Erotik oder Por... ?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


houdini
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Erotik oder Por... ?

von houdini (26.05.2008, 15:09)
Ha, der Titel zieht ,oder? cheezygrin

Es gibt ja sicher einige hier die auch Erotik Bücher schreiben.
Ist das rechtlich nicht immer auch ein heissen Eisen? Wie sieht es denn aus wenn der Text schon ins pornografische geht? Weil BOD Bücher sind ja freiverkäuflich und für Bücher gibt es ja keine FSK 18.

Muss man da keine Angst haben verknackt zu werden wegen verbreitung pornografischer Schriften?

Aber "Feuchtgebiete" gibt es eben auch in jedem Real Markt.

BERGER
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Re:

von BERGER (27.05.2008, 14:47)
ich glaube, in deutschland kann man sich einiges erlauben. marquis de sade kann auch jedes kind erwerben, und was der mann schrob ist ja, nun ja, mehr als gewagt ... besonders für die zeit, in der er das schrob! oder das, was der faldbakken für sachen veröffentlicht. oder sogar houellebecq ... mh, vielleicht werde ich mal einen inzest-liebesroman schreiben; so einen herrlichen romantischen! cheezygrin

hwg
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Re:

von hwg (27.05.2008, 17:10)
Die Grenzziehung zwischen Erotik und Pornografie ist ebenso schwierig wie jene zwischen Genuss und Sucht.

Was für den einen Leser voll akzeptabel ist wird von einem anderen in Grund und Boden verdammt.

Jedwede Verbote von literarischer "Kost" sind stets kontraproduktiv gewesen und werden es auch weiterhin sein. Und Jugendliche wissen über Sexualität ohnehin oft besser Bescheid als so mancher verklemmte "Moralapostel", denke ich jedenfalls!

Besser gesunder Sex statt Kriegsverherrlichung und sonstige Gewaltlektüre.

thumbbup

houdini
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Re:

von houdini (27.05.2008, 17:26)
Klar, die Geister scheiden sich ja grade in diesem Bereich extrem, siehe "Feuchtgebiete"

Interessieren würde mich aber besonders ob es rechtliche definitionen dazu gibt. Ist es schon passiert das Autoren wegen verbreitung von pornografischen Schriften verknackt wurde? Hätte ich noch nicht gehört aber man weiss ja nicht. Oder anders: Gibt es Sachen die man nicht schreiben darf?

Ich meine mal etwas beim Carl Stephenson Verlag gelesen zu haben wegen vermeidung pornografischer Ausdrücke.
Wenn dem so ist würde ich es mir sehr schwer vorstellen einen rechtlich ungefährlichen Erotikroman zu schreiben, grade über BOD.

hwg
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Re:

von hwg (27.05.2008, 17:48)
Wer in der einschlägigen Literatur einigermaßen bewandert ist, kann sich schwer vorstellen, dass es heutzutage in unserem Kulturkreis deswegen noch rechtlich relevante Angriffspunkte gibt.

Alle diesbezüglichen Anklagen heben in den vergangenen Jahren, zumindest in Österreich, zu keiner Verurteilung eines Autors oder Verlages geführt.

Seinerzeit beschäftigte ein "Pornojäger" namens Humer aus Oberösterreich massenhaft die Gerichte, allerdings ohne nennenswerte Erfolge. Beistand bekam er lediglich aus gewissen katholischen und rechtsextremen Kreisen.

Aufregung über angebliche Pornografie herrscht hin und wieder in der Bildenden-Kunst-Szene, vor allem in den offensichtlich besonders konservativ orientierten Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Kärnten. Und auch Besucher der Salzburger Festspiele äußern sich manchmal schockiert über Abbildungen nackter Menschen auf öffentlichen Plätzen.

Im Großen und Ganzen sind wir Österreicher gar nicht so "sexscheu", wie wir in den (deutschen) Medien manchmal dargestellt werden.... :lol:

M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (27.05.2008, 18:35)
Hallo houdini,
um ganz sicher zu gehen würde ich dir empfehlen, die entsprechenden Gesetzestexte zu lesen.
Schließlich gibt es schon so einige "Praktiken", die verboten sind. Und ich gehe davon aus, dass sie, wenn sie "im Bild" verboten sind, auch "im Text" verboten sind.
Ich weiß ja nicht genau, was und wie du schrieben willst, aber da würde ich schon nachschauen, wo die rechtlichen Grenzen sind.

Sicher ist sicher.

Gruß
Hakket

frangsen
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Re:

von frangsen (27.05.2008, 18:46)
Zuletzt geändert von frangsen am 27.05.2008, 18:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Gigger
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Re:

von Gigger (27.05.2008, 18:47)
Ah, der Pronojäher Humer ist mir aus Studienzeiten in Innsbruck auch noch ein Begriff. Wir hatten in Südtirol auch so einen.

Ich habe vor kurzem eine Doku gesehen über Erotik, Pornografie usw. Dort ging es allerdings um Fotos und die Angrenzung von Pornografie und Erotik. Eine Verlegerin meinte, dass es Pornografie sei, wenn die im Bild erkennbare Dame den betrachter quasi einlädt: hallo, immer her mit dir, ich bin jederzeit bereit.
Erotik ist es dann, wenn die Dame quasi in sich selbst versunken ist und den möglichen Betrachter ignoriert (so ähnlich zumindest). Da fällt mir z.B. David Hamilton ein.

Das ist sicher in interessanter Ansatz, aber vielleicht auch nicht erschöpfend. Auf Bücher bezogen ist das natürlich etwas schwierig.

houdini
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Re:

von houdini (27.05.2008, 19:02)
Danke für die Antworten!

Nein, es geht auch grade gar nicht um ein Projekt oder so.
Ich habe nur mal drüber nachgedacht als ich Feuchtgebiete eben im Regal beim Real Markt gesehen habe. Und mir scheint im Buch Bereich is das nicht klar geregelt, oder?

Wobei:
Das Verbreiten, Abbilden oder Darstellen von Pornografie (in Schriften, auf Bild- und Tonträgern, Datenspeichern, Abbildungen u. a.) ist in bestimmten Fällen nach § 184 StGB strafbar;

Ja, das ist halt das was mich stuzig macht. Bei Amazon kann doch jeder erotische Bücher bestellen, für Bücher gibt es doch überhaupt keine Altersbegrenzung, zumindest solange keine Abbildungen vorhanden sind.

Klar ist auch das in Büchern wohl keine auch im echten Leben verbotenen Praktiken beschrieben werden dürfen, oder?!

hwg
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Re:

von hwg (28.05.2008, 06:15)
Beschrieben werden darf alles, es soll im Text jedoch gesetzlich Strafbares (z. B. Sodomie) nicht "verherrlicht" werden, denke ich.
Würde strafrechtlich Relevantes in der Literatur nicht vorkommen dürfen,
gäbe es sicher auch keine Krimis... :lol:

mtg

Re:

von mtg (28.05.2008, 08:25)
"Beschrieben werden darf alles" ... wenn das mal gutgeht :-)
Ich habe mal - zugegebenermaßen vor ca. 15 Jahren - eine Szene sehr speziellen sexuellen Inhaltes geschrieben, die ein befreundeter Autor in einem Buch unterbringen wolte. Seine Lektorin wie auch der Verlagsjurist sind schreiend davongelaufen, weil es viel zu explizit war.

Aber liegt das Geheimnis nicht ohnehin darin, dass der Leser beim Lesen in seinem Kopf den letzten Zipfel der Bettdecke wegzieht, um darunter zu schauen?

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hawepe
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Re:

von hawepe (28.05.2008, 08:26)
Hallo Houdini,

houdini hat geschrieben:
Interessieren würde mich aber besonders ob es rechtliche definitionen dazu gibt. Ist es schon passiert das Autoren wegen verbreitung von pornografischen Schriften verknackt wurde?


Aus den letzten Jahrzehnten kenne ich keinen Fall.

Das Risiko liegt meiner Meinung nach woanders.

Wenn ein Buch zu Pornografie erklaert wird, darf es nicht mehr offen auf dem Ladentisch liegen und ohne Alterskontrolle im Internet verkauft werden. Beate Uhse mag das egal sein, aber zumindest ein Book-on-Demand-Autor duerfte dann wohl von erwaehnenswerten Verkaufszahlen nur noch traeumen koennen.

Beste Gruesse,

Heinz.

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hawepe
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Re:

von hawepe (28.05.2008, 08:30)
Hallo Matthias,

mtg hat geschrieben:
"Beschrieben werden darf alles" ... wenn das mal gutgeht :-)
Ich habe mal - zugegebenermaßen vor ca. 15 Jahren - eine Szene sehr speziellen sexuellen Inhaltes geschrieben, die ein befreundeter Autor in einem Buch unterbringen wolte. Seine Lektorin wie auch der Verlagsjurist sind schreiend davongelaufen, weil es viel zu explizit war.


Du sollst es doch nicht richtig einfuehlsam und zum Nachmachen ermunternd erzaehlen, sondern musst es richtig im Beamtendeutsch schreiben cheezygrin

Beste Gruesse,

Heinz.

mtg

Re:

von mtg (28.05.2008, 08:32)
Hallo Heinz,

hawepe hat geschrieben:
sondern musst es richtig im Beamtendeutsch schreiben

tja - das kommt wohl davon, dass ich als Freiberufler die falsche Ausbildung für Sex habe :-)

hwg
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Re:

von hwg (28.05.2008, 08:44)
Diese Diskussion erinnert mich an jene Zeit, in der die Bücher von Henry Miller (vor allem Nexus, Sexus, Plexus und die Wendekreis-Romane) sowohl in den USA als auch in Europa verboten waren. Heute zählen sie längst schon, dort wie da, zur Weltliteratur. Zurecht, wie auch ich meine.

Und weil von BoD-Büchern, die wegen eines möglicher Weise "pronografischen" Inhalts keine Chance haben, auf den Ladentisch eines Buchhändlers zu kommen, die Rede ist - auch welches "brave" BoD-Buch hat denn überhaupt diese Chance? Hier habe ich schon seitenlange Klagen über die Missachtung der BoD-Werke durch den Buchhandel gelesen...

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