Welche Schriftart

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Welche Schriftart

von Website (03.12.2008, 22:27)
Hallo,

Ich probiere seit ein paar Stunden verschiedene Schriftarten aus. Alles wirkt ausgedruckt aber einfach nur miserabel. Es soll ein wissenschaftliches Buch werden. Habt ihr da Schriftart-Vorschläge für mich?

Und wie groß muss der Zeilenabstand sein?

Danke
Mit freundlichen Grüssen
Website

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hawepe
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Re: Welche Schriftart

von hawepe (03.12.2008, 22:49)
Hallo,

Website hat geschrieben:
Ich probiere seit ein paar Stunden verschiedene Schriftarten aus. Alles wirkt ausgedruckt aber einfach nur miserabel. Es soll ein wissenschaftliches Buch werden. Habt ihr da Schriftart-Vorschläge für mich?


Das Thema ist hier schon so oft durchgekaut worden, dass es am einfachsten ist, wenn du mal ein wenig im Forum suchst. Ich habe dazu etliche Vorschläge gemacht.

Immer geeignet ist eine Garamond, gut geeignet auch die Charter, Gentium, Libertine, Trump Mediäval, Melior, Stempel-Schneidler und Sabon, um nur einige zu nennen. Ale Schriften gibt es kostenlos oder für einen niedrigen zweistelligen Betrag.

Dass die Schriften gedruckt oft nicht gut aussehen, liegt an der dürftigen Druckqualität vieler Homedrucker.

Und wie groß muss der Zeilenabstand sein?


Das hängt von der Schrift, der Schriftgröße und der Zeilenlänge ab, kannst du also erst bestimmen, wenn du dich für eine Schrift entschieden hast.

Beste Grüße,

Heinz.

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Siegfried
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Re: Welche Schriftart

von Siegfried (04.12.2008, 01:44)
Website hat geschrieben:
Und wie groß muss der Zeilenabstand sein?


Auch hier mein Standard-Tipp: Schau bei den Profis nach!

Also ab an den Bücherschrank,
- Buch raussuchen, dessen Seitenformat so in etwa dem deines Buches entspricht
- dann einfach mal die Zeilen pro Seite zählen (dürften zwischen 32 und 40 sein)
- nun noch Kopfsteg, Außensteg und Fußsteg vermessen
- ferner die Breite der gedruckten Zeile (dann kann man nämlich auch den Bundsteg berechnen)

Diese Zahlen übertragen auf das selbstgewählte Format der eigenen Buchseite (bzw. im entsprechenden Verhältnis umrechnen) und den Zeilenabstand so anpassen, dass man bei der ausgewählten Schriftart und Schriftgröße auf 32 bis 40 Zeilen je Seite kommt (bzw. auf so viele Zeilen wie in der ausgewählten Vorlage). Dann ergibt sich der Zeilenabstand ganz von alleine.

LG
Siegfried

P.S.: Ich hatte heute das Taschenbuch "Illuminati" von Dan Brown in der Hand (Lübbe Taschenbuch; 701 Seiten).
Mein rein optischer Eindruck: Ein echter Seitenschinder! Relativ große Schrift (also Zeilen mit vergleichsweise wenigen Zeichen), pro Seite maximal 32 Zeilen. Das macht das Buch nicht nur imposant dick (eben 701 Seiten), sondern gibt dem Leser bei der Lektüre auch das Gefühl, durch die Seiten zu rasen. Kein Wunder! cheezygrin

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hawepe
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Re: Welche Schriftart

von hawepe (04.12.2008, 08:04)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Mein rein optischer Eindruck: Ein echter Seitenschinder! Relativ große Schrift (also Zeilen mit vergleichsweise wenigen Zeichen), pro Seite maximal 32 Zeilen.


Eben deshalb hilft der Tip, sich Bücher aus seinem Bücherregal anzuschauen, nur bedingt weiter. Meine Frau hat sich kürzlich ein Paperback aus einem kleinen Fachbuchverlag gekauft. Wenn die Ränder noch schmaler wären, hätten sie ringsherum Papier ankleben müssen.

Beste Grüße,

Heinz.

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Siegfried
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Re: Welche Schriftart

von Siegfried (04.12.2008, 09:42)
hawepe hat geschrieben:
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Mein rein optischer Eindruck: Ein echter Seitenschinder! Relativ große Schrift (also Zeilen mit vergleichsweise wenigen Zeichen), pro Seite maximal 32 Zeilen.


Eben deshalb hilft der Tip, sich Bücher aus seinem Bücherregal anzuschauen, nur bedingt weiter. Meine Frau hat sich kürzlich ein Paperback aus einem kleinen Fachbuchverlag gekauft. Wenn die Ränder noch schmaler wären, hätten sie ringsherum Papier ankleben müssen.

Beste Grüße,

Heinz.


Die Verlage machen so etwas ja nicht aus Jux und Dollerei. Da stecken Konzepte dahinter. Und herauszufinden, warum die so etwas machen und welcher Gedanke hinter einem Seiten- oder Buch-Layout steckt, das macht die Sache doch erst reizvoll.

Ich jedenfalls traue mir hier nicht zu, einen Universaltipp abzugeben: Genau diese Schrift in Größe x pt mit y Zeichen pro Zeile und z Zeilen pro Seite.

LG
Siegfried

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hawepe
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Re: Welche Schriftart

von hawepe (04.12.2008, 12:53)
Hallo Siegfried,

Siegfried hat geschrieben:
Die Verlage machen so etwas ja nicht aus Jux und Dollerei. Da stecken Konzepte dahinter.


Das dachte ich auch einmal. Inzwischen bin ich zu lange im Geschäft, um diesem Irrglauben noch aufzusitzen.

Ja, es gibt viele Verlage, die haben wirklich ganz bewusst ein Konzept entwickelt. Aber genauso gibt es viele Verlage, bei denen das Konzept alleine vom jeweils Verantwortlichen und seine vorhandene oder fehlende Qualifikation ausgeht.

Ich habe mich z.B. mal mit einem Verlag angelegt, weil dieser darauf bestand, dass Webadressen nach den deutschen Trennregeln umbrochen werden, wenn sie nicht vollständig in eine Zeile passen.

Ahnst du etwas?

Wer nicht sehr viel Ahnung vom Internet hat, gibt natürlich den Silbentrennungsstrich mit ein - und erhält ein "Nicht gefunden".

Im professionellen Buchsatz hat sich deshalb die Trennung ausschließlich außerhalb der korrekten Silbentrennung und ohne Trennstrich durchgesetzt. Das Argument des Verlages war aber, dass sie es anders angefangen hätten und nun eben immer so machen würden.

Oder ein anderer Verlag. Für seine Bücher gibt es abhängig vom Format konkrete Layoutvorlagen für den Buchblock. Meistens sehen die Bücher auch sehr gut aus. Bloß manchmal drucken sie auch Manuskripte, die formal ganz anders aufgebaut sind - und das Ergebnis mit dem festgelegten Layout ist dürftig. Auch dort hieß es auf meine Frage, dass man es nun einmal so beschlossen habe und es deshalb immer so mache.

In beiden Fällen ging es nie darum, dass die Vorgaben für die konkreten Titel richtig seien.

Und herauszufinden, warum die so etwas machen und welcher Gedanke hinter einem Seiten- oder Buch-Layout steckt, das macht die Sache doch erst reizvoll.


Das kann wirklich Spaß machen. Aber wenn man sich noch nie ernsthaft mit Buchsatz beschäftigt hat, kommt man selten dahinter.

Ich jedenfalls traue mir hier nicht zu, einen Universaltipp abzugeben: Genau diese Schrift in Größe x pt mit y Zeichen pro Zeile und z Zeilen pro Seite.


Wie sollte ich dir widersprechen, wo ich das doch auch schon mehr als einmal geschrieben habe.

Beste Grüße,

Heinz.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (05.12.2008, 10:28)
Bei BOD und POD ist die Gefahr doch eher, dass man zuviel auf eine Seite packt, weil es dann billiger wird, oder?

Ich möchte aus Erfahrung noch ergänzen: es lohnt sich, bei den Schriften, die in die engere Wahl kommen, das Kerning (z.B. wie stehen "Te" zueinander?) und bei Bedarf die kursive Auszeichnung zu prüfen. Ich habe schon mehrere Fonts aussortiert, die hierbei die seltsamsten Resultate zeigten.

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hawepe
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Re:

von hawepe (05.12.2008, 10:57)
Hallo Valerie,

Valerie J. Long hat geschrieben:
und bei Bedarf die kursive Auszeichnung zu prüfen. Ich habe schon mehrere Fonts aussortiert, die hierbei die seltsamsten Resultate zeigten.


Weil viele standardmäßig installierten oder auf Billig-Schriften-CD enthaltenen Fonts über keine kursiven Schnitte verfügen.

Da den meisten Computer-Benutzern Qualität völlig egal ist, stellen Textverarbeitungsprogramme dann einfach den normalen Schrift schräg - und die Anwender sind glücklich.

Beste Grüße,

Heinz.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (05.12.2008, 13:07)
hawepe hat geschrieben:
Weil viele standardmäßig installierten oder auf Billig-Schriften-CD enthaltenen Fonts über keine kursiven Schnitte verfügen.


Hallo Heinz,
über die rede ich gar nicht erst - nein, wie man z.B. am g mit und ohne Kringel leicht erkennen kann, haben die, welche ich meine, echte Kursivschnitte. Davon kann man sich aber auch leicht überzeugen, in der Regel gibt es vier separate Fontdateien für Roman, Bold, Italic und Bold Italic.
Ich hatte zwei Bitstream-Fonts geprüft: Aldine 401 und Aldine 721. Die 401 war verwendbar, bei der 721 hat Kerning dazu geführt, dass der Buchstabenabstand erkennbar grösser wurde. Katastrophal!
Grüße,
Valerie

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hawepe
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Re:

von hawepe (05.12.2008, 20:47)
Hallo Valerie,

Valerie J. Long hat geschrieben:
über die rede ich gar nicht erst


Wobei du aber getrost davon ausgehen darfst, dass die Zahl der Autoren, die sich darüber schon mal Gedanken gemacht hat, im Promillebereich liegen dürfte. Von daher weise ich sicherheitshalber immer darauf hin.

- nein, wie man z.B. am g mit und ohne Kringel leicht erkennen kann, haben die, welche ich meine, echte Kursivschnitte.


Beispiele hattest du aber nicht genannt. Und pauschal lässt es sich so einfach eben nicht feststellen. Bei den serifenlosen Schriften gibt es viele, bei denen g und a eben nicht unterschiedlich gestaltet wurden und selbst bei serifenbehafteten Schriften kommt das vor.

Sehen sie anders aus, weiß man zwar, dass es gesonderte Schriftschnitte sind, sehen sie gleich aus, kann man das Gegenteil ohne zusätzliche Prüfung aber eben nicht so einfach sehen.

Davon kann man sich aber auch leicht überzeugen, in der Regel gibt es vier separate Fontdateien für Roman, Bold, Italic und Bold Italic.


Womit dann aber immer noch Kapitälchen und Ligaturen fehlen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Doch auch hier gilt leider, dass kaum ein Autor sich damit mal beschäftigt hat. Meine Erfahrung ist jedenfalls, dass der Vorschlag, einfach mal neue Schriften zu installieren, fast immer abgelehnt wird, weil es viel zu kompliziert erscheint.

Ich hatte zwei Bitstream-Fonts geprüft: Aldine 401 und Aldine 721. Die 401 war verwendbar, bei der 721 hat Kerning dazu geführt, dass der Buchstabenabstand erkennbar grösser wurde. Katastrophal!


Die Aldine 401 ist ein Bembo-Klone und tatsähclich sehr brauchbar. Welche Schrift sich hinter der 721 verbirgt, weiß ich jetzt nicht. Aber es ist tatsächlich so, dass die Bitstream-Schriften von sehr unterschiedlicher Qualität sind. Aber so preiswert wie sie sind, kann einen das auch nicht verwundern.

Man muss eben schauen, welche dieser Schriften okay sind. Aber andererseits gibt es so viele Alternativen an sehr guten Schriften, dass man nicht unbedingt auf Bitstream zurückgreifen muss, wenn man unsicher ist.

Das nur noch als Ergänzung.

Beste Grüße,

Heinz.

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Re:

von Website (07.12.2008, 20:32)
Hallo,

danke für eure zahlreichen Antworten.

Ich habe jetzt Times New Roman. 11 pt. DIN A5(14,8/21). Zeilenabstand 1,2.

Abstand Oben: 2,3 cm
Unten :2,8 cm
Innen:2 cm
Außen:2,5 cm

Ich komme allerdings nur auf 29 Zeilen und ca. 210 Wörter pro Seite.
In anderen Büchern die noch kleiner sind als A5 gibts 31 Zeilen und ca. 290 Wörter pro Seite, obwohl meine Schrift ausgedruckt viel kleiner wirkt

gruß

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (08.12.2008, 09:27)
hawepe hat geschrieben:
Wobei du aber getrost davon ausgehen darfst, dass die Zahl der Autoren, die sich darüber schon mal Gedanken gemacht hat, im Promillebereich liegen dürfte. Von daher weise ich sicherheitshalber immer darauf hin.

Ist auch besser so. Man kennt sich ja noch nicht richtig. Auch sonst stimme ich zu.

Aldine 721 gehört zur "Tilde"-Familie.
Kapitälchen und Ligaturen habe ich noch nicht als eigene Fontdatei vorgefunden. Die nordeurpoäischen ae, oe und Co gibt's noch als "Sonderzeichen", auch ein ij oder ein fi lässt sich auftreiben, aber das war's dann. Kapitälchen lassen sich dagegen noch halbwegs simulieren.
Die Kursiv-Regel ist nicht umkehrbar: solche mit verschiedenen g sind echte Kursivschriften, solche mit gleichen nicht automatisch unechte.

In den Tiefen der Satzkunst kann man sich verlieren - was als Tipp für Autoren aus meiner Sicht bleibt:

1. Einfach mal einen Absatz fünfmal untereinander kopieren, in fünf Schriftarten formatieren und daheim ausdrucken. Was sieht gut aus, was liest sich leicht?
2. Dann eine ganze Seite probedrucken, zuschneiden und ins Lieblingsbuch legen, um zu vergleichen. Das gibt einen ersten Eindruck.

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hawepe
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Re:

von hawepe (08.12.2008, 09:35)
Hallo Valerie,

Valerie J. Long hat geschrieben:
1. Einfach mal einen Absatz fünfmal untereinander kopieren, in fünf Schriftarten formatieren und daheim ausdrucken. Was sieht gut aus, was liest sich leicht?


Die Reihenfolge ändert sich im Einzelfall, aber in der Regel machen die Top Drei Arial, Verdana und Times New Roman das Rennen unter sich aus :twisted:

Microsoft hat hier leider ganze Arbeit geleistet :-(

Beste Grüße,

Heinz.

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Valerie J. Long
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Re:

von Valerie J. Long (08.12.2008, 09:56)
hawepe hat geschrieben:
Die Reihenfolge ändert sich im Einzelfall, aber in der Regel machen die Top Drei Arial, Verdana und Times New Roman das Rennen unter sich aus :twisted:

Hallo Heinz,
wie kann ich meinen zustimmenden Riesenseufzer bloß beschreiben? Wie das Heulen eines Düsentriebwerks auf den letzten Metern des Landeanflugs, wenn der Flieger über dich hinwegbraust?

Es ist schlimm, aber bedenke, was uns dank der mangelnden Experimentierfreude erspart bleibt: epische Werke in "Curlz MT" ... :wink:

Gruß, Valerie

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DuaneHanson
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Re: Welche Schriftart

von DuaneHanson (06.05.2021, 09:22)
Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Schrift einen erheblichen Einfluss auf die Seitenzahl haben kann, das sind gut gut und gerne fünf Prozent, ohne das die Lesbarkeit leidet. Wenn man unter 300 oder über 300 Seiten hat, macht das im empfohlenen Endpreis zwei Euro aus.

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