den Leser zum Lachen bringen

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Judith
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Re:

von Judith (28.02.2008, 00:31)
Hallo Axel,

in meinem Auto-CD-Player läuft gerade das neue Album von Roger Cicero. Ich kann dir empfehlen, dir die Texte mal anzuhören. Da ist sehr viel feinsinniger Humor drin. Wenn die CD läuft, fahre ich immer mit einem breiten Grinsen zur Arbeit.

Grüßle,
Judith
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S.Schunck
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Re:

von S.Schunck (29.02.2008, 02:38)
Claire hat geschrieben:
Axel hat geschrieben:
Was mir gefällt ist vor allem auch die feine Ironie.

Ironie ist mit Vorsicht zu genießen. Was mancher unter Ironie versteht, sieht ein anderer schon als Sarkasmus an. Da kann man sich ganz unangenehm in die Nesseln setzen.

LG Claudia


Da muss ich Claudia Recht geben. Ich habe vor einiger Zeit mal einen kleinen Text über Studenten verfasst, der der sehr ironisch und bissig war. Auf der Homepage einer bekannten Zeitschrift wurde er sogar auf die Startseite gesetzt und hat deswegen sehr große Beachtung gefunden. Meiner Ansicht nach kam der ironische Unterton sehr deutlich rüber. Viele haben den Humor verstanden, aber andere haben sich sofort angesprochen gefühlt und den Artikel persönlich genommen. Was mir allerdings nicht viel ausgemacht hat, weil es sehr lustig anzuschauen war, wie ernst sich so mancher doch nimmt und jegliche Selbstironie missen lässt.

Deswegen sag ich mal, gerade bei "feiner Ironie" ist die Frage, ob sie überhaupt ankommt. Und natürlich kommt es auf die Zielgruppe bzw. Leserschaft an, die du erreichen willst. Aber wie die meisten schon feststellen, gibt es kein Patentrezept. Deshalb lautet meine Devise immer: erstmal so schreiben, dass man es selbst witzig findet, und dann von mehreren Leuten lesen lassen, um die Reaktionen zu sehen.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (29.02.2008, 06:09)
Hallo,
Viele haben den Humor verstanden, aber andere haben sich sofort angesprochen gefühlt und den Artikel persönlich genommen. Was mir allerdings nicht viel ausgemacht hat, weil es sehr lustig anzuschauen war, wie ernst sich so mancher doch nimmt und jegliche Selbstironie missen lässt.


Genau so sehe ich das auch. Es kommt immer auf den Empfänger an, wie das, was der Sender auswirft, verstanden wird.
Je weniger jemand in der Lage ist, seine eigenen Schwächen mit Humor zu sehen und zu akzeptieren, desto weniger lustig findet er es, wenn er auf die Schippe genommen wird.
Auch hier gilt wohl, jeder Autor findet genau die Leser, die seine Sprache verstehen. Der eine schreibt mit der Feder, der andere mit dem Griffel. Der eine Leser liest mit den Augen, der andere mit dem Herzen. Alle kann man nicht erreichen.

LG Grete

hwg
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Re:

von hwg (29.02.2008, 09:27)
...und ich halte mich gerne an das Sprichwort: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht". Oder: "Jedem Menschen Recht getan, ist..." usw.usf. :lol:

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Zoba
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Re:

von Zoba (29.02.2008, 09:27)
Hi,

ein Autor, der mich immer noch brüllend zum Lachen bringen kann, ist James Herriot. Ich erinnere mich gut daran, in der Straba ausgerechnet jene Story gelesen zu haben, bei der er völlig übermüdet versucht, einem Zuchtbullen Milch abzumelken. Das gemeine daran ist (ich lachte so laut, daß mich der halbe Zug sehr entfremdet anstarrte), daß Herriot keineswegs Slapstick schreibt, sondern die Tücken des Alltags unvermutet über den Leser kommen läßt.

Das ist übrigens auch das Grundthema von Mr. Bean (über den ich vor Lachen heulen kann), auch das eigentlich kein Slapstick, sondern tatsächlich unglaublich bissiger Humor, der aus der Kombination des eigentlich garnicht liebenswerten Bean mit dessen abstrusen Alltagslösungen und -erlebnissen entsteht. Man denke nur an den als Gesamtkopfbedeckung getragenen Weihnachtsputer...

Jeder, der wie Herriot plötzliche Wendungen im Alltagsleben erfuhr, oder der wie Bean etwas machte, was sich als völlig ungeeignet für Ziel und Zweck erweist, ist da ansprechbar.

Was feinsinnigen Humor betrifft, da bin ich eher dickfellig, ich will offen lachen, mindestens schmunzeln, aber ein leichtes Mundwinkelzucken gibt mir nichts. Dann lieber feinsinnige Satire/Ironie. Es lohnt sich zB Hildebrandt anzusehen. Der hats drauf, aber richtig.
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

hwg
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Re:

von hwg (29.02.2008, 09:41)
Ist das "Der Doktor und das liebe Vieh?". Hab's allerdings nur im TV gesehen. Hat mir gefallen.

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Zoba
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Re:

von Zoba (29.02.2008, 11:08)
Hi HWG,

ja, der ist das. Wobei die Serie zwar recht liebenswert rüberkommt, aber dem Humor aus den Büchern auch nicht ansatzweise gerecht wird. Man sollte allerdings das englische Original lesen und nicht die Übersetzungen. Und keine Blasenschwäche haben.... cheezygrin
Gruß,



Zoba



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Judith
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Re:

von Judith (29.02.2008, 12:23)
Zoba, es gibt keine schönere Urlaubslektüre! :D Auch auf deutsch sehr warmherzig und humorvoll!

Dass welche sich bei Ironie angegriffen fühlen, das kann ich auch im Bezug auf die CD von Roger Cicero bestätigen. Eine meiner Schülerinnen findet ihn schrecklich, sie ist der Ansicht, die Texte seien gegen Frauen gerichtet. dozey:

Grüßle,
Judith
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Weasel

Re:

von Weasel (03.03.2008, 09:38)
Ich denke, bei Ironie kommt es aber auch oft darauf an, wie man etwas sagt, dass heißt in welcher Stimmlage uns so weiter.

Darum denke ich, dass es sehr schwer ist, Ironie vernünftig in einem Text unterzubringen, da der Leser ihn ja selbst liest und es, je nachdem wie er gelesen wird, anders klingt. Auch Menschen, die nicht allzu sehr auf den Kopf gefallen sind, können einen ronischen Text manchmal schnell missverstehen.

Gut, bei Cicero ist das natürlich was anders, der singst ja schließlich selbst...

Grüße Weasel

mtg

Re:

von mtg (03.03.2008, 22:51)
Ich würde hier gerne mal eine 2-Euro-ins-Phrasenschwein-Weisheit loswerden - oder gleich zwei:

Humor ist nix zum lachen.
Die leichte Muse ist das Schwerste, was man sich antun kann...

Und schon wieder wech
der Matthias

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