meistens von der Korrektur von Schreibfehlern ab. Man möge es mir fazein.

schiffebastler
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von schiffebastler (12.04.2019, 11:29)
Nun, das Ziel von 2000 Bücher habe ich gesetzt. Es hat vor allem auch etwas mit dem eigenen Mindset zu tun. Wenn ich denke, schauen wir mal, ob jemand was kauft oder wäre schon schön, es würde wenigstens 2-stellig werden, dann bekomme ich auch genau das, ich lass es halt laufen. Ich hatte überlegt, dass es wohl in Richtung 100 Bücher werden könnten. Das habe ich mit dem Faktor 10 versehen und verdoppelt. Meine Bücher in Deutsch und Englisch können potentiell weltweit untergebracht werden. Diese hohe Zahl ist das Ziel (und eigentlich ist sie noch gar nicht hoch). Ich bin überzeugt, dass ich es schaffe und allein das mobilisiert enorme Kräfte. Man muss raus aus seinen gewohnten Überlegungen (neudeutsch "Komfortzone") und dann fallen einem plötzlich noch viele Möglichkeiten ein um das Ziel zu erreichen. Dazu gehören die üblichen Kandidaten, aber auch Rundfunk, Fernsehen, Vorträge und vieles mehr. Bei einigem mache ich mir heute noch allein bei dem Gedanken daran in die Hose, aber genau dann ist es richtig. Wenn ich es mir einfach so vorstellen kann, ist es zu einfach, zu wenig.
Oft heißt es, diejenigen, die es geschafft haben, haben Glück gehabt. Das Glück alleine schafft gar nichts. Jeder, der mit dem richtigen Mindset unterwegs ist, erkennt die Gelegenheiten, die gerne mit Glück verwechselt werden, aber er ergreift dann auch ohne zu zögern diese Gelegenheiten. Nur das Machen führt auch zum Ziel. Und wenn man sich alleine schon auf den Weg macht entstehen Gelegenheiten. Es geht nicht über Nacht, es benötigt Durchhaltevermögen, Lernen aus Fehlern und das Machen.
Sorry, bin etwas vom Thema abgekommen, aber ich dachte, es passt irgendwie dazu.

Nur nochmal ne kurze Anmerkung. So, wie es auch Hannelore beschreibt, sind die erfolgreichen Bücher sehr speziell. Wenn man in der Vergleichbarkeit landet, ist man Beliebig. Da steht man in Konkurrenz zu anderen und kann seine Ziele nicht erreichen, das gilt für jede Art von Buch und sonstigem Produkt. Die Einzigartigkeit muss man irgendwie hinbekommen oder zumindest den Gedanken transportiert bekommen. Man muss einzigartig und besonders sein, dann ist auch der Preis nicht ausschlaggebend. Und dann noch die richtigen Ziele setzen...

Grüße, Joachim

Strafraum-Cobra
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (12.04.2019, 11:30)
Hallo Marco,
die Buchpreisbindung gibt es in England nicht.

Helmut[/quote]

Hallo Helmut,

ich denke aber, dass es trotz fehlender Buchpreisbindung in England internationale Absprachen geben wird. Ansonsten könnten ausländische Buchanbieter ja unsere Preisbindung unterlaufen, indem sie die Bücher zur Hälfte des hiesigen Preises anbieten würden und trotz niedriger Margen auf die Masse setzen und damit letztlich einen Discounter-Schnitt machen würden. Bin mir deshalb rel. sicher, dass solch ein Gebaren durch Verträge oder Abkommen untersagt ist.
In meinem Fall sind das auch nur 20 Cent, die der englische Anbieter unter dem geb. Preis liegt (vielleicht durch die Pfund-Euro-Umrechnung?) und dann liegt er mit den ca. 4,- EUR Versandkosten nach Dt. schließlich wieder deutlich darüber.
Ich bin mir sicher, dass Amazon die Umgehung der Preisbindung über das Auland schon längst gemacht hätte, wenn es denn legal möglich wäre ...

Gruß
Marco
Zuletzt geändert von Strafraum-Cobra am 12.04.2019, 11:46, insgesamt 2-mal geändert.

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Monika K.
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Monika K. (12.04.2019, 11:31)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Interessieren würde mich aber gerade auch die Resonanz von Belletristik - Prosa und Lyrik. Geht sowas überhaupt abseits von Fantasy & Co.?


Ja, das geht. Nur nicht bei mir. Lediglich eines meiner Bücher (Gemeinschaftsprojekte ausgenommen) wird von den Lesern gesucht und gefunden, erreichte dadurch ohne Werbung niedrige dreistellige Verkaufszahlen und taucht heute noch in fast jeder Quartalsabrechnung auf. Alle anderen dümpeln im zweistelligen Bereich herum, was mich nicht weiter stört. Ich kenne die Gründe und will mich daher nicht beklagen. thumbbup

Viele Grüße
Monika
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Monika K. (13.04.2019, 09:24)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Der große Rest traut sich nicht? - schade.


Hab' mich getraut. Wie geht's jetzt weiter? War das nur 'ne Mutprobe wie in der sechsten Klasse? :lol:

Im Ernst: Ich halte nichts davon, sich ständig mit anderen Autoren zu vergleichen. Wir sind hier nicht bei Olympia. Jedes Buch ist anders, spricht eine andere Zielgruppe an und hat damit andere Chancen am Markt. Doch auch jeder Autor ist anders, hat Stärken und Schwächen und sollte seine Werbemaßnahmen darauf abstimmen, um langfristig mit dem Schreiben glücklich zu sein.

Viele Grüße
Monika
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Strafraum-Cobra
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Ein Hoch auf den Vergleich

von Strafraum-Cobra (13.04.2019, 11:29)
Hallo Monika,

man vergleicht sich doch ständig mit Anderen - wie anders sollte man vorankommen?
Die Rückmeldungen richtig einzuordnen bereitet mir dabei ehrlich gesagt wenig Probleme: Weder bin ich neidisch auf Kollegen, die sehr gut verkaufen, noch schlage ich mein Buch über den gleichen Leisten mit völlig anders gelagerten Werken.
Trotzdem ist es doch interessant zu hören, wie die Verkäufe anderswo laufen, ob etwa eine allgemeine Flaute festzustellen ist oder es überall wie geschnitten Brot läuft und nur bei einem selbst nicht (obwohl andere Bücher womöglich dem eigenen thematisch oder genremäßig ähneln).
Dabei bin ich extrem überrascht über die Offenheit, mit der fast alle Kollegen direkt die absolute Anzahl ihrer Abverkäufe mitteilten - das hätte ich nicht für möglich gehalten, weil doch der Neidfaktor nicht zu unterschätzen ist. Insofern vielen Dank für das Vertrauen.

Da ich hier bei BoD ein absoluter Frischling bin, ist alles für mich neu und noch rel. schwer einzuordnen: Warum z.B. Amazon ganze 13 Ex. meines Buches ankauft, warum nicht nur 5 Ex., was doch wahrscheinlich für ein paar Monate ausreichen würde etc. Wenn ich nach einem Vergleich mit Kollegen weiß, dass die standardmäßig immer 13 Ex. kaufen, werde ich andere Schlüsse daraus ziehen, als für den Fall, dass die ansonsten überwiegend nur 5 Ex. vorhalten.
Insofern stellen sich mir beim Eintritt in diese Subkultur eine Menge Fragen, die sich am besten klären lassen, wenn man sich austauscht - auch unter Einbeziehung von Vergleichen. Das heißt ja nicht, dass ich wettkampfmäßig vor den Kollegen liegen muss und will ...

"Ja, das geht. Nur nicht bei mir." - Die Antwort war ja wirklich witzig und wohl reichlich understatement, da du ja kurz darauf von einem Titel schreibst, von dem du dreistellige Verkaufszahlen vorweisen kannst. Das ist doch eine stolze Zahl - und bestimmt hier weit überdurchschnittlich. Ich vermute aber mal, dass es sich dabei um einen Genre-Titel handelt oder? Also Fantasy, einen Liebesroman oder sowas in der Richtung? Ich würde mal schätzen, dass solche Zahlen z.B. bei normalen Kurzgeschichten oder Lyrik hier bei BoD utopisch wären.
Also, lass uns doch vorbehalt- und neidlos vergleichen ...

Gruß
Marco

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Re: Ein Hoch auf den Vergleich

von Monika K. (13.04.2019, 12:39)
Hallo, Marco,

wer ich bin, ist vermutlich nur für Neulinge ein Geheimnis. Ich habe es an anderer Stelle mal erwähnt, dass ich hier seit einer Weile halb-anonym unterwegs bin, weil ich meine Bücher nicht in einem mit Werbung für gefälschte/gestohlene Dokumente und verschreibungspflichtige Betäubungsmittel vollgemüllten Forum platzieren möchte.

Das Buch, das von Lesern zufällig in Shops gefunden wird, enthält Limericks. Falls du mal schauen möchtest:
https://www.amazon.de/dp/3848227908/
Sorry, aber ein Erfolg sieht anders aus. Ich kenne Belletristikautoren, die als Selfpublisher vier- und fünfstellige Verkaufszahlen pro Buch erreichen. Die kämpfen tatsächlich mit Hass-Rezensionen von Neidern. Von mir will keiner was.

Mich würde tatsächlich interessieren, was du aus den Antworten auf deine Frage schließt. Ich könnte dir z.B. empfehlen, in Zukunft Limericks zu verfassen, weil sie Fans haben, die selbstständig in den Shops nach diesem Stichwort suchen. Aber an den Rat halte ich mich nicht einmal selbst. Bei dem Buch habe ich auch wirklich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann: Humor, Lyrik, mieses Layout, selbst gebasteltes Cover, keine Freiexemplare an Blogger verschickt, viel zu niedrige Preise festgesetzt, keine Werbung gemacht ... Das meiste davon ist bei mir noch immer Programm. Deshalb verkaufen sich meine anderen Bücher schlecht. Dort setze ich auch hauptsächlich auf den Inhalt. Doch nach denen suchen keine fremden Leser, sondern höchstens Leute, die meine Bücher oder mich aus Autorengruppen kennen. Inzwischen veröffentliche ich unter Pseudonym, was an den Zahlen nicht einmal etwas geändert hat. Ich bin seit sieben Jahren dabei, habe gerade mein zehntes eigenes Buch veröffentlicht und habe noch immer keine Ahnung, wie der Hase läuft. Ich kenne gute und schlechte Bücher, die sich gut verkaufen, und gute und schlechte Bücher, die sich schlecht verkaufen. Die simple Frage nach Verkaufszahlen bringt dich also eigentlich nicht weiter. Viel interessanter wäre es doch zu wissen: Worum geht es in den Büchern? Welche Werbemaßnahmen haben erfolgreiche Autoren ergriffen? Wie viel Geld haben sie in die Bücher gesteckt? Haben sie am Ende überhaupt Gewinne erzielt? Da sind viele Kollegen plötzlich nicht mehr so auskunftsfreudig. Was bringt es dir, wenn sich auf deine ursprüngliche Frage lauter Autoren melden, die deine Vermutung bestätigen? "Ja, ich habe nur fünf Exemplare meines Lyrikwerks über die Gedankenwelt der Faultiere verkauft und bin todunglücklich!" Vielleicht fühlst du dich dann fünf Minuten lang besser, weißt aber immer noch nicht, was du beim nächsten Buch besser machen könntest. zwinker::

Vierstellige Verkaufszahlen erreiche ich bei meiner Vorgehensweise im Bereich Humor vermutlich nur, indem ich fünfundzwanzig Bücher veröffentliche, die sich durchschnittlich vierzigmal verkaufen. Ich arbeite gerade daran. thumbbup

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

holz
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von holz (13.04.2019, 12:51)
2018 waren es im Schnitt 100 Bücher täglich (nur Print, viele Titel, bei Gesamtauflagen von null bis zwölftausend).
Nach 30 Jahren als Autor (mit etlichen mageren Jahren), kam On-Demand also gerade noch rechtzeitig, um die Lebensbilanz aufzufrischen.

Werbung = keine, Aktivitäten in sozialen Medien = keine, Internetseite als Autor = keine.

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