Wo gibt es linzenzfreie Fotos im Internet?

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hawepe
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Re: Wo gibt es linzenzfreie Fotos im Internet?

von hawepe (20.04.2008, 12:45)
Hallo Rieke,

Rieke hat geschrieben:
Ich habe meine Fotos für die Cover selber erstellt. Erstens bekommt man dann im Nachhinein keinen Ärger und zweitens ist es etwas Eigenes.


Wenn man den folgenden Beitrag in Spiegel Online liest, bleibt einem als Book-on-Demand-Autor wohl auch gar nichts anderes mehr uebrig.

Obwohl man natuerlich auch dann noch Aerger bekommen kann :-(

Beste Gruesse,

Heinz.

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Alina
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Re:

von Alina (28.04.2008, 23:38)
Die genannten Fotodatenbanken sind fast alle sehr gut. Bei einigen muß man allerdings die Lizenzbedingungen ganz genau lesen. Royalty Free ist nicht gleich royalty free und nen Dollar oder 50 oder 100 gezahlt zu haben, heißt nicht, daß das Bild für jede Nutzungsart freigegeben ist. Die Rechteverteilung ist superkompliziert. Ich hab ne schriftliche Auskunft von fotolia, daß ich ausnahmslos alle Fotos für Buchcover verwenden darf. Schau ich dann aber in deren AGB, die dazu noch hoffnungslos mit Infos überfrachtet, unübersichtlich und dazu bisweilen noch nicht mal vollständig aus dem Englischen übersetzt sind, zeigt mir das, daß die offenbar selbst nicht so genau wissen, wie weit die Rechte wirklich gehen. Das Problem wird dann aber mit dem entscheidenden Satz abgewendet: (sinngemäß) no Garanty!
Ich nehme immer mit dem Uploader Kontakt auf und lass mir per E-Mail bestätigen, daß ich das Foto verwenden darf. Falls das aber auch gefakt sein sollte und der Uploader gar nicht Rechteinhaber ist, dann trifft mich keine Schuld. Dann bleibt es zwar bei einer Urheberrechtsverletzung, aber ich mache mich nicht schadensersatzpflichtig, denn mir kann keine Fahrlässigkeit mehr nachgewiesen werden. Ich hab alles getan, um sicher zu gehen, daß ich ausreichende Nutzungsrechte habe (gutgläubiger Erwerb), um das Foto zu verwenden.
Bei Buchcovern sollte man außerdem noch folgendes beachten: in Deutschland hat der Urheber das Recht auf Kennzeichnung seiner Werke, auch wenn diese z.B. in einer Collage verwendet wurden. Will man also ganz sicher gehen, so schreibt man den Namen des Fotografen mit ins Impressum oder ganz klein an den Rand des Buchcovers (sofern der reale Name bekannt ist). Das nur als Tipp von mir.

LG, Alina

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hawepe
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Re:

von hawepe (29.04.2008, 08:02)
Hallo Alina,

Alina hat geschrieben:
Ich nehme immer mit dem Uploader Kontakt auf und lass mir per E-Mail bestätigen, daß ich das Foto verwenden darf. Falls das aber auch gefakt sein sollte und der Uploader gar nicht Rechteinhaber ist, dann trifft mich keine Schuld. Dann bleibt es zwar bei einer Urheberrechtsverletzung, aber ich mache mich nicht schadensersatzpflichtig, denn mir kann keine Fahrlässigkeit mehr nachgewiesen werden. Ich hab alles getan, um sicher zu gehen, daß ich ausreichende Nutzungsrechte habe (gutgläubiger Erwerb), um das Foto zu verwenden.


So einfach ist es leider nicht. Google einfach mal, gerade im Zusammenhang mit Webdesign gibt es da immer wieder Aerger, weil Designer oder Auftraggeber faelschlicherweise angenommen haben, im Besitz der Nutzungsrechte zu sein.

In deinem Beispiel kannst du dich dann allerdings zumindest theoretisch an dem Uploader schadlos halten.

IANAL, mehr als diese allgemeinen Infos weiss ich also auch nicht.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Alina
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Re:

von Alina (29.04.2008, 10:54)
hawepe hat geschrieben:

So einfach ist es leider nicht. Google einfach mal, gerade im Zusammenhang mit Webdesign gibt es da immer wieder Aerger, weil Designer oder Auftraggeber faelschlicherweise angenommen haben, im Besitz der Nutzungsrechte zu sein.


Das ist richtig. Ich muß nicht googlen, denn ich bin selbst Grafikerin und deswegen schon dafür sensibilisiert. Aber wie überall im Zusammenhang mit dem Erwerb von Gegenständen oder Rechten gilt auch hier erstmal die gesetzliche Besitzvermutung, die besagt Besitzer = vermutlich auch Eigentümer. Ich bin als Grafikerin jedoch angehalten, mich noch weiter abzusichern. Wer zum Beispiel im Besitz einer Foto-CD ist, da kann man nicht ohne weiteres annehmen, daß er der Urheber ist. Dafür sollte man dann in die Dateiinformation schauen. Professionelle Fotografen hinterlassen da ihren "Fingerabdruck". Im Internet ist das durch häufiges Imageprocessing oftmals nicht mehr möglich. Da brauch ich dann meine Intuition. Ein "Uploader", der nur 20 Fotos in seiner Galerie hat, die von unterschiedlicher Art und Qualität sind, schrecken mich eher ab. Ein Profi hat meistens ganze Serien online und verfügt dazu noch über eine eigene Website, über die man ganz konkret Kontakt aufnehmen kann und weitere, noch besser Bilder findet. Das Risiko, einem Fake aufzusitzen, wird dadurch geringer.

Aber es stimmt, letztlich kann ich mich dann schadlos halten - vorausgesetzt, ich hab nicht einfach nur die Bilder von fotolia oder ähnlichem runtergeladen und blind drauf vertraut.
Da ich häufig Cover erstelle, halte ich mich da sehr strikt dran und dokumentiere jedes einzelne Foto, wo ich es gekauft habe und pack es in einen Ordner zusammen mit der E-Mail-Nachricht des Fotografen. Ich denke, mehr kann man bald nicht machen. :?

lverlag
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Re:

von lverlag (29.04.2008, 11:40)
Alina hat geschrieben:
...Ich hab alles getan, um sicher zu gehen, daß ich ausreichende Nutzungsrechte habe (gutgläubiger Erwerb), um das Foto zu verwenden.
...


Hallo Alina,

ein kleiner Tip von mir: Ein gutgläubiger Erwerb von Rechten, in diesem Falle Nutzungsrechten, ist rechtlich nicht möglich.

Bei Urheberrechtsverletzung haftet zuerst derjenige, der das geschützte Material verwendet. Die eventuelle Zusage eines Bildlieferanten, dass das Material frei von Rechten Dritter ist, hilft Dir nur insoweit, als dass Du ihn ggf. für eigenen Schaden aus der Urheberrechtsverletzung in Anspruch nehmen kannst.

Das ist übrigens vom Gesetzgeber ganz bewußt so gewollt.

beste Grüße
André

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Alina
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Re:

von Alina (29.04.2008, 11:54)
Das verstehe ich nicht ganz. Das Urhebergesetz besagt doch, daß es für eine Schadensersatzpflicht wenigstens auf Fahrlässigkeit ankommt. Fahrlässig bedeutet, daß ich die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen habe. Wenn ich mir schriftlich bestätigen lasse, daß der andere der Urheber ist, wie kann mich dann noch eine Schuld treffen bzw. worin liegt dann meine "Nachlässigkeit"? Was hätte ich sonst noch tun können?

lverlag
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Re:

von lverlag (29.04.2008, 12:11)
Alina hat geschrieben:
Das verstehe ich nicht ganz. Das Urhebergesetz besagt doch, daß es für eine Schadensersatzpflicht wenigstens auf Fahrlässigkeit ankommt. Fahrlässig bedeutet, daß ich die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen habe. Wenn ich mir schriftlich bestätigen lasse, daß der andere der Urheber ist, wie kann mich dann noch eine Schuld treffen bzw. worin liegt dann meine "Nachlässigkeit"? Was hätte ich sonst noch tun können?


Bezüglich der 'Fahrlässigkeit' hast Du recht, aber die Gerichte in Deutschland leiten in aller Regel schon alleine aus der widerrechtlichen Verwendung des Bildmaterials die Fahrlässigkeit her.

Das Urheberrecht schützt in erster Linie den Urheber eines Bildes. Erwirbst Du nun ein Nutzungsrecht an einem Bild und verwendest dieses, dann profitierst Du erstmal davon. Würdest Du nun die Haftung auf denjenigen verschieben, von dem Du das Bild widerrechtlich erworben hast (was sich natürlich erst hinterher herausstellt), dann würdest Du das Risiko für Urheberrechtsverletzungen auf den Urheber übertragen, obwohl Du ja in erster Linie profitiert hast. Der Urheber hätte dann praktisch keine Möglichkeit an sein Geld zu kommen, denn ggf. müsste er ja eine ganze Lieferkette zurückverfolgen.

Diese Regelung ist zwar 'unschön' für einen Erwerber von Nutzungsrechten, ist aber im Sinne des Urheberrechtsschutzes durchaus sinnvoll. Und letztlich hast Du ja als unrechtmäßiger Erwerber der Nutzungsrechte die Möglichkeit Deinen Lieferanten in Regreß zu nehmen.

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Alina
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Re:

von Alina (29.04.2008, 12:59)
Vielen Dank für die ausführliche Erklärung.

Ich denke zwar, daß es für die Feststellung der Fahrlässigkeit doch noch auf einpaar bestimmte Kriterien ankommt, dennoch habe ich mich noch mal belesen. Und zwar hafte ich mangels Fahrlässigkeit zwar nicht auf Schadensersatz, aber in jedem Fall für die Beseitigung und Unterlassung der Urheberrechtsverletzung. Hierfür ist gar kein Verschulden notwendig. Und das ist wohl das, was - neben etwaigem Schadensersatz - teuer werden kann.

Nicht einfach, das Ganze. :cry:

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (29.04.2008, 14:52)
ich verstehe die Problematik nicht... :cry:
es gibt so viele Leute mit einer Kamera,
manche machen sogar richtig gute Bilder,
auch im Forum gibt es diese Menschen,
also einfach nachfragen,
genaue Wünsche äußern :shock::
über den Preis reden
und dann ab...
und das Problem mit dem Urheberrecht oder
den eventuellen Zahlungen an Anwälte und so fort book:
ist verschwunden
Sollen die sich in den 'freien' Bildforen doch die Sitzflächen plattsitzen,
weil keiner ihre Bilder haben will und
sie vergeblich auf Piraten warten. cheezygrin
Mimi und der große Brand
Geschichten für ....
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Alina
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Re:

von Alina (29.04.2008, 15:28)
Birgit, ich seh das einbissel kritischer. Auch hier im Forum kann man "Fakes" aufsitzen. Du bist NIE sicher, ob ein Bild von dem "Bekannten" stammt oder nicht, es sei denn, Du hast es selbst geschossen.

Diese Bildplattformen sind trotzdem eine tolle Sache. Es gibt auch jungen Fotografen die Möglichkeit, ihre Bilder relativ einfach zu vermarkten. Mit einem kompletten Boykott tun wir den Fotografen sicher unrecht.

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (29.04.2008, 15:50)
da magst Du Recht haben dozey:

ich habe für mich auch keine Probleme, weil ich selbst fotografiere
und in meinem Netzwerk für jede Sorte Motiv einen Experten habe,
der für mich dann das Bild machen kann
ganz nach Wunsch und Bedarf
wie etwa Kibitze im Luftkampf oder so
cheezygrin
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Danny
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Re:

von Danny (29.04.2008, 16:07)
Ich mache meine Bilder auch selbst, weil ich Bedenken habe, dass im Nachhinein jemand etwas von mir fordern könnte. Allerdings sollte man m. E. nicht nur "nette Fotos" machen können, sondern sich auch einigermaßen mit Bildbearbeitung auskennen. Für mein neues Projekt habe ich am WE diverse Fotos geschossen und bearbeite sie nun nach und nach. DIe Unterschiede (Vorher/Nachher) sind enorm!! Und PhotoShop oder ähnliche Programme sind nicht wirklich schwierig zu verstehen und als Trial Version für 30 Tage verfügbar. In dieser ZEit sollte man es geschafft haben ein FOto entsprechend zu bearbeiten :-) .

Ach ja: Ich wohne ja im Süden. Für den Fall, dass mal jemand ein bestimmtes Strandfoto o. ä. benötigt cheezygrin

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Re:

von Alina (29.04.2008, 17:02)
Danny hat geschrieben:
Und PhotoShop oder ähnliche Programme sind nicht wirklich schwierig zu verstehen und als Trial Version für 30 Tage verfügbar. In dieser ZEit sollte man es geschafft haben ein FOto entsprechend zu bearbeiten :-) .



Da haben wir das nächste große Problem. Die Trialversionen von PS sind dafür gedacht, das Programm auszuprobieren. Alles was Du damit erstellt hast, darfst du normalerweise nicht kommerziell verwenden. Frage mich sowieso, warum soviele "Laien" sich in Photoshop reinzufitzen versuchen, wenn es doch die weitaus günstigere Version Photoshop Elements gibt, die ausschließlich für Photobearbeitung gedacht ist.

Danny
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Re:

von Danny (29.04.2008, 17:10)
Na da haben die Photoshop Hersteller aber viel zu tun, wenn sie jedes Buch kontrollieren wollen, ob deren FOto damit erstellt wurde und ob eine Lizenz vorhanden war :lol:

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hawepe
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Re:

von hawepe (29.04.2008, 20:55)
Hallo Alina,

Alina hat geschrieben:
Ich muß nicht googlen, denn ich bin selbst Grafikerin und deswegen schon dafür sensibilisiert.


Okay, du schriebst zwar was von Webdesign, aber das kann doch sehr viel bedeuten. Letztlich ist ein Forum doch ziemlich anonym. Lediglich von den Vielschreibern weiss man irgendwann ein wenig mehr. Ich wollte dich also keineswegs veraergern.

Ein "Uploader", der nur 20 Fotos in seiner Galerie hat, die von unterschiedlicher Art und Qualität sind, schrecken mich eher ab. Ein Profi hat meistens ganze Serien online und verfügt dazu noch über eine eigene Website, über die man ganz konkret Kontakt aufnehmen kann und weitere, noch besser Bilder findet. Das Risiko, einem Fake aufzusitzen, wird dadurch geringer.


Ich denke auch, mehr kann man kaum tun. Das Leben ist und bleibt nun einmal ein Risiko und endet immer toedlich ;-)

Beste Gruesse,

Heinz.

PS: Zu den anderen Fragen hat André so treffend geantwortet, dass sich nichts mehr hinzufuegen laesst.

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