Pentagramm des Todes

Präsentiert euren Roman, Thriller, Fantasy-, Science-Fiction-, Romance-Titel oder euer Kinderbuch.


Benutzeravatar
Irrlicht
Beiträge: 96
Registriert: 25.03.2008, 14:58
Wohnort: Bermudadreieck HH-HB-H

Pentagramm des Todes

von Irrlicht (15.04.2008, 15:33)
Titel: Pentagramm des Todes

Ich wage mich auch aus der Deckung...wer mag, darf gerne mit spitzer Feder kritisieren.


Ein Hamburg-Krimi, mein Erstlingsroman. Reine Fiktion, aber gestützt durch eigene Erfahrungen als Polizeireporter. Ca. 350 Seiten.

Kurzinhalt:

Michael „Mike“ Staller arbeitet als Polizeireporter in Hamburg. Sein bester Freund, Hauptkommissar Bombach, sorgt sich über mysteriöse Vorgänge auf Hamburger Friedhöfen und bittet ihn um Hilfe. Eine Gruppe namens „Schwarzer Kreis“ hinterlässt neben okkulten Zeichen wirre Pamphlete, die auf bevorstehende Gewaltverbrechen hindeuten. Zwei Tote innerhalb kürzester Zeit machen Staller klar: hier geht es nicht um jugendliche Satanisten mit Geltungsdrang. Ein eiskalt planender Erpresser bedroht die Hansestadt mit blankem Terror. Ein Ultimatum, sowie eine Millionenforderung folgen. Staller nimmt die Fährte auf – bis zum Showdown hoch auf der Hamburger Köhlbrandbrücke...


Leseprobe (und gleichzeitig die Seite 1)


Der Geistliche beendet seine Ansprache, indem er drei Schaufeln Erde auf den kleinen mit weißen Rosen geschmückten Sarg fallen lässt. Dann tritt er zurück und nickt aufmunternd in Richtung der kleinen Trauergemeinde. Eine etwa dreißigjährige Frau mit verweintem Make-up macht ein paar unsichere Schritte in Richtung auf das Grab. Unter dem Arm hält sie einen verwaschen wirkenden Teddybären, dem man ansieht, dass er schon etliche Kinderjahre als bester Freund und nächtlicher Tröster hinter sich hat. In der rechten Hand trägt die Frau eine einzelne weiße Rose. Noch zwei Schritte, ein Wanken, dann steht sie an der tiefen Grube. Tränen laufen jetzt offen über das Gesicht der jungen Frau. Sie wirft die Rose auf den Sarg, küsst den Teddy, der im Laufe der Jahre ein Ohr eingebüßt hat und lässt ihn dann fast abwesend fallen. Er trifft auf die Kunstrasenabdeckung am Rande des Grabes, überschlägt sich zweimal und landet dann in dem schmalen Zwischenraum zwischen Sarg und der lotrecht ausgestochenen Seitenwand. Dort bleibt er kopfüber liegen, wobei ein grotesk verdrehtes Bein sich wie ein Riegel auf den Sargdeckel legt.

Die Kamera fährt auf die Frau zu und zeigt ihr Gesicht in Großaufnahme. Trauer und Schmerz haben sich tief in ihre Gesichtszüge gegraben.

„Es gibt wohl kein schlimmeres Schicksal für eine Mutter, als ihre neunjährige Tochter zu Grabe zu tragen. Außer vielleicht, wenn sie wüsste, dass dieser Tod vermeidbar war. Die Ermordung der kleinen Sigrid ist die Folge einer unglaublichen Polizeipanne. Sie könnte auch heute an diesem warmen Frühlingsabend mit ihrer Mama im Garten spielen.“

Michael Staller starrte auf den Monitor vor ihm. Die verwackelten Amateuraufnahmen zeigten ein kleines Mädchen mit einem Hund. Das Kind kickte einen bunten Ball zu einer Frau in Shorts und knappem Top. Erst nach einigen Augenblicken wurde klar, dass es sich bei ihr um dieselbe Frau handelte, die eben auf dem Friedhof zu sehen war. Dann wurde der Bildschirm schwarz.

Mit fragender Miene blickte Michael Staller durch die gläserne Frontscheibe der schalldichten Aufnahmekabine zu seinem Toningenieur. Der hob den Daumen und drückte den Knopf für die interne Verständigung.
„Alles klar Mike ...
Zuletzt geändert von Irrlicht am 15.04.2008, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (15.04.2008, 17:17)
Hallo Irrlicht,
schön, dass Du die Deckung verlässt. cheezygrin Wir sind doch alle ganz brav!
Gefällt mir gut, Dein Text, wird sicher ein lesenswerter Krimi. Mit Deinem Wissenshintergrund kannst Du einiges an interessanten Details einbringen.

Was mir aufgefallen ist:

Der Geistliche beendet seine Ansprache, indem er drei Schaufeln Erde auf den kleinen mit weißen Rosen geschmückten Sarg fallen lässt. Dann tritt er zurück und nickt aufmunternd in Richtung der kleinen Trauergemeinde. Eine etwa dreißigjährige Frau mit verweintem Make-up (entweder verlaufenem Make-up oder ganz ohne Make-up, was für eine derartige Beerdigung (Kind) realistischer ist) macht ein paar unsichere Schritte in Richtung auf das Grab. Unter dem Arm hält sie einen verwaschen wirkenden Teddybären, dem man ansieht, dass er schon etliche Kinderjahre als bester Freund und nächtlicher Tröster hinter sich hat. In der rechten Hand trägt die Frau eine einzelne weiße Rose. Noch zwei Schritte, ein Wanken, dann steht sie an der tiefen Grube. Tränen laufen jetzt offen über das Gesicht der jungen Frau. Sie wirft die Rose auf den Sarg, küsst den Teddy, der im Laufe der Jahre ein Ohr eingebüßt hat und lässt ihn dann fast abwesend fallen (sie ist ja nicht fast abwesend – ich würde es apathisch nennen). Er trifft auf die Kunstrasenabdeckung am Rande des Grabes, überschlägt sich zweimal und landet dann in dem schmalen Zwischenraum zwischen Sarg und der lotrecht ausgestochenen Seitenwand. (Das scheint mir etwas viel Bewegung für einen kraftlos fallengelassenen Teddy zu sein, sie hat ihn sicher nicht hinterhergepfeffert?) Dort bleibt er kopfüber liegen, wobei ein grotesk verdrehtes Bein sich wie ein Riegel auf den Sargdeckel legt.

Schon fertig das Manuskript?

LG Grete

Benutzeravatar
Irrlicht
Beiträge: 96
Registriert: 25.03.2008, 14:58
Wohnort: Bermudadreieck HH-HB-H

Re:

von Irrlicht (15.04.2008, 17:56)
Hallo Grete,

vielen Dank für Deine Anmerkungen!

Von Make-up verstehe ich offenbar nix. cheezygrin
Das Fremdwort apathisch ist vielleicht auch besser als der zweideutige deutsche Begriff.
Die Teddybewegung hingegen möchte ich verteidigen: wenn er auf der oberen Kante auftrifft, dann ist die Bewegung auch für einen nichtolympischen Teddy drin. cheezygrin

Und: ja, das Manuskript ist fertig.

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (15.04.2008, 18:30)
:lol: O.K. Irrlicht - es ist Dein Teddy - Du weißt am Besten was er kann und was nicht! :lol:

Wann geht das Buch in Druck? Oder suchst Du nach einem Verlag?

LG Grete

Benutzeravatar
Irrlicht
Beiträge: 96
Registriert: 25.03.2008, 14:58
Wohnort: Bermudadreieck HH-HB-H

Re:

von Irrlicht (15.04.2008, 19:18)
Momentan suche ich noch nach einem Verlag.
Da die Welt aber voller DKZ-Verlage ist und die "echten" mich bisher ignorieren, könnte es wohl auch auf ein book on demand hinauslaufen...


...aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. Allerdings muss ich mich ranhalten - die Köhlbrandbrücke als Schauplatz meines großen Showdowns wird wohl bald abgerissen. cheezygrin

Benutzeravatar
Judith
Beiträge: 3903
Registriert: 05.08.2007, 10:45
Wohnort: Schwobaländle

Re:

von Judith (15.04.2008, 23:15)
Hallo Irrlicht,

mir wird bei dem Ausschnitt zu viel beschrieben. Das fällt mir bei Hobby- und Anfängerautoren immer wieder auf (ich weiß, bin selbst einer cool5 ). Es ist besser, die Beschreibungen versteckt in Handlungen zu liefern. Und warum ist es z.B. wichtig, dass sie die Rose in der rechten Hand hat?

Lass dein Manuskript mal mindestens vier Wochen liegen, dann überarbeite es nochmal. Versuche es dann so zu lesen, als wenn du das Buch im Laden gekauft hättest und frage dich, ob es dir dann so gefallen würde. Nur wenn du "ja" sagen kannst, ist es reif für den Druck.

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

mtg

Re:

von mtg (15.04.2008, 23:24)
Irrlicht hat geschrieben:
die Köhlbrandbrücke als Schauplatz meines großen Showdowns wird wohl bald abgerissen.

Wie was wo - auch wenn es off topic ist ... echt?

Benutzeravatar
Irrlicht
Beiträge: 96
Registriert: 25.03.2008, 14:58
Wohnort: Bermudadreieck HH-HB-H

Re:

von Irrlicht (16.04.2008, 10:20)
Judith hat geschrieben:
Hallo Irrlicht,

mir wird bei dem Ausschnitt zu viel beschrieben. Das fällt mir bei Hobby- und Anfängerautoren immer wieder auf (ich weiß, bin selbst einer cool5 ). Es ist besser, die Beschreibungen versteckt in Handlungen zu liefern. Und warum ist es z.B. wichtig, dass sie die Rose in der rechten Hand hat?

Lass dein Manuskript mal mindestens vier Wochen liegen, dann überarbeite es nochmal. Versuche es dann so zu lesen, als wenn du das Buch im Laden gekauft hättest und frage dich, ob es dir dann so gefallen würde. Nur wenn du "ja" sagen kannst, ist es reif für den Druck.

Grüßle,
Judith



Vielen Dank für Deine Anmerkungen, Judith.

Die Beschreibung ist hier so genau und visuell, weil es sich halt um einen Filmbeitrag handelt, den ich wiedergebe. Es soll beim Leser ein bisschen so wirken, als ob er diesen Ausschnitt auch sehen kann. Wenn das so 350 Seiten weiterginge, würde ich auch irre werden. Und auf die Verfilmung des Werkes warten. :lol:

Und das Manuskript liegt nicht nur vier Wochen, sondern eher vier Jahre...


@mtg -off topic
Ja, wird aber annähernd an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Nur höher. Damit die richtig großen Pötte durchpassen.

Benutzeravatar
Judith
Beiträge: 3903
Registriert: 05.08.2007, 10:45
Wohnort: Schwobaländle

Re:

von Judith (16.04.2008, 11:25)
Hallo Irrlicht,

gut, das mit dem Film ist ein Argument. Da wäre dann aber die Frage, ob man nicht zu anderen Stilmitteln greifen sollte, um das mehr hervorzuheben. Vielleicht kurze, prägnante Sätze.

Kurze Leseproben aus einem langen Text sind immer eine schwierige Sache. Und oft ist die erste Seite dazu nicht so geeignet, wie ich bei meinem Tanzroman auch schon feststellen musste. :?

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

Riemenschneider

etwas kritik

von Riemenschneider (16.04.2008, 12:18)
Hallo Irrlicht,

ich dachte aehnlich wie Judith. Rose in rechter Hand, oder linker, was macht's, niemend stellt sich da eine rechte Hand vor,

eine einzelne Rose - also wir im Saarland wuerden da eine einzige Rose sagen, was nicht heisst, dass das richtig ist, (wir sagen auch "der Butter").

das verweinte make-up finde ich hingegen sehr gut,

Schritt in Richtung auf das Grab -- vlt "in Richtung Grab"??

spaeter sagst du "tiefe Grube"... - die zwei, drei Meter sind doch nicht tief

Zum Teddy. Den hast du oben erwaehnt (...hatte ein rauhes Leben..oder so) und dann weiter unten wieder (fehlt ein Ohr..) - das ist zuviel ueber den doch recht unwichtigen Teddy,... und ja, da hat Judith wohl recht, die Beschreibung wie der faellt, und, dass die Wand lotrecht ausgestochen ist also wuerde ich wegstreichen (weiss doch jeder, wie ein Grabloch aussieht).

Stimmt Judith, hast da recht, wenn man sein Zeug ausdruckt und liest, kann man manchmal gar nicht verstehen, dass man sowas ernsthalt geschrieben hat, geht mir laufend so, dann muss das Zeug rigoros in den Muelli. Mir faellt das oft sehr schwer, weil ich ein Sammler bin von Natur aus. Einen Satz wegwerfen kann weh tun. Komischerweise, wenn er dann weg ist, geht es einem besser...


Dumme Frage: wie ist das mit dem "verwaschen wirkenden Teddybaeren"?

waere "verwaschenen Teddybaeren" nicht greifender (der wirkt ja nicht nur so, oder?

und noch was: als Saarlaender haben wir's nicht so mit der Grammatik...

"verwaschenen Teddybaer" waer wohl falsch, oder. Obwohl ich glaube, Baeren wuerde man zu einem richtigen Baeren sagen, aber nicht zu einem Teddybaer(en) . Weiss echt nicht, was es damit hat, bin zulange wech, vom Schuss.

Liebes Irrlicht, nicht boese sein, wenn du mein Zeug mal lesen solltest und kritisiert, kannst du dich revanchieren. Positives Feedback ist sinnlos.

Kurt

Riemenschneider

noch watt

von Riemenschneider (16.04.2008, 12:39)
Irrlicht - hatte vergessen: du hast zweimal "in Richtung" geschrieben in den ersten paar Linien, Wiederholungen sind nicht so gut, ich wuerde "in Richtung auf das Grab" anders formulieren: schreitet langsam und unsicher ans Grab, oder so ...

Alternativen:
wackelt ans Grab,
strauchelt in Grabesnaehe,
schleppt stolpernd den Baeren und die Rose zum Grabesrand,
bewegt sich vor zum Grabe hin und schmeisst die Ros' und den Baeren rin ---
nein, nur Spass, manchmal geht mir der Gaul durch....

Kurt

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (16.04.2008, 12:45)
:shock::
Positives Feedback ist sinnlos.

Auch nicht, wenn etwas gut gelungen ist??? Das meinst Du hoffentlich nicht wirklich so . . . dozey:

Also ich habe schon ein Bild im Kopf, wenn jemand mir eine Szene beschreibt, also rechte Hand etc. Es ist auch aus einer Leseprobe nicht ersichtlich, ob diese rechte Hand nicht doch noch später bedeutungsvoll wird...

By the way "Bild im Kopf": "schleppt stolpernd den Baeren und die Rose zum Grabesrand," :lol: :lol: :lol: nein, so traurig die Szene auch ist, ich lach mich schlapp.... cheezygrin


LG Grete angle:

Benutzeravatar
Irrlicht
Beiträge: 96
Registriert: 25.03.2008, 14:58
Wohnort: Bermudadreieck HH-HB-H

Re:

von Irrlicht (16.04.2008, 14:05)
Vielen Dank für Deine ausführlichen Kommentare, Kurt.
Ich werde sie - wie alle anderen auch - sorgfältig bedenken.

Vielleicht noch einmal generell zum Thema "ausführliche Beschreibungen":
Hier handelt es sich - wie gesagt - um einen Fernsehbeitrag, den der Protagonist in seiner Eigenschaft als Polizeireporter mit Sprechertext versieht. Die Szene ist für den eigentlichen Handlungsverlauf des Krimis vollkommen unmaßgeblich. Sie soll lediglich helfen, den Hauptdarsteller einzuführen. Aber der Leser soll gewissermaßen das gleiche Bild vor Augen haben wie Staller (der Reporter), der über einen Monitor verfügt..
Ich persönlich als Fernsehmann denke unglaublich viel in Bildern und sehe diese als Zeichen, dass ich irgendwo richtig reingezogen werde. Und das versuche ich bei dieser Eröffnung mit dem Leser auch zu machen. Offensichtlich mit unterschiedlichem Erfolg. :lol:

Benutzeravatar
Birgit Fabich
Beiträge: 1930
Registriert: 23.10.2007, 11:34
Wohnort: Füchtorf

Re:

von Birgit Fabich (20.04.2008, 22:53)
hallo Irrlicht,
vielleicht käme eine kleine Umstellung in der Reihenfolge besser an;
wenn dieser Text den Protagonisten einführen soll und Du in Bildern denkst, bringen vielleicht kleine Schlaglichter eher den Effekt, den Du darstellen willst;
1. Seite ist der Abriss des ganzen Buches (hatte ich mal im Deutschunterricht)
wobei ich einem Buch schon mal 50 Seiten gebe, bevor ich es zuklappe, wenn ich noch nicht 'reif' dafür bin.
Auch ist klar wie bei jeder Sache, dass es mindestens so viele Meinungen +1 gibt, wie sich Leute äußern, also die endgültige Entscheidung liegt sowieso in Deiner Hand, aber vielleicht lässt Du uns noch in eine andere Passage blicken, damit sich das Bild für uns mehr abrundet.... book:
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
www.blix-derneueselbstverlag.de
www.geschichtenfuer.blogspot.com

Benutzeravatar
Irrlicht
Beiträge: 96
Registriert: 25.03.2008, 14:58
Wohnort: Bermudadreieck HH-HB-H

Re:

von Irrlicht (21.04.2008, 14:07)
Danke Birgit!

Derzeit bin ich gerade so beschäftigt, dass es nicht einmal zum Lesen der Beiträge reicht. Aber dieser Tage werde ich nochmal ein Textstückchen nachlegen...

Zurück zu „Buchvorstellung: Belletristik“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.