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jola
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Re:

von jola (08.03.2008, 12:07)
Ehrlich gesagt, dieser ganze Zertifizierungswahn läßt einem das Frühstück wieder hochkommen.

Claire hat geschrieben:
Was wäre, wenn wir Autoren es schaffen würden, BoD mit ins Boot zu ziehen und sie veranlassen eine spezielle Edition herauszugeben, in der nur Bücher gedruckt werden, die vorher überprüft wurden.


Das gibt's doch eh schon mit "Edition BoD", "Edition Meine Geschichte" und "Edition Ein Herz für Tiere". Es wäre als lediglich eine zusätzliche Edition ...


Claire hat geschrieben:
Die "Prüfung" würde beschränkt auf Layout und ganz wichtig auf die sprachliche Gestaltung (Rechtschreibung, Grammatik, etc.). Der Inhalt bliebe unangetastet (wenn jemand über Lieschen Müller schreiben möchte, dann soll er das tun - als Beispiel). Es sei denn, dass der Inhalt komplett unlogisch wäre. Da könnte man ja drauf hinweisen.
...
Es gäbe dann einen "Mindeststandard", aber die künstlerische Freiheit bliebe im Prinzip unangetastet.


Die künstlerische Freiheit bliebe unangetastet, wenn am Layout und an der sprachlichen Gestaltung herumgewerkelt wird? Für mich bleibt da nicht mehr viel übrig von künstlerischer Freiheit. Wer will denn schon sein Werk in das jeweilige Schema der Jurymitglieder hineinpressen lassen?

Claire hat geschrieben:
Die sogenannte "Jury" könnte vom Forum gewählt werden. Jeder, der daran mitarbeiten möchte, kann sich in eine Liste eintragen und die Forenmitglieder stimmen dann ab, wie die Jury besetzt wird.


Nach welchen Kriterien sollen die Forumsmitglieder entscheiden, welche Leute aus der Liste in die Jury gewählt werden sollen? Dauer der Forumsmitgliedschaft, Beliebtheitsgrad, Anzahl der eigenen verkauften Bücher, Anzahl der Postings im Forum oder nach welchen anderen Kriterien?

Und was ist mit denen, die dann nicht in die Jury "gewählt" werden? Die sind sauer und "gründen" ein Konkurrenzlabel und früher oder später gibt's - wie so oft in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen geschehen - den Zusatz "Das Original".


Claire hat geschrieben:
Den Autoren bliebe damit freisgestellt, ob sie die "Prüfung" und damit die Edition wollen.


Das will ich stark hoffen! BoD in Nordstedt ist ein Dienstleistungsbetrieb, der meinen Druckauftrag erledigt, meine Dateien aufbewahrt und mein Buch bei amazon & Co listet. Nicht mehr und nicht weniger. Für diese Dienstleistung zahle ich ja.

Wenn ich ein Lektorat oder einen Layouter zusätzlich haben möchte, kann ich dies als zusätzliche Dienstleistung extra buchen oder ich suche mir einen Freelancer und muss dies extra bezahlen. Das bitte sollte bei allem Verständnis für den Ruf nach "Qualitätssicherung" und "Qualitätserhaltung" immer im Vordergrund stehen.

lg,
jola

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SandraR
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Re:

von SandraR (08.03.2008, 13:36)
jola und zoba, volles Zustimmen meinerseits thumbbup . Uebrigens, apropo gutes Deutsch, Kant waere heute grottenschlechtes Deutsch, zumindest im Original.
Eigentlich fing es damit an, dass wir uns Guezelses Text angesehen haben und es daneben fanden, das es aber dann im Schrei nach Qualitaetssiegel enden wuerde, ehrlich gesagt auf die Idee bin ich nicht gekommen. Ist aber interessant, welche Kapriolen geschlagen werden.
Guezelses war ja so freundlich und gleich search inside zu machen, wer es also trotzdem kauft, weiss was er tut. Schoen, es ist einfach eine Provokation und schon schreit es nach Ordnung, bloss wer will die Ordnung bestimmen? Vielleicht der Guenther mit seinem But? Zudem, fehlt mir persoenlich noch immer der Mehrwert fuer den Autor. Da meinen also dann drei oder vier sie bestimmen was gut und was schlecht ist, aber Mehrwert ausser einer persoenlichen Meinung soll es nicht geben? Keine Werbung, keine Finanzierung.....damit weniger als bei jedem Kleinverlag oder Buchreihe. Bei letzterem kann man zum Glueck selber bestimmen, was man selber und vermutlich die Zielgruppe gut finden koennte. Wobei auch ein Kleinverlag Titel fuehrt, die dem Verleger gefallen, aber sicherlich kein Publikumsmagnet werden.
Zumindest halte ich es so, drei Buecher die sich gut verkaufen werden und eines das zu speziel fuer ein breites Publikum ist. Das ist dann Unternehmerfreiheit.
Wer wissen will was manche fuer Gut finden, kann sich an der Bestellerliste bei Spiegel halten, die Frage ist nur, ist das wirklich gut? Oder nicht einfach Massenfaehig? Eben, zudem findet sicherlich jeder etwas anders "Gut". Der eine mag Horror, der andere Krimis und der dritte Sachbuecher.
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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Claire
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Re:

von Claire (08.03.2008, 14:34)
Von dem inspiriert, was Hans geschrieben hat, spinne ich mal einen Gedanken


Bevor das jetzt hier ausartet - obwohl es eigentlich cool ist, zu beobachten, wie sich einige ereifern - möchte darauf hinweisen, dass die Betonung im o. g. Satz auf "spinne ich" lag. angle:

Leute, ich bin doch auch froh, dass ich mich bei BoD keinem Diktat unterwerfen muss! Für das, was jemand abliefert, ist er selbst verantwortlich, auch dafür, dass er sich ggfs. herbe Kritik abholt.

Ich hoffe, die Wogen glätten sich jetzt wieder. Ich wünsche noch einen schönen Samstag! :D

LG Claudia
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Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

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Adriana
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Re:

von Adriana (08.03.2008, 14:58)
Zoba hat geschrieben:

Wenn also, dann wirklich so, wie es die anderen machen: jeder Geld in einen Topf, jedes Jahr einen Preiswettbewerb ausschreiben


... wo dann eine Jury entscheidet und die Sieger nach nichts anderem als ihrem eigenen Geschmack auswählt ;).
Immer, wenn ich die Siegerbeiträge solcher Wettbewerbe gelesen habe, hab ich mich gefragt: "Was bitte hat Paltz 1, was Platz 3, 5 oder 12 nicht hat?" Meistens gefallen mir persönlich Platz 3, 4, 5 oder 12 wesentlich besser.
Und wenn dann auch noch große Summen Geld verteilt werden sollen, wird nicht mehr entscheiden, welches Buch das beste ist, sondern welches sich evtl. am besten verkauft, um die Kohle wieder reinzukriegen.
Freiwillig wäre es auf jeden Fall.
Gerecht? Nö.

Bei BoD kann jeder veröffentlichen und das sollte auch so bleiben. Wer diese Freiheit in Anspruch nimmt, muss damit leben, dass es andere - teils grottenschlechte - Autoren auch tun. Wem das überhaupt nicht passt, der soll sich einen Verlag suchen.

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kante
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Re:

von kante (08.03.2008, 17:28)
Da habe ich ja was losgetreten ;)

Wie gesagt, das war ja ebenfalls nur eine Frage meinerseits - teils angetrieben von den schlechten Erfahrungen, die einige gemacht haben (von wegen Buchhaendlern, welche BoD nicht mal eines Blickes wuerdigen), teils von der muehsamen Verlagssuche anderer.

Ein gewisses Interesse scheint ja da zu sein, sonst haetten sich ja nicht einige recht wohlwollend zu der Idee geaeussert. Einige andere sind dagegen. Ein jeder kann von der Idee denken was er will.

Was mich etwas ueberrascht hat, ist die "giftige" Reaktion mancher Leute hier.. Es geht ja nicht darum, BoD als Idee abzuschaffen oder das publizieren fuer jedermann in Frage zu stellen - es ging mir nur darum, ob eine art "Guetesiegel" (ja, ich habe das typisch Deutsche Wort gesagt ;)) sinnvoll und machbar waere. Momentan gibt es Verlage, die ausschliesslich gesichtetes und lektoriertes Material anbieten. Dann gibt es BoD, die _alles_ anbieten. Warum also nicht ein "Bindeglied" dazwischen schaffen? Und warum waere diese Idee schlecht?

Wer sich dies nicht antun mag oder die Idee schlecht findet - bitte schoen. Etwas erschreckend finde ich jedoch die Beitraege, in denen ich lese dass sich Mitglieder hier zurueckhalten mussten mit dem was sie schreiben oder das Fruehstuecke wieder hochkommen. Sollte sich ein solches Label irgendwann mal formen und durchsetzen, steht es einem jeden frei, sich an selbiges zu wenden oder es sein zu lassen. Die heftigkeit mit der alleine schon die Idee abgelehnt wird, finde ich etwas uebertrieben - impliziert sie doch einerseits dass man seinerseits Autoren, die diese Idee verfolgen wollen, selbiges am liebsten verbieten wuerde und dass Autoren, die versuchen ihre Buecher hervorzuheben, etwas schlechtes tun wuerden. Wuerde ein jeder, der diese Idee ablehnt, ein lukratives Verlagsangebot ausschlagen, nur seiner prinzipien wegen? Sollte dem so sein: Mein Respekt. Ehrlich gesagt bezweifle ich aber, dass der Autor des "naechsten Harry Potter" die Millionen ausschlaegt um zu einem Verlag zu wechseln, der die kuenstlerische Freiheit zugunsten maximalen Profits geopfert hat.

Ausserdem ist dies doch nichts anderes als umgekehrt die Einstellung einiger BoD Kritiker, die pauschal BoD Buecher als Kappes abtun und nicht ernst nehmen. In letzter Instanz muesste man in dieser Denkweise gleich Verlage abschaffen, da diese ja nur nach eigenen Kriterien auswaehlen und veroeffentlichen.

Dies nur als meine 2 cents ;)

Mike
Zuletzt geändert von kante am 08.03.2008, 21:24, insgesamt 2-mal geändert.

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jola
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Re:

von jola (08.03.2008, 18:56)
Hallo Mike,

Ursprünglich wollte ich mich zum Thema nicht mehr äußern, aber da Du meinen Beitrag direkt angesprochen hast („Frühstück“) …

Ich habe absolut kein Problem damit, wenn sich einige Autoren aus dem Autorenpool zusammentun und einen Verlag gründen, wo Manuskripte von anderen Autoren des Verlages vorm Publizieren durchgesehen werden. Wenn die Bücher dieses Verlages ein besonderes Label z.B. „von anderen Autoren geprüft“ oder was auch immer tragen, ja, warum denn nicht? Besonders bei JungautorInnen, Erstlingswerken und Leuten, die sonst wenig Erfahrung oder Probleme im bzw. mit dem Schreiben haben (z.B. LegasthenikerInnen etc.), wäre das eine tolle Sache.

Ich habe allerdings ein riesen Problem damit, wenn Druckaufträge, die an eine Druckerei gehen, von anderen Leuten erst für gut genug befunden werden sollen, bevor sie in den Druck gehen dürfen.

BoD in Nordstedt – von diesem BoD wird hier gesprochen! - ist kein Verlag! Das ist lediglich eine Druckerei mit Zusatzangeboten (ISBN, Listung bei amazon & Co etc.). Leute geben ihnen einen Druckauftrag und die drucken das.

Zahlst Du 39 EUR, bekommst Du eine ISBN und Dein „Druckauftrag“ wird bei amazon & Co. gelistet. Für 1,99 EUR im Monat werden Deine Daten für die Dauer von 5 Jahren „gelagert“. Zahlst Du mehr, bekommst Du weitere Dienstleistungen.

Ich würde ja noch einsehen, wenn ein Manuskript lediglich auf Rechtschreibfehler überprüft werden würde. Bei allem, was da drüber hinaus geht, stellen sich mir die Haare schon auf. Viel zu leicht kann die Änderung der Wortstellung oder eines Falles den Sinn eines Satzes ändern. Und beim Layout würde ich sowieso streiken. Wieso sollte ich mein Buchlayout so gestalten, wie es anderen Autoren gefällt?

Wie würdest Du reagieren, wenn Du bei der nächsten Tankstelle vorm Tanken erst Dein Auto von anderen „erfahrenen Autofahrern“ durchchecken und vorher waschen lassen müßtest, bevor Du tanken darfst? Oder vor einer Bahnreise Dich erst von anderen Mitreisenden begutachten lassen müßtest, die dann sagen, ob Du überhaupt einsteigen darfst.

lg,
jola

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kante
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Re:

von kante (08.03.2008, 19:26)
Huhu!

jola hat geschrieben:
Ich habe absolut kein Problem damit, wenn sich einige Autoren aus dem Autorenpool zusammentun und einen Verlag gründen, wo Manuskripte von anderen Autoren des Verlages vorm Publizieren durchgesehen werden. Wenn die Bücher dieses Verlages ein besonderes Label z.B. „von anderen Autoren geprüft“ oder was auch immer tragen, ja, warum denn nicht? Besonders bei JungautorInnen, Erstlingswerken und Leuten, die sonst wenig Erfahrung oder Probleme im bzw. mit dem Schreiben haben (z.B. LegasthenikerInnen etc.), wäre das eine tolle Sache.

Ich habe allerdings ein riesen Problem damit, wenn Druckaufträge, die an eine Druckerei gehen, von anderen Leuten erst für gut genug befunden werden sollen, bevor sie in den Druck gehen dürfen.


Ja aber genau darum gings mir doch. Nur um sicherzugehen, dass wir hier nicht aneinander vorbeireden und ein Missverstaendniss die Ursache der ganzen Diskussion ist:

Die Idee die ich eingebracht habe, lauft ja "nur" auf ein solches Label heraus! Wessen Buch von anderen Leuten quergelesen, verbessert und quasi "lektoriert" wird und anschliessend unabhaengig vom Inhalt oder Stil, sondern lediglich von qualitativen Mindestanforderungen bezueglich Rechtschreibung und aehnlichem, fuer gut befinden wird - derjenige kann sich dann ein "Edition Autorenpool" oder was auch immer auf das Buchcover kleben. Von mir aus kann dieses "Siegel" auch als eigenstaendiger Verlag auftreten, das ist ja vollkommen egal (der Gedanke bezueglich Verlag kam mir ja nur, da dies direkt bei der Bestellung des Buches einsehbar ist, im Gegensatz zu irgendeinem Siegel, das auf dem Cover pappt). Die Buecher dieses Verlages sind immer noch individuell und unterliegen keinen Regeln - ausser der Tatsache, dass jemand anderes als nur der Autor es gelesen hat, es quasi mehrere Lektoren hatte, grammatikalische Schnitzer ausgemerzt sind und das Buch beim Lesen kein Kopfweh verursacht. Das ist meine Idee und nichts anderes ;)

BoD selbst darf davon ja keinesfalls beeintraechtigt werden! Wer sein Buch nicht mit diesem Siegel ausstatten will, oder wer seine kuenstlerische Freiheit durch das "querlesen" und "freigeben" gefaehrdet oder eingeengt sieht, kann und soll natuerlich weiterhin ohne jegliche Zensur durch BoD (und wie sie alle heissen) veroeffentlichen koennen! Und das waere ja dann genau das, was du auch schreibst: Wer will, kann sich der Edition anschliessen - wer nicht mag, bringt sein Buch wie gehabt ohne Siegel oder sonstigen Firlefanz heraus.

Mir ging es keinesfalls darum, BoD als solches abzuschaffen. :shock::

Wie im vorherigen Beitrag erwaehnt, gibt es momentan 2 Wege:

1) Verlage, die auf Zielgruppen ausgerichtet sind, Wirtschaftlich arbeiten wollen, komplett durchlektorieren und evtl. sogar vorschreiben, was und wie man zu schreiben hat.

2) BoD und Co, die _alles_, aber auch wirklich alles drucken, was man ihnen gibt.

Beide Konzepte wuerden weiter existieren. Meine Idee baut nur auf einem Bindeglied auf, quasi so etwas wie ein "Verlagsverein" (ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, wie ich das sonst nennen sollte): Eine Gruppe von Leuten, die Buecher unabhaengig von Stilrichtung und Inhalt querlesen, lektorieren und das Praedikat "gelesen und lektoriert von Edition Schlagmichtot" vergeben. Es ist kein Verlag im herkoemmlichen Sinne, da ein jeder die Chance hat, diese Auszeichnung zu bekommen - es ist nicht BoD im herkoemmlichen Sinne, da ein grammatikalischer Mindeststandart garantiert wird.

Gruss, Mike

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hawepe
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Re:

von hawepe (08.03.2008, 21:20)
Hallo Mike,

kante hat geschrieben:
Was mich etwas ueberrascht hat, ist die "giftige" Reaktion mancher Leute hier.


Du weisst doch: Toleranz ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

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Zoba
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Re:

von Zoba (08.03.2008, 22:07)
Hi,

ich ahnte ja schon, daß das eins der Dinge ist, wo Jola und ich auf einer Linie liegen... cool5

Lustig finde ich das Argument "Toleranz". Ich habe nichts dagegen, wenn sich ein paar Leutchens über ein anderes Leutchen und seine Schreibe lustig machen, das kommt vor, sehr oft sogar.

Aber wogegen ich etwas habe ist, wenn diese Leutchens, die sich aufregen, dann die Toleranz links liegen lassen, die da ZUVORDERST heißt, den anderen selig sein zu lassen, so wie er es mag! Ist eine Güzelses selig mit ihrer Buchfassung, fein, soll sie doch. DAS ist Toleranz.

Oder wie es Jola sagte, nichts gegen einen Verlag, der von BoD-Autoren geschmissen wird, dann aber bitte als solcher gekennzeichnet und ohne jeden Einfluß auf BoD an sich.

Ich streike übrigens bereits beim Thema Rechtschreibung, denn ich schreibe a) nach alter Rechtschreibung und bestehe darauf, und b) verändere ich öfter mal die Rechtschreibung, um Effekte zu erzielen. Da habe ich dann null Bock, mich rechtfertigen zu müssen.

Und ich sags nochmal, wird so etwas eingeführt, ist das der erste Schritt weg von dem, was sowas wie BoD eigentlich ist, und das ist - per se - eigentlich eine sehr positive Sache.
Gruß,

Zoba

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Zoba
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Re:

von Zoba (09.03.2008, 08:58)
Hi hwg,

nun ja, trotz des "schlamperten" Verhältnisses schieben Österreicher Asylanten effektiver ab als Deutsche und haben die Onlinedurchsuchung bereits eingeführt gehabt, als bei uns alle noch Zeter und Mordio schrieen... blink3 Ich sehe da wenige Unterschiede in Bezug auf das, was ich meine, nee, auch nicht was die Schweizer betrifft.

Eine Hilfestellung ist was anderes als ein Reglement oder Zertifikat.

Laß es mich so erklären:

Ich habe einen sehr guten amerikanischen Freund, der fing mal als einfacher Schreiberling, sprich männliche Schreibkraft in HiWi-Stellung bei einer US-Fischereibehörde an. Gelernt hat er sonst nie was, keinen Abschluß, keine Zeugnisse oder Zertifikate abseits normaler High School. Vor kurzem ist er in den wohlverdienten Ruhestand gegangen, seine letzte Position, die die er die letzten 25 Jahre innehatte, das war praktisch "Boss von Fischereientscheidungsbehörde", er war der Lump, der den Fischern erklärte was, wann und wieviel gefangen wird, er legte Schon- und Zuchtprogramme fest, er war der Obermufti. Qualifiziert hat er sich "on the job".

Eine andere gute amerikanische Bekannte entwickelt die Leitstände und -systeme für diverse Kernreaktoren einer amerikanischen Firma. Als sie vor 15 Jahren anfing, da war sie Chefsekretärin des technischen Leiters. Heute ist sie der technische Leiter und der maßgebliche Entwickler in der Firma. Eine Uni hat sie nie von innen gesehen, ihre Qualifikation ist ein High School-Abschluß und eine Tippsenkurs und natürlich "on the job".

Bei uns absolut undenkbar und zwar beide Fälle. Und das sind nur 2 von mehreren, die ich persönlich kenne und garantieren kann. Bei uns ist es stattdessen zwischenzeitlich so weit gekommen, daß Leute, die ihren Ponies selbst die Hufe raspeln eine Straftat begehen, weil dies nur ein staatlich zertifizierter Barhufpfleger darf. In den USA gibts, hocherfolgreich, Entwickler für Reaktorsicherheitssysteme, die vorher ohne große Zwischenstufen Sekretärin waren und sehr hochgestellte Beamte, die nur das US - Abi besitzen.

Nun klar, was ich meine? Das ist eine völlig andere Kultur und das betrifft das Internet z.B. genauso wie so etwas wie BoD - bei den Amis ganz einfach Expression ihrer Freiheiten, von uns am liebsten sofort mit Ketten und Riegeln versehen.

Hilfestellungen gibts selbstverständlich auch dort, aber eben wirklich nur für jene, die das wollen, ohne jeden Einfluß auf die, die es nicht wollen, ohne Einfluß aufs Medium an sich und vor allem, so gut wie nie von irgendwelchen Zertifikaten oder Zeugnissen abhängig.

Am 1. Mai ist wieder Abgabetermin für den Nicholl-Wettbewerb, der wird von der Filmacademy (die mit den Oscars) ausgelobt. Einreichen darf jeder, absolut jeder, dessen Manuskript die Bedingungen einhält (originales Werk, ordentlich als Drehbuch gebunden, höchstens 120-140 Seiten, auf englisch, Teilnahmegebühr bezahlt, rechtzeitig eingegangen). Bereits jene, die unter die ersten 100 kommen, haben gute Chancen ihre Manuskripte zu verkaufen, für die ersten 10 öffnen sich Türen und Tore.

Selbstverständlich lesen sich die Lektoren durch mindestens ebensoviel puren Schrott wie Gutes. Aber das gehört halt dazu.

Sowas würde ich ja gerne mal im deutschsprachigen Raum erleben, aber da sterbe ich wohl drüber, das ist hier undenkbar.

Deshalb reagiere ich so angestochen, wenn die ganz, ganz wenigen kleinen Freiheiten, die wir wagen uns von anderen hierherzuholen, umgehend klein und miserabel gekrittelt werden.
Gruß,



Zoba



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Re:

von hwg (09.03.2008, 09:24)
Guten Morgen Zoba!

Wie bereits angemerkt, grundsätzlich liegen wir mit unseren Ansichten gar nicht s o weit auseinander. Mit der Asylpolitik bin ich auch nicht einverstanden, ebenso mit vielem anderen nicht, was manche unserer
konservativen bis rechtslastigen Politiker so treiben.

Vor allem in der Kulturpolitik hapert's ordentlich. Immerhin gibt es bei uns jedoch - natürlich wieder an Regeln gebundene - Fördermaßnahmen aus Steuergeldern. Diese sind, soviel ich weiß, in den USA beispielsweise nicht vorhanden. Hier sind Künstler oft auf das private Mäzenatentum angewiesen. Ob es dabei nicht auch zu "Abhängigkeiten" kommt?

Ich sehe in dem hier vorgeschlagenen "Label" weniger eine den Autor einschränkende Maßnahme, sondern den Versuch, dem künftigen BoD-Buchkäufer eine Orientierungshilfe bei der Auswahl zu geben. So könnte auf dem aufgeklebten Schildchen beispielsweise stehen: "Von 'Autorenpool-Mitgliedern empfohlen' oder so ähnlich. Wäre eigentlich nur eine (zusätzliche) Werbemaßnahme und kein "Zertifikat".

Aber ich will mit dieser Idee die Diskussion nicht weiter anheizen. Bin ja kein BoD-Autor, jedoch mit Gepflogenheiten im Verlags- und Buchhandelswesen vertraut. Nur aus diesem Grund habe ich mich überhaupt in die Diskussion eingebracht. Und mir vernünftig erscheinende Ideen sollten nicht von vornherein abgewürgt werden, denke ich.

Wir zwei rauchen jetzt aber die Friedenspfeife! :lol: Einverstanden?

Gruß Hans

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Re:

von Zoba (09.03.2008, 09:50)
Hi hwg,

na ich war doch garnicht unfriedlich mit dir, cheezygrin

Ich meine ganz einfach, wie Jola es so schön direkt sagte, es haben keine anderen Druckereikunden in meinen Druckauftrag hineinzureden.

Wer sowas will, soll einen VERLAG aufmachen.

Was du da übersiehst, ist daß das Fehlen eines solchen Zertifikats/Stempels, so er sich erst einmal etabliert hat, im deutschsprachigen Raum sofort und ohne Wenn und Aber zu einem Zweiklassenstatus führt, nämlich eben "die mit" und "die ohne". Und "die ohne" sind beim Bürger dann zwangsläufig auch sofort schlechter angesehen. Das ist derart bei uns eintrainiert, daß man es mit Hackenschlagen zur Kaiserzeit vergleichen kann.

Damit verliert sich radikal die "Freiwilligkeit". Im Prinzip ist es doch genau das, was im Augenblick moniert wird, die Presse rezensiert vor allem Bücher aus "echten Verlagen", das ist nämlich momentan das Zertifikat. Und nun wollen also die bereits Abklassierten WEITER NACH UNTEN TRETEN???

Sorry, da kann ich nicht so viel fressen, wie ich bei dem Gedanken kotzen möchte!

Das ist nämlich genau der Gedanke und die Handlung dahinter, "wir sind was Besseres als die da".

Um Abhängigkeit gings mir übrigens zu keinem Zeitpunkt, ich weiß nicht, warum du das dauernd erwähnst. Bei solchen Ansinnen setzt doch das Runterputzen von anderen, das nach unten treten und nach oben Katzbuckeln lange vor der Abhängigkeit ein. BoD zeichnet sich doch gerade durch die Unabhängigkeit aus.
Gruß,



Zoba



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Laura
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Re:

von Laura (09.03.2008, 11:14)
Es gibt bereits unzählige Kleinverlage, die bei BoD drucken lassen. Und es gibt etliche Kleinverlage, bei denen mehr oder weniger unbekannte Autoren als Lektoren fungieren. Vor allem aber gibt es genug unprofessionelle Kleinverlage, insofern ist die Idee nicht neu. Gruß Laura

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Re:

von SandraR (09.03.2008, 11:37)
Zoba, die Presse rezensiert nicht nur Buecher von grossen oder bekannten Verlagen, da muss ich jetzt einfach aus meiner Erfahrung wiedersprechen. Leider aber machen sich viele Autoren zu wenig Gedanken ueber einfaches simples Marketing. Presse kann nur ueber das Berichten was sie auch kennen. Das Verschicken von Mails und Faxen ist nun mal eine Fleissarbeit. Marketing faellt nun mal vorallem auch Kuenstlern schwer. Wer aber die Fleissarbeit macht bekommt auch Resonanz. Dafuer muss man nicht Heyne u.ae. heissen. Dies bedingt aber das Erstellen einer Datenbank, Zeitungsname zustaendige Journalisten (fuer die Sparte in der sich das Buch bewegt) und dann noch eine freundliche unaufdringliche Orientierungsmail. Glaub mir es hilft.
Sandra
http://russland-buecher.ru und http://twitter.com/russlandbuecher und bei Facebook, XING und Brainguide Sandra Ravioli

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Re:

von Zoba (09.03.2008, 11:42)
Hi Sandra,

ist mir bekannt, aber der allgemeine Tenor hier ist der, daß angenommen wird, die Presse würde BoD stiefmütterlich behandeln, weil es solche Autoren wie Güzelses unter den BoD-Autoren gibt. Das war der Hintergrund des Statements. cheezygrin
Gruß,



Zoba



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