Das Schreiben

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TianeDK
Beiträge: 1
Registriert: 30.05.2019, 08:53

Das Schreiben

von TianeDK (30.05.2019, 09:39)
Hallo,
ich heiße Christiane Altenbach, bin 52 Jahre alt und schreibe wie am Fließband angle:

Angefangen mit Historischen Romanen, machte ich einen Schlenker zu Krimis und komme nun doch wieder bei Historischen Romanen an, weil das immer mein Herzstück sein wird und dies erklärt sich wie folgt:

Es ist 1994, ich studiere Geschichte an der Uni Köln und blättere zusammen mit meiner noch heute besten Freundin, die sich im Gegensatz zu mir heute das Leid antut, desinteressierten Schülern Geschichte nahe zubringen, im Vorlesungsverzeichnis. Genaugenommen suchen wir etwas, das Dienstags zwischen 10 und 12 Uhr stattfindet und landen bei "Die Normannen in Süditalien".
"Och?", sie runzelt die Stirn, "Waren die da auch?"
"Ich hatte auch keine Ahnung von Normannen jenseits von England, aber spannend sind die immer."
"Okay", eifrig in ihren Stundenplan kritzelnd macht sie ein Geräusch, das ein bisschen nach Lachen klingt, "geben wir ihnen eine Chance."

Und diese Chance nutzen die Normannen, ziehen uns in ihren Bann, reißen uns mit auf ihren abenteuerlichen Wegen und am Ende fiebern wir dieser Vorlesung entgegen, wie einem Date mit dem Typen unserer Träume, denn letztlich ist es das ja auch.

Sie kamen als Söldner und nahmen sich was ihnen gefiel.
Und vor allem kamen die Brüder Hauteville, Söhne eines verarmten normannischen Barons, der derer viele hatte, unsagbar viele, die nacheinander vom Söldner zu Grafen aufstiegen, bis er kam; Robert Hauteville, den man später Guiscard nannte.

Alles, was ist, will er aus der Form brechen, um es zu nutzen
Was er träumt, zwingt er mit allen Mitteln in die Wirklichkeit.

Und dann sieht er augenscheinlich auch noch so unschlagbar gut aus. (Hier gilt unser Dank Anna Komnena, der Tochter des byzantinischen Kaisers Alexios, die später eine detailgetreue Beschreibung seines Sohnes Boemund aufzeichnen wird, die derart genau ist, dass man sich fragt, ob sie ihn nackt gesehen hat. Und ja, sie betont die Ähnlichkeit zu seinem Vater, also ist Robert, groß, blond, gut aussehend, charismatisch, unfassbar clever und wenig grausam.)

Wir verfolgen seinen Weg als Raubritter in den kargen Bergen Kalabriens, heiraten mit ihm das normannische Mädchen Abelrada, die den großen Kreuzfahrer Boemund gebären wird, wir sehen, wie er der lombardischen Fürstentochter Sichelgaita, eine Furie zu Pferde das Schwert schwingend, begegnet.
Begleiten ihn auf seinem unaufhaltsamen Weg zur Macht, sehen zu, wie er auf einer Wiese vor Melfi bei einer Synode zum herzog gemacht wird, begleiten ihn bei der Eroberung Siziliens, das zu jenem Zeitpunkt noch unter Sarazenen Herrschaft steht und leiden, weil wir ihn sterben sehen. Mitten im Krieg gegen Byzanz, weil er sich dachte, die Kaiserkrone machte sich vielleicht prächtig auf seinem Haupt.

Und wir danken Professor Wolters für seinen unnachahmlichen Erzählstil, denn wir kämpften und soffen mit Robert, wir liebten sein Weib, kratzten seine Läuse in vor Dreck starrenden Heerlagern und ölten sein Schwert, um mit ihm zu nehmen, was vor ihm lag.

Und ich musste das schreiben.
Seit 1994 verfolgt er mich, dieser verrückte Guiscard, und flüstert mir ein, ihn zu schreiben.
das Leben kam etwas dazwischen, ich hatte einen Unfall, seitdem ich im Rollstuhl sitze, und weil ich mir einbildete, ein beliebtes Vorurteil gegen Beamte wiederlegen zu müssen, arbeitete ich nach fast 2 Jahrzehnte trotz dieses schweren Dienstunfalls, bevor ich 2014 endlich in den Ruhestand ging.

Seither schreibe ich.

Und auch, wenn die Krimis Spaß machen, steckt in den Normannen-Büchern mein Herz und es wird immer darin stecken.

Ich möchte diese Abenteuer teilen, sie lebendig werden lassen

Das bin ich.
Ohne Robert Hauteville undenkbar.

Liebe Grüße
Tiane
P.S Ich habe eben einen Roman eines anderen Autoren, der mit BoD veröffentlicht, gekauft. Adrian Franklin, "Spartacus". Ich habe den Eindruck, das wird nicht oft gemacht, oder?
Ich habe das Buch gekauft, weil ich das Gefühl hatte, da schrieb jemand, der ebenso vernarrt in eine bestimmte Epoche, ein bestimmtes Ereignis ist, wie ich. Ich bin total gespannt.

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Madelaine Kaufmann
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Wohnort: Kreis Herford

Re: Das Schreiben

von Madelaine Kaufmann (03.06.2019, 18:07)
Aus Deinem Text ist mir nicht ganz klar geworden, ob Du schon Bücher veröffentlicht hast. Deshalb meine Frage: Hast Du schon etwas veröffentlicht? Ich frage, weil ich Deinen Enthusiasmus für historische Romane sehr spannend finde.

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Federtänzerin
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Registriert: 19.05.2019, 08:37

Re: Das Schreiben

von Federtänzerin (08.06.2019, 13:00)
Hallo! thumbbup
Und ein dickes "Herzlich Willkommen". welcome:
Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
-Einstein


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