Gibt es Verlage ohne Erstdruckkostenbeteiligung?

Euer Forum für Diskussionen zum Thema Self-Publishing und Buchveröffentlichung.


Benutzeravatar
Judith
Beiträge: 3903
Registriert: 05.08.2007, 10:45
Wohnort: Schwobaländle

Re:

von Judith (04.07.2008, 12:41)
Ja, so nach 10.000 Exemplaren wäre ich dann auch in die schwarzen Zahlen gekommen - Werbung nicht mitgerechnet. Nun ja, ich habe immerhin von meiner BoD-Variante schon ca. 180 verkauft, würden ja nur noch 8200 fehlen. :wink: Allerdings war der Kostenvorschlag für ein Buch ohne Zeichnungen. Und das für Kinder von 4 - 7 Jahren?

Grüßle,
Judith
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

M-F Hakket
Beiträge: 1580
Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (04.07.2008, 13:27)
Mensch, wenn ich von einem Buch 10000 Stück verkaufen würde, dann würde ich dem Autor einen roten Teppich ausrollen und ihn auf Knien bitten, das nächste Buch auch bei mir zu machen. Ohne Kostenbeteiligung, natürlich.

Gruß
Hakket

Benutzeravatar
Claire
Beiträge: 709
Registriert: 07.12.2007, 09:32
Wohnort: Bochum

Re:

von Claire (04.07.2008, 15:01)
@Judith

Ach, was auch toll ist, in dem Angebot steht: DKZ-Verlage würden ein Vielfaches des Preises verlangen.


So oder so ähnlich stand's auch da. Ein VK-Preis wurde noch gar nicht erwähnt.

@Hakket

"Ab 10000 verkauften Exemplaren ..." Ja, ne, ist klar.


Das dachte ich mir auch.

Wenn ein Manuskript so gut ist, dass mit 10.000 Exemplaren zu rechnen ist (Warum machen die so eine Rechnung sonst auf? :? ), dann sollten sie einem wirklich die Bude einrennen! :P
LG Claudia
Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

Benutzeravatar
Seshmosis
Beiträge: 644
Registriert: 09.10.2007, 20:49
Wohnort: Binzwangen

Re:

von Seshmosis (04.07.2008, 15:31)
Judith hat geschrieben:
Nun ja, ich habe immerhin von meiner BoD-Variante schon ca. 180 verkauft, würden ja nur noch 8200 fehlen.


Nach meiner Rechnung fehlen da auf die 10.000 aber noch 9.880.
Oder hast Du schon 1.800 verkauft?

:lol:

Benutzeravatar
Seshmosis
Beiträge: 644
Registriert: 09.10.2007, 20:49
Wohnort: Binzwangen

Re:

von Seshmosis (04.07.2008, 15:40)
@ CeKaDo

Übrigens "Verlag kommt von verlegen oder vorlegen (des Geldes)" ist schon ein sehr sehr alter Zopf. Niemand der heute Schmidt heißt, ist auch noch Schmied oder hat die Verpflichtung, ein solcher zu sein.


Da ist ein Denkfehler drin!
Ein Mensch, der sich heute sich als Schneider, Bäcker, Metzger, Schuster oder Schmied bezeichnet, sollte tunlichst diesen Beruf erlernt haben. Wenn nicht, steigt ihm schnell die Gewerbeaufsicht aufs Dach. Das gilt natürlich auch für sämtliche Ableitungen wie Schneiderei, Bäckerei usw.
Diese Firmen haben ihre Bezeichnung ja nicht von ihren Vormietern oder Vorbesitzern ererbt.

Der Verlag heißt ja nicht Verlag mit Famliennamen, sondern nennt sich auf Grund seiner aktuellen Tätigkeit so. Der "Fischer Verlag" z.B. ist zwar kein Fischer, aber ein Verlag.

Benutzeravatar
Zoba
Beiträge: 1309
Registriert: 23.11.2007, 18:15
Wohnort: Süden

Re:

von Zoba (04.07.2008, 15:55)
Hi,

Ein Mensch, der sich heute sich als Schneider, Bäcker, Metzger, Schuster oder Schmied bezeichnet, sollte tunlichst diesen Beruf erlernt haben. Wenn nicht, steigt ihm schnell die Gewerbeaufsicht aufs Dach. Das gilt natürlich auch für sämtliche Ableitungen wie Schneiderei, Bäckerei usw.
Diese Firmen haben ihre Bezeichnung ja nicht von ihren Vormietern oder Vorbesitzern ererbt.


Ganz so ist es - Gottseidank - zwischenzeitlich nicht mehr! In den letzten Jahren wurden endlich viele der noch vor allem aus dem 3. Reich stammenden Berufsausübungshindernisse und -verbote aufgehoben. Es bleibt zu hoffen, daß die Berufsfreiheit in naher Zukunft auf das Maß ausgedehnt wird, das im Ausland seit jeher völlig normal ist. Da fehlen noch einige wichtige Berufszweige, die hierzulande leider mit einer unerträglichen Lobby alte Nazivorrechte verteidigen.
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Benutzeravatar
Seshmosis
Beiträge: 644
Registriert: 09.10.2007, 20:49
Wohnort: Binzwangen

Re:

von Seshmosis (04.07.2008, 16:26)
@ Zoba

?????

Hier ging es nicht um Nazivorrechte, sondern um den logischen Fehler von CeKaDo, der eine Firmenbezeichnung mit der ursprünglichen Bedeutung eines Famliennamens gleichsetzte.

Sollte ich bei meinem Bemühen, den Denkfehler zu veranschaulichen, irgendwelche "Berufsausübungshindernisse des Dritten Reiches" berührt haben, so tut mir das leid.
Manchmal kommt es mir so vor, dass manche Beiträge nur falsch verstehen wollen, um ihre Kenntnisse einzubringen.

Die Bedeutung des Begriffs Verlag war das Thema und der Begriffswandel, der bei einem Teil der Involvierten wohl in den letzten Jahren stattgefunden hat.

büchernarr

Re:

von büchernarr (04.07.2008, 17:00)
Hallo Zoba;
ich nehme an, dass Du mit den Nazivorrechten die Handwerksordnung meinst. Diese allerdings beginnt bereits im Mittelalter mit den Zünften und hat mit den Nazis rein garnichts zu tun. Als Handwerker bin ich übrigens der Meinung, dass die Handwerksordnung, und dami der Meisterzwang, in verschiedenen Berufen (dort, wo es um die Sicherheit der Menschen geht, z.B. Elekriker oder Gastechniker) durchaus ihre Berechtigung hat.
Grüße
Bernd

Benutzeravatar
Zoba
Beiträge: 1309
Registriert: 23.11.2007, 18:15
Wohnort: Süden

Re:

von Zoba (04.07.2008, 17:38)
Hi Büchernarr,

klar haben die Zünfte und Handwerksrollen ihren Ursprung im Mittelalter, die damit verbundenen Berufsverbote für Handwerker, die nicht in ihr eingetragen sind, wurden in praktisch allen europäischen Staaten (auch kurzfristig in Deutschland) jedoch bereits teils lange vor ~1920 aufgehoben, von den Nazis jedoch wieder eingeführt und stark ausgeweitet. Übrigens nicht nur Handwerker, auch eine ganze Reihe weiterer Berufsge-/verbote stammen aus der Zeit und betreffen auch Freiberufler. Sonst hätten wir derzeit denselben Status Quo wie zB Frankreich.

Der Grund dafür war, daß die wenigsten Juden über anerkannte Prüfungen verfügten und so sehr leicht aus ganzen Berufsfeldern ausgeschlossen werden konnten. Übrigens gabs eine ähnlich gelagerte und begründete Problematik bereits bei der Gründung der Zünfte im Mittelalter, auch dort gings maßgeblich ums Aussperren der Juden aus "ehrbaren Berufen".

Daß staatliche Prüfungen für Berufe mit sicherheitsrelevanten Bereichen angebracht sind, stelle ich nicht in Abrede. Aber die Verbote betrafen unlängst alle Lehrberufe und wurden bisher nur unzureichend aufgelockert, wo es kein öffentliches Sicherheitsbedürfnis gibt. Im Verhältnis zu zB Frankreich oder den Niederlanden gibt es in Deutschland nach wie vor keine echte Berufsfreiheit.

@Seshmosis:

Deine Erklärung zum Wort "Verlag" ist mir nicht entgangen. Die meinte ich auch nicht, sondern ich hatte den Absatz, den ich mit meinem Kommentar meinte, der Deutlichkeit halber zitiert. :D
Gruß,



Zoba



-----------

"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Benutzeravatar
Zoba
Beiträge: 1309
Registriert: 23.11.2007, 18:15
Wohnort: Süden

Re:

von Zoba (04.07.2008, 18:40)
Hi,

was mich übrigens doch etwas erstaunt, ist daß es überhaupt noch solche Zuschußverlage gibt. BoD-Verlage gibts ja nicht erst seit gestern (Lulu ist ja nun auch schon etwas länger am Markt zB), warum würde jemand bei einem teuren Druckkostenvorschußverlag völlig ohne Lektorat, Korrektur usw. veröffentlichen wollen? Wie halten sich diese Verlage über Wasser?
Gruß,



Zoba



-----------

"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

büchernarr

Re:

von büchernarr (04.07.2008, 18:54)
Hallo,
Ist doch gar kein Problem. In jedem Zug sitzt ein Du.... und jeden Morgen steht ein neues Opfer auf.
Gruß

Benutzeravatar
Zoba
Beiträge: 1309
Registriert: 23.11.2007, 18:15
Wohnort: Süden

Re:

von Zoba (04.07.2008, 19:03)
Hi Büchernarr,

bei SOLCHEN Preisen :shock:: :roll: :shock:: ?

Ich glaub ich mach so ne Klitsche auf... :twisted:

Ich habe grad in die Preisliste meines Druckers gesehen, selbst bei dem wäre das billiger zu haben und er druckt üblicherweise Kunstdrucke, Lithos etc.. Ich hab da echt ein Problem mit der Vorstellung, daß die echte Kunden haben und nicht ausschließlich erfundene.
Gruß,



Zoba



-----------

"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

LOFI

Re:

von LOFI (04.07.2008, 19:47)
Hi,

ich glaube, es gibt sehr viele neue Autoren, die nur Absagen bekommen und plötzlich eine Zusage von einem DKZV, und nicht nur eine Zusage, sondern eine besonders lobende Zusage, als wenn gerade dieses Manuskript das lang ersehnte Non plus ultra sei. Wer zum ersten Mal veröffentlichen will und ein absoluter Neuling ist und dazu regale mit Absagen voll hat, schlägt hier schon mal gerne zu, könnte ich mir vorstellen.

LG

Lorenz

M-F Hakket
Beiträge: 1580
Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (04.07.2008, 20:02)
@ Zoba:
Ich habe auch lange überlegt, warum es Autoren gibt, die statt, z.B. 1000€ für eine Veröffentlichung, 15000 € für die gleiche Leistung bei einem anderem DKZV bezahlen.

Ich persönlich habe keine Antwort darauf gefunden. Ein befreundeter Verleger meinte, das sei nochvollziehbar. :shock::
Es gibt eben Menschen, die glauben, dass, wenn sie mehr bezahlen, das Ergebnis besser ist, obwohl es an sich die gleiche Leistung ist

Klingt merkwürdig, aber irgendwie einleuchtend.

Wenn ich für eine bestimmte Leistung 1000€ bezahlen kann, und dann sehe, dass ein anderer dieselbe Leistung für 15000€ bietet, bekomme ich den Eindruck, dass der teure ja irgendwie seriöser sein muss. Wenn er soviel mehr Geld nimmt, kann der andere ja nicht viel taugen.
In meinem Kopf schwirrt also der hohe Betrag, und ich denke mir, dass, wenn der andere so viel billiger ist, er ja an irgendetwas sparen wird. Bezahle ich mehr, sagt mir mein Unterbewustsein, dass die Leistung ja besser ist.
"Ich möchte das Beste vom Besten. Und das Beste ist eben am teuersten." dozey:

Erstaunlicherweise denken viele so.

Gruß
Hakket

Benutzeravatar
Claire
Beiträge: 709
Registriert: 07.12.2007, 09:32
Wohnort: Bochum

Re:

von Claire (04.07.2008, 20:03)
@Lofi

Wer zum ersten Mal veröffentlichen will und ein absoluter Neuling ist und dazu regale mit Absagen voll hat, schlägt hier schon mal gerne zu, könnte ich mir vorstellen.


Hinzu kommt, dass sie vorgauckeln, ein "richtiger Verlag mit angesehenem Namen zu sein". :twisted:
LG Claudia

Jede Katze ist ein kleiner Druide! Sie leben im Hier und Jetzt. Wir sollten uns ein Beispiel daran nehmen! Wir müssen ja nicht unbedingt schnurren.

Zurück zu „Self-Publishing“


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

Über BoD

BoD™ ist die führende deutsche Self-Publishing-Plattform. Seit mehr als 20 Jahren sind wir die Anlaufstelle für das einfache, schnelle und verlagsunabhängige Veröffentlichen von Büchern und E-Books. Bereits mehr als 40.000 Autoren haben sich mit uns den Traum vom eigenen Buch erfüllt.