Eine Bitte

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Monika K.
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Re: Eine Bitte

von Monika K. (16.10.2020, 12:08)
Eris Ado hat geschrieben:
Welche "Ungereimtheiten" waren das?


Es ist gar nicht einfach, eine kurze Bezeichnung dafür zu finden, die keine Unterstellungen bezüglich der Motivation beinhaltet. Da man in fremde Köpfe nicht hineinsehen kann, beobachtet man lediglich, was jemand tut/sagt, hat aber keine Ahnung von den Motiven. Daher entschied ich mich für eine neutrale Formulierung.

Auf mich wirkte es wie eine Fehlinterpretation bei der Anwendung des Zitatrechts, weil der im folgenden, bereits erwähnten Link erläuterte "Zweck" aus meiner Sicht nicht erkennbar war.
https://irights.info/artikel/meine-wort ... worte/5548

Ich stellte mir dabei auch zwei Fragen:

1. Wurde eine Erlaubnis eingeholt?
Dann wäre eine dicke Danksagung am Anfang des Buchs üblich, die ich nicht finden kann. Auch das Inhaltsverzeichnis führt keine Danksagung am Ende auf.

2. Stammte das Zitat aus einem vorzeitig als gemeinfrei freigegebenen Werk?
Da lediglich Namen und keine Bücher oder Interviews als Quellen genannt sind, können Leser das nicht beurteilen. Ob gemeinfrei oder nicht: Man gibt das Werk, aus dem ein Zitat stammt, den Verfasser und, sofern bekannt, den Übersetzer in einer Fußzeile und/oder im Literaturverzeichnis an. Eine Fußzeile konnte ich nicht entdecken, und das Inhaltsverzeichnis kündigt kein Literaturverzeichnis an. Nicht alles, was im Internet veröffentlicht ist, ist automatisch gemeinfrei. Wenn die Information in einem Buch fehlt, ist es nicht mein Job, das mühsam zu recherchieren.

Das alles meinte ich kurz mit "Ungereimtheiten".

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

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Monika K.
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Re: Eine Bitte

von Monika K. (16.10.2020, 20:04)
Monika K. hat geschrieben:
Muss man in Forendiskussionen eine Quelle angeben, wenn man angelesenes Wissen sinngemäß wiedergibt?
Morgige Antwort: Ja.

Von privaten Gesprächen, Briefen oder E-Mails ist man gewöhnt, Wissen ohne Quellenangabe auszutauschen, was selbstverständlich legitim ist, da die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird. Daher überträgt man diese Vorgehensweise automatisch auf Internetforen, was bei privaten Foren ebenfalls kein Problem ist. Doch für öffentliche Foren gelten andere Regeln, da man dort Texte veröffentlicht, die von jedem verlinkt und theoretisch über Suchmaschinen gefunden werden können. Hier muss man in bestimmten Situationen wie u.a. in Sach-/Fachbüchern vorgehen und Quellen angeben.

Damit ist jedoch nicht gemeint, dass man zu jeder Art von Wissen extra eine Quelle suchen muss. Es gibt das sogenannte Kopfwissen. Das ist grob gesagt alles, was man spontan aus dem Gedächtnis abrufen und wiedergeben kann, ohne irgendwo nachzuschlagen. Oft weiß man gar nicht mehr, wo man sich diese Informationen angeeignet hat und kann daher gar keine Quelle benennen.

Doch oft genug hat man die gewünschte Information nicht oder nicht vollständig im Kopf, weiß jedoch, wo man sie findet, sucht sie schnell heraus und postet sie in einer Diskussion. Das meine ich mit "angelesenem Wissen". Denn so mancher, der als "wandelndes Lexikon" daherkommt, hat in Wirklichkeit gar nicht diesen immensen Wissensschatz im Kopf, sondern ist lediglich ein Experte im Bereich der Suchmaschinenbedienung. Im realen Leben fällt es rasch auf, wenn jemand in fröhlicher Runde nach jedem Themenwechsel zum Googeln aufs Klo verschwindet und nach seiner Rückkehr mit umfangreichem Wissen glänzt. Im Internet nicht. Nun kann man natürlich sagen: "Lass ihr/ihm die Freude, wenn sie/er es für ihr/sein Ego braucht." Deshalb schildere ich zwei Beispiele, die ich in meinem Umfeld miterlebte.

Beispiel 1 - Kopfwissen
Ein Schriftsteller, der bereits einige Krimis veröffentlicht hatte, plauderte in einer Gruppen-Diskussion aus dem Nähkästchen. Dabei schilderte er seine Vorgehensweise beim Plotten, verriet Tricks für den Dialogaufbau, die Anfangsszene und vieles mehr. Er sprach aus seiner Sicht und ließ eindeutig Vorlieben und Abneigungen gegenüber bestimmten Vorgehensweisen erkennen. Die Diskussion verlief spontan und zügig ohne längere Pausen. Fragen wurden prompt beantwortet. Zum Googeln war dabei höchstwahrscheinlich keine Zeit.
Obwohl er vielleicht vor vielen Jahren in seiner Anfangszeit auch einmal einen oder mehrere Ratgeber gelesen haben könnte, handelte es sich wohl eher um reines Kopfwissen. Eine Quellenangabe war meiner Meinung nach nicht nötig, da er selbst die Quelle war. Es handelte sich um seine Umsetzung des Wissens, das er sich über Jahre hinweg teils angelesen und teils selbst erarbeitet hatte.

Beispiel 2 - angelesenes Wissen
Ein Autor, der bisher laut eigenen Angaben mehrere Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, startete in einem öffentlichen Forum eine Art "Schreibschule". Die Grundlagen des Schreibens wurden nach Themengebieten sortiert und unter Verwendung einiger Fachbegriffe vermittelt und durch Aufgabenstellungen ergänzt. Im Prinzip eine tolle Sache, deren Vorbereitung sicherlich viel Zeit gekostet hatte. Doch es war unklar, woher das Wissen stammte. Wer wie ein Schulbuch spricht, hat entweder gerade eines mühsam geschrieben oder lediglich gelesen. Nach dem Hinweis, dass man auch bei selbst erstellten Schulungsunterlagen die für die Vorbereitung verwendeten Quellen nennen muss, kam kein empörtes Dementi und der Verweis auf Kopfwissen, sondern es verschwanden innerhalb kürzester Zeit sämtliche Schreibschulbeiträge aus dem Forum. Das wäre vielleicht gar nicht nötig gewesen, da lediglich der Vermerk "vgl. ABC-Buch von XY" gereicht hätte. Doch offenbar wollte er das Werk nicht nennen. Schade, denn ich hätte es mir gern angesehen und vielleicht gekauft.
Nutzen für den Autor: Zwar hätte man auf diesem Weg einen Expertenstatus erlangen können, um seine eigenen Buchverkäufe zu steigern. Denn es liegt nahe, sich die Umsetzung des theoretischen Wissens in seinem Roman anzusehen. Doch das erfolgte hier nicht. Man kann dem Autor also keine Bereicherungsabsicht unterstellen.
Schaden für den Rechteinhaber: Den kann man zwar nicht konkret beziffern, aber der hätte durchaus entstehen können, wenn die Informationen aus dem Ratgeber lediglich umformuliert im Internet auftauchen, wo sie über Suchmaschinen gefunden, verlinkt und kopiert werden können. Danach braucht sich niemand mehr einen Ratgeber zu kaufen.

Es ist also nicht immer harmlos, wenn man die verwendete Literatur verschweigt. Denn dadurch wird man selbst zur Ursprungsquelle fremden Wissens. Nicht nur die tatsächliche Ursprungsquelle wird in Zukunft zitiert, sondern auch derjenige, der eine zweite Quelle geschaffen hat. Man schmückt sich gewollt oder ungewollt mit fremden Federn.

Das klingt jetzt vielleicht alles sehr kompliziert. Doch letztendlich bringt uns in Forendiskussionen diese Faustregel bereits sehr weit: Wenn ich ohnehin die Suchmaschine bemüht habe, kann ich den Link anschließend auch unter meinen Beitrag kopieren. Wenn das Buch neben der Tastatur liegt, kann ich seinen Titel nennen. Vorsichtig muss man sein, wenn man fremde Texte nicht nur kurz zusammenfasst oder mit eigenen Worten einzelne Punkte daraus schildert, sondern den gesamten Text in eigenen Worten wiedergibt. Zitate dürfen nicht verändert werden.

Doch unabhängig davon hat es sogar Vorteile, Quellen zu nennen. Wenn man Wissenschaftlern zuhört, fällt in den meisten Fällen auf, dass ständig Untersuchungen, Statistiken etc. erwähnt werden. Dabei handelt es sich nicht um Werbung, sondern um Belege für die getroffenen Aussagen. Jeder kann sich anschließend das Material ansehen und überprüfen, ob die Aussage tatsächlich stimmt. Denselben Effekt hat diese Vorgehensweise in Forendiskussionen.

In den Nullerjahren hat sich jedoch eine Attitüde durchgesetzt, die salopp formuliert lautet: "Dat isso, weil ick dat sage!" Erstaunlicherweise wurde sie von vielen Nutzern akzeptiert und setzte sich in vielen Bereichen sogar durch. Solange das Geschriebene stimmt, denkt man wahrscheinlich nicht darüber nach. Doch inzwischen bekommen wir die Quittung für die großzügige Haltung gegenüber dieser Diskussionskultur. Immer mehr Inkompetente tun lautstark ihren Schwurbel kund, und keiner fragt nach handfesten Beweisen.

Auch dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung, sondern meine Sicht der Dinge im Rahmen eines Gedankenaustauschs. Ich schrieb ihn nach bestem Wissen und Gewissen ohne Zuhilfenahme von Quellen. Mir wurden vor Jahrzehnten die üblichen Vorgehensweisen erklärt. Vor wenigen Jahren frischten zwei Fachbuchautoren meine Kenntnisse auf, damit ich beim Vorabkorrektorat zusätzlich auf die Vollständigkeit der Quellenangaben und bestimmte Abgrenzungen achten konnte, bevor die Manuskripte zum Verlag gingen. Dennoch empfehle ich für weitere Informationen das Buch:
Duden Ratgeber – Die schriftliche Arbeit
Davon gibt es inzwischen verschiedene Varianten. Worin sie sich unterscheiden, kann ich leider nicht sagen.

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Themenwechsel

Aus meiner laienhaften Sicht ist ein ganz anderer Punkt noch immer nicht ganz geklärt: War das Posten meiner Übersetzung wirklich legal? Ich bin weder Anwältin noch Übersetzerin, habe mir aber angesichts der Buchmesse überlegt, dass man mit folgendem Geschäftsmodell ein Vermögen verdienen könnte:
Mehrere Übersetzer tun sich zusammen, kaufen direkt nach seinem Erscheinen den neuesten Thriller eines amerikanischen Bestsellerautors, übersetzen ihn in Windeseile und veröffentlichen ihn über BoD als Taschenbuch. Ist das tatsächlich möglich?
Was ich in Wirklichkeit beobachte, ist das ungeduldige Warten auf die gebundene Ausgabe, die bei einem Verlag erscheint, und das noch längere Warte aufs Taschenbuch, das in der Regel ebenfalls nicht gleichzeitig bei mehreren Verlagen veröffentlicht wird.

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Ich hoffe, dass ich mich nun ausführlich genug mit dem Thema beschäftigt habe, mit dem dieser Thread hier gekapert worden war, um den Eindruck zu zerstreuen, ich sei nicht interessiert. Ich entscheide lediglich gern selbst, wann und wo ich meine Zeit verbringe. Wenn ich mich hier so umsehe, scheine ich mit diesem Wunsch nicht allein zu sein.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

hugo-wolff
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Re: Eine Bitte

von hugo-wolff (16.10.2020, 22:52)
Hallo, Monika!

Dein Posting war nun auch eine Lehrstunde für mich. Danke für die ausführlichen Hinweise. Ich komme (zum Glück) recht selten dazu, Zitate einzusetzen, weil ich keine Sachbücher verfasse.

Da stellt sich für mich nur noch die Frage: Hätte ich das Gedicht aus der TO mit Quellenangabe hier reinsetzen dürfen? Die Quelle war der Newspaper einer Online-Zeitung (welche, weiß ich nicht mehr).

Auch Dir: Schönes Wochenende!
Und bleib gesund.

Hugo

Eris Ado
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Re: Eine Bitte

von Eris Ado (16.10.2020, 23:06)
Monika K. hat geschrieben:
Mehrere Übersetzer tun sich zusammen, kaufen direkt nach seinem Erscheinen den neuesten Thriller eines amerikanischen Bestsellerautors, übersetzen ihn in Windeseile und veröffentlichen ihn über BoD als Taschenbuch. Ist das tatsächlich möglich?


Nein, das kann man so nicht machen. Nur wenn man die Rechte hat, darf man eine Übersetzung auf den Markt bringen. Sonst wären ja die Verlage, die etliche Euronen abdrücken, schön blöd.

Zum Gedicht: Kommt darauf an, ob die Autorin mit der Verbreitung einverstanden ist. Das könnte schon sein, weil das Gedicht auf englischsprachigen Internetseiten auftaucht. Wenn nicht, dann darf man auch keine Übersetzung einstellen.
Bei den Universitätsarbeiten, auf die Siegfried verweist, bin ich der Meinung, dass man in diesen zulässige Zitate in fremder Sprache ins Deutsche übersetzen darf, aber keine unzulässigen Zitate.

Das gilt auch für Gedichte, obwohl eine Übersetzung hier ein kreativer Akt ist; Es gibt ja die Anekdote dass aus Wanderers Nachtlied

https://de.wikipedia.org/wiki/Wandrers_Nachtlied
Ueber allen Gipfeln
Ist Ruh',
In allen Wipfeln
Spürest Du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur! Balde
Ruhest du auch.


nach einigen Übersetzungen das da geworden ist:
Stille ist im Pavillon aus Jade
Krähen fliegen stumm
Zu beschneiten Kirschbäumen im Mondlicht.
Ich sitze
Und weine.

hugo-wolff
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Re: Eine Bitte

von hugo-wolff (16.10.2020, 23:25)
Jetzt habe ich nochmals gesucht und bin fündig geworden:

"The Wild Iris" ist z.B. auch hier veröffentlicht:

https://www.poemhunter.com/poem/the-wild-iris/

Eris Ado schrieb:
[code]/Anekdote dass aus Wanderers Nachtlied [code]

Wow, da gefällt mir ja die 'Übersetzung' beinahe besser, wie das Original.

Hugo

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Monika K.
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Re: Eine Bitte

von Monika K. (16.10.2020, 23:27)
Hallo, Hugo!

Meiner Meinung nach hätte auch die Quellenangabe nichts verändert, weil beim Zitieren der "Zweck" des Zitats erkennbar sein muss. Deshalb rate ich immer dazu, Texte zu verlinken, statt sie zu kopieren. Damit ist man auf der sicheren Seite. Was aus meiner Sicht nach deutschem Recht eventuell möglich wäre: ein Gedicht zu zitieren (mit der vollständigen Quellenangabe) und sich in einem selbst geschriebenen Text ausführlich mit dem Inhalt zu beschäftigen.

Entschuldige, dass ich den Link noch einmal erwähne, aber hier ist die Sache mit dem Zweck sehr ausführlich und anschaulich erklärt:
https://irights.info/artikel/meine-wort ... worte/5548
Besser könnte ich es nicht ausdrücken.

Allerdings beziehen sich meine Aussagen und auch der Link auf das deutsche Zitatrecht, das ein Teil des UrhG ist. Da es sich um ein Gedicht einer amerikanischen Lyrikerin handelt, gilt das dortige Gesetz. Inwiefern es sich von unserem unterscheidet, weiß ich nicht.

Mach dir aber bitte nicht zu viele Gedanken wegen dieser Sache. Es steckte von deiner Seite ja keine böse Absicht dahinter. Dir ist kein Nutzen und der Autorin kein Schaden entstanden. Wenn ich hier jede einzelne Fehlinterpretation des Zitatrechts monieren wollte, wäre ich im Buchvorstellungs-Unterforum für Sachbücher Dauergast. Schau nach vorn und nicht zurück.

Ich wünsche dir alles Gute!

Viele Grüße
Monika
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Re: Eine Bitte

von Monika K. (16.10.2020, 23:38)
Vielen Dank für deine Einschätzung, Eris Ado. Den Verdacht habe ich nämlich auch, dass man bei nicht gemeinfreien Werken die Rechte besitzen muss.

Ich bitte daher bei allen Interessierten um Entschuldigung, dass ich hier vorübergehend einen illegalen Beitrag gepostet hatte. Das wird mir aus mehreren Gründen nicht noch einmal passieren.

Die Tatsache, dass das Gedicht auf mehreren Seiten auftaucht, sagt übrigens nichts darüber aus, ob es gemeinfrei ist. Die Seiten könnten die Erlaubnis eingeholt, es selbst illegal veröffentlicht oder die Anforderungen des Zitatrechts mit einem Begleittext erfüllt haben.

Was eine Universitätsarbeit ist, weiß ich übrigens gar nicht. Der Begriff ist in meinem Umfeld nicht gebräuchlich.

Vielen Dank für die Anekdote. :lol:

Viele Grüße
Monika
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hugo-wolff
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Re: Eine Bitte

von hugo-wolff (16.10.2020, 23:49)
Danke für die Aufmunterung, Monika!

thumbbup

& Grüße von
Hugo

Eris Ado
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Re: Eine Bitte

von Eris Ado (17.10.2020, 00:32)
Monika K. hat geschrieben:
Was eine Universitätsarbeit ist, weiß ich übrigens gar nicht. Der Begriff ist in meinem Umfeld nicht gebräuchlich.



Ich zumindest gebrauche ihn als Überbegriff für Bachelorarbeiten, Doktorarbeiten und ähnliches.
Beispiel für eine Verwendung:
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ ... 07796.html
Seit Guttenbergs Doktorarbeit haben Universitäten und Arbeitgeber ein wachsames Auge auf eine solche Universitätsarbeit.

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Monika K.
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Re: Eine Bitte

von Monika K. (17.10.2020, 09:03)
Eris Ado hat geschrieben:
Monika K. hat geschrieben:
Was eine Universitätsarbeit ist, weiß ich übrigens gar nicht. Der Begriff ist in meinem Umfeld nicht gebräuchlich.



Ich zumindest gebrauche ihn als Überbegriff für Bachelorarbeiten, Doktorarbeiten und ähnliches.
Beispiel für eine Verwendung:
https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ ... 07796.html
Seit Guttenbergs Doktorarbeit haben Universitäten und Arbeitgeber ein wachsames Auge auf eine solche Universitätsarbeit.


Auch für Hausarbeiten von Studenten? Diese sehr verschiedenen Arbeiten, die du erwähnt hast, werden in der Praxis offenbar nicht überall mit einem Überbegriff zusammengefasst, sondern lieber einzeln beim Namen genannt. Übrigens gelten auch an Universitäten, oder gerade dort, dieselben Gesetze wie für den Rest der Bevölkerung. Ich kenne zwar niemanden, der für seine Dissertation neue fremde Texte übersetzt hat, ohne sich anschließend ausführlich inhaltlich damit zu beschäftigen. (Die umfangreiche Eigenarbeit rechtfertigt ein Großzitat.) Doch sollte dies das Thema einer Dissertation sein, fände ich das aus rechtlicher Sicht äußerst bedenklich. Was Verlage nicht dürfen, dürfen Doktoranden auch nicht. Denn Doktorarbeiten müssen veröffentlicht werden und daher nicht nur aus wissenschaftlicher, sondern auch aus rechtlicher Sicht über jeden Zweifel erhaben sein. Ob sie es immer sind, steht natürlich auf einem anderen Blatt. :wink:

Viele Grüße
Monika
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Re: Eine Bitte

von Eris Ado (17.10.2020, 18:50)
Monika K. hat geschrieben:
Ich kenne zwar niemanden, der für seine Dissertation neue fremde Texte übersetzt hat, ohne sich anschließend ausführlich inhaltlich damit zu beschäftigen. (Die umfangreiche Eigenarbeit rechtfertigt ein Großzitat.) Doch sollte dies das Thema einer Dissertation sein, fände ich das aus rechtlicher Sicht äußerst bedenklich. Was Verlage nicht dürfen, dürfen Doktoranden auch nicht. Denn Doktorarbeiten müssen veröffentlicht werden und daher nicht nur aus wissenschaftlicher, sondern auch aus rechtlicher Sicht über jeden Zweifel erhaben sein.


Deswegen schrieb ich ja auch was von zulässigen Zitaten.
Bei den Universitätsarbeiten, auf die Siegfried verweist, bin ich der Meinung, dass man in diesen zulässige Zitate in fremder Sprache ins Deutsche übersetzen darf, aber keine unzulässigen Zitate.

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Monika K.
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Re: Eine Bitte

von Monika K. (17.10.2020, 20:02)
Wir beide scheinen uns längst einig zu sein, Eris Ado. Doch Siegfried schrieb am 10.10., dass Übersetzungen uneingeschränkt erlaubt seien, und schloss meine (und vermutlich auch seine) ein. So kam es überhaupt zu dem Hinweis auf "Universitätsarbeiten", den ich noch immer nicht verstehe. Das sehe ich eben nicht so und schrieb daher u.a. meinen obigen Beitrag.

Meiner Meinung nach darf man unabhängig davon Übersetzungen, die in den Bereich Belletristik gehören, auf keinen Fall mit Dissertationen oder Fachbüchern in einen Topf werfen. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit einem fremden Text hat man wesentlich umfangreichere Rechte als in der Belletristik. (Siehe Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinzitat.) Allein aus dem Grund hinkt der Vergleich gewaltig.

Viele Grüße
Monika
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holz
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Re: Eine Bitte

von holz (29.10.2020, 16:42)

hugo-wolff
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Re: Eine Bitte

von hugo-wolff (30.10.2020, 00:07)
Herzlichen Dank, Holz!

Mein Gott, was für eine schöne Sprache!
Hat mir den Abend heller gemacht...


Bleib(t) gesund!
Hugo

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Re: Eine Bitte

von Monika K. (30.10.2020, 08:33)
Vielen Dank für die Links, holz!

Liebe Grüße
Monika
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