Lektorat - sinnvoll?

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hawepe
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Re:

von hawepe (15.06.2007, 14:07)
Hallo Leona,

eine phantastische Beschreibung, die du geliefeert hat :-)

Scouty hat geschrieben:
Wer die Regeln kennt, darf sie auch brechen.


Bloss leider sieht es meistens genau umgekehrt aus :-(

Je weniger die Regeln und vor allem ihre Begruendungen gekannt werden, desto skrupelloser wird sich vielfach darueber hinweggesetzt.

Was ist denn ein "teurer" Lektor? Jemand, der einen angemessenen Stundensatz oder Seitenpreis nimmt und dafür genauso einen guten Job macht wie der Arzt in der Praxis, die Kassiererin bei Aldi oder der Maschinenbauer in der Farbrik?
Also - nicht böse sein - aber ich finde es wirklich unter aller Würde, wenn ich als Lektorin, die ihr Handwerk versteht, so diffamiert werde, dass man mir meinen Anspruch auf eine angemessene Bezahlung für die Zeit, die ich investiere, abspricht.


Stimme ich voll zu. Nur muesste das auch wieder fuer die Autoren gelten. Wenn selbst renommierte Verlage Autoren mit Stundensaetzen von 5 oder 6 Euro (selbst vor drei Jahren erlebt) abfruehstuecken wollen, kommt natuerlich schnell Neid auf. Und als BoD-Autor muss man sogar schon froh sein, ohne Verlust herauszukommen.

Wenn ich mir keinen Dienstleister leisten kann, muss ich eben selbst sehen, wie ich zurecht komme.


Warum so wenige BoD-Autoren in dieser Hinsicht Ehrgeiz zeigen, verstehe ich allerdings auch nicht.

Erst pfeilen sie vielleicht jahrelang am Manuskript und dann verzichten sie zum Schluss auf jede Qualitaetskontrolle und -sicherung.

Aber trotz der wirklich umfangreichen Informationen und Aufklärung, die fast jedem heute zugänglich sind, werden immer noch so viele Fehler gemacht, dass es kaum wundert, wenn Absage über Absage geschrieben werden muss.


"Trotz" ist hoeflich formuliert. Das Schlimme ist eben, dass Kritik allzu haeufig mit dem Argument "persoenliche Note", "gefaellt mir aber", "alle machen es so", usw. abgetan wird.

Beste Gruesse,

Heinz.

Scouty
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Re:

von Scouty (15.06.2007, 18:17)
Hallo Heinz,

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Bloss leider sieht es meistens genau umgekehrt aus.

Je weniger die Regeln und vor allem ihre Begruendungen gekannt werden, desto skrupelloser wird sich vielfach darueber hinweggesetzt.


Dazu fällt mir die Paul Schuster Regel Nr. 29 ein:
Absicht und Resultat
Vergleichen Sie sich nicht mit anderen. Vergleichen Sie aber immer das, was Sie geschrieben haben, mit dem, was Sie schreiben wollten.


Die restlichen 38 sind aber auch nicht ohne ;)

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Stimme ich voll zu. Nur muesste das auch wieder fuer die Autoren gelten. Wenn selbst renommierte Verlage Autoren mit Stundensaetzen von 5 oder 6 Euro (selbst vor drei Jahren erlebt) abfruehstuecken wollen, kommt natuerlich schnell Neid auf. Und als BoD-Autor muss man sogar schon froh sein, ohne Verlust herauszukommen.


Na ich weiß nicht, ob man das vergleichen kann. Zum einen gibt es von Verlag zu Verlag größere Unterschiede, trotz Honorarempfehlungen sämtlicher Verbände, zum anderen wollte ich damit auch eher auf die Beauftragung eines freien Lektors durch einen "unveröffentlichten" Autor eingehen, der nämlich nicht das Glück hat, dass sein Werk für ihn kostenlos vom Verlagslektor überarbeitet wird.

Hier stehen sich im Grunde der Laie und der Profi gegenüber. Das ist hier wie überall - der, der es gelernt hat und seit Jahren praktiziert, verdient Geld damit. Und der, der es nicht gelernt hat und auch nicht kann, aber in Anspruch nehmen will, muss bezahlen.
Wo ist das Problem?
Es interessiert mich doch als Lektor erst mal gar nicht, ob der Autor später mit dem Buch auch verdienen kann oder wo er es veröffentlicht - ob überhaupt. Darf es auch gar nicht, sonst müsste ich mir jeden Tag x Mal in den Hintern beißen, weil dieses oder jenes Buch, das ich vielleicht in Arbeit hatte, plötzlich in den Spiegel-Bestsellerlisten steht. Das passiert nämlich auch und der Lektor hat nur wenig davon - finanziell gesehen.

Natürlich ist es schwierig für Autoren, die ganz am Anfang stehen. Man kann wirklich nicht vorhersehen, ob sie sich irgendwann durchsetzen oder nach Jahren alles wieder hinwerfen. Aber wenn ich schreiben will, setze ich mich diesem Risiko bewusst aus und kann mich nicht an denen messen, die tagein tagaus einen "regulären" Job machen, oder?
Hoch fliegen oder tief fallen ist Autorensache, nicht Lektorensache.

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Das Schlimme ist eben, dass Kritik allzu haeufig mit dem Argument "persoenliche Note", "gefaellt mir aber", "alle machen es so", usw. abgetan wird.


Ja, das ist bekannt. Ich muss sagen, dass erfahrene Autoren oft bei weitem leichter zu handhaben sind als Erstautoren. Die Arroganz, die hier teilweise - und völlig unangemessen - ausgelebt wird, macht wenig Spaß. Kein Wunder, dass die Vanity-Press sich goldene Nasen verdient.

Die meisten Autoren machen gerade beim Gedanken ums Geld Denkfehler. Sie fragen sich, was sie mit dem Buch, das sie geschrieben haben, verdienen können, und gucken dumm aus der Wäsche, wenn das a) nichts oder nicht viel sein wird oder sie b) sogar noch drauflegen müssen.
Als Autor sollte man aber vielleicht auch mal darüber nachdenken, was man schreiben MÜSSTE, um Geld verdienen zu können.
Z.B. historische Romane - ein sehr beständiges und gerne bedientes Genre. Auch die sog. "Männerromane" sind am kommen. Das sind nur zwei Beispiele, mit denen Geld gemacht wird, die sich in vielen Verlagen genauer angeschaut werden.

Wenn es ums Geld geht, widersprechen sich auch viele. Einerseits hört man immer wieder, man würde nicht wegen Geld schreiben sondern weil man sich dazu berufen fühlt, andererseits hätte man aber gerne einen großen Verlag im Rücken, der einen gut bezahlt - und verteufelt gleichzeitg Bezahlverlage - oder einen Deppen, der umsonst lektoriert, weil man nichts ausgeben will. Was sind das denn für komische Ideen?

Die Verlagsbranche ist nunmal eine knallhartes Geldmaschine, die einen millionenschweren Markt bedient. Da ist nur wenig Platz für Individualisten und Experimente, die beratungsresistent sind. Für die gibt es dann die wunderbaren Zuschussverlage ;)

hwg
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Re:

von hwg (16.06.2007, 08:36)
...und weil manche Druckkostenzuschussunternehmen
den Veröffentlichungswilligen mitunter Unsummen
an Kosten abknöpfen und dafür nichts anderes machen, als mit
einer Druckerei gegen Provisionen zusammen zu arbeiten
und nicht einmal in der Lage sind, einen Lektor selber zu
bezahlen, weigere ich mich nach wie vor, diese Unternehmen
Verlage zu nennen.

BoD ist deshalb kein Verlag, sondern ein hervorragendes
Produktionssystem mit zugegeben preisgünstigen Kondititionen.

Alles, was ein gutes Buch ausmacht, muss entweder der
Autor selbst anfertigen (Druckvorlagen etc.) oder, wenn er
es bezahlen möchte und kann, zukaufen.

Dabei rede ich gar nicht einmal über die oft unkontrollierten
Buchinhalte.

Doch wie gesagt, jeder Autor ist seines Glückes Schmied -
und wenn er sich dadurch in seiner Arbeit bestätigt sieht und
damit auch noch Erfolg beim Leser hat, ist ihm meine Gratulation
sicher!

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hawepe
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Re:

von hawepe (16.06.2007, 14:45)
Hallo,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
...und weil manche Druckkostenzuschussunternehmen
den Veröffentlichungswilligen mitunter Unsummen
an Kosten abknöpfen ...

BoD ist deshalb kein Verlag, sondern ein hervorragendes
Produktionssystem mit zugegeben preisgünstigen Kondititionen.


Ich finde, man sollte zwischen diesen beiden doch sehr genau unterscheiden. Unter anderem gaukeln einem erstere meistens vor, dass sie wirklich alle Verlagsleistungen erbringen, waehrend letztere sehr deutlich sagen, was alles auf den Autor zukommt.

Alles, was ein gutes Buch ausmacht, muss entweder der
Autor selbst anfertigen


Oder er darf es selbst anfertigen :-)

Ich war vor drei jahren Mitautor eines Buches, dass in einem grossen Verlag erschienen ist. Typographisch kann ich es nur als Katastrophe bezeichnen. Fremdsprachige Worte wurden teilweise mit falschen Buchstaben gesetzt, weil es angeblich zu aufwendig war, die richtigen zu verwenden. Internet-Adressen wurden ohne Sinn und Verstand umbrochen, usw.

Aber vom Prinzip her hast du natuerlich Recht. Vielen Buechern, die als Book on demand erscheinen, sieht man es an, dass die Autoren von formalen Dingen keine Ahnung haben :-(

Dabei rede ich gar nicht einmal über die oft unkontrollierten
Buchinhalte.


Auch das muss man leider zugeben.

Die extrem unterschiedliche Qualitaet der Buecher ist ein grosses Problem, dass es auch nicht gerade leichter macht, in den Buchhandel zu kommen.

Einige der Dienstleisterverlage sehen das Problem uebrigens auch. Die Edition BoD bei BoD und die pernobilis-Edition bei Engelsdorfer sind z.B. zwei Antworten auf dieses Qualitaetsproblem.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Amos
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Re:

von Amos (16.06.2007, 17:57)
http://www.korrekturen.de/index.html
hier kann sich Jede/Jeder mal Preise und Vorgehen eines Korrekturservice anschauen.
Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
www.amos-ruwwe.de

Scouty
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Re:

von Scouty (19.06.2007, 16:24)

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http://www.korrekturen.de/index.html
hier kann sich Jede/Jeder mal Preise und Vorgehen eines Korrekturservice anschauen.


Keine schlechte Seite, sehr informativ und auch bedienerfreundlich, allerdings finde ich die Preise relativ hoch. Korrekturen für im Schnitt 3,80 brutto je 1500 Zeichen und für ein Lektorat das Doppelte ...
Außerdem würde ich einem Lektor, der sich überwiegend im wissenschaftlichen oder journalistischen Genre bewegt, nicht unbedingt einen Fantasy- oder Kriminalroman für ein Lektorat in die Hände geben.

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Typographisch kann ich es nur als Katastrophe bezeichnen. Fremdsprachige Worte wurden teilweise mit falschen Buchstaben gesetzt, weil es angeblich zu aufwendig war, die richtigen zu verwenden. Internet-Adressen wurden ohne Sinn und Verstand umbrochen, usw.


Was wurde denn da für eine Typografie verwendet? Normalerweise findet man auch bei Büchern aus großen Verlagen die Schwachstellen eher im oberflächlichen Lektorat oder der Orthografie.

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...und weil manche Druckkostenzuschussunternehmen
den Veröffentlichungswilligen mitunter Unsummen
an Kosten abknöpfen und dafür nichts anderes machen, als mit
einer Druckerei gegen Provisionen zusammen zu arbeiten
und nicht einmal in der Lage sind, einen Lektor selber zu
bezahlen, weigere ich mich nach wie vor, diese Unternehmen
Verlage zu nennen.


Über diese Thematik streitet man schon seit Jahren. Verlag kommt ja von "vorlegen", insofern kann man das so stehen lassen. Aber Verlag bedeutet auch: Unternehmen zur Veröffentlichung von schriftlichen Werken. Und das passiert eben bei BoD und Co. wie auch im DKZV.

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BoD ist deshalb kein Verlag, sondern ein hervorragendes
Produktionssystem mit zugegeben preisgünstigen Kondititionen.


Hier muss ich dir widersprechen. BoD bezeichnet sich selbst als Autorenverlag - wie die meisten DKZV auch. Hier wird eine Dienstleistung angeboten, die bezahlt werden muss – was zweifelsohne keine schlechte Sache für diejenigen ist, die das so wollen. Das Angebot geht ja bekanntlich gerne auf die Nachfrage ein, und die ist auch da.

Die Konditionen sind allerdings nur für diejenigen Autoren günstig, die Multitalente in Sachen Satz, Grafik und Layout sind und sich noch zutrauen, ihr eigenes Manuskript relativ professionell zu überarbeiten - oder im engeren Umfeld Menschen haben, die ihnen diese Aufgaben abnehmen.
Sobald aber ein Autor weder über diese Kenntnisse verfügt noch jemanden kennt, der ihm dabei hilft, ist er gezwungen - wenn wenigstens ein halbwegs anständiges Buch dabei rauskommen soll - mehr zu investieren. Und das geht schon mit den Kosten für ein Lektorat los, die oft einen Großteil ausmachen. Mir ist noch kein Manuskript begegnet, das auf ein Lektorat hätte verzichten können, ganz gleich, wie umfangreich oder spärlich es ausfallen würde. Aber wenn das fehlt oder fahrlässig durchgeführt wurde, rächt sich das früher oder später, den der Text ist die Essenz eines jeden Buchs.
Und ich rede hier nicht von 100%-Büchern - die gibt es sowieso kaum. Aber wenn ich auf Seite 5 schon über so viele Sachen gestolpert bin, dass mich das vom eigentlichen Text ablenkt, dann ist hier einiges schiefgelaufen. Ein solches Buch würde ich weder empfehlen noch ein zweites Buch von diesem Autor kaufen. Viele Leser haben nämlich im Gegensatz zu Autoren, die sich damit beschäftigen, keine Ahnung, was es mit den unterschiedlichen Verlagen auf sich hat und beurteilen rein, was sie präsentiert bekommen.

Good Luck

Leona

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hawepe
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Re:

von hawepe (19.06.2007, 17:23)
Hallo Leona,

Scouty hat geschrieben:

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http://www.korrekturen.de/index.html
hier kann sich Jede/Jeder mal Preise und Vorgehen eines Korrekturservice anschauen.


Keine schlechte Seite, sehr informativ und auch bedienerfreundlich, allerdings finde ich die Preise relativ hoch.


Was waere denn ein reeller oder gar guenstiger Preis?

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Typographisch kann ich es nur als Katastrophe bezeichnen. Fremdsprachige Worte wurden teilweise mit falschen Buchstaben gesetzt, weil es angeblich zu aufwendig war, die richtigen zu verwenden. Internet-Adressen wurden ohne Sinn und Verstand umbrochen, usw.


Was wurde denn da für eine Typografie verwendet?


Webadressen wurden auch dann umbrochen, wenn es nicht notwendig war. Fuer rumaenische Namen wurden teilweise Buchstaben mit Cedille verwandt, weil die Buchstaben mit Komma fehlten.

Das war das groebste und auffallendste. Beides haette nicht sein muessen, wurde aber damit begruendet, dass man es bei ihnen nun einmal so handhabe :-(

Die Konditionen sind allerdings nur für diejenigen Autoren günstig, die Multitalente in Sachen Satz, Grafik und Layout sind und sich noch zutrauen, ihr eigenes Manuskript relativ professionell zu überarbeiten - oder im engeren Umfeld Menschen haben, die ihnen diese Aufgaben abnehmen.


Ich wuerde eher formulieren, die sich fuer vieles interessieren. Natuerlich wird einem aus unterschiedlichen Gruenden kein perfektes Werk gelingen, aber ein handwerklich sauberes sollte man doch im wesentlichen hinbekommen.

Sobald aber ein Autor weder über diese Kenntnisse verfügt noch jemanden kennt, der ihm dabei hilft, ist er gezwungen - wenn wenigstens ein halbwegs anständiges Buch dabei rauskommen soll - mehr zu investieren. Und das geht schon mit den Kosten für ein Lektorat los, die oft einen Großteil ausmachen. Mir ist noch kein Manuskript begegnet, das auf ein Lektorat hätte verzichten können, ganz gleich, wie umfangreich oder spärlich es ausfallen würde. Aber wenn das fehlt oder fahrlässig durchgeführt wurde, rächt sich das früher oder später, den der Text ist die Essenz eines jeden Buchs.


Fuer die meisten, die auf der Grundlage von Book on demand veroeffentlichen ist das Schreiben aber doch eher Hobby als berufliche Perspektive.

Und ich rede hier nicht von 100%-Büchern - die gibt es sowieso kaum. Aber wenn ich auf Seite 5 schon über so viele Sachen gestolpert bin, dass mich das vom eigentlichen Text ablenkt, dann ist hier einiges schiefgelaufen.


Den Grund sehe ich aber weniger im fehlenden Lektorat. Ich habe mich in den letzten Monaten ziemlich viel in diversen Literaturforen rumgetrieben, wobei ich mir besonders die Lyrik angeschaut habe. 99,9 Prozent der Gedichte sind nichts anderes als stuemperhafte Prosa, die willkuerlich in ein Gedicht vorgaukelnde Zeilen zerhackt wurde.

Das groessere Problem ist meiner Meinung die weit verbreitete Selbstzufriedenheit.

Aber das schweift in diesem Thread jetzt doch zu weit ab.

Beste Gruesse,

Heinz.

Scouty
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Re:

von Scouty (19.06.2007, 17:47)

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Was waere denn ein reeller oder gar guenstiger Preis?


Die Unterschiede sind hier ziemlich groß, aber zu Preisen für über 3,50 Euro auf 1500 Zeichen bekommt man in der Regel schon ein Lektorat. Ich selbst mache das abhängig vom Aufwand und Genre. Jeder Text ist anders und pauschale Angebote sind da eigentlich nicht drin.
Aber reine Korrekturen sind durchaus schon ab 1 Euro/Seite möglich, ebenso belletristische Lektorate unter 4 Euro.

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Ich wuerde eher formulieren, die sich fuer vieles interessieren. Natuerlich wird einem aus unterschiedlichen Gruenden kein perfektes Werk gelingen, aber ein handwerklich sauberes sollte man doch im wesentlichen hinbekommen.


Meiner Erfahrung nach wollen sich viele Autoren mit dem ganzen technischen Schnickschnack und außer-schriftstellerischen Dingen gar nicht befassen, müssen es aber aus Kostengründen. Die Ergebnisse sind leider oft die Zeugen. Aber selbstredend gibt es auch sehr gut gelungene Bücher, ohne das der Autor extra umgeschult hat ;)

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Fuer die meisten, die auf der Grundlage von Book on demand veroeffentlichen ist das Schreiben aber doch eher Hobby als berufliche Perspektive.


Hier habe ich auch andere Erfahrungen, aber das kann sich in der schnelllebigen Zeit geändert haben, keine Frage. Vor einer Weile stand jedoch noch oft die Verzweiflung dahinter, nirgends sonst unterzukommen. Und die Wünsche und Hoffnungen waren vielfältig.

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Den Grund sehe ich aber weniger im fehlenden Lektorat. Ich habe mich in den letzten Monaten ziemlich viel in diversen Literaturforen rumgetrieben, wobei ich mir besonders die Lyrik angeschaut habe. 99,9 Prozent der Gedichte sind nichts anderes als stuemperhafte Prosa, die willkuerlich in ein Gedicht vorgaukelnde Zeilen zerhackt wurde.


Mit Lyrik beschäftige ich mich nicht, aber die selbstfinanzierten Bücher per BoD und ähnliche Anbieter, die ich kenne und gelesen habe (Romane, Krimis, Sachbücher usw.), sprechen eine andere Sprache. Hier hätte bei dem einen oder anderen ein vernünftiges Lektorat durchaus auch die Chancen auf die Annahme in einem "normalen" Verlag gehabt. Aber wenn selbst im Endergebnis Buch noch so viele grundsätzlich behebbare Mängel sind, ist das keine gute Referenz.

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Das groessere Problem ist meiner Meinung die weit verbreitete Selbstzufriedenheit.


Wie ich schon sagte - Angebot und Nachfrage. Wenn jeder "kann", dann tun es auch viel mehr ;)
Es hat alles Vor- und Nachteile. Und das ist auch gut so.

Jakob W.
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Re:

von Jakob W. (19.06.2007, 18:12)
Ich würde sagen und zugleich vorschlagen, das ein Lektorat gar notwendig ist, wenn bei keinem Verlag unter Vertrag steht. Ich selbst fertige gerade meine zweite Auflage an und möchte einige Kurzgeschichten mit anhängen. Daher beließ ich es eine Lektorin anzustreben und preisgünstig einige Texte korrigieren zu lassen - das Ergebnis? Ganz gut. Jedoch bemerkte ich drei Rechtschreibfehler, was nicht sonderlich schlimm ist.
Sprach und Wortgewand wurden zugleich textliche Missverständnisse beachtet, Satzbau, neue Rechtschreibung, alles was nötig war.

www.lektorat-seppelt.de


Sehr freundlich, preislich nett und kooperativ.
Für sieben DIN-A4 Seiten (zirka 900 Zeichen) habe ich für eine Kurzgeschichte 17.50€ bezahlt. In diesem Fall 2.50€ pro Seite.


Mit freundlichem Gruß,
Jakob Welik
Beste Grüße
******
Jakob
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Scouty
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Re:

von Scouty (19.06.2007, 18:49)

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www.lektorat-seppelt.de


Na ja, viel teurer dürfte das auch nicht sein. Bei dem textlich spärlichen Internetauftritt ist mir sofort dies ins Auge gefallen:

"Am 1. Mai 2006 habe den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt und arbeite seitdem erfolgreich mit den verschiedensten Verlagen und Autoren zusammen."

Im Original zu finden unter "Über mich"

Ein Lektorat für Texte, die in die Öffentlichkeit sollen, ist mehr als notwendig, will man sich Blamagen ersparen. Das sagen sogar Lektoren, die selbst schreiben und von denen man glauben müsste, sie hätten es drauf. Und besonders die nehmen Dritte in Anspruch, ehe sie irgendetwas publizieren.
Betriebsblindheit ist eine sehr böse Krankheit und sollte nicht unterschätzt werden.

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hawepe
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Re:

von hawepe (19.06.2007, 19:22)
Hallo,

Scouty hat geschrieben:

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www.lektorat-seppelt.de


...

"Am 1. Mai 2006 habe den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt und arbeite seitdem erfolgreich mit den verschiedensten Verlagen und Autoren zusammen."

Im Original zu finden unter "Über mich"


Wo steht denn das?

Unter Impressum, Kontakt und AGB finde ich diese Stelle nicht und andere Links gibt es nicht :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

Scouty
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Re:

von Scouty (19.06.2007, 19:29)
Unter "Über mich" - lässt sich leider nicht direkt verlinken.

franziska rechperg
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Re:

von franziska rechperg (19.06.2007, 21:19)
Hallo Bärentante,
würde ich auf jeden Fall machen. Mir hat z.B. eine Bekannte, die Lehrerin (u.a. für Deutsch) ist, angeboten, mein neues Buch auf Rechtschreib- und Tippfehler zu prüfen. Muss ja nicht unbedingt ein teurer Lektor von BOD sein! Man kann einen Text zehnmal lesen und hat immer noch was übersehen, weil man beim eigenen Manuskript sozusagen betriebsblind wird! :?
Franziska Rechperg
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hawepe
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Re:

von hawepe (19.06.2007, 22:32)
Hallo,

Scouty hat geschrieben:
Unter "Über mich" - lässt sich leider nicht direkt verlinken.


Ich habe vorhin mal Windows gestartet und mit dem Internet Explorer geschaut: Tatsaechlich, es gibt eine Navigation :-)

Aktuelle Firefox und Opera zeigen diese nicht an :-(

Naja, eben alles sehr qualifiziert ;-)

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (19.06.2007, 22:42)
Hallo,

franziska rechperg hat geschrieben:
Man kann einen Text zehnmal lesen und hat immer noch was übersehen, weil man beim eigenen Manuskript sozusagen betriebsblind wird! :?


Recht gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, den Text in einer extrem gut lesbaren Schrift auszudrucken. Und da sowieso mehrere Durchgaenge notwendig sind, jedes Mal nach Moeglichkeit eine andere Schrift zu waehlen.

Da sich jedes Mal das Bild aendert, werde ich nicht so leicht dazu verfuehrt, doch immer wieder Passagen nur zu ueberfliegen.

Beim letzten Durchgang muss natuerlich das endgueltige Layout gewaehlt werden, um die Silbentrennung kontrollieren zu koennen. In diesem Korrekturgang gehe ich dann allerdings wirklich nur die Zeilenenden durch.

Damit wird ein externer Korrektor zwar nicht ueberfluessig, aber nach wenig befriedigenden Erfahrungen verlasse ich mich doch lieber auf mich selbst. Und vier Augen sehen schliesslich mehr als zwei.

Beste Gruesse,

Heinz.

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