Absagen etablierter Verlagshäuser

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Zeitl0ch
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Absagen etablierter Verlagshäuser

von Zeitl0ch (23.06.2008, 11:43)
So, dann starte ich mal meinen ersten Thread nach meiner Vorstellung vor ein paar Tagen.
Bevor ich mich entschied, bei BoD zu veröffentlichen, habe ich mich mit meinem Roman "Prometheus´ Tod" bei einigen großen, bekannten Verlagen beworben (S. Fischer, Rowohlt, Suhrkamp, Diogenes etc.). Ich hörte inzwischen, dass solche Verlage etwa eines von tausend eingesandten Manuskripten drucken. So überrascht es nicht, dass mein Roman wie die meisten abgelehnt wurde. Heute erhielt ich nach längerer Wartezeit noch die letzte Absage von Diogenes. Es fällt auf, dass in diesen Schreiben fast immer dasselbe steht. Die Formulierung: "Wir sehen keine Möglichkeit für eine Veröffentlichung." stand in verschiedenen Abwandlungen in jedem Brief. Meist wurde sich entschuldigt, dass man keine genauen Gründe für die Ablehnung des Manuskripts nennen könne, und es hieß, dass diese Reaktion nicht als Werturteil zu verstehen sei. Teilweise hieß es, man wolle bei den bisherigen Autoren bleiben und keine neuen ins Programm nehmen. Bei Rowohlt hieß es immerhin, man habe sich zwar im Lektorat mit meiner Idee beschäftigt, aber...
Haben einige von euch die gleichen Erfahrungen gemacht? Waren es in dem Fall auch immer die gleichen Formulierungen? Oder hat mal irgendjemand eine andere Reaktion bekommen? Meint ihr, ich könnte irgendwas falsch gemacht haben, dass es bestimmte Tricks gibt, wie man doch bei den etablierten Verlagshäusern landen kann? Nun ja, die meisten von euch werden es ja auch nicht geschafft haben.
Nun ist bei BoD meine Gewinnspanne zwar höher als ich bei einem großen Verlag erwarten könnte, aber das bringt nichts, weil ich es als Marketingamateur noch nicht geschafft habe, die Verkaufszahlen anzukurbeln. Na ja, ich ändere auch derzeit meine Strategie, muss aber noch mit der Pressemitteilung warten bis meine Page auf der BoD Domain auf dem neusten Stand ist (sollte sich ja eigentlich nur um Tage handeln). Aber ich komme vom Thema ab. Da lass ich besser mal euch zu Wort kommen.

LOFI

Re: Absagen etablierter Verlagshäuser

von LOFI (23.06.2008, 12:06)
Zeitl0ch hat geschrieben:
Ich hörte inzwischen, dass solche Verlage etwa eines von tausend eingesandten Manuskripten drucken.


ich habe mal irgendwo gelesen, eines von 4000 eingesendeten wird gedruckt.

Bei mir war es vor allem die Atwort:

1. gar keine Antwort
2. nähere Begründung zur Absage kann nicht erteilt werden
3. (sehr beliebt) Passt nicht in unser Programm

LG

Lorenz

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LordKotz
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Also

von LordKotz (23.06.2008, 12:25)
was zwar auch häufig zur Absage geführt hat, aber immerhin zu Reaktionen die ein wenig über : "Nee wollen wir nicht ist alles Käse" hinaus ging, war das ich bei den Verlagen (wo ich meinte es passt) via email angefragt habe wie und ob sie überhaupt ein Manuskript haben wollen.
Viele wollten eine Inhaltsangabe, ein Exposee und 1 Kapitel was besonders aussagefähig ist haben. Irgendwer hat mir mal gesagt das Exposee,Vita und Inhaltsangabe(Kapitel etc wie es auch im Buch stehen würde) nicht länger als 1 DinA4 Seite sein sollte.
Wenn Interesse besteht fordern sie automatisch auch den Rest an!
Hier kann man auch im Vorfeld klären ob ihnen eine einsendung via email recht ist, oder ob sie lieber in Printform haben wollen(Da haben die Verlage auch genaue Vorstellungen wie das aussehen soll...Schriftbild Anschläge Abstand usw.)
Je mehr man im Vorfeld den Verlag löchert wie wo wann was, desto schneller wird in der Regel das Manuskript bearbeitet.
Außer in einem Fall wo zumindest Interesse an dem Rest besteht wurde zwar immer abgelehnt, aber es dauerte nicht monatelang und waren zwar nur 2 - 3 Sätze aber doch aussagefähiger als: Formulierungen passen nicht
Wenn Du es mit selbstherrlichen Arroganzlingen zu tun hast, lächle einfach in dem Wissen, dass Arroganz die Karikatur des Stolzes ist.
www.oliver-wehse.de

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Judith
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Re:

von Judith (23.06.2008, 13:58)
Hallo ZeitlOch,

mir ging es wie dir und Lofi. Nur ein einziges Mal habe ich etwas detailliertere Absage bekommen, verbunden mit einem Lob, aber dass sie eben mehrere tausend Exemplare verkaufen müssten und es dafür wohl nicht reiche. Habe bisher auch nur an große Verlage geschickt.

Grüßle,
Judith
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PvO
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Re:

von PvO (23.06.2008, 13:59)
Ich zitiere mal was: Sich an große verlage zu wenden, bringt gar nichts. Man sollte sich an einen Agenten wenden.
Ansonsten kennen wir diese Absagen wohl alle. Die Leiterin Lektorat PIPER Sagte mal zu mir: Wir begründen nur Absagen, wo uns die Manuskripte interessieren.

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Judith
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Re:

von Judith (23.06.2008, 14:09)
Bei der Buchmesse sagten mir einige Lektoren, dass es für sie keinen Unterschied mache, ob das Manuskript von einer Agentur oder vom Autoren persönlich käme.

Grüßle,
Judith
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Versailles
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andere - weil mündliche - Reaktionen

von Versailles (23.06.2008, 14:35)
Hallo Zeitl0ch,

meine Erlebnisse reichen ein paar Jahre zurück. Ich besuchte die Frankfurter Buchmesse an den Fachbesuchertagen, sammelte fleissig Infos und Visitenkarten von den Verlagen, die m.E. an neuen Autoren und meinem Thema (hist. Roman) interessiert sein könnten und tat, wie mir empfohlen: Kontakte abtelefonieren, sobald Manuskript fertig.

Dort machte ich leidige Erfahrungen mit DKZV (die "rissen" sich um mein Manuskript, was mich skeptisch werden liess) und - eben auch - mit BoD. Bei BoD habe ich dann mein Buch veröffentlicht, nachdem sich die "persönlichen Kontakte" nach und nach in Nichts auflösten. Insofern erübrigten sich auch die Absagen, denn das habe ich mir dann nicht auch noch angetan angle:

Liebe Grüße
und nachträglich welcome: im Pool
Amalia
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M-F Hakket
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Re:

von M-F Hakket (23.06.2008, 18:11)
Hi Zeitl0ch,
es ist ja auch so: Wenn die "armen" Lektoren um die 100 Manuskripte die Woche (?) bekommen, können Sie diese gar nicht alle lesen. So ist die Standardantwort also eigentlich normal und verständlich.
Mit tatsächlicher Qualität hat das nichts zu tun.

Beim Verlag anzurufen und zu fragen, ob Interesse besteht, ist zumindest mal ein guter Tipp. Falls ja, sollte man sich im Anschreiben auf das Telefonat beziehen, dann weiß der Lektor, mit wem er es zu tun hat.

Eine andere Sache wäre zu fragen, was denn der Verlag z.Z. gerne veröffentlichen würde. Ist ein bestimmtes Genre gerade gefragt? Könntest du dich mit dem Genre anfreunden? Dann schreib was in diese Richtung und biete es an.

So herum könnte es auch funktionieren.

Gruß
Hakket

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Miss_Buecherwurm
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Re:

von Miss_Buecherwurm (23.06.2008, 18:21)
Hallo Zeitloch,

ich kann dir zwar nicht mit einer Erfahrung an Verlagsabsagen behilflich sein, allerdings kann ich dir eine Möglichkeit bieten, dein Buch einer breiteren Masse zugänglich zu machen.

Falls du Interesse hast, dann schau doch mal auf www.miss-buecherwurm.de unter den Menüpunkt Autorenprojekt. Bei Fragen kannst du dich gerne melden.

Ja und was mir generell auffällt, die Absagen ähneln doch sehr denen, die ich auf meine Bewerbungen erhalte :( auch wenn man weiß, das nur einer die Stelle erhalten kann, nur der große Knaller bei einem großen Verlag auf Interess stößt, irgendwie fühlt es sich nicht gut an. Trotzdem Kopf hoch und nicht aufgeben.

Liebe Grüße
Ute
Antiquariat Miss Bücherwurm
www.miss-buecherwurm.de
Das Internette Antiquariat

hwg
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Re:

von hwg (24.06.2008, 06:46)
Manche Autoren kommen auch zum erwünschten Ziel, wenn ihr Manuskript von einem im Verlag bereits beheimateten Autor empfohlen wird.

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PvO
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Re:

von PvO (24.06.2008, 08:59)
Wenn die "armen" Lektoren um die 100 Manuskripte die Woche (?) bekommen, können Sie diese gar nicht alle lesen.

Ich hab mal irgendwo gelesen, dass eine Sekretärin die Eingangskontrolle machte, damit dem Verlag nichts Konsalikhaftes oder Simmelmäßiges durch die Lappen geht.

Kausde
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Re:

von Kausde (24.06.2008, 22:09)
Gerade für unbekannte Autoren oder solche, die noch nichts veröffentlicht haben, ist es IMMER sinnvoller, an kleine Verlage zu schicken. Große Verlage haben es einfach nicht nötig, ins Manuskript von irgendeinem No Name (ist nicht bös gemeint) zu schauen, die verdienen ihr Geld mit großen Namen und gut verkaufbarem Mainstream.

Die Leseprobe einfach an die erstbesten Adressen zu schicken, ist natürlich der falsche Weg. Um an die kleinen (und vor allem passenden!) Verlage zu kommen, gibts zwei Sachen: Vorbereitung und Recherche. Am besten schaut man sich gründlich um. Es bringt nichts, einem Sachbuchverlag seinen Fantasyschinken zu schicken, oder umgekehrt ein Kinderbuch an einen auf gehobene Belletristik spezialisierte. Und glaubt mir, das passiert so unglaublich oft, dass Verleger manchmal an der Intelligenz der Autoren zweifeln...

Hat man dann eine gewisse Auswahl getroffen, indem man etwa die Verlagsseiten im Internet besucht oder einfach dort angerufen hat, kann man zumindest davon ausgehen, dass sich der Verlag (Lektorat, Verleger usw.) das Geschickte auch wirklich ansieht. Bei uns ist es tatsächlich so, dass der Chef die Antwortmails sämtlicher ordentlicher Einsendungen persönlich schreibt, egal ob wir das Manuskript ganz sehen wollen oder nicht.



Judith hat geschrieben:
Bei der Buchmesse sagten mir einige Lektoren, dass es für sie keinen Unterschied mache, ob das Manuskript von einer Agentur oder vom Autoren persönlich käme.

Das sehe ich etwas anders. Sobald ein Agent im Spiel ist, heißt das zwar nicht automatisch, dass das Manuskript super ist, aber umgekehrt, dass es nicht sooo schlecht sein kann und dass jemand das Ganze schon durchgegangen ist. Literaturagenten sind ja auch auf eigenen Profit aus, insofern weiß man beim Verlag dann schon mal, dass man nicht den letzten Mist geschickt bekommt. Aber natürlich wird sowas dann nicht blind ins Programm genommen mit Agent, insofern ist es definitiv zweitrangig.

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hawepe
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Re:

von hawepe (25.06.2008, 07:38)
Hallo,

Kausde hat geschrieben:
obald ein Agent im Spiel ist, heißt das zwar nicht automatisch, dass das Manuskript super ist, aber umgekehrt, dass es nicht sooo schlecht sein kann und dass jemand das Ganze schon durchgegangen ist. Literaturagenten sind ja auch auf eigenen Profit aus, insofern weiß man beim Verlag dann schon mal, dass man nicht den letzten Mist geschickt bekommt.


Genau. Da serioese Agenten ihr Geld erst nach einer Vermittlung bekommen und auch keine Zusatzgeschaefte wie teure Lektorate anbieten, sortieren sie sehr genau vor.

Allerdings ist es wie ueberall im Leben. Die Erfolgsquote der verschiedenen Agenten ist sehr unterschiedlich. Manch ein Literaturagent lebt am Rande des Existenzminimums, weil er zu wenige Titel unterbringt. Andere verkaufen fast alles.

Beste Gruesse,

Heinz.

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PvO
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Re:

von PvO (25.06.2008, 09:07)
Genau so sehe ich das auch. Wenn man einen Agentenvertrag hat, dann ist das schon mal die halbe Miete.,

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