Kosten

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3422
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Kosten

von Monika K. (27.09.2020, 14:13)
Parana, in diesem Thread geht es um einen Druckkostenzuschussverlag. Davon rate ich jedem ab. Entweder richtiger Verlag oder Selfpublishing über reine Dienstleistungsverlage (wie BoD) oder Amazon. Dass man sich die Hilfe von Profis für Cover, Korrektorat, Buchsatz etc. besser einkaufen sollte, statt selbst Murks zu fabrizieren, steht außer Frage. Doch das hat nichts mit einem Druckkostenzuschussverlag und der dort üblichen Abzocke zu tun. Lies dir einfach noch einmal den kompletten Thread durch. Dann wird dir klar, was Siegfried mit seiner anschaulichen Erklärung meint.

Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5837
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Kosten

von Siegfried (27.09.2020, 18:46)
parana hat geschrieben:
Und danke für das Beispiel. Ich wollte mit meiner Frage eigentlich eher daraufhin hinaus, dass ich es mir schwierig vorstelle, als unerfahrener Autor überhaupt Fuß zu fassen in der Verlagsbranche.


Erster Schritt: Mach dir einen Namen! Werde bekannt - mit deinem Echtnamen oder mit einem Pseudonym.

parana hat geschrieben:
Wichtig wäre es doch sowieso mal, irgendwo Erfahrungen zu sammeln, oder nicht? Solche Literatur-Wettbewerbe scheinen mir recht sinnvoll dafür zu sein.


Es ist eine Möglichkeit - von mehreren. Andere Möglichkeit: Schreib Texte für Anthologien. In einer Anthologie kann man leichter einen Text veröffentlichen als bei einem Verlag, wenn man dort einen ganzen Roman unterbringen will.

parana hat geschrieben:
Und herauszufinden, was der Markt in ein paar Jahren für Bücher haben will, das stelle ich mir sehr schwierig vor – niemand von uns kann Hellsehen… ;-) das wird einem ein Verlag schon eher sagen können, denke ich mal.


Verlage schauen immer in die Vergangenheit: Was hat sich in den letzten zwei, drei Jahren gut verkauft? Das nehmen wir dann auch!

Es gab mal einen Hype um Fantasy, Höhepunkt war die Verfilmung vom "Herr der Ringe" und von "Game of Thrones" - und damit logischerweise die entsprechenden Bücher. "Narnia" hat mich persönlich weit weniger fasziniert. Frage: Ist die Fantasy-Welle vorbei oder lohnt es sich noch, in dieses Genre einzusteigen?

Eine andere Welle, die jahrelang die Buchregale gefüllt hat, waren die Skandinavien-Krimis. Henning Mankell, Hakan Nesser, Jo Nesbö, Arne Dahl, Jussi Adler-Olsen u. v. a. m. Setzt sich diese Vorliebe im deutschen Büchermarkt fort oder ist die Welle durch? Verlage werden wahrscheinlich nach neuen Autoren aus Skandinavien suchen, weil sie glauben, damit Geld verdienen zu können.

Was also können wir thematisch schreiben, um aufzufallen? Psychothriller? Serienmörder? Aufarbeitung der Wiedervereinigung? Romane rund um "Fridays For Future"? Umweltkatastrophe? Einen Roman über die Pandemie? Wenn du ein Buch schreiben willst, über das alle reden, schreib eines, das einen Skandal auslöst: Nimm eine Verschwörungstheorie und mach daraus ein spannendes Buch. Schreib über etwas, was viele aufregt (siehe "Feuchtgebiete" von Charlotte Roche, Auflage 1,3 Millionen; "Fifty Shades Of Grey" von E. L. James, Auflage über 100 Millionen).

parana hat geschrieben:
Verlegt man denn als Autor auch immer wieder bei verschiedenen Verlagen? Oder ist man bei einem „angestellt“, sobald man es mit seinem ersten Werk geschafft hat, den Verlag zu überzeugen?


Das hängt vom Vertrag ab. Wenn man den Mega-Seller abgeliefert hat, kann man durchaus einen Vertrag bekommen, in dem es heißt, dass die nächsten drei Romane ebenfalls bei diesem Verlag erscheinen sollen und man die drei Bücher innerhalb von fünf oder sechs Jahren abzuliefern hat.

So heißt es, dass Ken Follett (einer der erfolgreichsten Autoren der Welt) vorab einen Verlagsvertrag für seine "Jahrhundertsaga" ("Sturz der Titanen", "Winter der Welt", "Kinder der Freiheit") unterschrieben hat, der ihm eine zweistellige Millionensumme garantiert. Alle zwei Jahre kam ein neuer Roman auf den Markt (wobei gesagt werden muss, dass Follett inzwischen mehr Unternehmer denn Autor ist).

parana hat geschrieben:
Ein weiterer Punkt, den du ansprichst: Man steht in der Öffentlichkeit…dazu muss man ja auch irgendwie gemacht sein, nicht wahr? Wenn einem das nicht gefällt, heißt das aber noch lange nicht, dass man nicht Autor werden kann. Man könnte ja auch mal mit einem Pseudonym beginnen!? Oder was haltest ihr davon? :-)


Ein schöner Irrglaube, man könnte mit einem Pseudonym der Öffentlichkeit entgehen. Wenn du ein Buch veröffentlichst und das wird zu einem großen Erfolg, dann kommst du zwangsweise in die Öffentlichkeit. Du machst Lesungen, Verkaufsveranstaltungen, bist auf Messen, auf irgendwelchen Conventions, wirst von der Zeitung, dem Radio, dem Fernsehen interviewt.

Was machst du, wenn du dich als Pseudonym "Katharina von Suppenstroh" nennst und dann plötzlich einen echten Erfolgsroman an der Backe hast? Der Verlag will mit dir in die Öffentlichkeit. Er will dein Buch - dein aktuelles und das, an dem du gerade schreibst - unbedingt verkaufen. Dafür braucht man die Medien. Und spätestens in der ersten Talkshow im Fernsehen werden dich deine Familienangehörigen, deine Freunde, deine Nachbarn, aber auch deine Neider und Feinde erkennen. Und dann?

Fröhliche Grüße

Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
J. Kriebeler
Beiträge: 62
Registriert: 28.08.2020, 14:04
Wohnort: Kelkheim (Taunus)

Re: Kosten

von J. Kriebeler (27.09.2020, 19:58)
Es steht jedem Autor frei den Rummel um seine Person mitzumachen oder nicht. Viele werden der Lockung des Ruhms sicher erliegen, wenn er an die Tür klopft. Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele wie Patrick Süskind, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_Süskind.
Freundliche Grüße j. kriebeler, freier Autor und Buch-Mentor

"Dort wo die Handbücher der Hersteller aufhören, dort beginnt mein Interesse, den Status-Quo in Frage zu stellen und benutzerfreundliche Antworten zu finden." – http://www.cg4u.de

Benutzeravatar
mtg
Beiträge: 5623
Registriert: 20.01.2010, 09:59
Wohnort: Berlin

Re: Kosten

von mtg (28.09.2020, 08:00)
J. Kriebeler hat geschrieben:
Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele wie Patrick Süskind …

… dessen Geschichte ja wunderbar in Helmut Dietls Film »Rossini« eingebaut wurde … :-)

Benutzeravatar
Siegfried
Beiträge: 5837
Registriert: 09.07.2008, 01:14
Wohnort: e-mail: dbs@digibuchservice.de

Re: Kosten

von Siegfried (28.09.2020, 13:28)
J. Kriebeler hat geschrieben:
Es gibt jedoch auch Gegenbeispiele wie Patrick Süskind


Wie viel Romane hat Süskind außer "Das Pafüm" veröffentlicht? cheezygrin
Da lässt es sich leicht verstecken! cheezygrin

Fröhliche Grüße

Siegfried
Korrektorat: 1,- Euro pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite // zzgl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 16 % USt. (bis Jahresende 2020) // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

Benutzeravatar
Hannelore Goos
Beiträge: 667
Registriert: 04.05.2017, 15:11

Re: Kosten

von Hannelore Goos (29.09.2020, 11:06)
Noch ein Positiv-Negativ-Beispiel zum ursprünglichen Anliegen dieses Threads:

Gestern hat uns der Verleger mitgeteilt, dass er zwei von unseren drei Titeln aus dem Sortiment nehmen muss, da sie sich nicht verkaufen. Die Barsortimenter haben im letzten Jahr streng gekürzt und alle Bücher unterhalb einer gewissen Absatzanzahl aus ihrem Sortiment genommen. Das ist natürlich eine Spirale abwärts: Die Titel werden in den Online-Shops nicht mehr geführt (oder höchstens noch mit Restbeständen), also nicht mehr dort gefunden, also immer weniger gekauft.

Das ist ein ziemlicher Schlag für den Verleger, zumal eins der Bücher eine relativ teure Hardcover-Ausgabe ist. Er hat den möglichen Verkaufserfolg falsch eingeschätzt.

Kosten haben wir keine, wir haben weder einen Druckkostenzuschuss bezahlt, noch müssen wir uns an dem Verlust beteiligen.

Gruß
Hannelore
Es gibt Menschen, die denken gern, und Menschen, die schreiben gern. Leider sind das nicht immer dieselben. book:
(Aus einem Gartenforum)

Benutzeravatar
parana
Beiträge: 12
Registriert: 30.06.2020, 13:29
Wohnort: Wien

Re: Kosten

von parana (12.10.2020, 13:38)
Hallo zusammen, vielen Dank euch für die Antworten.

Monika K., danke für den Hinweis. Ich habe mir nochmal den ganzen Thread ausführlich durchgelesen. Mir ist jetzt nur nicht ganz klar, was ein Druckkostenzuschussverlag und ein Dienstleistungsverlag überhaupt sein sollen… Verlag bleibt doch Verlag? Also ich bin davon ausgegangen, dass man als Autor entweder zu einem Verlag geht oder man veröffentlicht sein Werk selbstständig…also in etwa so wie ein Angestelltenverhältnis oder ein Freelancer (egal in welchem Beruf…) :-)

Siegfried, bekannt zu werden, ist wohl schon mal der schwierigste Schritt, nicht wahr? :-) Und sind Anthologien nicht eher lyrische Texte? Aber was ist, wenn man dann doch lieber Romane, Novellen, etc. schreibt…Bestimmt nicht alle Autoren schreiben gerne Gedichte? Oder ist mir erst dann ein guter Autor, wenn man auch Gedichte schreiben kann?

Ich finde es ehrlich gesagt ein wenig unklug, wenn Verlage nur darauf schauen, was sich die letzten Jahren gut verkauft hat…und nur dann nehmen sie dieses oder jenes Manuskript…warum muss man denn immer auf den fahrenden Zug aufspringen? Gerade als Verlag sollte man doch innovativ sein und Mut zu etwas Neuem haben…wenn man weiß, dass eine gewisse Story gut ankommt (wie du hier Beispiele von dem Hype um Fantasy gibst), dann braucht man als Autor auch nicht mehr einen Verlag…alleine geht man dann zwar ein gewisses Risiko ein, aber prinzipiell hat man ja sowieso gute Chancen wegen der Story…!?
Verlage sollten meiner Meinung doch eher da sein, um Bücher auf den Markt zu bringen, die vielleicht gerade nicht „in“ sind – aber „in“ werden können…natürlich solange es nicht ein spezialisierter Verlag zu einem bestimmten Themenbereich ist wie etwa Fantasy, Kochbücher, oder was auch immer, und dann könnten/sollten/müssten Verlage auch „Neues“ wagen und vielleicht so den nächsten Trend setzen…wozu sonst gibt es Verlage?

Irgendwie geht es ja auch beim „Autorsein“ darum, Neues aufzuzeigen…Gewagtes auszuprobieren…eventuell die Meinung der Gesellschaft zu spalten…Nicht-Gesagtes zu thematisieren… also so stelle ich mir zumindest einen erfolgreichen Autor vor – vielleicht liegt das aber auch daran, dass wir in der Schule immer nur von Autoren und Werken gesprochen haben, die zu dieser und jener Zeit ein Tabu gebrochen haben, Autoren dann verfolgt wurden, ins Exil mussten, oder was auch immer – und schlussendlich deswegen dann auch noch erfolgreich wurden. :-) So ein Schicksaal wünsche ich in diesen Zeiten aber keinem Autor! :D

Das heißt, als erfolgreicher Autor bekommt man dann einen Vertrag und schreibt Bücher für einen Verlag – die Story darf man sich selbst aussuchen oder wird vorgegeben? Also schreibt man FÜR den Verlag oder IM AUFTRAG VON einem Verlag? Wenn man da in seiner Kreativität eingegrenzt würde, fände ich das auch nicht gut…Autoren sind doch eher Freidenker, nicht? :-)

Interessant ist auch deine Auffassungen zu den Pseudonymen – so habe ich das noch gar nicht gesehen. Eventuell müsste man dann doch einen guten Freund davon überzeugen, Auftritte, Lesungen, Verkaufsveranstaltungen, Messen, Radiosendungen, Fernsehinterviews etc. für einen zu übernehmen! :D Ich glaube, da spielt Charisma sowieso noch eine ganz entscheidende Rolle – ein guter Autor ohne genug Charisma wird vermutlich nicht so erfolgreich sein wie ein nur halbwegs guter Autor mit viel Charisma…Was denkt ihr?

J. Kriebeler, sicherlich gibt es da viele Beispiele und doch auch einige Ausnahmen! :-) Ich glaube, als Autor, der sein erstes Buch veröffentlicht, hat man aber noch nicht den Anspruch, so berühmt zu werden? Also meiner Meinung nach wäre das zumindest eine falsche Zielsetzung... :-)

Hannelore Goos, das heißt, du hast bei einem Verlag schon drei Bücher veröffentlicht? Aber leider liefen die nicht gut? Lag es an fehlendem Marketing? Und wieso werden die Titel nicht mehr in den Online-Shops geführt, und können dementsprechend nicht mal gefunden werden? Ich meine, online gibt es ja kein „Platzproblem“…? Und Respekt für die vielen Bücher, die du geschrieben hast! Ich war gerade ein wenig auf deiner Website unterwegs! :-)

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3422
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Kosten

von Monika K. (12.10.2020, 14:16)
parana hat geschrieben:
Monika K., danke für den Hinweis. Ich habe mir nochmal den ganzen Thread ausführlich durchgelesen. Mir ist jetzt nur nicht ganz klar, was ein Druckkostenzuschussverlag und ein Dienstleistungsverlag überhaupt sein sollen… Verlag bleibt doch Verlag? Also ich bin davon ausgegangen, dass man als Autor entweder zu einem Verlag geht oder man veröffentlicht sein Werk selbstständig…also in etwa so wie ein Angestelltenverhältnis oder ein Freelancer (egal in welchem Beruf…) :-)


Hallo,
schön, dass wir das Missverständnis klären konnten. Ein Verlag zahlt dir ein Honorar. Ein Druckkostenzuschussverlag verlangt von dir satte Gebühren für die Veröffentlichung deines Buchs. Siegfried hatte Beträge genannt, die keineswegs übertrieben sind, sondern auf realen Fällen basieren. Ein Dienstleistungsverlag zahlt dir zwar auch kein Honorar, sondern verlangt Gebühren. Doch die Preise sind erschwinglich und klar definierten Dienstleistungen zugeordnet. Dort erhältst du bei den Buchverkäufen eine festgelegte Marge. Bei BoD z.B. kann man einen Buchblock und ein Cover hochladen und für 19 Euro veröffentlichen. Einschließlich ISBN. Wenn man weitere Dienstleistungen benötigt, kann man sie entweder bei BoD oder von anderen Anbietern (Coverdesigner, Lektoren etc.) einkaufen. Man ist also nicht an BoD gebunden.

Kurz gesagt:
Ein Verlag gibt dir Geld.
Ein Dienstleistungsverlag verkauft dir zu fairen Preisen Dienstleistungen.
Ein Druckkostenzuschussverlag zockt dich ab.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.