Anzahl verkaufter Bücher

Preisaktionen, Social Media, Blogger-Relations, Pressearbeit: Marketingmaßnahmen für euer Buch.


schiffebastler
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von schiffebastler (13.04.2019, 14:19)
Hallo @holz,

das sind wirklich motivierende Zahlen für alle Schreiberlinge, Dir meinen herzlichen Glückwunsch dazu. Da hast Du Dir über die langen Jahre bestimmt eine gute "Fanbase" geschaffen, wie man neudeutsch ja dazu sagt.
Ein Neustart heute sieht natürlich etwas anders aus, aber, dass sich so etwas über die Zeit verändert ist ja auch völlig normal.
Darf ich Dich fragen, unter welchem Namen oder mit welchen Titeln Du zu finden bist?

Gruss Joachim

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Siegfried
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Siegfried (13.04.2019, 17:53)
schiffebastler hat geschrieben:
Hallo @holz,

das sind wirklich motivierende Zahlen für alle Schreiberlinge, Dir meinen herzlichen Glückwunsch dazu.


Erfolg ist oft eine Frage des Wollens. Also des Machens. Just do it!
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // alle Preise zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

schiffebastler
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von schiffebastler (13.04.2019, 19:28)
Definitiv!

PS: manchmal fehlt hier im Forum das "Like"

Strafraum-Cobra
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (13.04.2019, 20:18)
holz hat geschrieben:
2018 waren es im Schnitt 100 Bücher täglich (nur Print, viele Titel, bei Gesamtauflagen von null bis zwölftausend).

Wow. 100 Bücher pro Tag - eine Menge Holz (um den Ball auf dem Elfmeterpunkt zu verwandeln und dafür freiwillig 5,- Euro ins Phrasenschwein zu werfen).
Sind das nicht schon Zahlen, wo die Verlage von selbst auf einen zukommen und mit einem Vertrag winken?

holz
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von holz (14.04.2019, 11:46)
schiffebastler hat geschrieben:
Darf ich Dich fragen, unter welchem Namen oder mit welchen Titeln Du zu finden bist?

Schall und Rauch. Bleibt auch so.

Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Sind das nicht schon Zahlen, wo die Verlage von selbst auf einen zukommen und mit einem Vertrag winken?


Trotz gelegentlicher Ausreißer nach oben, macht es die Masse an Titeln (da sind die durchschnittlichen Verkaufszahlen für Verlage uninteressant).
Methode Eichhörnchen: viele Nüsse verstecken, damit mehr gefunden wird.

Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Interessieren würde mich aber gerade auch die Resonanz von Belletristik - Prosa und Lyrik.


Mitunter verlege ich auch Lyrik anderer Autoren. Trotz bekannter Namen, PEN-Mitgliedschaft, Rezension in Literaturzeitungen und überregionaler Presse, bleiben die Verkaufszahlen gering (unter 50). Hier muss dann der jeweilige Autor bei Lesungen auch als Verkäufer aktiv werden.
Kurios dabei: kurz nach Erscheinen tauchen meist schon Exemplare (mit Autor-Widmung) im antiquarischen Handel auf. Auch beschenkte Leser ziehen lieber ein paar Taler vor.

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Monika K.
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Monika K. (14.04.2019, 12:01)
holz hat geschrieben:
Kurios dabei: kurz nach Erscheinen tauchen meist schon Exemplare (mit Autor-Widmung) im antiquarischen Handel auf. Auch beschenkte Leser ziehen lieber ein paar Taler vor.

Dabei kann es sich auch um Rezensionsexemplare handeln. Manche Blogger verkaufen sie anschließend weiter.

Ich freue mich sehr für dich, dass es bei dir trotz der üblen Amazon-Schikanen so super läuft. thumbbup

Liebe Grüße
Monika
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Strafraum-Cobra
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (14.04.2019, 13:16)
holz hat geschrieben:
Trotz gelegentlicher Ausreißer nach oben, macht es die Masse an Titeln (da sind die durchschnittlichen Verkaufszahlen für Verlage uninteressant).
Methode Eichhörnchen: viele Nüsse verstecken, damit mehr gefunden wird.

Mitunter verlege ich auch Lyrik anderer Autoren. Trotz bekannter Namen, PEN-Mitgliedschaft, Rezension in Literaturzeitungen und überregionaler Presse, bleiben die Verkaufszahlen gering (unter 50). Hier muss dann der jeweilige Autor bei Lesungen auch als Verkäufer aktiv werden.
Kurios dabei: kurz nach Erscheinen tauchen meist schon Exemplare (mit Autor-Widmung) im antiquarischen Handel auf. Auch beschenkte Leser ziehen lieber ein paar Taler vor.


Danke Holz, für die Aufklärung. Ich hatte dich falsch verstanden; dachte, dass du von einem Titel 100 Ex. pro Tag verkaufst. Aber auch für alle Titel zusammen ist das eine sehr beeindruckende Zahl - in solche Bereiche kann man aber nur als Vollprofi vorstoßen, wenn man auch aus allen Rohren schießt: Profi-Marketing, -Cover-Gestaltung, -Pressearbeit, und auch sonst alles vom Feinsten, oder?

Das mit der Lyrik war mir auch klar. Es gibt halt Genres und Themen, da kann man noch so sehr über Glasscherben laufen und das Gute beschwören, wie es Joachim empfiehlt, da ist die Resonanz trotzdem ganz einfach arg begrenzt.
Ein Ratgeber zur Migräne hat vom Start weg eine zigtausendfach höhere potenzielle Klientel als ein noch so guter Lyrik-Band, ebenso eine romantische Liebesgeschichte über einen erfolgreichen Arzt und seiner hübschen Krankenschwester im Vergleich zu einer problembladenen Geschichte ohne happy end (wie z.B. das letztens hier vorgestellte Buch von der "höflichen Anfrage"). Man kann ja Leser nur auf seine Seite ziehen, wenn es in dem Bereich überhaupt eine potenzielle Leserschaft gibt ...
Einzige Ausnahme sind vielleicht Monikas Limericks und ähnlich witzige Gedichte (vielleicht in der Art von Robert Gernhardt), so nah wie möglich an der Alltagssprache.
A propos: Monika, unter deinen Limericks waren ja wirklich ein paar gute (bes. der mit der Butterblume) - die hatten tlw. einen Flow wie beim Poetry Slam ...

holz
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von holz (14.04.2019, 14:23)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Ich hatte dich falsch verstanden; dachte, dass du von einem Titel 100 Ex. pro Tag verkaufst.


Das gelang mir nur bei einem Weihnachtstitel. Der läuft lediglich im Dezember, im restlichen Jahr ist Flaute.

Der aktuelle Spitzenreiter schafft 9-10 am Tag. Warum auch immer. Kein Marketing, kein besonderes Cover, keine Presse. Hat sich irgendwie bei Amazon festgesetzt.


Monika K. hat geschrieben:
Ich freue mich sehr für dich, dass es bei dir trotz der üblen Amazon-Schikanen so super läuft.


Diese ergeben/ergaben sich im Wechselspiel von Amazon und BoD, bin aber nie wirklich zu den Ursachen vorgedrungen.

Titel, die in kurzer Zeit viel nachgefragt werden, wie o.g. Weihnachtsbuch, mache ich dann lieber über KDP.

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Monika K.
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Monika K. (14.04.2019, 20:50)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Einzige Ausnahme sind vielleicht Monikas Limericks und ähnlich witzige Gedichte (vielleicht in der Art von Robert Gernhardt), so nah wie möglich an der Alltagssprache.
A propos: Monika, unter deinen Limericks waren ja wirklich ein paar gute (bes. der mit der Butterblume) - die hatten tlw. einen Flow wie beim Poetry Slam ...


Vielen Dank für das Kompliment. Ich beschäftige mich viel mit Versmaß etc.
Die Butterblumenstory ist übrigens kein Limerick (= Fünfzeiler mit speziellen Regeln), sondern ein normales Gedicht und stammt aus meinem zweiten Gedichtband mit satirischen Gedichten, der sich von all meinen Büchern am allerschlechtesten verkauft. :D

Meiner Meinung nach muss man sich in der Belletristik entscheiden: Will man das schreiben, was einem selbst Spaß macht, oder will man etwas produzieren, das sich gut verkauft. Mag sein, dass es auch eine Schnittmenge gibt, wenn der eigene Geschmack dem Publikumsgeschmack entspricht, aber in vielen Fällen schreiben Autoren etwas, das sie selbst lieben, und wundern sich, dass es kaum jemand lesen möchte. Deshalb beobachte ich viel Frust unter den Autorinnen und Autoren. Die schreiben wunderbare Bücher. Keine Frage. Aber sie müssen anschließend auf verschiedenen Wegen die Leser erst davon überzeugen, dass die Werke lesenswert sind. Das ist mühsam und zeitraubend und liegt nicht jedem. Fünfstellige Verkaufszahlen schafft man auf diese Weise vermutlich nicht. Um die zu erreichen, muss man in den Shops von fremden Lesern beim Stöbern zufällig gefunden werden.
Für mich habe ich entschieden, dass ich mich beim Schreiben einzig von meinem eigenen Geschmack leiten lasse und mit den Konsequenzen für meine Verkaufszahlen lebe. Deshalb bezeichne ich mich oft als fröhliche Ladenhüterproduzentin und habe noch immer Spaß am Schreiben.
Wer gern viele Exemplare verkaufen möchte, muss bei Sachbüchern ein Thema wählen, zu dem es noch keine dreihundert Bücher von namhaften Verlagen gibt, oder etwas Autobiografisches schreiben. Im Bereich Belletristik muss man regelrecht Marktforschung betreiben, indem man beobachtet, welche Themen gerade in sind, und blitzschnell reagiert. Deshalb gibt es z.B. so viele Regionalkrimis. Ein ganz anderer Weg, Geld zu verdienen, ist übrigens die Veröffentlichung gemeinfreier Texte längst verstorbener Autoren. Über solche Bücher von Selfpublishing-Herausgebern stolpere ich andauernd, wenn ich nach Literatur aus dem 19. Jahrhundert suche.

Insgesamt kann man sagen, dass erfolgreiche Autoren eigentlich fast ständig schreiben und veröffentlichen. Holz hatte diesen Punkt weiter oben bereits angesprochen. Ich bin zwar nicht erfolgreich, merke aber, dass ich bei jedem Buch dazulerne. Auf diesem Weg kann ich verschiedene Erzählweisen, Humorarten und Perspektiven ausprobieren und herausfinden, was mir liegt. Nur so entwickelt man sich als Autor weiter, finde ich.

Viele Grüße
Monika
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mtg
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von mtg (15.04.2019, 00:08)
Monika K. hat geschrieben:
Meiner Meinung nach muss man sich in der Belletristik entscheiden: Will man das schreiben, was einem selbst Spaß macht, oder will man etwas produzieren, das sich gut verkauft.

Jetzt mal ganz ohne Mist: Wer etwas schreibt, um zu gefallen, prostituiert sich. Das kann gewollt sein und ist auch nicht schlimm. Aber wer etwas mitteilen will, muss eben heftig arbeiten, um das Mitzuteilende unters Volk zu bringen. Und an diesem Punkt entscheidet sich, ob man hinter seinem Buch steht oder nicht. »Geld verdienen« hat als Argument für die Buchveröffentlichung eher selten funktioniert. Aber mit einem Buch ins Gespräch zu kommen … das ist die Kunst. Wenige schaffen es … aber noch weniger versuchen es.

Das ist meine Kritik an Hobby-Autoren: Sie glauben, ihr Buch sei so toll, dass es auch ohne Werbung klappt. Und genau an dem Punkt überschätzen sich alle. Alle. Auch ich, der glaubte, etwas Einzigartiges erschaffen zu haben, musste anfänglich damit leben, dass das, was im Buch steht, von der prospektiven Zielgruppe nicht gehört/gelesen werden will. Es brauchte eine Zeit, bis es sich durchsetzte. Heute ist das Buch der Grund, weshalb ich für Veranstaltungen gebucht werde. Die Einnahmequelle ist schon lange nicht mehr das Buch, sondern es sind die 60 - 70 Veranstaltungen, die ich mit (und wegen) dem Buch pro Jahr durchführe. (https://www.matthias-gerschwitz.de/vera ... gstermine/).

Will sagen: Du kannst das beste Buch der Welt schreiben – aber wenn es keiner lesen will, hast Du die Arschkarte gezogen.

Deswegen sind Vergleiche Blödsinn …

Strafraum-Cobra
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (15.04.2019, 11:09)
mtg hat geschrieben:
Die Einnahmequelle ist schon lange nicht mehr das Buch, sondern es sind die 60 - 70 Veranstaltungen, die ich mit (und wegen) dem Buch pro Jahr durchführe. (https://www.matthias-gerschwitz.de/vera ... gstermine/).
Will sagen: Du kannst das beste Buch der Welt schreiben – aber wenn es keiner lesen will, hast Du die Arschkarte gezogen.

Diese 60-70 Lesungen sind ja mal eine Hausnummer - wirklich mehr als eine Lesung pro Woche? - Wahnsinn ...
Und auf deinen Lesungen gehen deine Bücher wahrscheinlich weg wie geschnitten Brot, oder? Aber das wundert mich andererseits auch nicht, weil deine Themen ja von gesellschaftlicher Relevanz sind und diese per se z.B. an jeder Uni diskutiert werden. Und für eine solche Diskussion sind deine Bücher natürlich ein guter Aufhänger.

mtg hat geschrieben:
Deswegen sind Vergleiche Blödsinn …

Ich denke, jeder wird automatisch und vielleicht unbewusst Vergleiche mit sich und Anderen anstellen. Hast du z.B. noch nie deine Titel untereinander verglichen, warum es etwa bei deinem einen Buch besser läuft als bei dem anderen (obwohl von gleicher Thematik) oder mit den Bestsellern aus dem gleichen Themengebiet, was deren Erfolgsrezept ausmacht? Vielleicht nennst du es einfach anders: Erfahrungswerte sammeln oder so ...
Ich persönlich glaube, dass man ohne Abgleich mit Anderen nicht vorankommt, aber ist mir letztlich auch egal, wenn ihr das anders seht oder auch einfach nur anders benennt ...

holz
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von holz (15.04.2019, 11:11)
mtg hat geschrieben:
Die Einnahmequelle ist schon lange nicht mehr das Buch, sondern es sind die 60 - 70 Veranstaltungen ...


Genau, das zeigt sich sehr deutlich bei Lyrik.
Verlagsbücher sind da eher Talentproben, Verkaufszahlen nebensächlich.
Gelder fließen aus Lesehonorar, Förderung, Arbeitsstipendium, Literaturpreis, Wettbewerb.

Und da zählt (in der Regel) Qualität. Wer seine testen will, bis Juni läuft die Ausschreibung:
https://www.schoeffling.de/jahrbuch-der-lyrik

(nicht verwechseln mit der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte)

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mtg
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von mtg (15.04.2019, 11:44)
Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Diese 60-70 Lesungen sind ja mal eine Hausnummer - wirklich mehr als eine Lesung pro Woche? - Wahnsinn ...

Nein, es sind überwiegend Veranstaltungen mit Hilfe der Bücher, zumeist 2 oder 3 x 90 Minuten am Tag in Schulen, teilweise mehrere Tage en bloc. Und dort verkaufe ich natürlich keine Bücher (außer mal hin und wieder an Lehrer oder auch mal einen Klassensatz), aber es gibt Honorare, die es ohne die Bücher eben nicht gäbe. Da hier öfter mal die regionale Presse berichtet, bin ich natürlich auch im Netz gut auffindbar, was neue Kontakte generiert. Daneben gibt es aber auch klassische Lesungen, Diskussionen, Vorträge – bei denen ich Bücher und auch die Hörbuchversionen verkaufen kann.

Strafraum-Cobra hat geschrieben:
Ich persönlich glaube, dass man ohne Abgleich mit Anderen nicht vorankommt

Was willst Du bei Sachbüchern vergleichen? Und was bei Belletristik? Bei Lyrik kann man vielleicht noch Vergleiche anstellen hinsichtlich der Qualität, des Reimes oder des Settings … wir haben hier im Forum ja einen Kandidaten, der sich als Lyrikprofessor geriert und nichts außer seinem Opus gelten lässt.

Aber: Ist Simmel besser oder Konsalik? Schiller besser als Goethe? Nenne mir doch einfach mal Kriterien, mit denen Du Bücher von Autor X mit Büchern von Autor Y vergleichen willst!

Strafraum-Cobra
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Strafraum-Cobra (15.04.2019, 12:22)
mtg hat geschrieben:
Was willst Du bei Sachbüchern vergleichen? Und was bei Belletristik? Bei Lyrik kann man vielleicht noch Vergleiche anstellen hinsichtlich der Qualität, des Reimes oder des Settings … wir haben hier im Forum ja einen Kandidaten, der sich als Lyrikprofessor geriert und nichts außer seinem Opus gelten lässt.

Aber: Ist Simmel besser oder Konsalik? Schiller besser als Goethe? Nenne mir doch einfach mal Kriterien, mit denen Du Bücher von Autor X mit Büchern von Autor Y vergleichen willst!

Vielleicht nimmst du meinen Ausdruck "Vergleich" zu bierernst. Ich meine damit nicht, dass ich über einen Vergleich absolute Aussagen machen will im Sinne von: Simmel hat für mich 179 Punkte, Konsalik 233 - obwohl, in dem Fall ginge das in meinen Augen in beiden Fällen wohl eher Richtung 0 ...
Es ist eher unbewusst und beiläufig: Alles was ich lese, beurteile ich (ohne es zu wollen) kontinuierlich auf seine Qualität und Relevanz hin für mich persönlich: Wenn ein Sachbuch ein besonders optisch ansprechenden Index oder einen außergewöhnlichen Einband aufweist, merke ich mir das, wenn mir in einem Rilke-Band ein Gedicht besonders gut gefällt, ebenso etc.
All diese Eindrücke gehen bei mir oben in den Trichter rein und haben dann selbstverständlich seine Wirkung auf mich. Nicht, indem ich die Vorlage kopieren oder übertrumpfen wollte, aber diese ganzen Mosaiksteine schärfen und erweitern meinen Qualitätsbegriff und ändern letztendlich Mosaikstein für Mosaikstein unmerklich auch meine Persönlichkeit.

Kannst du dich in diesem Sinne wirklich von Vergleichen mit Anderen vollkommen freisprechen? Du hast etliche Sachbücher zu einem bestimmten Thema geschrieben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du die komplett aus dem Ärmel geschüttelt hast. In Vorbereitung dazu wirst du viele andere Bücher zum Thema gelesen haben und da wären wir doch schon bei den Vergleichen: Die Sichtweise des einen Autors zu einem bestimmten Aspekt wird dir überhaupt nicht gefallen haben und du wirst ihm in deinem eigenen Buch vehement widersprechen, andere Positionen dagegen bestätigen etc., es ist ein Darlegung deiner eigenen Weltsicht in Abgrenzung zu anderen.
Oder ein anderes Beispiel: Wenn du an einem VHS-Kurs Ölmalerei teilnimmst, wirst du durch die Beschäftigung mit den Ergebnissen der anderen Teilnehmer ein Vielfaches an Erfahrungswerten und Standpunkten mit nach Hause nehmen, als wenn du ganz allein zuhause gearbeitet hättest.
Mir wäre ehrlich gesagt kein Fall bekannt, wo jemand Kasper-Hauser-mäßig aus einer Höhle gekrochen wäre und auf einen Schlag nur auf sich gestellt einen weltbewegenden Roman geschrieben oder eine andere Leistung von Weltrang erreicht hätte. Dazu braucht es halt immer Vergleiche mit den (oder Kenntnis der) besten Schriftstellern.

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Monika K.
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Re: Anzahl verkaufter Bücher

von Monika K. (15.04.2019, 12:42)
Hallo Matthias,

im Prinzip sehe ich es wie du und möchte lediglich einen winzigen Punkt in die Diskussion einbringen: Manche Autoren können aus gesundheitlichen Gründen keine Lesungen veranstalten. Mit der Einschränkung und ihren Konsequenzen muss man dann eben leben. Mit dem Schicksal zu hadern, hat noch nie etwas gebracht.

mtg hat geschrieben:
Will sagen: Du kannst das beste Buch der Welt schreiben – aber wenn es keiner lesen will, hast Du die Arschkarte gezogen.

Deswegen sind Vergleiche Blödsinn …

Diese Aussage finde ich unheimlich wichtig. Vielleicht empfindet man es am Anfang noch nicht als schlimm, wie man im Vergleich abschneidet. Doch ich beobachte seit Jahren, wie die Zahl der glücklichen Weggefährten aus meiner Anfangszeit schleichend schrumpft. Manche geben das Schreiben ganz auf. Andere machen todunglücklich weiter, weil sie die Hoffnung auf den großen Durchbruch noch nicht aufgeben wollen, jeden Rückschlag aber persönlich nehmen. Deshalb habe ich so radikale Ansichten bezüglich "Vergleich". Mir tut es weh mitanzusehen, wie gute, talentierte Autoren an sich und ihren Werken zweifeln, weil sie sich ständig mit anderen vergleichen, die mehr Exemplare verkaufen. Dass die Leser das Buch liebten und sich auf das nächste freuen, scheint den Autoren nicht zu reichen. Dabei liegt der "Misserfolg" nicht am Buch, sondern hängt von Faktoren ab, auf die man wenig oder keinen Einfluss hat: Gesundheit, finanzielle Mittel, kleine Zielgruppe oder schlicht zu hoch gesteckte Ziele. Wobei Ziele wichtig sind. Sie dürfen auch gern hoch gesteckt werden, wenn man in der Lage ist, mit Enttäuschungen gelassen umzugehen.

Viele Grüße
Monika
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