Darf man Prominente im Buch erwähnen?

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


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Zoba
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Re:

von Zoba (26.06.2008, 22:11)
Hi PrairieMoon,

suchst du halt mal selbst - war irgendwas mit Steven Spielberg oder so.
Gruß,

Zoba

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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 22:13)
Es war ein deutscher Künstler, noch nicht einmal so bekannt, aber sehr "selbstbewußt". Ich hatte vorher nachgefragt. Und man zierte sich dort. Da habe ich es lieber gelassen.
Der Künstler (aus England), den ich dann fragte, oder vielmehr sein Management antwortete freundlich und positiv.

Mir gab das halt ein sichereres Gefühl nach der Negativerfahrung, auch wenn es vielleicht zwanghaft ist :wink: .

LG

Lorenz.

LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 22:16)
@Zoba

Ob selbst provoziert hin oder her; wie gesagt, auf diesen Abmahnwahn hatte ich einfach keine Lust.


LG

Lorenz

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PrairieMoon
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Re:

von PrairieMoon (26.06.2008, 22:31)
Hey...

Erstmal danke Euch allen für Eure Antworten.

@Zoba: Ich glaube, ich habe den Thread gefunden, den Du meinstest, danke! :)

Wie es ausschaut, werden wir wohl die Namen aus dem Skript nehmen und irgendwie umschreiben. Natürlich könnten (und würden) wir auch bei den Künstlern anfragen, aber das würde dann höchstwahrscheinlich darauf hinauslaufen, daß wir eine ganze Menge Anfragen losschicken müßten, oder aber daß unsere Protagonisten immer nur Musik von ein und dem selben Interpreten hören... Und so überlebenswichtig ist die Nennung der Namen für uns und die Story nicht, daß wir es nicht auch umschreiben könnten.

lg,
~PrairieMoon~
.::free spirit::.

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Zoba
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Re:

von Zoba (26.06.2008, 22:52)
Hi LOFI,

tja - Wagemut und Überzeugung von der eigenen Sache machen so manchen Autor aus.

Lies einfach mal "Christine" von Stephen King. Weder dürfte der gute Stephen bei den diversen Rock'n'Roll-Stars bzw. ihren Rechteinhabern nachgehakt haben, ob er büdde-büdde schreiben kann, daß die böse Christine grad Elvis oder gar einen bestimmten Song (mitsamt Nennung des Titels) der 50er am Laufen hat, während sie Kids niederbügelt, noch glaube ich, daß er bei Chrysler nachgefragt hat, ob er aus einem Plymouth Fury ein Mörderauto als Hauptfigur machen kann.

Ebenfalls ganz nett ist "Es", in dem King gerade mittels Nennung diversester Songs, Künstler, Shows und Gegenständen des täglichen Lebens, alle stets bei vollem Namen benannt, seine Rückblenden besonders authentisch kreiert.

Ich glaube kaum, daß diese Bücher mit einem "ACME" (= no name) Wagen oder "diesem netten Tanzstück aus den 50ern" genau so gut gewesen wären. Und King erwähnt derart viel, daß es höchst unwahrscheinlich ist, daß er nachgefragt hat. Genausowenig werden dies seine Lektoren getan haben.

Wiegesagt, man kann sich seiner Rechte auch bestens selbst entheben.
Gruß,



Zoba



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LOFI

Re:

von LOFI (26.06.2008, 22:57)
@Zoba

1.Wagemut den Wagemutigen.
2. Wenn ich nachfrage, ob ich etwas darf, bricht mir das keinen Zacken aus der Krone, und ich beraube mich dadurch auch nicht selbst meiner Rechte.
3. Und was mich als Autor ausmacht, wirst du nicht wissen.
Zuletzt geändert von LOFI am 27.06.2008, 06:38, insgesamt 2-mal geändert.

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Claire
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Re:

von Claire (26.06.2008, 23:17)
Ich habe in meinem Buch auch Jolie, Klum und Lady Di erwähnt. Bis jetzt hat sich noch keiner beschwert, gut, bei Lady Di wird's auch etwas schwierig. Ich glaube, solange man sie nicht verunglimpft, sehen die das nicht so eng, sondern eher als Werbung.
LG Claudia
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Alexandra_Sperling
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Re:

von Alexandra_Sperling (27.06.2008, 00:57)
Huhu,

tja - interessante Frage. Da es sich um Personen des öffentlichen Interesses handelt sollte eine einfache Nennung (natürlich ohne Wertung und ohne Verunglimpfung etc.) kein Problem sein.

Würde das nicht gehen könnte ja auch kein Journalist einen Artikel über einen Promi schreiben. VIPs haben da weniger Rechte an ihrer Person bzw. deren Nennung als Otto Normalverbraucher...

Anders schaut das natürlich bei Beleidigungen oder dem Abraten von Sachen aus "Der X ist ein Kinderschänder" oder "Kauft ja nicht das Joghurt von Y, davon bekommt man Durchfall". DAS geht natürlich nicht. Aber die Nennung von Buchtiteln, Filmen, Songs, Sängern, Schauspielern, Politikern und so weiter ist kein Problem...

Viele Grüße,
Alex

Moskito
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Re: Darf man Prominente im Buch erwähnen?

von Moskito (27.06.2008, 01:15)
Hi!

PrairieMoon hat geschrieben:
Darf man Prominente in seinem Buch erwähnen? Wir haben in unserem Skript da und dort die Protagonisten Musik hören lassen, und im Zuge dessen auch erwähnt, was bzw wer gehört wird (zB "...im Hintergrund lief ein Song von XY..." oder ähnliches).

Ist das erlaubt oder kann es da rechtlichen Ärger geben? Wir haben keine Songtexte oder CD-Titel im Skript stehen, sondern wirklich nur den bzw die Namen der Interpreten.


Warum soll es da Ärger geben? Wenn man seine Romanfiguren in einer bestimmten Epoche handeln lässt, dann gehören solche Dinge zwingend zum Zeitkolorit. Es gibt reihenweise Bücher, in denen bestimmte Musiktitel oder Interpreten eine entscheidende Rolle spielen (schau dir mal "High Fidelity" von Nick Hornby an; oder "Soloalbum" von Stuckrad-Barre).

Genau so könnte man sich fragen, ob eine Autofirma wie Audi rechtlich was dagegen hat, wenn man die Gangster nach einem Banküberfall in einem Audi S8 flüchten lässt.

Also, tu dir keinen Zwang an. Da werden Gespenster durch das Dorf geprügelt, die gar keine sind. :D

Grüße
M.

Moskito
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Re:

von Moskito (27.06.2008, 01:39)
Alexandra_Sperling hat geschrieben:
"Kauft ja nicht das Joghurt von Y, davon bekommt man Durchfall". DAS geht natürlich nicht.


Nachfrage von meiner Seite: Warum geht das nicht?

Ich bin der festen Auffassung, dass so etwas geht - so lange man es nicht als allgemeine Wahrheit verkauft, sondern als Aussage einer Romanfigur. Ein Roman ist fiktiv, seine Figuren sind fiktiv, und somit auch die Aussagen, die solche Figuren machen. Denn das sind keine allgemeingültigen Aussagen, sondern eben Aussagen einer fiktiven Figur in einem Roman.

Kleine Dialogszene:

Max: "Beeil dich. Wir müssen noch für das Wochenende einkaufen."

Tanja: "Kannst du das nicht alleine machen?"

Max: "Sicher - und nachher beschwerst du dich wieder, weil ich die falschen Sachen eingekauft habe."

Tanja: "Nein, tue ich nicht."

Max: "Ach, wirklich?"

Tanja: "Ja, wirklich. Du darfst nur nicht diesen Bananen-Joghurt von Bauer kaufen, davon bekomme ich immer Durchfall."


Und das soll nicht gehen? Eine Romanfigur sagt etwas Persönliches über ein bestimmtes Produkt - und das ist nicht erlaubt?



Ein Beispiel auf dem Film "Ronin" (Minute 12 bis 14):

Deidre: "Larry, können Sie Vincent schon sagen, was Sie brauchen?"

Larry: "Einen möglichst schnellen Wagen. 'n Audi S8. Einen Wagen, der ein bisschen Power hat."

Vincent: "Kein Problem. Besorg ich bis heute abend."

Larry: "Und ich brauch ein spezielles Nitro-Einspritzsystem. Ich hab die technische Beschreibung mitgebracht."

[...]

Larry: "Und ich brauch größere Einspritzdüsen. Die von Bosch bringen's nicht."



Ich galube nicht, dass die von Bosch die rechtliche Erlaubnis eingeholt haben für den Satz "Die von Bosch bringen's nicht." :D

Grüße
M.

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hawepe
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Re:

von hawepe (27.06.2008, 07:47)
Hallo Gerhard,

Gerhard hat geschrieben:
Und ich glaube, da gibt es auch Unterschiede zwischen Büchern und Zeitungen,


Der grosse Unterschied ist vor allem, dass Zeitungen in der Regel tagesaktuell berichten. Eine aktuelle Berichterstattung muessen sich Personen des oeffentlichen Interesses aber gefallen lassen. Dass sie es manchmal anders sehen, ist klar.

Bei Buechern sieht es etwas anders aus. Wer nur kurzzeitig in die Schlagzeilen geriet, ist einige Jahre spaeter keineswegs mehr immer eine Person des Zeitgeschehens.

denn ich glaube nicht, dass ein Journalist bei Britney Spears nachfragt, wenn er mal wieder über ihre Probleme schreiben will.

Auch Paparazzis machen doch Fotos ohne zu fragen.


Natuerlich, weil sie nicht Lieschen Mueller, sondern irgendeinen Prominenten im Visier haben.

Wenn ich also einen Roman über einen Mann schreiben will, der sich mit Verzücken an seine 60er und 70ger Jahre erinnert und schmachtend an Donovan, Bee Gees, Dave Dee & Co und die vielen anderen denkt, muss ich bei allen nachfragen?????


Nein.

Erstaunlich finde ich, dass in diesem Thread nur geschaut wird, was gestattet ist. Das ist in Gesetzen selten formuliert. Meistens steht dort, was verboten ist. Also kann man nur schauen, ob irgendetwas gegen eine Nennung sprechen koennte. Urheberrecht? Markenrecht? Wettbewerbsrecht? Meiner Meinung geben die alle drei nichts her bei einer Nennung.

Beste Gruesse,

Heinz.

LOFI

Re:

von LOFI (27.06.2008, 09:28)
So, ist mir wieder eingefallen:

Ein Angebot eines DKZV (welcher es war, weiß ich nicht mehr, hatte mehrere Angebote, habe aber keines angenommen cheezygrin cheezygrin cheezygrin ) hatte ein Infoblatt dabei, welches eine Checkliste beinhaltete, was rechtlich zu beachten sei. Und da stand eben u.a., dass empfohlen wird, sicher zu gehen, dass die namentliche Nennung prominenter Persönlichkeiten sowie ihrer Werke im Einklang mit dem Einverständnis dieser stattfindet.
Da frage ich mich, warum die das schreiben.
Vorher habe ich mir darum auch keine Gedanken gemacht.

LG

Lorenz

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Zoba
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Re:

von Zoba (27.06.2008, 09:48)
Hi,

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Da frage ich mich, warum die das schreiben.


Vermutlich weil sie Einiges miteinander verwechseln.

Selbstverständlich bekommst du ein Riesenproblem, und ziemlich sofort eine Abmahnung sobald das entdeckt wird, wenn du ein Werbephoto von Coca-Cola oder Hermes im Internet auf deiner Seite verwendest, oder noch schlimmer, du benutzt es auf Ebay. Schießt du jedoch diesen Gegenstand selbst und bildest ihn ab, ist das kein Problem.

Außerdem gabs das Verbot von Billers "Esra" durch das Bundesverfassungsgericht. Das ist allerdings eine ganz andere Nummer als die Erwähnung eines Songtitels während zwei Protagonisten tanzen. Dort wurde eine Biographie mit ziemlich ehrabschneidenden Inhalten als fiktives Werk "verkauft", tatsächlich aber berichtete der Autor über Sexualpraktiken und Sexualleben seiner Ex und deren Tochter und zwar so, daß halbwegs Eingeweihte diese wiedererkennen konnten.

Wenn dann halbgare Rechtsanwälte, die das Internetabmahnwesen (deren Fälle an sich und selbst bereits meistens einem Gerichtsverfahren garnicht standhalten) meinen, 1:1 übertragen zu müssen, weil sie zu faul sind, sich in die Materie einzuarbeiten, dann kommt so etwas dabei raus.
Gruß,



Zoba



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hwg
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Re:

von hwg (27.06.2008, 16:52)
Gängige "Markennamen" dürfen ohne weiteres auch im Zusammenhang mit einem fiktiven Text verwendet werden. Allerdings wird beinahe jeder Lektor deren Verwendung, sofern der Name für den Text unerheblich ist,
herausstreichen.

Schließlich genügt es, wenn der Protagonist sich an einer Cola verschluckt, ein Malzbier verschüttet, eine nicht angezündete Filterzigarette im Mund hält oder eine im Supermarkt gestohlene Banane südamerikanischer Herkunft als ungenießbar bezeichnet.

"Das hauchdünne Etwas an Ines hob sich im Wind wie seinerzeit bei Marilyn Monroe im Film", bedarf keiner Erlaubnis von irgendwem. Würde aber zum Beispiel "Pit besitzt eine ebenso häßliche Nase, wie Ben Becker eine hat", im Text stehen, könnte theoretisch eine rechtlicher Anspruch auf "Richtigstellung" des Sachverhaltes geltend gemacht werden.

Streichen würde ich als Lektor überdies auch "Er trank die Cola..." - was sollte er auch sonst damit tun, außer vielleicht wegschütten. Schrecklich sind auch Sätze wie "Die Sonne lacht vom Himmel" oder "Er lief durch den Regen und wurde dabei klitschnass".

Derartige Formulierungssünden müssten eher rechtlich beeinsprucht werden dürfen, als eine vom Autor als unbedingt notwendig empfundene Verwendung eines ohnehin weltbekannten Markennamens.... :lol:

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PrairieMoon
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Re:

von PrairieMoon (30.07.2008, 20:03)
Hallo zusammen!

Da sind wir mal wieder mit einer neuen Frage in diesem Zusammenhang:

Sehe ich das richtig, daß man einen Songtext bzw. Teile eines Songtextes in seinem Buch nur dann abdrucken darf, wenn man selbst das Copyright darauf besitzt bzw. das OK des Copyright-Inhabers besitzt?

Wenn dem so ist, wie kann ich herausfinden, wer das Copyright eines bestimmten Textes hat? In unserem konkreten Fall geht es um ein nicht gänzlich unbekanntes Stück von John Denver - der ist allerdings schon seit längerem tot und damit wohl nicht mehr ansprechbar zum Thema Copyright und Nutzungserlaubnis...

Oder geht so ein kurzer Auszug aus einem Songtext (wir wollen wenn dann nur einige Zeilen in den Text einbinden, nicht das komplette Lied) noch als Zitat durch?

lg,
~Moon~
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