Bibeltexte sind rechtlich geschützt?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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MichaelHA
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Elberfelder Bibel

von MichaelHA (07.08.2010, 16:38)
Wie hier schon andernorts bemerkt: die Wiedergabe von Textpassagen der Elberfelder Bibel - die übrigens als Übersetzung, den geistigen Gehalt sehr nah am Urtext wiedergibt - in der Fassung, welche im Internet abrufbar ist, dürfte urheberrechtlich zu keinen Schwierigkeiten mehr führen und ist daher unproblematisch.

Beste Grüße

MHA

Bensid
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Re:

von Bensid (07.08.2010, 20:04)
es geht in dem Buch um das Thema Homosexualität.

Kirchen etc. berufen sich gerne auf gewisse Bibelstellen, welche - angeblich - gegen Homosexualität aus religiöser Sicht sprechen.

Ich möchte gegenargumentieren - um aus Schwul / Lesbischer Sichtweise ( meine Sichtweise ) zu erläutern, das die Bibelzitate nicht gegen Homosexualität ausgerichtet sind .

Dazu benötige ich die Bibelstellen..

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mtg
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Re:

von mtg (07.08.2010, 21:34)
Dann kennst Du ja bestimmt den Spruch der US-Kabarettistin Lynn Lavner:
"Die Bibel enthält 6 Ermahnungen an Homosexuelle und 362 Ermahnungen an Heterosexuelle. Das heißt aber nicht, dass Gott die Heterosexuellen nicht liebt. Sie müssen nur strenger beaufsichtigt werden."

Schau auch mal unter http://www.kreuz.net/ ... da sind die schlimmsten katholischen anti-schwulen Dogmatiker unterwegs ...

Oder hier: http://www.zwischenraum.net/index.htm

Interessant für Dich vielleicht auch: http://www.judentum.net/religion/homosexualitaet.htm

Um auf die Zitiererei zurückzukommen. In diesem Falle kannst Du die entsprechenden Bibelstellen natürlich 1:1, also die Originalstellen, zitieren, denn 1.) ist der Umfang vom Zitatrecht abgedeckt und 2.) setzt Du Dich in deinem Buch damit auseinander, was auch wiederum vom Zitatrecht abgedeckt ist.

Da musst Du Dir also keine Sorgen machen. Es kann natürlich sein, dass irgend ein kirchlicher Fundamentalist (ich sage bewusst »kirchlich« und nicht »christlich«) den Untergang des Abendlandes befürchet, wenn Du an Hand der Bibelauslegung zu dem Schluss kommst, dass Homosexualität doch »nichts Schlimmes« ist ... aber dann hast Du - BINGO! - ins Schwarze getroffen.

Viel Erfolg Dir - und sag Bescheid, wenn es fertig ist. Ich will's haben! :-)

A. Neuling
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Re: Bibeltexte sind rechtlich geschützt?

von A. Neuling (24.09.2019, 18:11)
Hi und Hallo.
Ich schreibe zum erstem Mal einen Buch und hab mich jetzt auch ganz neu hier angemeldet. Ich hab mich in dieses Thema jetzt schon ein wenig eingelesen, allerdings habe ich noch einige Verständnissprobleme :cry: :cry: Ich hoffe niemanden damit auf die Nerven zu gehen.

Ich zitiere eine Passage aus dem "Buch" an dem ich grade schreibe:

"Außer der Schlachter 1951 und der Neuen-Welt-Übersetzung, finden wir die anderen zitierten Bibelübersetzungen auf der bibleserver.com Webseite. In dieser Betrachtung versuchen wir all diese Übersetzungen zu verwenden um einen guten Vergleich zu haben:

(Matthäus 7:21) „Nicht alle, die zu mir sagen ›Herr, Herr‹, werden in Gottes neue Welt kommen, sondern nur die, die auch tun, was mein Vater im Himmel will.“ - Gute Nachricht Bibel

(Matthäus 7:14) “[…] doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.“ - Neue-Welt-Übersetzung

(Epheser4:3-6) „und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen […]“ - Lutherbibel 2017

Wie würdest du diese Bibelverse interpretieren? Zum ersten Bibeltext (Matthäus 7:21) würde ich sagen, dass..."

Also ich schreibe ein Sachbuch und verwende verschiedene Übersetzungen. Die meisten sind auf der bibleserver.com Webseite zu finden. Kann ich das Buch so schreiben? Ich hab immer am Ende der Bibelstelle die Bibelübersetzung zitiert. Ist es so ok oder würde ich Ärger bekommen? :?

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Hannelore Goos
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Re: Bibeltexte sind rechtlich geschützt?

von Hannelore Goos (24.09.2019, 21:55)
Hallo,

zunächst solltest du dich um eine deutsche Wortstellung bemühen.
A. Neuling hat geschrieben:
"Außer der Schlachter 1951 und der Neuen-Welt-Übersetzung, finden wir die anderen zitierten Bibelübersetzungen auf der bibleserver.com Webseite.
Auf Deutsch muss es heißen: auf der Website "Bibleserver.com". Das Hintereinanderschreiben von Bezeichnungen entspricht englischen Regeln für Wortverbindungen.
Eine Website ist keine Seite, auch wenn es so klingt, sondern in der exakten Übersetzung ein Webstandort. Da diese Bezeichnung nicht gebräuchlich ist, wird in der Regel die englische Bezeichnung Site beibehalten.

A. Neuling hat geschrieben:
(Matthäus 7:21) „Nicht alle, die zu mir sagen ›Herr, Herr‹, werden in Gottes neue Welt kommen, sondern nur die, die auch tun, was mein Vater im Himmel will.“ - Gute Nachricht Bibel

Es sollte heißen: Bibelübersetzung "Gute Nachricht"

A. Neuling hat geschrieben:
Wie würdest du diese Bibelverse interpretieren?

Wer ist "du"? In Sachbüchern wird der Leser in der Regel nicht persönlich angesprochen und in einem seriösen Sachbuch schon gar nicht geduzt.

A. Neuling hat geschrieben:
Also ich würde sagen, dass . . .

Alte Deutschlehrerregel: "Die deutsche Sprache ist eine Sprache ohne Würde". Dieses Wort solltest du tatsächlich nur verwenden, wenn das Konditional II gebraucht wird. Außerdem - du sagst es doch! Die Formulierung sollte also lauten: "Meine Interpretation ist . . .

A. Neuling hat geschrieben:
Also ich schreibe ein Sachbuch und verwende verschiedene Übersetzungen. Die meisten sind auf der bibleserver.com Webseite zu finden. Kann ich das Buch so schreiben? Ich hab immer am Ende der Bibelstelle die Bibelübersetzung zitiert. Ist es so ok oder würde ich Ärger bekommen? :?
Alle Bibelübersetzungen auf Bibelserver.com gibt es auch als Bücher. Besorge dir die Bücher und gibt bei jedem Zitat die Seitenzahl an. Dann bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Gerade wenn du heiße Eisen anfassen willst, sollte die Form absolut stimmen. Sonst werden diejenigen, denen dein Standpunkt nicht gefällt, dich einfach wegen der formalen Fehler abwerten, ohne sich mit deinen Inhalten auseinandersetzen zu müssen; du machst ihnen die Kritik damit leicht.

Viel Erfolg!
Gruß
Hannelore
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

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MichaelHA
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Re: Bibeltexte sind rechtlich geschützt?

von MichaelHA (07.11.2019, 09:28)
Ältere Bibelübersetzungen sind für gewöhnlich gemeinfrei. Daher darf daraus (unter Nennung der Ausgabe und der Seitenzahl) auch durchaus seitenweise zitiert werden.

Beste Grüße

MichaelHA

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