Es weihnachtet wieder

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Melda-Sabine Fischer
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Es weihnachtet wieder

von Melda-Sabine Fischer (01.12.2019, 10:28)
Bevor ich es total vergess‘,
Adventszeit, das bedeutet Stress.
Denn wer sich nicht gut vorbereitet,
dem Weihnachten total entgleitet.

Das Haus wird festtäglich geschmückt,
was jeden frommen Christ entzückt.
Das Jesuskind wird flugs entstaubt
und in der Krippe festgeschraubt.

In Bälde steht dann um die Krippe,
im Lichterglanz die Weihnachtssippe,
um zu speziellen Weihnachtsklängen
die Alltagslaune zu verdrängen.

Doch vorher ist die Stimmung heikel
bei Otto Schmitz in Wanne-Eickel.
Der Wahnsinn macht sich meistens breit,
gerade jetzt, zur Weihnachtszeit.

Die Schmitzens wohnen Souterrain,
da ist’s zur Weihnacht oft sehr eng.
Der Baum, die Krippe, die Verwandtschaft,
die passen knapp nur in die Landschaft.

Es wird das Sofa umgestellt,
auf dem der Mops sein Schläfchen hält.
Der Couchtisch wird ins Eck verfrachtet,
weil er dort auf den Christbaum wartet.

Des Katers Kratzbaum wird verräumt,
das hat man letztes Jahr versäumt,
der Kater sprang mit froher Mine,
vom Kratzbaum in die Fleischterrine.

Jetzt nerven Schmitzens Kinder sehr,
die beiden sind recht pubertär.
Denn Kevin und das Mädel Mandy,
die glotzen stoisch nur auf‘s Handy.

Herrn Schmitzens Eltern wohnen oben,
das ist nicht wirklich hoch zu loben.
Die Oma Schmitz, sie nörgelt ständig,
das hält Frau Schmitzens Frust lebendig.

Die Stimmung, die ist angespannt
in Schmitzens Weihnachtswunderland,
weil die Geschenke, die verpackt,
die hat der Mops just voll gekackt.

Die Plätzchen duften in den Rohren,
die Blagen johlen unverfroren,
die Oma backt den Weihnachtsstollen,
den alle dann verkosten sollen.

Doch backt sie den mit Zitronat,
was man dann in den Zähnen hat,
dazu verrührt sie Marzipan,
mit einem Gläschen Enzian.

Das ekelt designierte Erben,
sie würden deshalb lieber sterben,
statt zu verspeisen dies Gebäck,
der Mops rennt vorsichtshalber weg.

Für weihnachtliche Reinlichkeit,
sorgt Mutter jetzt mit Peinlichkeit,
sonst tummelt später die Verwandtschaft
sich in ´ner staubdurchwirkten Landschaft.

Es prüfte oft schon Tante Stine
mit ihrem Finger die Vitrine,
sie fängt sogleich zu lästern an,
wenn sie ein Staubkorn finden kann.

Der Paps, er sucht die Lichterkette,
die er gern aufgehangen hätte,
die will er um den Christbaum winden,
doch ist die Kette nicht zu finden.

Man hört ihn nicht sehr christlich fluchen,
die Kinder helfen jetzt beim Suchen.
Der Mops erschnüffelt ´nen Karton,
den schleift er jaulend zum Salon.

Als sie den Inhalt dann beäugen
(ein Konvolut an Sexspielzeugen),
ruft Opa lustvoll in die Gruppe:
„Ich hätte gern die Gummi-Puppe!“

Die Kette, sie hing jedenfalls
der Gummi-Puppe um den Hals.
Man hat danach recht unverdrossen
den Pappkarton schnell weggeschlossen.

Der Stollen quält sich jammervoll
im Ofen, weil er backen soll.
Er möchte nur -und das beizeiten-
vom heißen Blech heruntergleiten.

Doch ließ die Oma sich nicht stressen,
sie hat die Backzeit glatt vergessen,
so wird nun aus dem Stollenteil,
ein Fall für Schmitzens Hackebeil.

Das, was als Festgebäck gedacht,
verlor im Ofen seine Pracht,
und auch die Plätzchen sind verbrannt,
man hat die Backzeit wohl verkannt.

So ist ein jedermann bereit
für den Advent als schönste Zeit,
jedoch wird’s manches Mal auch teuer
fängt der Adventskranz dann noch Feuer.


(Melda-Sabine Fischer - im Advent 2019)

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