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mtg

Re:

von mtg (11.03.2008, 18:05)
Eben nicht. Wir sprechen nämlich von Brot-und-Butter-Buchhandlungen, in denen ungefähr 85% aller Menschen (die Buchhandlungen nutzen) ihre Bücher kaufen.

Matthias

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Zoba
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Re:

von Zoba (11.03.2008, 18:12)
Hi Matthias,

und was sind solche Buchhandlungen, wenn nicht genau das? Ich kann zwischenzeitlich in JEDE Buchhandlung in dieser Stadt gehen und finde zu 95% nur Schrott im Sortiment. Wir reden hier wiegesagt von einer Universitätsstadt. Wenn also zwei ehemals renommierte Unibuchhandlungen einen auf Bohlen- und Bildzeitungs-Niveau machen, dann hat das gewaltige Signifikanz. Es bedeutet nämlich, daß sich alle Buchhandlungen der Stadt auf das niedrigstmögliche Leserniveau eingestellt haben, ein Niveau, das auch in jedem großen Supermarkt mitbedient wird: Bestseller und Schund - Punkt.

Wo also wäre in solchen Sortiments auch nur ansatzweise Platz für Kleinverlage, neue Autoren oder Anspruchsvolles? Garnicht. Richtig. Und das war es was ich sagen wollte, das Niveau ist so niedrig und so auf den Massengeschmack ausgerichtet worden, daß für gute aber geringauflagige Autoren nirgendwo mehr der passende Platz ist.
Gruß,

Zoba

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Weasel

Re:

von Weasel (11.03.2008, 18:16)
Also, ich denke, der Kunde entscheidet das Angebot. Wenn die Buchhandlungen in Sachen Qualität immer mehr zurückschrauben, liegt das sicher nicht an ihnen, sondern viel mehr an dem, was verlangt wird.

Was mir by the way aufgefallen ist: Immer mehr Buchhandlungen machen dicht. Vor erst einem halben Jahr hat eine seit zwanzig Jahren renomierte Buchhandlung bei mir in der Stadt zugemacht. In unserem Käseblättchen wurde als Hauptgrund Amazon und Co genannt. Die meisten kaufen wohl nur noch übers I-Net (mich eingeschlossen).

Gruß
Weasel

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (11.03.2008, 19:42)
und andere scheinbar niedrigpreisigen Buchläden,
die Waggonweise bestimmte Titel haben und Buchketten sind große Konkurrenten für die kleine Buchhandlung um die Ecke.
Wenn man ein gebundenes Buch für 3,95 Euro haben kann, warum sollte man dann 14,95 oder 39,95 Euro ausgeben.
Das Problem war doch sogar schon Thema im Film "email für dich".
Wobei kleine Buchläden und Filialen größerer Ketten bei mir bestellen, aber nur, weil die Kunden es haben wollen.
Gruß Birgit

Kausde
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Re:

von Kausde (12.03.2008, 00:42)
Es ist nun mal so, dass nicht viele Autoren bei BoD (und jedem anderen Verlag dieser Art) dort ihr Buch verlegt haben, weil sie sich gegen das System stellen oder weil sie ihr eigenes Ding lieber allein und ohne richtigen Verleger durchziehen wollen.

Automatisch denkt der Leser, also der Kunde, dass viele Produkte von BoD nicht so gut sein können wie andere von "richtigen" Verlagen, denn bei BoD kann ja jeder verlegen.
Aber nur weil das verurteilte Buch, um das es geht, dieses Vorurteil nährt, sollten weder Buch noch Autor nun deswegen angegangen werden. Vielmehr sollten sich diejenigen, die verurteilt haben, fragen, ob da nicht auch die Besorgnis aus ihnen spricht, dass ihre eigenen Werke ebenso negativ von der Kundschaft betrachtet werden könnten. Man will sich abheben und distanzieren, klar. Aber man sollte sich auch klar sein, dass dies als BoD-Autor immer etwas schwieriger sein wird als bei anderen Verlagen, und dass man dem am besten entgegenwirkt, indem man als Einzelkämpfer sein Buch vertritt und unabhängige öffentliche Meinungen sammelt, über Zeitungen, Rezensionsportale usw.

Der Ruf ist nun mal leider da und wird es auch bleiben. Wie viele Texte würden denn noch übrig bleiben, wenn selbst bei einer "Organisation" wie BoD noch gesiebt würde? Bestimmt hat nicht jeder das Talent, wirklich was zu veröffentlichen, aber das heißt nicht, dass ihnen dieses Recht abgesprochen werden darf.
Sorry, ich hab irgendwie gerade meinen Moralischen.

julia07
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Re:

von julia07 (12.03.2008, 07:41)
Kausde hat geschrieben:
Aber nur weil das verurteilte Buch, um das es geht, dieses Vorurteil nährt, sollten weder Buch noch Autor nun deswegen angegangen werden. Vielmehr sollten sich diejenigen, die verurteilt haben, fragen, ob da nicht auch die Besorgnis aus ihnen spricht, dass ihre eigenen Werke ebenso negativ von der Kundschaft betrachtet werden könnten.

Das ist zwar eine Facette, aber nicht die einzige und in meinem Fall auch nicht die wichtigste! Wenn es um "fremde" Bücher geht, betrachte ich sie vorrangig als Kunsument und da interessiert es mich sehr wohl, ob ich Schrott, eine Mogelpackung oder ein gutes Produkt erstehe.

Glücklicherweise gibt es ja heute die Möglichkeit der Leseproben und so läßt sich der Großteil an "unpassenden" Druckwerken ganz bequem aussortieren.

Ein derart miserabel gemachtes Buch, wie das hier diskutierte, würde ich übrigens beim Autor reklamieren, wenn ich es ohne Leseprobe hätte kaufen müssen. Vielleicht wäre es ja auch mal eine Idee, diesen Qualitätsanspruch (einigermaßen passende Rechtschreibung und Grammatik) exemplarisch vor Gericht zu erstreiten. Bei Autos, Elektrogeräten, Lebensmittel oder Dienstleitungen hat das ja schon geklappt.
LG,
Julia

Weasel

Re:

von Weasel (12.03.2008, 09:53)
Vielleicht wäre es ja auch mal eine Idee, diesen Qualitätsanspruch (einigermaßen passende Rechtschreibung und Grammatik) exemplarisch vor Gericht zu erstreiten. Bei Autos, Elektrogeräten, Lebensmittel oder Dienstleitungen hat das ja schon geklappt.


Also, das halte ich doch für sehr übertrieben. Wenn ein Elekrtogerät kaputt ist, dann ist das etwas anderes, denn dann kann man da nichts mehr mit anfangen. Bücher hingegen kann man auch bei schlechter Rechtschreibung und Grammatik noch lesen, außerdem kann es als Kunstform gemeint sein...und überdies würde das bei einem Gericht niemals durchkommen, weil das die Meinungsfreiheit angfreift.

Gruß
Wease

mtg

Re:

von mtg (12.03.2008, 10:24)
Kausde hat geschrieben:
Vielmehr sollten sich diejenigen, die verurteilt haben, fragen, ob da nicht auch die Besorgnis aus ihnen spricht, dass ihre eigenen Werke ebenso negativ von der Kundschaft betrachtet werden könnten.

Man hat aber - als Autor wie als Konsument - auch so etwas wie einen Qualitätsanspruch. Nun mag der bei verschiedenen Menschen aus den verschiedensten Gründen unterschiedlich ausgeprägt sein. Trotzdem stehe ich zu dem meinigen...

Matthias

Laura
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Re:

von Laura (12.03.2008, 11:17)
Wenn ich hier lese, dass man seinen "Qualitätsanspruch" nun auch noch per Gericht beim Autor einklagen können soll, sträuben sich mir die Haare.

Ab sofort plädiere ich dafür, den Qualitätsanspruch von Forenbeiträgen einzuklagen! smart2 Gruß Laura

julia07
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Re:

von julia07 (16.03.2008, 18:48)
Hallo Laura,
mein "Wunschgedanke" mag zwar übertrieben sein, aber "nach" Leipzig kann ich getrost das Wort "Wunsch" weglassen.

Ich komme gerade aus Leipzig und das, was ich dort wieder an Schrott zu Gesicht bekam, hat mich nur noch in meiner Meinung bestätigt, dass eine schlechte Buchqualität ein Betrug am Käufer ist. Da kann man nur froh sein, dass es Leseproben gibt, durch die sich der Leser informieren kann.

Übrigens gab es in Leipzig einen Stand eines Vereins für gute "Deutsche Sprache", der sogar ein Siegel dazu vergibt. Es geht den Initiatoren zwar aktuell darum, die deutsche Sprache wieder in der Werbung hoffähig zu machen, aber auch die korrekte Anwendung unserer Sprache an sich, ist ein Anliegen von ihnen.

Alleine die Existenz eines solchen Vereins, der sogar die teure Messegebühr nicht scheut, ist für mich ein Zeichen dafür, dass sich immer mehr Menschen Gedanken zu dem Thema "Spracherhaltung" machen.

LG,
Julia

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chiquitita
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Re:

von chiquitita (16.03.2008, 19:11)
julia07 hat geschrieben:
Übrigens gab es in Leipzig einen Stand eines Vereins für gute "Deutsche Sprache"

Julia, war das dieser Verein?
http://www.vds-ev.de/

Wenn ja, ich bin da seit drei Jahren Mitglied und bin der Meinung, dass es dieser Verein tatsächlich verdient, Mitglied zu sein.

julia07 hat geschrieben:
Alleine die Existenz eines solchen Vereins, der sogar die teure Messegebühr nicht scheut, ist für mich ein Zeichen dafür, dass sich immer mehr Menschen Gedanken zu dem Thema "Spracherhaltung" machen.

Der Verein finanziert sich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Kostet auch nur 20 Euro im Jahr Beitrag und ich finde, es ist es wert, dass die Arbeit dieses Vereins unterstützt wird.
Gruß Uschi

julia07
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Re:

von julia07 (16.03.2008, 19:32)
Ja, genau der ist es!

Ich habe meine Messe-"Schatztruhe" zwar noch nicht ausgepackt und sortiert, aber Du hast ja freundlicherweise den Link mitgeliefert thumbbup

Mir machte der Verein auch einen seriösen Eindruck, aber ich wollte erst noch einmal etwas recherchieren. Das kann ich mir jetzt wohl sparen :wink:

Laura
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Re:

von Laura (24.03.2008, 19:34)
Fragt sich nur, wer dann definiert was "Schrott" ist.

Ich bin seit kurzem in einem Forum, in dem überweigend Leser bzw. Leserinnen sind, und die wissen ganz genau, was sie lesen wollen und was für sie ein gutes Buch ausmacht. Und denen ist es dann - Gott sei Dank, möchte ich sagen - völlig "wurscht", wie andere ihren Lesegeschmack einordnen. So bin ich als Leserin übrigens auch.

Der Leser bestimmt, was auf den Markt kommt und Erfolg hat und was nicht, und das ist auch gut so. Gruß Laura

franziska rechperg
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Re:

von franziska rechperg (24.03.2008, 22:04)
Vielleicht hat dieses Buch von Guenzelses doch etwas Gutes bewirkt, nämlich dass ernsthaft über eine Qualitätskontrolle im Zusammenhang mit BOD diskutiert wird und konstruktive Vorschläge zu diesem Thema gemacht werden. thumbbup
Fast tut mir diese Autorin schon leid. Was hat sie nur für Bekannte oder Freunde, die sie nicht vor sich selber schützen, sondern auch noch Gefälligkeitsresensionen schreiben! :shock:: Natürlich muss man befürchten, dass durch so ein "Werk" der Ruf von BOD-Autoren nachhaltig geschädigt werden kann. Das ist auch ganz verständlich - finde ich wenigstens. Andererseits erscheinen auch bei "richtigen" Verlagen oft Bücher, die nicht gerade weiter empfohlen werden können! cheezygrin
Franziska Rechperg
www.franziskas-buchwelt.de

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