Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

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mtg
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von mtg (07.10.2020, 08:16)
@turok!

Natürlich hat es etwas mit »Rassismus« zu tun, wenn man den Begriff »Rasse« diskriminierend (lat. für unterscheidend) verwendet, denn: Es gibt bei Menschen keine Rassen. Es gibt unterschiedliche Ethnien. Zudem sind Religionen evolutionär kein Unterscheidungskriterium, denn sie sind menschengemacht.

@Siegfried

Ich bin sehr vorsichtig mit der Behauptung, man könne sich seine Religion selbst aussuchen und dementsprechend wechseln. Das schließen einige Richtungen, darunter die katholische Kirche, explizit aus.

Ich weiß zwar, was Du sagen willst und bin exakt Deiner Auffassung – aber es kann zu Missverständnissen führen. Wir merken das z. B. nicht erst seit heute an der polemischen Auffassung, man könne sein Geschlecht »nach Gusto« ändern, bloß, weil sich konservative (und – da haben wir's wieder – religiös-fundamentalistische) Kreise nicht vorstellen können, dass Menschen anders sind als sie selbst …

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Siegfried
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von Siegfried (07.10.2020, 08:28)
mtg hat geschrieben:
@turok!

Natürlich hat es etwas mit »Rassismus« zu tun, wenn man den Begriff »Rasse« diskriminierend (lat. für unterscheidend) verwendet, denn: Es gibt bei Menschen keine Rassen. Es gibt unterschiedliche Ethnien. Zudem sind Religionen evolutionär kein Unterscheidungskriterium, denn sie sind menschengemacht.


Danke für diese Zeilen. thanks: Ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

mtg hat geschrieben:
@Siegfried

Ich bin sehr vorsichtig mit der Behauptung, man könne sich seine Religion selbst aussuchen und dementsprechend wechseln. Das schließen einige Richtungen, darunter die katholische Kirche, explizit aus.

Ich weiß zwar, was Du sagen willst und bin exakt Deiner Auffassung – aber es kann zu Missverständnissen führen. Wir merken das z. B. nicht erst seit heute an der polemischen Auffassung, man könne sein Geschlecht »nach Gusto« ändern, bloß, weil sich konservative (und – da haben wir's wieder – religiös-fundamentalistische) Kreise nicht vorstellen können, dass Menschen anders sind als sie selbst …


Ich bin der Auffassung, dass Religion etwas rein Persönliches ist. Ob nun eine Organisation wie die Katholische Kirche (oder andere Gruppierungen) der Auffassung ist, man könne nicht so einfach den Glauben wechseln, ist bereits ein Widerspruch in sich. "Glaube" ist was zutiefst Individuelles.

Wenn ich mich entscheide, an den Zimmermannssohn zu glauben oder an den kriegerischen Wüstenhändler oder an das Spaghettimonster oder an den blaurot karierten Wolpertinger oder an gar nichts, dann ist das zuallererst meine Entscheidung. "Glaube" kann nicht vorgeschrieben werden (vorzugsweise dann noch mit Feuer und Schwert). Von daher gehen mir Religionsgemeinschaften und deren Vertreter an dem Körperteil vorbei, den ich regelmäßig auf die Klobrille drücke.

Mich widert es an, wenn Vertreter der einen Religionsgemeinschaft meinen, ihr eigener Glaube sei besser und richtiger als der anderer Menschen. Und das dann mit entsprechender Wortwahl ("Ungläubiger" - was für eine Anmaßung!) oder gar mit körperlicher Gewalt durchzudrücken versuchen: "Willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein!" (moderne Übersetzung von "Deus lo vult"). Es soll doch jeder glauben, an was er mag - und anderen das gleiche Recht zugestehen.

Ich habe noch immer nicht verstanden, was das von Turok! monierte "Problem mit den Juden" ist.

Fröhliche Grüße

Siegfried
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mtg
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von mtg (07.10.2020, 08:50)
Siegfried –

erneut fehlt mir an dieser Stelle ein »Like«-Button. Du hast präzise ausgeführt, was ich meinte. Solange es aber immer noch Menschen gibt, die behaupten, die »Weisheit mit Löffeln« gefressen zu haben – und das nicht nur im religiösen Bereich – müssen wir weiter dicke Bretter bohren.

Schade, dass Friedrich II, der der Welt einen wichtigen Satz geschenkt hat, mit diesem an dieser Stelle nicht zum Maßstab genommen wird …

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Monika K.
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von Monika K. (07.10.2020, 10:31)
Ich sehe das wie ihr, Matthias und Siegfried. Allerdings sehe ich auch ein Forenmitglied, das verzweifelt Aufmerksamkeit möchte. Weil das mit der unverblümten Verherrlichung seines Drogenkonsums und dem Posten von lyrischen Ergüssen im falschen Unterforum nicht klappte, ist nun das Thema Religion garniert mit dem Begriff "Rasse" an der Reihe, denn das funktioniert zuverlässig. Don't feed the troll.

Viele Grüße
Monika
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mtg
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von mtg (07.10.2020, 12:31)
Monika K. hat geschrieben:
Don't feed the troll.

Ich gebe Dir recht – aber Rassismus lasse ich nicht unbeantwortet stehen. Erst recht nicht, wenn es »Ich bin ja kein …, aber …« oder so ähnlich heißt.

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Siegfried
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von Siegfried (07.10.2020, 15:53)
mtg hat geschrieben:
Ich gebe Dir recht – aber Rassismus lasse ich nicht unbeantwortet stehen. Erst recht nicht, wenn es »Ich bin ja kein …, aber …« oder so ähnlich heißt.


Zum Thema Rassismus habe ich erst gestern etwas sehr Schräges zu lesen bekommen (aus der Erinnerung geschrieben):

Ein Paar - er schwarz, sie weiß - steht vor einer Kneipe. Über dem Eingang prangt der Name der Kneipe: "Zum Mohrenkopf". Die beiden regen sich auf, diskutieren intensiv miteinander und gehen schließlich voller Energie in die Kneipe. Hinter dem Tresen steht der Zapfer. Weiß.

"Sind Sie der Chef hier?", fragt das Paar.

Der Zapfer schüttelt den Kopf.

"Dann hätten wir gerne mal den Chef gesprochen!"

Der Zapfer nickt und geht nach hinten. Wenige Augenblicke kommt ein Mann aus den hinteren Räumen. Er ist schwarz, so wie der Mann, der vor dem Tresen steht.

"Ja, bitte, was kann ich für Sie tun?"

Das Paar schaut ihn verwundert an. Dann: "Wir wollen den Chef dieser Kneipe sprechen!"

"Das bin ich."

Das Pärchen: "Reden Sie keinen Unsinn! Holen Sie Ihren Chef!"



Rassismus kann manchmal sehr merkwürdig sein!

Fröhliche Grüße

Siegfried
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von Turok! (10.10.2020, 00:50)
Ich möchte mich hiermit entschuldigen. Bei der Begriffswahl, sollte man schon genau sein. Rassismus könnte im Prinzip heute auf jede Kultur angewendet werden, die Vorurteile gegenüber Anderen besitzt. Euphemismus war noch nie so mein Ding. Damit meinte ich auch die negative Bewertung des Wortes, in Zusammenhang zur Geschichte. Es ist eine schleichende Begriffsumdeutung. Zum Thema Judentum habe ich nur soviel zu sagen, das ja bekanntermaßen, nicht alles echte Juden sind.
Schließlich gibts überall schwarze Schafe, meistens aus Vernachlässigung. (Hauptgrund für viele Serienmörder.)
Ich wollte mich nicht auf die Hautfarbe als Bewertung beziehen, sondern gerade auf Rassisten, die ja nur in ihrer Familie heiraten und anders Denkende schikanieren.

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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von mtg (10.10.2020, 08:04)
Turok! hat geschrieben:
Zum Thema Judentum habe ich nur soviel zu sagen, das ja bekanntermaßen, nicht alles echte Juden sind.

Ach du Schei*e. Das ist auch schon wieder so eine Formulierung, die mir die Galle hochsteigen lässt. Das ist eine erneute Diskriminierung. Und klassischer Antisemitismus dazu. Ich weiß nicht, woher das kommt, aber Du steckst voller Vorurteile. Und »Vorurteile« – das ist ein Euphemismus.

Junge … lass die Drogen weg und gehe früher ins Bett – oder ziehe Dich aus der Öffentlichkeit zurück. Beides zusammen verträgt sich nicht.

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Siegfried
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Re: Andrea N. stellt sich vor - gefährliches Thema

von Siegfried (10.10.2020, 11:03)
Turok! hat geschrieben:
Zum Thema Judentum habe ich nur soviel zu sagen, das ja bekanntermaßen, nicht alles echte Juden sind.


Was sind denn "echte Juden"? Und was sind dann - schlussfolgernd - "falsche Juden"? Bitte begründen und nicht nur plakativ in Forum stellen!

Wenn ich zum Judentum konvertiere, mich beschneiden lasse, mir Schläfenlocken (Pejes) wachsen lasse, Gebetsriemen anlege und von Freitag Sonnenuntergang bis Samstag Sonnenuntergang nicht arbeite oder sonstwie herumwandere - bin ich dann ein echter oder ein falsche Jude?

Was ist mit den Menschen, die in Israel als Kinder jüdischer Eltern geboren wurden, also per Geburt jüdischen Glaubens sind, sich aber einen Kehrricht um Kleidungs- oder Essensvorschriften kümmern und auch die Synagoge nur von außen kennen - sind das "echte" oder "falsche Juden"?

Ist eine Muslima ohne Kopftuch eine falsche Muslima? Ist ein Bier trinkender und Schweinefleisch essender Muslim ein falscher Muslim?

Was soll dieser ganze Käse von "falscher" und "richtiger" Gläubiger?

Religion ist und bleibt eine höchst individuelle Entscheidung. Wie jemand seine eigene Religion lebt, ist doch ganz allein dessen Sache.

Ich verstehe nicht, wie man höchst unterschiedliche, zutiefst individuelle Menschen in einen großen Topf kippen kann, um dann ein Etikett daran festzumachen: "Falsch" und "Richtig".

Unfröhliche Grüße

Siegfried
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