Verbitterung

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Birgit
Beiträge: 17
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Verbitterung

von Birgit (13.08.2007, 15:28)
Merke dir, ergrauter Vater,
sag es auch dem Mütterlein:
soll der späte Lebensabend
ohne Lebenssorgen sein,
gib du die erworbenen Güter
nie zu früh den Kindern ab.
Sonst wirst du zu ihren Sklaven
und sie wünschen dich ins Grab.

Wer besitzt, den wird man achten.
Kindesdank ist Seltenheit.
Brot zu nehmen, das heißt schmachten
Brot zu geben- Seligkeit.

Jakob W.
Beiträge: 530
Registriert: 13.04.2007, 15:58

Re:

von Jakob W. (13.08.2007, 17:49)
Hallo Birgit,

dein Gedicht ist ein Schmaus. Und so viele Leitsätze fürs Leben! :) Gut gemacht!



Lieben Gruß,
Jakob
Beste Grüße
******
Jakob
******
www.buch.de , www.amazon.de

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Phosphorkeule
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Hochachtung!

von Phosphorkeule (14.08.2007, 09:29)
Ein geniales Werk! In meinem Stammforum kann man sich verschiedene Werke anderer Autoren, als Favoriten in seinem "Account" (Profil) holen. Dieses Gedicht würde garantiert zu meinen Favoriten gehören.
Wahre Worte, die ich selbst so manches mal erlebt habe.
LG Norbert van Tiggelen
Da ich weiß, das ihr nicht schnell lesen könnt, werde ich langsam schreiben... grins !!!
Viel Spaß mit meinen Gedichten und Kurzgeschichten
eure
Phosphorkeule - Norbert van Tiggelen

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Birgit
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Re:

von Birgit (14.08.2007, 14:26)
Vielen Dank, ihr Lieben :lol:

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (14.08.2007, 17:42)
Guten Tag Birgit!

Schließe mich den Kommentaren
von Jakob und Norbert uneingeschränkt an!

Lieben Gruß aus der Steiermark!

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Bärentante
Beiträge: 1778
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Re:

von Bärentante (14.08.2007, 18:18)
Als Lebensleitsatz sehe ich hier nur: Traue nie Deinen Kindern. (Eine traurige Erkenntnis.) Und das Gedicht wird doch von einem Kind an die Eltern gesprochen. Ist das die zu späte Erkenntnis eines Rabenkindes?

Im Zeitalter von Nießbrauchrecht, Wohnrecht, Lebensrente, usw. ist das meiner Meinung nach absolut überholt.
Liebe Grüße
Christel

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (14.08.2007, 18:51)
Nun ja, so ganz realitätsfern ist der Inhalt des Gedichtes wiederum nicht, wenn man sich etwas genauer umschaut.

Mir sind jedenfalls gar nicht so wenige alte Menschen bekannt, deren Kinder sich von ihnen physisch und psychisch völlig entfernt haben, gut vom frühzeitig erhaltenen Vermögen leben und die Mutter, besonders wenn der Vater früh verstorben ist, in ein Heim stecken.

Auch in ländlichen Gebieten kommt es immer noch vor, dass die Eltern der Jungbauern im Ausgedinge "hausen" müssen. Und auch Erbstreitigkeiten unter Geschwistern zu Lebzeiten der Eltern, vor allem wenn diese schon alt und kränklich sind, kommen nicht selten vor.

In den Trivialromanen kommen diese Themen ja oft vor - allerdings gibt es stets einen alle befriedigenden Ausgang der Geschichte. :lol:

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Birgit
Beiträge: 17
Registriert: 27.04.2007, 09:47
Wohnort: Hohenhenningen

Re:

von Birgit (14.08.2007, 18:58)
Liebe Christel,
in diesem Gedicht habe ich die traurigen, aber leider wahren Erkenntnisse meiner Großmutter wiedergegeben. Sie hat vor vielen Jahren ihr Haus an die Stieftochter ( meine Tante) überschrieben und musste mit ansehen, wie diese alles, was ihr ans Herz gewachsen war, herausgerissen und verändert hat. Gegen Omas Willen, die fortan im Haus nichts mehr zu melden hatte und nur noch geduldet wurde. Als lästiges Beiwerk.
Ja- traurig, aber leider wahr.

Nixnutzia
Beiträge: 1
Registriert: 03.07.2019, 19:19

Re: Verbitterung

von Nixnutzia (03.07.2019, 19:33)
Heute erst bahe ich beim Stöbern dieses Forum und das Gedichtchen entdeckt,
welches ich seit meiner Kinderzeit - ich bin 1950 geboren - bereits kenne.
Es wurde mir immer von meiner 1915 geborenen Tante, bei der ich die Schulferien verbrachte und die das Gedicht wiederum aus ihrer eigenen Jugendzeit kannte als Lebensweisheit aufgesagt und mitgegeben!
Sie hat diese Weisheit sogar noch kurz vor ihrem Tod 2010 - stolz darauf, sie immer noch auswendig zu wissen - aufgesagt!

Arno Abendschön
Beiträge: 784
Registriert: 31.10.2007, 10:23
Wohnort: Berlin

Re: Verbitterung

von Arno Abendschön (27.07.2019, 22:12)
Danke, Nixnutzia, für den Hinweis. In der Tat sprechen Stil und sprachliche Details des Gedichts für einen um etwa 1920 verfassten Text. Wie konnte man sich insoweit überhaupt täuschen lassen?

Freundliche Grüße
Arno Abendschön
Gegen Gleichmacherei - nein zur Ehe für alle!

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