Korrketurwahn und eine Frage zum Thema Absatz

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Gigger
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Korrketurwahn und eine Frage zum Thema Absatz

von Gigger (21.03.2008, 15:07)
So, ich bin nun seit mit der Korrektur so gut wie am Ende und wollte fragen, wie oft ihr eure Werke durchpflügt.
Ich habe vor ca. 3 Jahren angefangen, aber bis letztes Jahr im Juni nur an den Wochenenden ein wenig geschrieben. Dann stand mein erster Entwurf. Beim Durchlesen war ich teilweise geschockt, wie schlecht der Entwurf war, hab dann bis November 07 ca. 80-90 % umgeschrieben, dabei täglich etwas gearbeitet.
Dann kam der erste Durchlauf dea automatischen Korrekturprogramms.
Danach hat mein Vater es durchgesehen.
Sodann habe ich es noch mal gelesen und korrigiert.
Nachher noch mal Paps sehr intensiv.
Nun korrigiere ich die noch ein wenig.
Hört das jemals auf???
Es findet sich immer wieder etwas, aber so langsam bin ich zufrieden.

Zudem hab ich die ANgewohnheit, nach jedem Kapitel sowie alle paar Tage SIcherheitskopien auf CD, USB-STick und Festplatte abzulegen.

Die gute Nachricht: ich hatte ja an anderer Stelle vor einiger Zeit geschrieben, dass es mir schwer fallen würde, meinen Roman zu kürzen. Habe bei 437 Seiten begonnen und bin nun - nach Kürzungen, formellen Zusammenrückungen usw. bei 362 Seiten, ohne Seitenränder oder Schriftgröße zu ändern.

Habe noch eine Frage:

1. WIe haltet ihr es mit den Einzügen bei neuem ABsatz? Laut Bod-Vorschlag ist ein ABsatz vorgsehen, aber mir gefällt das optisch gar nicht. Manch ein Buch hat es, andere nicht. Lieber mal eine Leerzeile einschieben?
Es gab hier schon mal eine Diskussion ( http://www.autorenpool.info/seiteneinzu ... bsatz.html ), wollte aber noch einmal fragen, was die Mehrheit so denkt. Ich würde es lieber lassen, um Seiten zu sparen.

PS: seit ich mich intensiver mit der SPrache geschäftige, also seit dem Koorigieren, habe ich gemerkt, dass ich auch anderen gegenüber viel kritischer geworden bin, z.B. meinen Mitarbeitern im Büro gegenüber. Hoffe, das artet nicht aus!

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hawepe
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Re: Korrketurwahn und eine Frage zum Thema Absatz

von hawepe (21.03.2008, 15:17)
Hallo Gigger,

Gigger hat geschrieben:
1. WIe haltet ihr es mit den Einzügen bei neuem ABsatz?


Alles andere als Erstzeileneinzug ist unprofessionell.

Eine Leerzeile reisst den Text viel zu sehr auseinander. Folgen mehrere sehr kurze Absaetze hintereinander, sieht es besonders unschoen aus.

Ohne Leerzeile und ohne Erstzeileneinzug sind neue Absaetze nicht immer deutlich zu erkennen. Und da ich mal unterstelle, dass du Absaetze nicht auslost, sondern nach inhaltlichen Kriterien einfuegst, sollten die Leser sie auch problemlos erkennen koennen.

Statt der Tab-Taste solltest du allerdings in deiner Textverarbeitung die Formatierung entsprechend waehlen, also irgendwo unter Format -> Absaetze den Erstzeileneinzug einstellen. Dann wird zwar auch nach Uebershriften eingezogen, was falsch ist, aber dass laesst sich manuell korrigieren.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Gigger
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Re:

von Gigger (21.03.2008, 15:24)
danke Heinz,

du hast wohl Recht. habe noch einmal einige meiner Bücher durchgesehen, in denen eigentlich immer ein EInzug zu finden ist. Ich hatte den Fehler gemacht, testweise mit einem Tab zu arbeiten, der viel zu groß war und deshalb unschön aussah. Ein kleiner, feiner Einzug dürfte passen. smart2

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PvO
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Re:

von PvO (21.03.2008, 15:53)
Alles andere als Erstzeileneinzug ist unprofessionell.

Blödsinn, es gibt tausende Bücher, die diesen Einzug nicht haben.
Ich habe ihn allerdings auch benutzt.

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Claire
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Re:

von Claire (21.03.2008, 20:04)
Hallo Gigger,

damit der Einzug nicht zu groß wird, mache ich nur 5 Leerschritte. Deutlich ist es dennoch.

LG Claudia
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mtg

Re:

von mtg (21.03.2008, 22:54)
Claire hat geschrieben:
... damit der Einzug nicht zu groß wird, mache ich nur 5 Leerschritte.


Dann fällst Du aber spätestens auf die Nase, wenn Du Blocksatz machst... Ein Tab ist immer besser...

Matthias

julia07
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Re:

von julia07 (22.03.2008, 09:12)
@ Matthias

Du sprichst mir aus der Seele!
Wenn man manchmal fremde Texte korrigieren muss, sträuben sich einem beim Anblick all der ungeeigneten Formatierungswerkzeuge die Nackenhaare.
Es gibt auch heute noch junge Menschen, die nach jeder Zeile "Return" drücken, die noch nie etwas von einem Tabulator gehört haben, geschweige denn von einer Absatzformatierung. Ach ja und als Krönung werden dann die Einschübe, z. B. bei der Listung von Preisen, mittels Leerzeichen so lange hingebastelt, bis die Kommas einigermaßen untereinander stehen... :(
Ich denke dann immer an einen alten Spruch, den man im Odenwald sagt: "Da kann man glatt auf der ungesattelten Sau davon reiten."
LG,
Julia

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Claire
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Re:

von Claire (22.03.2008, 09:15)
@ Matthias

Dann fällst Du aber spätestens auf die Nase, wenn Du Blocksatz machst...


Nö, hat beim jetzigen Buch hervorragend funktioniert. Keine Probleme.

LG Claudia
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julia07
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Re:

von julia07 (22.03.2008, 09:23)
"funktionieren" tut das schon, aber mittels vernünftiger Absatzformatierung müsstest du nicht ständig ein, zwei, drei, vier, fünf Dots abzählen... cheezygrin

LG,
Julia

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Gigger
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Re:

von Gigger (22.03.2008, 11:13)
na danke für die zahlreichen ANtworten. Werde mich mal mit dem automatischen Einzug vertraut machen. Bin kein Formatierungsexperte, aber werd das schon hinbekommen.

Frage: sind o,3 Zentimeter ok?

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Judith
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Re:

von Judith (22.03.2008, 12:33)
Hallo Gigger,

ich habe 0,5 cm gemacht, finde, so sieht es gut aus.

Grüßle,
Judith
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hawepe
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Re:

von hawepe (22.03.2008, 15:36)
Hallo Gigger,

Gigger hat geschrieben:
Frage: sind o,3 Zentimeter ok?


Das haengt von der Schriftgroesse ab. Empfohlen wird ein Einzug in der Schriftgroesse. Bei 12 Punkt waeren das gut 4 Millimeter.

Ist der Einzug zu klein, sieht es irgendwie fipsig, groesser kann dagegen gut aussehen. Bloss groesser artet oft in Arbeit aus, wenn es Absaetze aus nur zwei Zeilen gibt und die zweite Zeile kuerzer als der Einzug ist. Ich glaube, da muss man schon leicht masochistisch veranlagt sein, wenn man sich diese Arbeit antut ;-)

Beste Gruesse,

Heinz.

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PvO
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Re:

von PvO (22.03.2008, 16:24)
Bei mir sind es 0,37 cm, bei 11 Pkt Schrift. Einmal eingestellt, geht das über das ganze Manuskript, das hat mit Arbeit nichts zu tun.

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hawepe
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Re:

von hawepe (22.03.2008, 16:55)
Hallo Peter,

PvO hat geschrieben:
Bei mir sind es 0,37 cm, bei 11 Pkt Schrift. Einmal eingestellt, geht das über das ganze Manuskript, das hat mit Arbeit nichts zu tun.


Und was hatte ich geschrieben?

Wenn man einen deutlich groesseren Erstzeileneinzug waehlt und es viele zweizeilige Absaetze (z.B. durch Dialoge) geben kann. Bei einem Erstzeileneinzug wie von dir gewählt ist die Gefahr gleich null, dass die zweiten Zeile kuerzer als der Einzug ist, aber bei sehr grossem Einzug gibt es sie nun einmal.

Ich versuche das mal hier zu zeigen:

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Mir wuerde es nicht gefallen. Und das wegzubekommen macht eben Arbeit.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Gigger
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Re:

von Gigger (22.03.2008, 18:14)
Hallo Heinz,

ich habe Garamond 11, das scheint mir von der Optik ok zu sein. Mit einem größeren EInzug kommt mir der Text bei den Passagen, in denen es Dialoge gibt, etwas fahrig vor.

Ich glaube, ich lasse es dabei. Nun habe ich noch zwei Entscheidungen zu treffen.
1. Seitenränder
da gabs ja auch schon zahlreiche Kommentare. Ich bin noch am Suchen.
2. Buchgröße
Möchte es ja so hinbekommen, dass der Preis schön aufgeht.

Zur Zeit experimentiere ich mit:

17,6 x 25: so bei Shaker Media möglich

Abstände:
oben 1,2
unten: 1,8
innen: 1
außen: 1,2
Damit komme ich auf 300 Seiten runter, aber das Format scheint mir für ein Taschenbuch etwas groß.

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