Markennamen

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Poet
Beiträge: 68
Registriert: 21.06.2007, 17:16

Markennamen

von Poet (23.09.2008, 01:20)
Moin,

ne recht eilige Frage. Wie ist das, wenn man in einem Buch Markennamen verwendet? Als Beispiel (ein recht unpoetischer Satz):
"Sie sah aus wie eine Bar***-Puppe"?
Gibt das Ärger?
Kennt sich da jemand mit der Rechtssprechung aus?

Danke...

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (17.10.2008, 20:19)
Hallo,
auch wenn die Frage eilig war und jetzt die Antwort vielleicht zu spät kommt:
Ich denke, wenn du den Markennamen wie in deinem Beispiel verwendest, dürfte das kein Problem sein.

LG Grete

Lennet

Re:

von Lennet (18.10.2008, 01:37)
der spielehersteller mattel hat einen prozess gegen die popgruppe aqua verloren, die den hit "barbie girl" hatte - okay, das war nicht in deutschland, aber ich wüsste nicht, wo das problem wäre, wenn man sein buch mit markennamen vollstopft (in "american psycho" kam das beispielsweise massenweise vor).

schmuck-, auto- oder weinmarken werden doch auch genannt, um z.b. eine bestimmte atmosphäre zu vermitteln. ich würde nicht unwahres über marken behaupten, aber im rahmen eines fiktiven romans kann der protagonist ruhig bei aldi einkaufen gehen, sich nutella aufs brot schmieren oder seine freundin als barbie bezeichnen. es würde lausig klingen, wenn er "bei einem bekannten discounter" einkaufen geht, eine "nicht genannte nussnougatcreme" auf das brot schmiert und seine freundin mit einer "amerikanischen, abnorm proportionierten plastikpuppe" vergleicht. :wink:

Benutzeravatar
MW
Beiträge: 663
Registriert: 08.10.2008, 20:51
Wohnort: berlin

Re:

von MW (18.10.2008, 09:40)
Hi "Ken"!
Das hast du lustig geschrieben, auch dein Blog gefällt mir (Ich drück uns allen die Daumen zum ersten Bestseller :)

Ich denke auch, dass das Nutzen von Markennamen in fiktiven Texten ok ist - aber glauben heißt nicht wissen ...

LG, Marco
aktuelles sachbuch: "design kalkulieren"
www.designkalkulieren.de

artwork: www.designers-inn.de
schreiben: www.angenehme-vorstellung.de
thriller: www.marclinck.de
musik: www.linck-live.de

hwg
Beiträge: 6034
Registriert: 24.04.2007, 16:39

Re:

von hwg (18.10.2008, 10:46)
Was Unternehmen sicher nicht "vertragen" ist, wenn ihr Markenname öffentlich in einem negativ besetzten Zusammenhang verwendet werden.
Es gibt darüber entsprechende Gerichtsurteile...

Fienchen
Beiträge: 15
Registriert: 06.11.2021, 21:16

Re: Markennamen

von Fienchen (13.11.2021, 11:41)
Hallo zusammen,

der Beitrag ist schon etwas älter, aber im Zuge meiner Geschichte habe ich ein wenig nach der Nutzung von Markennamen hier gestöbert. Ich habe in der Tat neulich das Nutella-Crêpe gegen ein Schoko-Crêpe ausgetausch, weil ich mir nicht sicher war, ob ich den Namen verwenden darf. Aber wie es scheint, ist das wohl doch kein Problem, solange der Begriff in positivem Kontext verwendet wird.
Mir fällt in Büchern immer wieder auf, dass vor allem Marken von Kosmetik und Parfums verwendet werden und ich fragte mich deshalb, ob die Autorinnen wohl jedes mal das OK des Konzerns eingeholt haben. Wohl eher nicht, wie ich nun denke. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass eine positive Darstellung eines Artikels dazu beiträgt, dass Leserinnen ihn sich genauer ansehen und sogar kaufen. Wenn man bedenkt, wie die Schuhe von Manolo Blahnik durch die Decke gegangen sind, nachdem sie in der Serie Sex and the City zur Haupt-Fußbekleidung der Hauptdarstellerin deklariert wurden, würde es mich nicht wundern, wenn das auch mit anderen Produkten passiert, die in bekannten Filemn und Büchern zum Objekt der Begierde werden.
In Büchern von englischen Autorinnen taucht z.B. öfter Molton Brown auf, sei es in teuren Hotels, oder wenn die Protagonisten besonders gut duften sollen cheezygrin

Herzlichen Gruß
Monika

Frenki
Beiträge: 19
Registriert: 28.08.2021, 13:00

Re:

von Frenki (14.11.2021, 12:30)
hwg hat geschrieben:
Was Unternehmen sicher nicht "vertragen" ist, wenn ihr Markenname öffentlich in einem negativ besetzten Zusammenhang verwendet werden.
Es gibt darüber entsprechende Gerichtsurteile...


Es gibt Unternehmen, denen ist der Zusammenhang völlig egal. Noch schlimmer: selbst eine elegante Umschreibung führt zur juristischen Konfrontation. "Marktführer" bei dieser Vorgehensweise ist ein Hersteller von bunten Bauklötzen (sollte diese Zeilen jemand in Dänemark lesen, bin ich reif!).

Was nützen halbwegs sympathische Gerichtsurteile, wenn eine Horde dänischer Anwälte über mich herfällt? Denen bin ich nicht gewachsen ...!

Frenki
Seychellen - La Digue ISBN 9783948998141
Bird Island - Seychellen ISBN 978948998059
Seychellen - Mythos und Realität ISBN 9783948998035

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3864
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Markennamen

von Monika K. (14.11.2021, 14:58)
Im Buchtitel, Untertitel, Klappentext und in der Leseprobe würde ich auf Markennamen verzichten, weil dort nicht ganz klar ist, wer für wen Werbung macht oder machen soll: Sorge ich für Aufmerksamkeit für das Produkt, oder soll mir das Produkt Suchtreffer für mein Buch generieren? Doch wenn ich mitten im Buchblock den Helden der heulenden Heldin ein Tempotaschentuch reichen lasse oder umgekehrt, würde mich schon interessieren, auf welcher Rechtsgrundlage ich da verklagt werden soll. Anders sieht es aus, wenn die Heldin oder der Held das Taschentuch anschließend versehentlich mitwäscht, und angeblich die Wäsche voller Fusseln ist. Das widerspricht einer zugesicherten Produkteigenschaft von Tempo und wäre vermutlich justiziabel.

Viele Grüße
Monika (Ich bin keine Anwältin und antworte hier als Autorenkollegin.)
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Frenki
Beiträge: 19
Registriert: 28.08.2021, 13:00

Re: Markennamen

von Frenki (14.11.2021, 19:14)
Monika K. hat geschrieben:
... Tempotaschentuch ...


Monika? Ich erwähnte ein Unternehmen, das in einschlägigen Kreisen als Extremfall bekannt ist.

Die Sache mit "Tempo" ist völlig konträr und überhaupt nicht vergleichbar. Das ist mittlerweile eine Bezeichnung für Papiertaschentücher aller Art, vollkommen unabhängig vom Hersteller. Hier soll es bereits Gerichtsurteile gegeben haben. Tempo = Papiertaschentuch! Allgemeiner Sprachgebrauch. Auch wenn das Ding von Hakle oder wem auch immer produziert wird.

Keine Markennamen im Klappentext oder der Produktbeschreibung erwähnen? Nein, natürlich nicht!!!! Absolutes no go.

Wie es aber im Buchblock aussieht ...? Aua! Wer will die Frage beantworten, wenn nicht das entsprechende Unternehmen selber? Wer als Autor weiterhin ruhig schlafen möchte, sollte den Kontakt suchen. Dabei bin ich mir sicher, dass eine freundliche Anfrage mit der Bitte um Erlaubnis niemals beantwortet wird. Die Chancen auf Feedback potenzieren sich, wenn man nicht bittet, sondern nach der Höhe der finanziellen Unterstützung für diese Vorgehensweise fragt. Blödsinn, meint ihr? Blogger und YouTuber leben davon. Und viele wirklich nicht schlecht!

Ansichtssache. Natürlich. Aber sehr wahrscheinlich wird es eine Antwort geben. Damit ist der Kontakt hergestellt. Wie man dann damit umgeht ... jau, das ist ein anderes Paar Schuhe. Eine Sache des Gewissens. Um mein eigenes sauber zu halten, habe ich in den letzten 5 Jahren in der Addition auf einen 5-stelligen Betrag verzichtet. Tatsache! I feel free! Ein wunderbares Gefühl!

Frenki
Seychellen - La Digue ISBN 9783948998141
Bird Island - Seychellen ISBN 978948998059
Seychellen - Mythos und Realität ISBN 9783948998035

Benutzeravatar
DuaneHanson
Beiträge: 200
Registriert: 13.04.2020, 18:59
Wohnort: Frankfurt am Main

Re: Markennamen

von DuaneHanson (15.11.2021, 06:28)
Fienchen hat geschrieben:
Mir fällt in Büchern immer wieder auf, dass vor allem Marken von Kosmetik und Parfums verwendet werden


Was liest du denn für Bücher? Ich würde das Buch sofort weglegen. Es werden wohl einschlägig bekannte Liebesromane aus der KDP-Ecke sein, das moderne Pendant zum Groschenroman. Das ist für mich jedenfalls inakzeptabel. Ich schreibe im Roman nicht Tinder sondern Dating-App.
Ich würde auch nicht schreiben, dass jemand Golf oder Porsche fährt, einfach weil ich keine Werbung machen will. Kompakt-, Mittelklasse, oder Sportwagen tun es auch. Kasetenwagen für den Handwerker, dicke Limousine für den Boss.
Keine Markennamen in literarischen Texten, eherne Regel. Ich nehme sehr wohl ein Papiertaschentuch, wenn es allerdings im Dialog vorkäme, würde ich Tempo sagen. Aber solche Dialoge verbieten sich, weil sie zu banal sind. »Reich mir mal bitte ein Tempo.« Noch ein Zuklappgrund für ein Buch.
Es ist ein Winkelschleifer und keine Flex, eine Gipskartonplatte und keine von Rigips. Es ist ein Haartrockner und kein Fön, die Liste lässt sich beliebig erweitern. Ein iPhone verbietet sich, denn ihr wollte eure Leutchen charakterisieren? Nein, das funktioniert nicht, ihr selbst seid es, die einen Einblick ins Innenleben gewährt, und zwar in das eigene. Lasst euch lieber etwas einfallen.

Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel, wenn in einem Schwarzwaldroman jemand ein berühmtes, lokales Bier mit Stanniol um den Kronenkorken serviert, sollte er besser gleich das Tannenzäpfle nehmen. Dann schafft der Markenname Lokalkolorit, was nicht ginge, wenn man ihn anonymisiert. Man könnte es vielleicht Fichtenzäpfle nennen, das ist gut, das werde ich vielleicht sogar noch ändern. Aber beim Wein (Hex vom Dastenstein) ist das schon schwerer. Vielleicht tauft man den Stein um und nennt ihn (Hex vom Grafenstein).
Mit etwas gutem Willen, schafft man es locker ohne Eigen- und Markennamen, wozu ich immer raten würde. Nicht wegen der blöden Anwälte, sondern wegen der literarischen Qualität. Es gehört sich nicht. Wer so etwas nötig hat, schafft es nicht, seine Leute ohne zu charakterisieren. Dann werden sie wohl zu wenig Charakter haben.

Mann kann es schaffen, man soll es schaffen. Wenn es der Schriftsteller nicht schafft, wer denn dann sonst?

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3864
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Markennamen

von Monika K. (15.11.2021, 07:47)
DuaneHanson hat geschrieben:
Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel, wenn in einem Schwarzwaldroman jemand ein berühmtes, lokales Bier mit Stanniol um den Kronenkorken serviert, sollte er besser gleich das Tannenzäpfle nehmen. Dann schafft der Markenname Lokalkolorit, was nicht ginge, wenn man ihn anonymisiert. Man könnte es vielleicht Fichtenzäpfle nennen, das ist gut, das werde ich vielleicht sogar noch ändern.

Selbst das ist mir schon zu viel, wenn ich ehrlich bin. Lokalkolorit kann man auch mit anderen Mitteln erzeugen, indem man typische Gepflogenheiten oder Gegenstände verwendet. (Beispiel England: Türklopfer, Schiebefenster; Getränke werden in Kneipen sofort bezahlt) Ich kenne das Tannenzäpfle dem Namen nach, weil ich zufällig mal in der Nähe der Brauerei einen Kurzurlaub verbrachte und in manchen Kreisen viel Wesens darum gemacht wird, aber nördlich des Weißwurstäquators erntet man damit in der Regel ein Schulterzucken. Auf diese Weise baut man unnötige Stolperstellen in einen Text ein, die den Lesefluss stören können. Dasselbe gilt für Marken, die zwar heute in bestimmten Altersgruppen total angesagt, aber in anderen eher unbekannt sind und in zwei Jahren vielleicht schon wieder Schnee von gestern sein werden.

In einem Punkt gebe ich dir recht: Man kann hervorragend auf Marken verzichten. Ich erwähne sie entweder gar nicht oder vereinzelt gezielt in einem satirischen Kontext. Um beim fiktiven Beispiel Tempo zu bleiben: In meinen Augen ist es weniger abgedroschen, wenn eine Figur in solchen Momenten wortlos eine Taschentuchbox auf den Tisch stellt.

Trotzdem würde mich prinzipiell und theoretisch die Rechtsgrundlage für eine Abmahnung/Klage interessieren, wenn z.B. ein Autor in einem autobiografischen Roman von einer Europarundreise in seinem geliebten VW-Käfer erzählt. Warum muss er sich zwingend bei VW die Erlaubnis für die Erwähnung holen? Nur mal so aus Interesse ...

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Benutzeravatar
DuaneHanson
Beiträge: 200
Registriert: 13.04.2020, 18:59
Wohnort: Frankfurt am Main

Re: Markennamen

von DuaneHanson (15.11.2021, 10:44)
Liebe Monika,

es ist nur so, dass du Ärger bekommst, wenn du in einem Buch Unwahrheiten behauptest. »Jeden verdammten Morgen sprang mein Dacia-Duster erst an, nachdem ich dreimal wütend die Motorhaube zuschlagen musste.«
Das stimmt einfach nicht und dagegen könnte Dacia vorgehen mit einer Unterlassungsklage. Buchauflage einstampfen, Geld verbrannt. Machst du hingegen positive Behauptungen (mein BMW ist so leise, dass …) wird dir keiner was wollen. Das ist erstens gut und es ist subjektiv.
Du kannst auch im Käfer die Welt umrunden und von den Pannen erzählen, denn das ist dann die Wahrheit. Dagegen kann auch kein Hersteller etwas sagen.

Danke für deine Meinung zum Tannenzäpfle, ich werde in mich gehen und es vielleicht noch einmal ändern. thanks:

Benutzeravatar
Hannelore Goos
Beiträge: 840
Registriert: 04.05.2017, 15:11

Re: Markennamen

von Hannelore Goos (15.11.2021, 11:25)
Nach meiner Erfahrung sind die Markenhersteller sehr restriktiv. Ich habe auf meiner Neomarica-Website das angehängte Bild als Beispiel für ein Mini-Gewächshaus zur Anzucht tropischer Samen. Der Hersteller der Mini-Töpfchen von Kinderjoghurt hat mir nicht erlaubt, den Markennamen zu erwähnen.

Gruß
Hannelore
Dateianhänge
Anzucht.jpg
Mini-Gewächshaus
Gefährlich sind nicht dumme Menschen. Gefährlich sind intelligente Menschen mit dummen Ideen (Alex Jahnke)

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3864
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Markennamen

von Monika K. (15.11.2021, 13:12)
DuaneHanson hat geschrieben:
Liebe Monika,

es ist nur so, dass du Ärger bekommst, wenn du in einem Buch Unwahrheiten behauptest. »Jeden verdammten Morgen sprang mein Dacia-Duster erst an, nachdem ich dreimal wütend die Motorhaube zuschlagen musste.«
Das stimmt einfach nicht und dagegen könnte Dacia vorgehen mit einer Unterlassungsklage. Buchauflage einstampfen, Geld verbrannt. Machst du hingegen positive Behauptungen (mein BMW ist so leise, dass …) wird dir keiner was wollen. Das ist erstens gut und es ist subjektiv.
Du kannst auch im Käfer die Welt umrunden und von den Pannen erzählen, denn das ist dann die Wahrheit. Dagegen kann auch kein Hersteller etwas sagen.

Danke für deine Meinung zum Tannenzäpfle, ich werde in mich gehen und es vielleicht noch einmal ändern. thanks:


Den Unterschied zwischen einer schlichten, wertungsfreien Erwähnung und übler Nachrede hatte ich mit dem Tempo-Beispiel bereits aufgezeigt:
Monika K. hat geschrieben:
Doch wenn ich mitten im Buchblock den Helden der heulenden Heldin ein Tempotaschentuch reichen lasse oder umgekehrt, würde mich schon interessieren, auf welcher Rechtsgrundlage ich da verklagt werden soll. Anders sieht es aus, wenn die Heldin oder der Held das Taschentuch anschließend versehentlich mitwäscht, und angeblich die Wäsche voller Fusseln ist. Das widerspricht einer zugesicherten Produkteigenschaft von Tempo und wäre vermutlich justiziabel.


Dass man auch in einer fiktiven Erzählung keine falschen Tatsachenbehauptungen aufstellen darf, sollte eigentlich allen klar sein. Das betrifft nicht nur Marken, sondern auch reale Personen. Doch wie sieht es mit einem Loblied auf den VW-Käfer aus, der treu und zuverlässig durch ganz Europa fuhr? Diese Frage richtete sich nicht nur an dich, sondern an alle, die nachdrücklich dazu raten, grundsätzlich den Hersteller anzuschreiben, sobald eine Romanfigur begeistert mit Legosteinen spielt, für die zumindest mir keine schmissige Umschreibung einfällt. Stecksystemsteine? Auch die ursprünglich in diesem uralten Thread angesprochene Barbiepuppe lässt sich schwer umschreiben. Als Metapher ist sie ohnehin abgedroschen und kann entfallen, aber als Töchterchens liebstes Spielzeug? Müssen wir wirklich die Kids in den Büchern mit Bauklötzen und Stofftieren spielen lassen, um Anwaltskosten zu vermeiden? Darf Oma kein ABBA-Fan sein? Auch bei deinem Tannezäpfle-Beispiel würde ich beim Lesen mit der echten Marke besser klarkommen als mit dem fiktiven "Fichtenzäpfle". Das kann ich nämlich nicht einmal googeln, wenn's mich beim Lesen interessiert.

Natürlich müssen gerade wir Selfpublisher*innen vorsichtig sein, aber diese ständigen Warnungen vor irgendwelchen nebulösen Rechtsfolgen reichen mir nicht. Ich hätte da doch mal gern einen Link zum entsprechenden Abschnitt in einem Gesetz oder zum Gerichtsurteil, das sich mit der schlichten, positiven Erwähnung eines Markennamens in einem Buchblock beschäftigt.

Übrigens sind verbindlich geäußerte Rechtsauskünfte von Laien angeblich ebenfalls abmahnfähig, hat hier irgendjemand mal erwähnt. Daher immer mein Disclaimer, dass ich keine Anwältin bin. Ob's stimmt, weiß ich nicht, weil ich auch keine Abmahnanwältin bin. :lol:

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Benutzeravatar
Monika K.
Beiträge: 3864
Registriert: 28.02.2012, 21:45

Re: Markennamen

von Monika K. (15.11.2021, 13:26)
Hannelore Goos hat geschrieben:
Nach meiner Erfahrung sind die Markenhersteller sehr restriktiv. Ich habe auf meiner Neomarica-Website das angehängte Bild als Beispiel für ein Mini-Gewächshaus zur Anzucht tropischer Samen. Der Hersteller der Mini-Töpfchen von Kinderjoghurt hat mir nicht erlaubt, den Markennamen zu erwähnen.

Gruß
Hannelore


Bei Websites geht es immer auch um Suchtreffer. Wer nach dem Kinderjoghurt sucht, landet eventuell bei dir, statt bei einer Bezugsquelle. Da kann man dir unterstellen, dass genau das deine Absicht ist. Der Hersteller möchte aber nicht für deine Seite Werbung machen. Deshalb rate ich davon ab, Marken im Buchtitel, Untertitel, Klappentext oder in einer Leseprobe zu erwähnen, weil das Texte sind, die abhängig von ihrer Umgebung (Amazon, Thalia-Shop) zu Suchtreffern mit relativ hoher Priorität führen können.

Es soll übrigens auch Unternehmen geben, die auf Anfrage grundsätzlich die Erlaubnis verweigern, ohne den Rechtsanspruch oder die Auswirkungen auf das Unternehmen zu prüfen. Das geht schneller und kann von einer Hilfskraft erledigt werden. Ob das in deinem Fall eine Rolle spielte, kann ich natürlich nicht beurteilen und will nichts behaupten.

Viele Grüße
Monika
»Better a witty fool, than a foolish wit.« (Shakespeare’s »Twelfth Night«)

(Übersetzung: Besser ein weiser Narr, als ein närrischer Weiser.)

Zurück zu „Rechtliches, Verträge und Co.“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.