Wie viel habt ihr bisher verkauft?

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hwg
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Re:

von hwg (12.06.2007, 10:12)
Dass BoD nicht an fixe Auflagen gebunden ist, weiß ich ja. Trotzdem denke ich, dass ein in dieses Drucksystem eingebundener Autor eine gewisse Anzahl von Büchern für den Eigenbedarf (Lesungen etc.) bestellt und mit einer möglichen Verkaufszahl zumindest liebäugelt. :lol:
Wenn Du von 1000 Expl. beinahe alle an den zahlenden Leser gebracht hast, kann ich Dir dazu nur aufrichtig gratulieren. Viel Erfolg für Deine weiteren Vorhaben!

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Amos
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Re:

von Amos (13.06.2007, 08:52)
Die Auflagen des Buches und der Verkauf!!
Das ist wahrlich ein weites Thema.
Meine Bücher sind werbetechnische Unterstützung für meine berufliche Tätigkeit als Märchenerzähler und als systemischer Organisationsberater /Coach.
Bei der Erstellung eines Buches fallen direkte Kosten an.
Die Zeit des Schreibens, Denken und Inspiration rechne ich nicht.
Aus den Kosten errechnet sich dann der sogenannte break even.
Bei meinem aktuellem Buch liegt der bei ca. 400 Stück verkaufter Bücher.
Das habe ich inzwischen geschafft.
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Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.
ISBN 3-8334-4103-8
www.amos-ruwwe.de

hwg
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Re:

von hwg (13.06.2007, 09:04)
Guten Morgen Amos!

Danke für Deine Auskunft. Das ist wirklich ein weites Thema. Wahrscheinlich sind deshalb die BoD-Autoren und Eigenverleger mit Anworten dazu so zurückhaltend. Oder ist es der Einkommenssteuer wegen... :lol: ?
Ich bin dazu übergangen, mit "meinem" Verlag ein Einmalhonorar zu vereinbaren. Und das ist aus meiner Sicht sehr ordentlich. Sollten die Verkaufszahlen ins "Unermessliche" steigen :) :?: , hat der Verleger eben mehr Einnahmen, dafür bleibe ich aber laufend "im Geschäft".
Wie gesagt, ich schreibe so genannte Unterhaltungstexte, mögen manche Schöngeister sie auch für trivial halten.

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Dana
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Re:

von Dana (13.06.2007, 10:40)
In welchen Verkaufszahlenbereichen mögen denn wohl die Autoren sein, die auf der BoD-Bestsellerliste erscheinen?

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Amos
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Re:

von Amos (13.06.2007, 11:05)
Moin Dana
Autoren im Bestsellerbereich haben sicher Zahlen von---- bis.
In der einschlägigen Literatur dazu sind 5000 verkaufte Sachbücher oder auch das Genre Ratgeber als richtig gute Verkaufszahlen gewertet.
Persönlich kenne ich keinen BOD Autor mit solchen Zahlen, weiß aber von BOD Autoren( Else Buschenheuer z.B.) die ziemliche Umsätze hatten, in die 10000 Stück.
Sinnigerweise sind die dann von richtigen Verlagen angeheuert worden. BOD als Sprungbrett ist sowieso eine gute Strategie.
Im Sachbuchbereich hat das Buch Lucy mit c von Markolf H.Niemz riesige Absätze gehabt.
Auftritte in Talkshows haben dabei sehr geholfen.
Zur Zeit ist das Buch noch immer im amazon ranking um die 78tsd.
War schon mal in dreistelligem Bereich.
Verkaufszahlen sind, so mein Fazit jedenfalls, sehr relativ zu bewerten.
Uns als Bod- Autoren wünsche ich natürlich steigende Verkaufszahlen, für jedes Genre
Das aktuelle Buch: Die bösen Tage sind vorbei Planungshilfen für den beruflichen Erfolg.

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Dana
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Re:

von Dana (13.06.2007, 12:54)
@amos
Ich meinte nicht die gesamten Verkaufszahlen eines Buches, sondern die für die Bestsellerliste auf der BoD-Webseite (die sich jeweils auf die Titelverkäufe über den Buchhandel innerhalb der vergangenen sechs Wochen bezieht).

http://www.bod.de/index.php?id=1516

hwg
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Re:

von hwg (13.06.2007, 14:39)
Manchmal muss ich auch kichern, wenn ich im Buchimpressum beispielsweise 4. Auflage lese und vom Verlag nicht erfahre, wieviele
Exemplare pro Auflage gedruckt worden sind.

Früher stand immer dabei 1. - 25. Tausend, 2. - 50. Tausend usw. usf.
Da die Auflagen - auch bei manchen so genannten "Bestsellern" - offenbar beachtlich schrumpfen, wird auf diese Angaben jetzt meistens verzichtet.

Dass bei BoD Auflagenzahlen illusorisch sind, ist mir schon klar. Dass aber herkömmliche Verlage (von Ausnahmen abgesehen) mit diesen Zahlen derart geheimnisvoll umgehen, schon weniger. Wahrscheinlich würde sich sonst so mancher werbemäßig aufgebauschter Verkaufserfolg als nicht ganz realistisch herausstellen. :lol:

Für mich als Leser sind Auflagenhöhe und Verkaufszahlen eines Buches nicht wichtig. Mir kommt es auf den Inhalt an. Als Autor bin ich allerdings an Vergleichszahlen interessiert.

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (21.06.2007, 23:20)
Hallo,
ich als BoD-Autorin muss nicht zurückhaltend sein. Auf meine bisher
50 verkauften Exmeplare werdet Ihr wohl nicht neidisch sein. Haha

Das Buch Lucy mit c war ein toller Erfolg, das ist mir bekannt. Habe es selbst auch gelesen.

Aber noch einmal über BoD oder einen anderen Zuzahlungsverlag, nie wieder. Wenn es bei einem seriösen Verlag nicht klappt, lasse ich es lieber bleiben. Es ist sehr... sehr schwer.

Grüße Euch
Rita

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Tino
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Verkaufszahlen

von Tino (22.06.2007, 17:23)
Da ich gewissermaßen ein Zwitterwesen - als Verleger und Autor bin - kann ich also beidseitig berichten. Der Verleger Tino Hemmann stellt fest, dass Autoren, die nichts für ihr Buch tun - und das gerade im Lyrikbereich - im Jahr zwischen 0 und 10 Bücher verkaufen. Der Schnitt der in meinem Engelsdorfer Verlag publizierten und digital gedruckten Bücher liegt bei etwa 60 pro Jahr. Das meistverkaufte Buch bei gut 6.000 Exemplaren.

Ich will dann mal die Verkaufszahlen meiner eigenen ausschließlich digitalgedruckten Bücher nennen. Ich schreibe absichtlich den Verkaufspreis und die Genres dazu. So sieht jeder User gleich, dass der Buchpreis nix mit den Verkaufszahlen zutun hat. Dieses Argument wird dem Verleger Hemmann oft an den Kopf geschleudert.

Der unwerte Schatz, Roman über die Kinder-Euthanasie während der NS-Zeit, Engelsdorfer Verlag (Januar, 2007), 16,00 Euro (Taschenbuch), ISBN 978-3-86703-223-0: 733 Exemplare

Engelsdorf bleibt, Anekdotensammlung über eine zwangseingemeindete Stadt, ISBN 3-9807705-6-7, Paperback 650 Seiten, 800 Abb, 18,00 Euro Engelsdorfer Verlag: 625 Exemplare

Nomenclatura - Leipzig in Angst; sozialpolitischer Kriminalroman, ISBN 3-938288-99-X, Taschenbuch, 240 Seiten; 10,00 Euro (D) Engelsdorfer Verlag: 381 Exemplare

500 Stufen über Leipzig; sozialpolitischer Kriminalroman, ISBN 3-938288-86-8, Taschenbuch, 235 Seiten, 10,00 Euro (D) Engelsdorfer Verlag: 320 Exemplare

Vogelgrippe - Der Krimi; sozialpolitischer Kriminalroman, ISBN 3-939404-60-8, Taschenbuch, 233 Seiten, 10,00 Euro (D) Engelsdorfer Verlag: 227 Exemplare

SHINKH - Einer muss das Opfer sein, Polit-Thriller, ISBN 3-937290-99-0, Taschenbuch, 252 S., 12.90 Euro (D), Engelsdorfer Verlag: 210 Exemplare

OST gegen WEST, Wendezeit-Roman, ISBN 3-937290-96-6, Taschenbuch, 256 Seiten, Preis: 11,11 EUR Engelsdorfer Verlag: 109 Exemplare

Und weil die Stunde kommt; Antikriegs-Roman, ca. 400 Seiten, Taschenbuch, 12,00 Euro ISBN 3-86703-177-0 Engelsdorfer Verlag: 97 Exemplare

Helagonitis - Das Leipziger Experiment, ISBN 3-937290-64-8, Taschenbuch, SF-Psycho-Thriller, 258 S., 9.95 Euro (D) Engelsdorfer Verlag: 91 Exemplare

Die Menschfabrik, SF-Thriller; ISBN 3-86703-002-2, Taschenbuch, 320 Seiten, 14,95 EUR (D) Engelsdorfer Verlag (2006): 65 Exemplare

Mein Krampf (reloaded); Polit-Satire; ISBN 3-938288-88-4, 100 Seiten, Taschenbuch, 7,50 Euro, Engelsdorfer Verlag: 24 Exemplare

Silberauge - Die Abenteuer des Henrik Jones, Kinder und Jugendbuch, ISBN: 3-937930-00-0, Festeinband, 16 x 24 cm, 322 Seiten, 16,00 EUR, Engelsdorfer Verlag: 19 Exemplare

Mein erster Sex - Diesbezügliche Erfahrungen deutscher Jugendlicher und Erwachsener zu Beginn des 21. Jahrhunderts (pseudon. Frank Steif), Erotische Kurzgeschichten, ISBN: 3-939404-00-4 Engelsdorfer Verlag; Preis: 9,60 EURO: 14 Exemplare

Das Gutböse Reich - Der gestohlene Amethyst (2005) ISBN: 3-939144-40-1, 190 Seiten, Taschenbuch, viele Abbildungen, Fantasy-Kinderbuch ab 7 Jahre; 9.95 EUR (D) Engelsdorfer Verlag: 11 Exemplare


Hinter diesen Zahlen stecken rund 20 Jahre schreibende Tätigkeit, viel Selbststudium, Studium soundso, mehr als 5000 Euro Werbekosten und bisher knapp 50 Lesungen. Aussagekräftig sind die Zahlen auch: Regionalia kommt immer gut. Wer heute noch Kinder- und Jugendbücher schreibt und keinen festen Kinder- und Jugendbuchverlag hat, ist selber schuld. Unter Pseudonym zu veröffentlichen ist sinnlos, selbst wenn es sich um erotische Geschichten handelt.

:D Und doch ist man stolz, 3.000 Bücher verkauft zu haben, denn man ist kein Niemand mehr.

Ich denke, die Preisgabe dieser Verkaufszahlen kann wenigstens einigen ein bisschen helfen.

http://www.tino-hemmann.de
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Meine Lesung vor über 100 Gästen im Plenarsaal des Leipziger Rathauses

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hawepe
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Re: Verkaufszahlen

von hawepe (22.06.2007, 17:46)
Hallo,

Tino hat geschrieben:
Der Verleger Tino Hemmann stellt fest, dass Autoren, die nichts für ihr Buch tun - und das gerade im Lyrikbereich - im Jahr zwischen 0 und 10 Bücher verkaufen. Der Schnitt der in meinem Engelsdorfer Verlag publizierten und digital gedruckten Bücher liegt bei etwa 60 pro Jahr.


Deprimierend :-(

Ich will dann mal die Verkaufszahlen meiner eigenen ausschließlich digitalgedruckten Bücher nennen.


Vielen Dank. Es sind ja sonst fast nie Zahlen in Erfahrung zu bringen.

Hinter diesen Zahlen stecken rund 20 Jahre schreibende Tätigkeit, viel Selbststudium, Studium soundso, mehr als 5000 Euro Werbekosten und bisher knapp 50 Lesungen. Aussagekräftig sind die Zahlen auch: Regionalia kommt immer gut.


Lesungen sind bestimmt immer sinnvoll, aber bei Sachbuechern kommen die selten gut ;-)

Und was kann man sonst noch tun, gerade bei Sachbuechern? Meinen Slowakei-Reisefuehrer habe ich mit Unterstuetzung des Slowakischen Toruismusbueros in Berlin realisiert und die legen auch Materialanforderungen meinen Flyer bei und verweisen in ihren eigenen Materialien auf meinen Reisefuehrer.

Okay, es werden mehr verkauft als von dem Bulgarien-Reisefuehrer, der vom ersten Tag unter keinem guten Stern stand. Aber von einem Erfolg will ich nicht reden, auch wenn ich die aktuellen Zahlen nicht kenne.

Wer heute noch Kinder- und Jugendbücher schreibt und keinen festen Kinder- und Jugendbuchverlag hat, ist selber schuld.


Gibt es einen Bereich, in dem sich noch mehr Moechtegern-Autoren tummeln wie in diesem?

Beste Gruesse,

Heinz.

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Tino
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Re: Verkaufszahlen

von Tino (22.06.2007, 18:08)
hawepe hat geschrieben:
Gibt es einen Bereich, in dem sich noch mehr Moechtegern-Autoren tummeln wie in diesem?
Beste Gruesse,
Heinz.


Lieber Heinz,
meine Erfahrung mit der Reiseliteratur besagt folgendes:
Natürlich wird der Markt mit kostenlosen Prospekten zugeschüttet, und das Internet bietet mittlerweile sehr viele Informationen an. Doch hat es ein Reisebuch eher leicht (im Verhältnis) über eine gute Pressemitteilung in die Medien zu gelangen. Ich habe ja verlagsseitig einen PR-Vertrag abgeschlossen, da kostet eine solche "gute" Versandaktion nur um die 700 Euro pro Buch. Vielleicht sollte ich es wagen, eines deiner Bücher testweise der Presse anzubieten. Es kostet immer viel Überwindung, solch ein Test für 700 Euronen. Aber 25 Bücher haben wir ja bereits vereinbart. Warum nicht ein Reisebuch? Ich denke darüber nach ....

Zu oben gestellter Frage: Ja, den gibt es. 44 % der in meinem Verlag veröffentlichten Werke fallen in den Bereich Lyrik und Prosa. Ich selbst habe auch lange Zeit Gedichte geschrieben, hörte aber mit 12 Jahren damit auf, es sei denn, sie gehören in den Text eines belletristischen Werkes.

http://www.engelsdorfer-verlag.de

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hawepe
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Re: Verkaufszahlen

von hawepe (23.06.2007, 00:02)
Hallo Tino,

Tino hat geschrieben:
meine Erfahrung mit der Reiseliteratur besagt folgendes:
Natürlich wird der Markt mit kostenlosen Prospekten zugeschüttet, und das Internet bietet mittlerweile sehr viele Informationen an. Doch hat es ein Reisebuch eher leicht (im Verhältnis) über eine gute Pressemitteilung in die Medien zu gelangen. Ich habe ja verlagsseitig einen PR-Vertrag abgeschlossen, da kostet eine solche "gute" Versandaktion nur um die 700 Euro pro Buch.


Ein stolzer Preis. Da muss schon eine hohe dreistelige Zahl verkauft werden, damit es sich rechnet.

Vielleicht sollte ich es wagen, eines deiner Bücher testweise der Presse anzubieten. Es kostet immer viel Überwindung, solch ein Test für 700 Euronen. Aber 25 Bücher haben wir ja bereits vereinbart. Warum nicht ein Reisebuch? Ich denke darüber nach ....


Gut waere es. Aber ich verstehe es, das Risiko ist nicht gering.

Zu oben gestellter Frage: Ja, den gibt es. 44 % der in meinem Verlag veröffentlichten Werke fallen in den Bereich Lyrik und Prosa.


Naja, stimmt schon, der Anteil der Moechtegern-Autoren ist vermutlich in allen bereichen aehnlich hoch. Aber dann waere es natuerlich noch interessanter, zu erfahren, warum gerade bei Kinderbuechern Book on demand besonders schwierig ist. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?

Beste Gruesse,

Heinz.

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Tino
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Re: Verkaufszahlen

von Tino (23.06.2007, 11:40)
hawepe hat geschrieben:
Aber dann waere es natuerlich noch interessanter, zu erfahren, warum gerade bei Kinderbuechern Book on demand besonders schwierig ist. Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?


Ich baue auf meine Erfahrungen und die anderer Autoren, auch auf die von Profis:
1. Bei fast allen Lesungen verkaufe ich Bücher. Nicht aber bei Lesungen vor Kindern, vor allem dann nicht, wenn die Eltern nicht dabei sind.
2. Bücher sind oft Geschenke. Dass Kinder sich ein Buch wünschen (ein paar sind durch die extreme Vermarktung ausgenommen z.B. Harry Potter oder Die wilden Kerle) ist unter Kindern und Jugendlichen megaout.
3. Der Handel wird überschwemmt von Billigprodukten aus dem Ausland und greift selten auf die teuren deutschen Book on demand - Produkte zurück.
4. Im Blog oft angesprochen: Festeinbände lassen sich nur zu erheblichen Kosten realisieren, wenn der Inhalt im Digitaldruckverfahren in kleinen Auflagen realisiert wird. Derzeit gibt es auf dem Markt nur sehr wenige Anbiete, die Maschinen für die Einzelanfertigung von Festeinbänden präsentieren (z. B. Fastbind). Nach meiner Kalkulation kostet eine solche Einzelanfertigung trotz allem ca. 3,50 Euro. Der Inhalt ist meist farbig und die Wartungskosten für Farb-Digitaldruckmaschinen sind nach wie vor sehr hoch. Ein Kinderbuch mit 20 farbigen A4 Seiten auf stärkerem Bilderdruckpapier und Festeinband kostet in der Herstellung 9,50 Euro mit dem Fastbind-System. Rechnen wir mal:
9,50 Herstellungskosten
+ 0,48 Euro Autorenhonorar (5 %)
+ 0,85 Versandkosten
+ 0,67 Euro Staat (7 % in Deutschland)
macht 11,50 Euro.
Als Verleger muss ich den Buchhandelrabatt berücksichtigen (Libri) 50 %.
Der gesetzlich gebundene Buchpreis liegt also bei 23,00 Euro? - Trugschluss: In diesem Fall sind noch nicht die Layoutkosten, Die Personalkosten, ISBN-, Anmelde- und Lagerkosten fehlen ebenfalls, ein kleinen Gewinn für den Verleger ist noch nicht berücksichtigt. Das Buch müsste also wenigstens 30 Euro kosten. Bei amazon kommen dann noch 3 Euro Versand dazu.
Wer aber kauft ein 20seitiges Kinderbuch für 33,00 Euro? ... Dann nehm ich doch lieber das Buch aus Thailand, das bestenfalls noch von ausgebeuteten Kindern in einer Auflage von 2 Mio hergestellt wurde, für 3,95 Euro. Deutsche Lektoren gibt es auch in Thailand. Das Buch muss also von der Verarbeitung und vom Inhalt her keineswegs schlecht sein.
5. Ein BoD-Verlag tummelt sich in fast allen Genres. Im Gegenteil zu einem reinen Kinderbuchverlag sind also die Vertriebsstrukturen zu den Kinderbuchhandlungen nicht gerade gut ausgebaut. Eine Massenproduktion kann also nur der Kinderbuchverlag vornehmen.

Ein Trost bleibt jedoch. Ich habe ein Phantasiebuch für 7 bis 10jährige geschrieben, zwar keine über den Handel verkauft, aber meine Kinder fandes es toll und waren stolz, als der Papi vor ihren Klassen gelesen hat. Und als braver Autor verschenkt man dann in der Vorweihnachtszeit auch mal einen Klassensatz ... die Zeitung war schließlich dabei.

http://www.tino-hemmann.de/RezGB_LVZ.htm

Ich stürze mich jetzt ins Wochenende.
Herzliche Grüße
Tino

hwg
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Re:

von hwg (24.06.2007, 10:08)
Guten Tag Tino!

Mit arger Verspätung auch von mir ein herzliches Willkommen!

Die von Dir veröffentlichten Verkaufszahlen decken sich mit meinen bisherigen diesbezüglichen Erfahrungen. Von den mit Dir zusammenarbeitenden Buchautor(inn)en habe ich, jedenfalls aus
österreichischer Sicht, überwiegend Lob hinsichtlich Kostenanfall und
Qualität gehört. Berufsbedingt bin ich mit vielen Schreibenden in mehr oder minder ständigem Kontakt.

Hoffentlich ist das Wochenende für Dich angenehm verlaufen.

Gruß aus der Steiermark!
Hans Walter Grössinger

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hawepe
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Re: Verkaufszahlen

von hawepe (25.06.2007, 10:13)
Hallo Tino,

das war ja schon wieder eine sehr ausfuehrliche Antwort.

Ich glaube, ich bin einfach von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Stillschweigend hatte ich Kinderbuch mit den pixi-Heften und aehnlichen Paperback-Titeln gleichgesetzt.

Leider wird gerade bei Kindern auch von den Eltern Qualitaet durch Quantitaet ersetzt. Mich hat die primitive Sprache in vielen Kinderbuechern immer masslos geaergert und beim Vorlesen zum "Umschreiben" gezwungen.

Einen schoenen Tag,

Heinz.

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