Cover für einen Ratgeber

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Monika K.
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Re: Cover für einen Ratgeber

von Monika K. (02.09.2021, 15:37)
Sechzehnjährige Einhörner haben in einer sachlichen Diskussion nichts zu suchen und deuten in der Tat auf gewisse Defizite im eigenen Selbstwertgefühl hin. Dass aus der üblichen Ecke trotzdem begeisterter Beifall ertönte, liegt erfahrungsgemäß tatsächlich am Geschlecht der TE. Tja, so kennen und lieben wir den Autorenpool. dozey: Fehlt nur noch, dass man sich als Opfer weiblicher Aggression geriert. Ich kann's kaum erwarten. :P Nachtrag: Während ich die folgenden Punkte sorgfältig recherchierte, hat sich das Opfer brav zum Dienst gemeldet und wird sicherlich demnächst fleißig beklatscht. Kannste dir nicht ausdenken.

Zum Thema:

Ich möchte die ursprüngliche Diskussion gern noch einmal aufgreifen, in dem ich versuche, die Argumente zu ordnen, die mir berechtigt und logisch erscheinen.

1. Autorinnenname im Buchtitel
Wer war Rosemarie Magdalena Albach? Wer war Rosemarie Schneider? Wer war Romy Schneider?
Mit diesem (zugegeben schwachen) Beispiel möchte ich verdeutlichen, was ich damit meinte, als ich von "sich einen Namen machen" sprach. Den meisten ist sicherlich nur einer der drei Namen ein Begriff. Nur er wäre geeignet, die Aufmerksamkeit auf ein Buch zu ziehen. Es ist also nicht egal, ob auf diesem Ratgeber "Hertha Kerz" oder "Hertha-Margarethe" oder "Hertha-Margarethe Kerz" steht. Denn nur bei einem der drei Namen kann es bei einer größeren Personengruppe "klick" machen. Knallhart gesagt: Wenn gar nicht klar ist, welcher Name diesen Effekt haben wird, dann hat keiner der Namen etwas im Buchtitel zu suchen.

2. Immer die gleichen Symbolbilder
Dass es zigtausend Finanzratgeber mit Händen, Pflanzen, Geldscheinen/-stücken gibt, liegt schlicht daran, dass es zigtausend Finanzratgeber gibt. Für den folgenden Tipp ist es jetzt vermutlich zu spät, aber meiner Meinung nach haben Sachbücher von Selfpublisher*innen nur dann eine Chance auf dem Markt, wenn darin entweder ein Thema abgehandelt wird, zu dem es noch kaum Literatur gibt, oder wenn es auf eine sehr persönliche Weise angegangen wird, sodass sich Leser*innen mit dem/der Autor*in identifizieren können. Provokant formuliert: Es muss klar sein, warum dieses eine Buch neben zigtausend anderen Büchern zum selben Thema trotzdem gebraucht wird. Dieses Alleinstellungsmerkmal kann man nicht mit einem Cover erreichen, sondern die Überlegung muss bereits beim Schreiben berücksichtigt und anschließend im Cover und im Buchtitel lediglich aufgegriffen werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein Buch, das die persönlichen Erfahrungen mit einer knappen Finanzlage im Rahmen einer chronischen Erkrankung schildert, diese Anforderung erfüllen würde. Sollte es sich hier um solch ein Buch handeln, muss ein völlig anderer Titel her. Eine Erkrankung als Verkaufsargument für einen normalen Ratgeber einzusetzen, reicht in meinen Augen nicht. Auf mich wirkt das sogar billig, verzweifelt und fast schon unredlich. Ich leide selbst an chronischen Erkrankungen und erlaube mir deshalb diesbezüglich dieses harte, ehrliche Urteil. Wenn es sich hier also um einen Ratgeber handelt, dessen Inhalt nichts oder kaum etwas mit MS zu tun hat, hat die Erwähnung der Erkrankung nichts auf dem Cover zu suchen.
Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass es sich um eine ganze Reihe von Ratgebern zu verschiedenen Themen handeln wird, der Band zum Thema "Geld" lediglich der erste von mehreren ist und die anderen mehr auf MS eingehen werden. Okay. Doch dann sollte der Geld-Band nicht als erster erscheinen, sondern den anderen folgen, damit dieser Grundgedanke auch Fremden sofort klar wird.

3. Klischees
Ein wichtiger Satz von LadyNoctus ging nach meinem Gefühl bisher unter:
LadyNoctus hat geschrieben:
Reichtum, Armut, sparen sind alles Begriffe, die mit bestimmten negativen Gefühlen behaftet sind,

Vielleicht kann man damit Bücher verkaufen. Doch seriös wirkt das auf mich nicht. Gerade beim Thema "Geld" sollte man jedoch sehr auf eine seriöse Außenwirkung achten und deshalb auf das Klischee "die Reichen vs. die Armen" oder "das Sparen" verzichten. Man punktet mit Fakten und wertvollen Details. Das muss der Titel versprechen.

4. Zielgruppe
Bevor man mit dem Schreiben beginnt, sollte man sich überlegen, wer zur Zielgruppe gehören soll. Bei Sachbüchern ist das fast noch wichtiger als in der Belletristik, weil man sich nicht mit dem Stichwort "Kunst" herausreden kann. Ein Ratgeber für die Fans eines Blogs oder die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe muss, wie Matthias bereits erwähnte, in Bezug auf Cover und Gestaltung nicht dieselben Anforderungen erfüllen wie ein Buch, das alle ansprechen soll. Meine Cover z.B. sind alles andere als perfekt, aber sie sind für einen kleinen Personenkreis gedacht, der sie akzeptiert und sich auf den Inhalt freut. Hätte ich einen größeren Kreis im Auge, würde ich meine Cover von Profis gestalten lassen. Denn Fremde haben für meine Covergestaltung höchstwahrscheinlich kein Verständnis.

5. Schrift
Wenn man sich den Coverentwurf von LadyNoctus genauer ansieht, fällt auf, dass die Schrift einen Schatten besitzt. Das sind so kleine Feinheiten, die beim Gesamteindruck den Unterschied machen. Das gewisse Etwas. Man muss nicht Design studiert haben, um das zu können, aber man muss einen Blick dafür haben.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

LadyNoctus
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Re: Cover für einen Ratgeber

von LadyNoctus (04.09.2021, 19:20)
Ich wollte eigentlich nur helfen und neuen Input geben. Aufzeigen welche Art Cover ich ansprechend finde, so dass ich es zum Beispiel kaufen würde. Ich wollte dir den Entwurf sogar schenken, doch nun denke ich, dass er seine Wirkung wohl völlig verfehlt hat.

Wolfsland
Beiträge: 40
Registriert: 24.07.2021, 12:06

Re: Cover für einen Ratgeber

von Wolfsland (07.09.2021, 19:56)
LadyNoctus hat geschrieben:
Huhu!

Wie wärs mit so einem Cover hier?

[...]

Reichtum, Armut, sparen sind alles Begriffe, die mit bestimmten negativen Gefühlen behaftet sind, darum finde ich den Vorschlag Fianzen richtig verhalten am besten.

Und der Autor ist eben der Autor. Da muss doch nichts besser gefälliges hin wenn es eben von dieser Person kommt. : )



Das finde ich total ansprechend. Freundliche Farben, positive Worte.

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Schattenkind
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Registriert: 29.09.2021, 10:46

Re: Cover für einen Ratgeber

von Schattenkind (29.09.2021, 14:54)
Margret hat geschrieben:
Genau Franz, ich suche schon die ganze Zeit nach Covern die mir gefallen - krieg aber nicht raus, warum...

Es heißt ja auch: 'Der Weg zur finanziellen Freiheit' oder 'So werden Sie ...' Die behaupten also auch zu wissen.


Nee, das geht gar nicht, das sieht mal aus wie das Openig von einer langweiligen und schlechten Powerpoint-Präsentation.
Wenn du willst, dass sich das Buch verkauft und die Leute auch glauben, dass es ihnen einen Mehrwert bringt und sie da tatsächlich ihr Leben mit verbessern können, dann brauchst du ein Cover wie das

LadyNoctus hat geschrieben:
Huhu!

Wie wärs mit so einem Cover hier?

Bild

Reichtum, Armut, sparen sind alles Begriffe, die mit bestimmten negativen Gefühlen behaftet sind, darum finde ich den Vorschlag Fianzen richtig verhalten am besten.

Und der Autor ist eben der Autor. Da muss doch nichts besser gefälliges hin wenn es eben von dieser Person kommt. : )



Das ist jetzt auch nicht total catchy und innovativ, ABER es sieht professionell aus ein bisschen langweilig, aber professionell. Denke mal, dass es die Zielgruppe ansprechen würde. Wenn du das nicht verwenden willst, dann orientier dich zumindest daran oder hör dich um, wer dir das besser gestalten kann. Manchmal ist es besser nen Zehner in die Hand zu nehmen und dafür dann eben auch was zu bekommen, das nicht nach selbstgebastelt aussieht. Investitionen sind oftmals rentabel, sollte dir als Fachfrau ja bekannt sein :lol:
Schöne Grüße,

Schattenkind

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