Verkauf von Büchern

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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mtg
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Re: Verkauf von Büchern

von mtg (18.10.2021, 21:48)
Ich bin ja eigentlich eher ein Freund der Popcorn-Industrie ... cheezygrin

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DuaneHanson
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Re: Verkauf von Büchern

von DuaneHanson (19.10.2021, 07:29)
Nää, geh mir fott! Für Popcorn müsste die Unterhaltung deutlich bolckbustermäßiger sein. cheezygrin

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Hannelore Goos
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Re: Verkauf von Büchern

von Hannelore Goos (19.10.2021, 08:50)
Meine Nachbarin hat sich beschwert, dass ihr Kater und mein Kater sich regelmäßig prügeln. Sie war sehr erstaunt, als ich meinte, dass Prügeln den Katern Spass macht.

bash:
Gendern nein: Bloß weil sich jetzt auch Männer als Bundeskanzlerin bewerben, muss man doch nicht das Wort ändern! :twisted:

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DuaneHanson
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Buchpreisbindung

von DuaneHanson (19.10.2021, 09:59)
Wenn du bei BoD Exemplare zum Weiterverkauf bestellst (was teuer ist), musst du sie zum festgesetzten Preis oder teurer verkaufen. Was du machen kannst, ist Folgendes: Du nimmst z.B. Bücher, bei denen dein Autogramm misslungen ist (Verschreiber oder so) und verkaufst diese als Mängelexemplar. Dann kannst du sie billiger abgeben.

Verschenken kannst du die Bücher auch, das fällt dann nicht unter die Buchpreisbindung. Oder ganz findige Zeitgenossen bestellen die eigenen Bücher gleich bei Amazon. Dann fließen die Exemplare mit in die Verkäufe ein und durch die Marge werden sie manchmal sogar billiger, als wenn man sie bei BoD bestellt, denn Amazon verlangt kein Porto. Bücher, die man bei Amazon erwirbt, fallen danach auch nicht mehr unter die Buchpreisbindung, denn nach dem Kauf gelten sie als gebraucht (wie neu).

Dieses bei Amazon-Bestellen eignet sich übrigens auch für Leserundenexemplare.

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mtg
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Re: Buchpreisbindung

von mtg (19.10.2021, 10:01)
DuaneHanson hat geschrieben:
Dann fließen die Exemplare mit in die Verkäufe ein und durch die Marge werden sie manchmal sogar billiger, als wenn man sie bei BoD bestellt, denn Amazon verlangt kein Porto.

Im BoD-Buchshop wird auch kein Porto berechnet … und die Marge ist höher … ;-)

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DuaneHanson
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Re: Verkauf von Büchern

von DuaneHanson (19.10.2021, 11:16)
Das war ein Pro-Tipp! wow3

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Monika K.
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Re: Verkauf von Büchern

von Monika K. (19.10.2021, 12:10)
Nachtrag zu meinem Beitrag vom 14.10.2021, 16:03
Monika K. hat geschrieben:
Ich finde übrigens auch keinen Hinweis darauf, dass Händler*innen nur im Großhandel und nicht bei der Konkurrenz einkaufen dürfen, habe aber auch nicht wirklich intensiv gesucht.


Herzlichen Dank an den Autorenkollegen, der mir den folgenden Link schickte:
https://www.fr.de/wirtschaft/shoppingto ... 76219.html

Nein, ich lese hier tatsächlich nicht mehr mit, sondern teile lediglich eine Information mit eventuell mitlesenden interessierten Mitgliedern, die ich hiermit herzlich grüße.
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Monika K.
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Re: Verkauf von Büchern

von Monika K. (26.10.2021, 10:54)
Ich lasse hier gerade meiner Heiterkeit freien Lauf, weil ich jetzt erst mitbekomme, dass Siegfried tatsächlich BoD kontaktierte. Das war eigentlich lediglich als Denkanstoß gemeint, noch einmal gründlich zu recherchieren. "Wohltäter"? "Kompetenzheld des Tages"? Wer fällt denn auf so was rein? Offenbar werde ich, wenn ich ernsthaft antworte, nicht ernst genommen, sondern nur dann, wenn ich Witze reiße. Gut zu wissen. Dadurch eröffnen sich mir ungeahnte Möglichkeiten für die Zukunft.

Dann lege ich mal lieber ganz fix meine Karten auf den Tisch, um den BoD-Kundendienst zu entlasten:

Im Buchpreisbindungsgesetz sind Begrifflichkeiten selbstverständlich klar definiert. Sie werden nicht unserer Fantasie überlassen.
Zitat: "Letztabnehmer im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Bücher zu anderen Zwecken als dem Weiterverkauf erwirbt."
Quelle:
https://www.gesetze-im-internet.de/buchprg/__2.html

Deshalb folgt der Anwalt, dessen Seite Siegfried in diesem Thread verlinkte, logischerweise dieser Definition und denkt sich keine aus. Ich verlinke hier den Abschnitt "III Begriffsbestimmungen":
https://www.it-recht-kanzlei.de/buchpre ... schnitt_35
Diese Begriffsbestimmungen gelten logischerweise für alle anderen Abschnitte - auch den über gebrauchte Bücher, dessen vollständige (!) Lektüre ich empfehle. ("Ist Antiquariats-/Flohmarktware zwangsläufig gebraucht?")
https://www.it-recht-kanzlei.de/buchpre ... schnitt_62

Selbstverständlich bleibt es trotzdem weiterhin jedem Autorenpoolmitglied selbst überlassen, ob es sich in Deutschland beim Weiterverkauf der eigenen Bücher nach dieser Definition als Freiberufler*in oder als Letztabnehmer*in betrachtet und folglich nach einer Lesung einen Büchertisch oder ein Antiquariat betreiben möchte. Ich bin keine Anwältin, darf keine Rechtsberatung durchführen, übernehme keine Haftung für eure Verstöße gegen das Buchpreisbindungsgesetz und sehe mich überdies nicht verpflichtet, Leseunwilligen die von ihnen ignorierten Passagen eines von ihnen selbst verlinkten Texts auf Youtube vorzulesen. Oder vorzutanzen.

Allen Popcornessern wünsche ich weiterhin einen guten Appetit und den Katerkampfzuschauerinnen viel Freude an diesem ungewöhnlichen Hobby. Ich werde mir nachher zu einer Tasse Tee zwei Stückchen von dem heute bei mir eingetroffenen Niederegger-Marzipan genehmigen, das mir für den Fall versprochen worden war, dass es mir tatsächlich gelingt, Siegfried zur Kontaktaufnahme mit BoD zu überreden. Zitat: "Die sollen ruhig mal sehen, welche Gestalten die Atmosphäre ihres Kundenforums gestalten."

Für die Zukunft bleibt mir (neben dem Genuss von 300 g Marzipan) nur die Hoffnung, dass der Begriff "Quatschjura" demnächst in den Duden aufgenommen wird, damit ich nachschlagen kann, ob man ihn mit oder ohne Bindestrich schreibt.

Ernst gemeinte Fragen von verunsicherten Autor*innen beantworte ich (nach bestem Wissen und Gewissen) gern per PN - hier oder auf Facebook.

Fröhliche Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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Siegfried
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Re: Verkauf von Büchern

von Siegfried (27.10.2021, 01:24)
Antwort des BoD Kundendienstes:

BoD Kundendienst hat geschrieben:
vielen Dank für Ihr Schreiben.
Die Buchpreise in Deutschland unterliegen dem Deutschen Buchpreisbindungsgesetz. Sie sind also keine empfohlenen Preise, sondern Festpreise, die für jeden Händler innerhalb Deutschlands gelten. Auch wenn Sie selbst Ihre Bücher an einen Leser/Endkunden verkaufen, müssen Sie den festgesetzten Ladenpreis nehmen.
Lediglich beim Verkauf Ihrer selbst bestellten Exemplare an Buchhändler dürfen Sie Rabatte geben. Diese können Sie selbst kalkulieren.
Gebrauchte Bücher sind nur Exemplare, die bereits an einen Leser verkauft wurden. Die Exemplare, die Sie als Autor bei uns bestellen, gelten als Neuware und unterliegen damit der Preisbindung.
Bei Rückfragen steht Ihnen unser Kundenservice gern zur Verfügung.


Angeschrieben habe ich zusätzlich den Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Die Antwort:

Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels hat geschrieben:
eine kurze Antwort auf Ihre ausführliche Frage: Jeder, der ein preisgebundenes Buch (mit oder ohne sog. Autorenrabatt) über welche Vertriebsschiene auch immer (Verlag, Buchhandlung, Online-Shop) mit dem Sinn und Zweck erwirbt, es unterhalb des gebundenen Ladenpreises an einen Dritten (Privatperson, Gewerbetreibender) weiterzuverkaufen, ist selbst nicht Endabnehmer, sondern gewerblich tätiger, wenn auch nicht unbedingt gewerblicher Wiederverkäufer. Als solcher ist er zur Einhaltung der Buchpreisbindung verpflichtet. Ein mit dem finalen Ziel des Weiterverkaufs erworbenes Buch gilt nicht als „Gebrauchtexemplar“. Ihr Beispiel ist der „klassische“ Fall eines indirekten Preisbindungsverstoßes.


Ein vor ca. zwei Wochen angeschriebener Anwalt hat bisher nicht geantwortet.

Der Sachverhalt ist damit eindeutig geklärt.

Ich warte jetzt auf die angekündigte Klageschrift.
Korrektorat: 1,- Euro zzgl. 19 % USt. pro angefangene 1.000 Zeichen // Layout Buchblock: 1,- Euro pro Seite zzgl. 19 % USt. // Buchcover 20,- oder 30,- Euro inkl. 19 % USt. // Sonderpreise auf Anfrage per E-Mail oder PN

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Monika K.
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Re: Verkauf von Büchern

von Monika K. (27.10.2021, 08:28)
Siegfried hat geschrieben:
Ich warte jetzt auf die angekündigte Klageschrift.


Keine Ahnung, wer dir eine Klageschrift angekündigt hat. Der Hinweis auf das Strafrecht ist jedenfalls keine Ankündigung einer Klageschrift.
Ich bin keine Anwältin, sondern gebe hier etwas wieder, das meiner Meinung nach zur Allgemeinbildung gehört:
Eine Straftat ist auch dann eine Straftat, wenn sie unentdeckt bleibt (Beispiel: Ladendiebstahl) oder nicht angezeigt wird (Beispiel: Körperverletzung).
Die Voraussetzung für das Vorliegen einer Straftat ist in der Regel Vorsatz. (Es scheint Ausnahmen zu geben, die ich jedoch nicht kenne.) Die Abgrenzung zwischen Ignoranz und Vorsatz ist bei der "üblen Nachrede" sicherlich nicht einfach vorzunehmen. (Ich war mir hier phasenweise nicht sicher, ob du deine Aussage wirklich selbst glaubtest oder mich nur ärgern und mir die Zeit stehlen wolltest.) Daher würde ich als juristische Laiin der Person, die dir eine Klageschrift angekündigt hat, von einer Anzeige abraten.
Dir rate ich für solche Fälle, deine Aussage zurückzunehmen, sobald du bemerkst, dass du dich geirrt hast. Dann ist es nämlich einfach nur ein Irrtum. Irren ist menschlich und keine Straftat.

Den Popcornessern und Katerkampfzuschauerinnen empfehle ich, sich in solchen Situationen selbst mithilfe der verlinkten Quellen ein Bild zu machen und sich entweder sachlich an der Diskussion zu beteiligen oder sich ganz rauszuhalten. Wir sind hier im Autorenpool und nicht auf dem Fußballplatz. Wenn ihr euch langweilt, sucht euch ein Hobby. Das Bücherschreiben ist z.B. sehr erfüllend, finde ich.

Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

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