Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

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esserden
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Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

von esserden (21.03.2021, 17:34)
Ich habe extra eher Feierabend gemacht, um Besorgungen zu machen und um meine Wohnung ein bisschen romantisch herzurichten. Sarah liebte meine kleine, zwei Zimmer Dachgeschosswohnung. Die Dachschrägen im Schlafzimmer, wo wir uns eigentlich die meiste Zeit aufhielten, würden sie immer daran erinnern, dass sie in einem Zelt läge. Sie beobachtete gerne den Sternenhimmel durch dass große Dachfenster. „Das erinnert mich immer an das Zelten früher mit meinen Eltern“, hat sie einmal gesagt, „da habe ich auch immer die Sterne beobachtet.“
Ich werde was leckeres kochen, wenn Sarah heute Abend zu mir kommt. Sie hat mir versprochen, dass sie endlich mit ihrem Mann sprechen will, endlich zu mir stehen will. Das sagt sie mir schon seit Monaten, seit Jahren eigentlich , so lange geht unsere Affäre nun schon. Wir lieben uns und wollen endlich zueinander stehen.
Wir verabschieden uns nach einem romantischen Abendessen und leidenschaftlichem Sex. Meine Hoffnungen sind groß, dass wir endlich eine richtige Beziehung haben können, mit allem was dazu gehört und ich erwarte sehnsüchtig die Nachricht von Sarah, dass dem jetzt nichts mehr im Weg steht. Doch ich warte vergebens, tagelang höre ich nichts von ihr und sie reagiert nicht auf die Nachrichten, die ich ihr schicke. In meiner Verzweiflung frage ich eine gute Freundin von ihr, die wir gemeinsam kennen. Sie erzählt mir, dass Sarah ́s Mann unsere Affäre rausbekommen hat, es Riesenstreit gab und sie erstmal wieder zur Ruhe kommen müsste. Warum sagt sie mir das nicht selber ? Ich mache mir Sorgen um sie, auch darum, ob sie unsere Beziehung vielleicht jetzt nicht mehr will.
Doch dann steht sie ein paar Tage später vor meiner Tür, mit einem Koffer in der Hand und lächelt mich verhalten an. Sie erzählt mir von den letzten Tagen, dem Streit mit ihrem Mann, von Luca ihrem fünfjährigen Sohn, der die Welt nicht mehr verstand, als sie ihm erklärte, was los sei und das sie ausziehen würde. Ich freue mich trotzdem, dass sie bei mir ist. Auch wenn es ihr nicht gut geht aber das ist normal, denke ich und es braucht Zeit, bis alle sich an die neue Situation gewöhnt haben und dann wird endlich alles gut.
Doch das wird es nicht, sie vermisst ihren Sohn so sehr, der bei seinem Vater wohnt, da er der Hausmann ist und für den Kleinen gesorgt hat, während Sarah tagsüber arbeiten war. Wir streiten uns immer mehr, und immer heftiger. Eine Beziehung habe ich mir anders vorgestellt, ich weiß, das es den Umständen geschuldet ist und es macht mich und auch Sarah nicht glücklich. Schließlich packt sie ihren Koffer und geht, sie will zurück zu Luca und ihrem Mann.
Für mich bricht eine Welt zusammen. Das, was ich mir seit Jahren ausgemalt habe, das was ich immer wollte funktioniert einfach nicht. Ich habe so lange darauf gewartet, habe immer wieder zurückgesteckt. Meine Freunde haben sich abgewendet, gemeint, ich verrenne mich in etwas, was keine Zukunft hat. Ich habe mich mit meiner Familie zerstritten, die mich für verrückt erklärt hatten. Das alles habe ich auf mich genommen, weil ich immer an unsere Liebe geglaubt habe. unsere gemeinsame Freundin erzählt mir, dass Sarah ́s Mann sie abgewiesen hat, sie nicht wieder aufgenommen hat. Hoffnung keimt in mir auf, alles wird gut werden, sage ich mir.Wir brauchen alle ein bisschen Zeit um klarzukommen, alles war zu überstürzt. In ein paar Wochen wird Sarah sich an unsere Liebe und an unsere schöne und leidenschaftliche Zeit erinnern, denn das ist es was zählt, die Liebe. Dann können wir nochmal von ganz vorne anfangen und endlich glücklich werden.
Doch Sarah ist tot, sie hat sich das Leben genommen, erfahre ich von Ihrer Freundin. Ich kann es nicht fassen, ich will es nicht glauben. Ich falle ins Bodenlose. Keiner ist da, der mir helfen kann. Mein Leben. Es ist bedeutungslos geworden. Alles ist bedeutungslos geworden.
Ich schaue zum Horizont, der hier oben auf der Brücke, über allem endlos scheint, blicke ein letztes Mal hinauf in den Himmel, in freudiger Erwartung.
Dann schließe ich die Augen und springe.

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Teewurst
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Re: Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

von Teewurst (05.05.2021, 15:39)
Nach dem vierten Satz habe ich aufgehört zu lesen und den Text nur noch übersprungen. Meine persönliche Meinung: Ich fand es gähnend langweilig. In fast jedem Satz ein
" Ich"- Gefühlslagen wurden oberflächlich geschrieben( Der Schreiber hat seine erhoffte Partnerin verloren und war sich bis dahin wohl nicht bewusst, dass er gar nicht Teil ihres Lebens war! Da gehört für mich mehr Gefühl rein als " ich falle ins Bodenlose"- oder " ich kann es nicht fassen".
Von daher kann ich den Schluss in keinster Weise nachvollziehen. Nach einem Gedanken wie: " ich kann es nicht fassen" nimmt man sich nicht das Leben! Sorry! Und wenn doch muss ich an Charles Darwin' s natürliche Auslese denken.
Kein Arsch in der Hose um in einem kleinen Sturm des Lebens aufrecht stehen zu bleiben!

Wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung! Unverblümt und sehr direkt- kann ich! :wink:
Meine Autorenmarge geht an das Projekt
"Der Wünschewagen- letzte Wünsche wagen" des ASB Deutschland e. V.

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DuaneHanson
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Re: Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

von DuaneHanson (06.05.2021, 08:16)
Sprachlich kannst du dich verbessern. Einfach mehr lesen.

Inhaltlich finde ich es für die kurze Zeit zu theatralisch. Zu viel Handlung, zu wenig Plausibilität. Das liest sich wie die Zusammenfassung einer Novelle, nicht wie eine Geschichte. Du schreibst viel zu nüchtern, zu wenig emotional. Man nimmt es dir nicht so recht ab. Ich kenne die Situation des Protas sehr gut, dir gelingt es nicht, die Abgründe aufzuzeigen. Viel zu wenig Zeit, zu wenig Platz. Da fiebert niemand mit.
Der Plot, die Idee, reicht für eine Novelle mit 30.000 – 50.000 Wörtern. Das kann man nicht so komprimieren, wie du es tust.

Jörg Galda
Beiträge: 8
Registriert: 19.05.2021, 11:12

Re: Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

von Jörg Galda (19.05.2021, 12:26)
Moin,

ich bin bestimmt kein Experte für Kurzgeschichten, noch ein ausgewiesener Kurzgeschichtenleser und erst recht kann ich sie nicht selbst schreiben.
Auch bin ich kein Psychologe, aber für mich liest sich der Text eher als ob der Verfasser etwas mitteilen möchte, dass er nicht richtig formulieren kann. Dann wäre dieses Forum allerdings das falsche!

Der Geschichte kann ich aufgrund fehlender Zusammenhänge und Plausibilitäten leider nicht folgen.

Vielleicht sollte sich für eine Kurzgeschichte die Zeitspanne der Vorgänge auch verkürzen, um die Story verständlicher zu machen.

Es ist nur mein subjektiver Eindruck!

Beste Grüße
JG

Andreas Knopf
Beiträge: 33
Registriert: 16.05.2020, 12:06

Re: Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

von Andreas Knopf (26.09.2021, 11:44)
- Den Textflow finde ich gut: Schöner Rhythmus im Satzaufbau. Lässt sich daher flowig lesen.

Konnte aber nicht mitfiebern, da ich wirklich kein Mitgefühl für die unbekannten Figuren habe. Die Zeitsprünge machens zudem etwas überladen.

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Schattenkind
Beiträge: 28
Registriert: 29.09.2021, 10:46

Re: Kurzgeschichte- bin Dankbar über Feedback jeder Art

von Schattenkind (29.09.2021, 21:01)
Andreas Knopf hat geschrieben:
- Den Textflow finde ich gut: Schöner Rhythmus im Satzaufbau. Lässt sich daher flowig lesen.


Das finde ich leider nicht. Es sind bereits in den ersten Sätzen genügend Rechtschreibfehler, die mir das Weiterlesen vermiesen. Da kommt bei mir kein flow auf.
Du beginnst damit, dass dein Protagonist früher frei nimmt, um die Wohnung aufzuhübschen, weil seine Schätzin kommt. Jetzt wäre es halt schon nice, wenn er nen paar Blumen aufstellt oder zumindest staubsaugt. Stattdessen wird mir nicht klar, wo er eigentlich ist und was er eigentlich macht.
Dann kommt es tatsächlich auch gar nicht zu einem richtigen Treffen, sondern alles ist vage und mit den Tempuswechseln für mich beim ersten Lesen nicht herauszukristallisieren, ob das jetzt gerade passiert, irgendwann mal passiert ist, oder ob das jetzt nur eine Vorstellung ist.
Der Rest taugt mir dann gar nicht mehr für eine Kurzgeschichte. Wie @DuaneHanson schon geschrieben hat, ist das too much und auch nicht wie ne Kurzgeschichte geschrieben, sondern eher wie eine Zusammenfassung. Wenn du Kurzgeschichten schreiben möchtest, dann fang doch mit einer einfachen Idee an. Eine Hauptperson, ein Handlungsort, ein Problem und eine Lösung. Lese Kurzgeschichten, lese viele, geh mal zu Youtube und schau dir Videos dazu an. Und dann schreib ganz viel, das hilft sehr und dann wird das auch besser. Doch so ist das für mich durchgefallen.
Anbei zwei Links, die dich vielleicht interessieren und die ich hilfreich fand:
https://www.youtube.com/watch?v=blehVIDyuXk&t=370s
https://www.youtube.com/watch?v=0IxplmC5Ml8

Viel Spaß beim Üben,

Schattenkind
Schöne Grüße,

Schattenkind

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