Absagen nach einer Woche

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (07.03.2008, 16:35)
ChrisK hat geschrieben:
Um bei einem großen Verlag anzukommen, muss man seine Arbeit den Plänen des Verlages anpassen. Das mag nicht schön klingen, es ist aber die Realität.

Genau so berichtet mir ein Freund, der für einen großen Verlag arbeitet. Der Verlag diktiert mehr oder weniger, was der Autor schreiben soll. Es werden Projekte schon im Vorfeld besprochen, bevor ein Wort geschrieben ist. Schon fertige Manuskripte mögen die Lektoren dort nicht sehr gern. Besser ist es m.E. einem Verlag die Idee und das grobe Konzept anzubieten und wenn er Interesse signalisiert, sich erst dann an die Arbeit zu machen. Erspart viel Zeit oder man landet dann letztendlich doch wieder bei BOD.
LG Uschi

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Lucie
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Re:

von Lucie (07.03.2008, 17:48)
Also ich glaube nicht, dass irgendwelche unaufgefordert eingeschickten Manuskripte angelesen werden... überlegt mal, wenn das nur so daumen mal pi 200 Stück im Monat (oder mehr) dann müssen die jeden Tag zehn Manuskripte anlesen, im Meeting besprechen und sondieren, desweiteren noch die andere Arbeit...

Deshalb bin ich zum BoD. Ich kann alles selber gestalten, meine Werbung muss ich eh selber machen und wenn ich Hilfe brauche, kann ich die beim
BoD buchen.

Viele Grüße
Lucie

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Jan Mathes
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Verlagssuche

von Jan Mathes (07.03.2008, 18:39)
Und genau da würde meine "künstlerische Freiheit" enden, und somit auch meine Freude am Schreiben.......wenn ich mich bei der Themenwahl nach fremden Anforderungen richten müßte.

Ich schreibe meine Themen, und nicht die Vorgaben von "großen" Verlagen.

Wenn mein Buch dann trotzdem noch gelesen werden will, ist es natürlich schön für mich!

Es ist so, wie es ist und es kommt so, wie es kommen soll!
Es ist, wie es ist !
www.jan-mathes.de

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (07.03.2008, 19:38)
Der Verlag diktiert mehr oder weniger, was der Autor schreiben soll.


Mich stört der Absolutheitsanspruch, mit dem hier immer wieder behauptet wird, wie es bei großen Verlagen angeblich zugeht.
Vielleicht ist es doch anders?

Als der Heyne Verlag, der nun gewiss kein kleiner Verlag ist, meinen Roman "Der Nomadengott" von BoD übernommen hat, bat man mich lediglich um zwei kleine Ergänzungen.
Den Folgeroman "Die Irrfahrer" habe ich mit einem Exposé vorgeschlagen und einige Sequenzen skizziert. Das wurde akzeptiert, ich bekam einen Vertrag und ein hervorragendes, konstruktives Lektorat, das voll auf mich und meine Intentionen einging.
Nun beim dritten Roman "Die Weltenbaumler" war es ebenso positiv.
Nächste Woche kommen die Korrekturfahnen ...

Meine künstlerische Freiheit wurde in keinster Weise eingeschränkt, ganz im Gegenteil haben mich beide Lektorinnen immer wieder ermutigt, genau meinen Stil zu schreiben und zu betonen, damit es "richtig schermelt".

Laura
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Re:

von Laura (07.03.2008, 20:11)
Hallo Seshmosis, ich hatte zwar bisher nicht das Glück, bei einem großen Verlag unterzukommen, pflichte dir aber bei, denn ich wundere mich auch immer, woher man hier wissen will, wie es bei großen Verlagen läuft.

Abgesehen davon, auch beim Kleinverlag kann die vielgepriesene künstlerische Freiheit eingeschränkt werden, und gerade für einen Anfänger kann diese "Einschränkung" sehr hilfreich sein, denn er will ja Leser erreichen und zufriedenstellen und die Verlage kennen ihre Ziegruppe nun mal besser als der neue Autor. Gruß Laura

AF Verlag

Re:

von AF Verlag (07.03.2008, 21:37)
Genau so berichtet mir ein Freund, der für einen großen Verlag arbeitet. Der Verlag diktiert mehr oder weniger, was der Autor schreiben soll.

Es gibt Verlage, die sogenannte "Hausautoren" beschäftigen, da mag diese Vorgehensweise richtig sein. Ich kenne eine solche Autorin und sie hat Abgabetermine, steht daher meist unter Druck, auch nicht einfach.
Und, Verlage beschneiden durchaus Manuskripte, wenn es zu langwierig geschrieben wurde. Es ist wie mit einem langatmigen Film.
Und wie Laura schon richtig schrieb:
Leser erreichen und zufriedenstellen und die Verlage kennen ihre Zielgruppe nun mal besser als der neue Autor
Und das ist bestimmt nicht als falsch anzusehen, schließlich möchte man Leser erreichen und damit potenzielle Käufer.

Jens

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hawepe
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Re:

von hawepe (07.03.2008, 21:46)
Hallo Laura,

Laura hat geschrieben:
ich hatte zwar bisher nicht das Glück, bei einem großen Verlag unterzukommen, pflichte dir aber bei, denn ich wundere mich auch immer, woher man hier wissen will, wie es bei großen Verlagen läuft.


Manchmal ist es vielleicht einfach nur eine Schutzbehauptung. Wenn ich ueberall erzaehle, dass ich mich keinem Verlagsdiktat beugen will un deshalb book on demand veroeffentliche, hoert es sich nun einmal viel besser an, als wenn ich erzaehle, dass mein Manuskript von allen Verlagen abgelehnt wurde und ich deshalb auf Book on Demand ausweichen musste ;-)

Meine Erfahrungen mit Belletristik liegen zu lange zurueck, als dass sie heute noch etwas aussagen. Aber als Fachbuchautor habe ich diese wie jene Erfahrungen gemacht.

Vier Reisefuehrer fuer einen grossen Verlag mussten nach genauer Vorgabe verfasst werden, da sie Teil einer Reihe sind. Ein anderes Buch, das ich fuer einen Kunden gesetzt habe, wurde vom Verlag weitgehend wie vorgelegt akzeptiert, lediglich der Titel wurde kategorisch zurueckgewiesen und in einem langen Klaerungsprozess nach Verkaufsgesichtspunkten gemeinsam neu entwickelt.

Dass es bei Book on Demand alle diese Einschraenkungen nicht gibt, ist klar, aber etwas mehr Professionalitaet wuerde vielen Buechern gut tun :-)

Beste Gruesse,

Heinz.

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Judith
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Re:

von Judith (08.03.2008, 00:35)
Heute kam Absage Nummer acht (Oetinger). :cry: Nun gut, damit musste ich schon deshalb rechnen, weil sie die Thematik nicht wollten. Ich hab's dann drei Monate später trotzdem hingeschickt. :wink:

Dafür habe ich Angaben bekommen, wie ein Erstlesebuch auszusehen hat. Das wird mein nächstes Projekt. Womit ich welchen Fuß in die Türe eines (möglichst großen) Verlages bekomme, das ist mir relativ egal. Hauptsache, ein Fuß ist drin.

Ich hätte kein Problem damit, nach Vorgaben und Abgabeterminen zu arbeiten. Das bin ich auch von meinem Beruf als Tanzpädagogin gewohnt. Wenn wir für eine Aufführung ein bestimmtes Thema oder eine Geschichte haben, dann muss ich die Choreographie einpassen. Und natürlich habe ich da ganz feste Termine, kann ich meine Kreativität nie auf übernächste Woche verschieben.

Das Manuskript, das gerade unterwegs ist, werde ich noch an andere Verlage schicken. Wenn ich von allen großen Absagen bekommen sollte, werde ich die kleineren anschreiben. Das Problem ist da m.E. vor allem die Verfügbarkeit. Wenn der Leser kaum eine Möglichkeit, hat, ein Buch zu beziehen, dann nützt mir ein Verlag auch nicht viel. :? Doch ich werde bei allen Manuskripten wohl bei den großen Verlagen beginnen und mich erst nach und nach zu den Kleinen durcharbeiten. So viel Selbstbewusstsein muss sein. :P

Klar, wenn sie von tausend Manuskripten nur ca. fünf verlegen muss es nicht nur gut geschrieben sein, sondern auch noch ins Programm und zur Marktanalyse passen. Aber ich gebe nicht so schnell auf, darauf könnt ihr euch verlassen! bash:

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

AF Verlag

Re:

von AF Verlag (08.03.2008, 06:39)
@Judith
Das Problem ist da m.E. vor allem die Verfügbarkeit. Wenn der Leser kaum eine Möglichkeit, hat, ein Buch zu beziehen, dann nützt mir ein Verlag auch nicht viel

Hier kann es helfen sich vorher den Verlag anzuschauen, insbesondere seine Produkte. Allerdings gibt es auch hier wieder verschiedene Gesichtspunkte die berücksichtigt werden wollen. Aber das führte zu sehr ins Detail.

@hawepe
Dass es bei Book on Demand alle diese Einschraenkungen nicht gibt, ist klar, aber etwas mehr Professionalitaet wuerde vielen Buechern gut tun

Wohl war...

Jens

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PvO
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Re:

von PvO (08.03.2008, 09:26)
Klar gibt es diese Vorlagen von Verlagen. Erinnert euch an meinen Thread "Daumenschreuben"
Eines Tages klingelte mein Telefon, ein mir bis dahin fremder Verleger rief an. Umgehend kam er zur Sache: "Wie kommt ein Mann mit ihren Fähigkeiten zu diesem Verlag?" Ich war völlig erschlagen und unvorbereitet und konnte nur stammeln: "Durch Zufall." Er bot mir dann eine Zusammenarbeit an und fragte, wie weit ich ggf. mit einem neuen Projekt sei. Und weiter, dass ich es schicken sollte. Es war auch völlig egal, dass ich noch keinerlei Korrektur gemacht hatte. Es dauerte nicht lange, bis er sich wieder meldete. Schreibstil ist gut, aber die Konfliktsituation gefiel ihm nicht und dann kamen sie, die Vorgaben. Irgendwann bin ich ausgestiegen und wir sind so verblieben: sollte ich etwas Neues schreiben, solle ich vorher mit ihm unbedingt den Plot abstimmen, dann gibt es auch einen Vertrag. Auch hier wieder: „Exposee ist nicht nötig, wir wissen, was sie können." Wahrscheinlich hätte sich jetzt jeder Jungautor auf seine 4 Buchstaben gesetzt und los geschrieben. Ich hab das Gegenteil getan, das Manuskript eingestellt und nie wieder eine Feder zur Hand genommen. So viel also zu den oben zitierten Freiheiten eines Autors

hwg
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Re:

von hwg (08.03.2008, 11:00)
In sämtlichen Verlagen, mit denen ich fallweise oder öfter zu tun habe, wird jedes unverlangt eingesandte Manuskript zumindest angeschaut.

Allerdings wählen nicht wenige Autoren justament solche Verlage aus, deren Anforderungen sie einfach nicht gewachsen sind. Soll heißen, dass das angebotene Manuskript bzw. Leseprobe samt Exposé, einfach nicht ins Verlagsprogramm passt.

Wenn ich mir jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst die Neuerscheinungen in herkömmlichen Verlagen angucke, finde ich darin stets viele Erstlingswerke von bisher gänzlich unbekannten Buchautoren. Diese haben jedoch nicht selten viel Schreiberfahrung beim Veröffentlichen von Kurzgeschichten, Feuilletons und sonstigen Beiträgen in Zeitschriften und im Rundfunk gesammelt oder Preise bei Wettbewerben errungen.

Ich bestreite mein Autorendasein seit Jahrzehnten mit Auftragsarbeiten und bin mit dieser "Methode" hoch zufrieden. Erstens lernt man Zeitdisziplin, zweitens weiß ich, dass ich mit dem erzielten Einkommen das Auskommen finde :lol: . Auch eine Motivation - und sicher nicht die schlechteste.

Abhängig in meiner Schreibweise bin ich allerdings nicht, da ich ja weiß, was der Verlag von mir erwartet. Und der Verleger und seine Mitarbeiter wissen offensichtlich, was die Käufer "unserer" Druckwerke goutieren, sonst wären der Verlag mit seinem Team und auch ich schon längst
pleite.

Ich weiß aber tatsächlich nicht, was klüger ist: Sich als BoD-Autor oder Selbstverleger zuzumuten, alles - vom Typoskript bis zur Vermarktung des Buches - selber zu können oder sich doch von einem herkömmlichen Verlag "abhängig" zu machen.

Eines weiß ich aber auch: Unter den BoD-Büchern finden sich tatsächlich zahlreiche literarische Perlen. Bloß die Suche danach ist etwas schwierig bei der Vielfalt von angebotenen Werken. Bei herkömmlichen Verlagsprogrammen fällt einem die Auswahl doch um vieles leichter, wenn man zumindest angefähr weiß, was man als Leser bevorzugt.

Weasel

Re:

von Weasel (08.03.2008, 11:10)
Also, ich denke, ein professioneller Verlag ist in jedem Fall zu bevorzugen, da man somit deutlich mehr möglichkeiten hat, sein Buch unter die Leute zu bringen bzw. es deutlich leichter fällt.

Gruß Weasel

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (08.03.2008, 11:46)
Nun, als kleiner unbekannter Autor träumt vermutlich jeder, einen Verlag für seine Arbeiten begeistern zu können. Die Vor- und Nachteile von Groß- und Kleinverlagen für sich selbst zu erörtern, finde ich dabei sehr wichtig. Aber natürlich sollte auch Realität und Traum, der auf jeden sehr wichtig ist, aber eben auch relativ unrealistisch in vielen Fällen beachtet werden und ein Plan b in Betracht gezigen werden. Dies tun ja auch viele Autoren und dass es im Literarbetrieb zwei und noch viel mehr Seiten und Perspektiven gibt, ist ja hinlänglich bekannt und sollte bei jedem im Hinterkopf präsent sein - meine bescheidene Meinung :wink:

hwg
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Re:

von hwg (08.03.2008, 11:56)
Hätte es in meinen jungen Jahren bereits so etwas wie BoD gegeben, wer weiß, ob ich nicht auch dieser Produktionsmethode anheim gefallen wäre.

Die wenigen Druckkostenzuschussunternehmen, die es damals auch schon gegeben hat, haben mich jedoch nicht anlocken können. Einerseits wegen der damals enorm hohen Kosten, andererseits, weil ich schon seinerzeit der Meinung gewesen bin, dass ich für meine Schreiberei honoriert werden muss, was ja dann auch bald der Fall gewesen ist.
Warum auch hätte ich es dann noch ändern sollen? :lol:

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skipteuse
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Re:

von skipteuse (08.03.2008, 12:13)
Eben, du bist ja in der glücklichen Lage, dich als Autor bereits etabliert zu haben thumbbup

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