Wieviel verdient man so als Schriftsteller?

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Zeitl0ch
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Re:

von Zeitl0ch (05.07.2008, 23:30)
Ich gebe jetzt mal direkt zu, dass ich den Thread nicht komplett gelesen habe, ist ja auch schon sehr angewachsen. Aber bei dem genzan Hin- und Her über A.P.´s Einstellung muss ich mal etwas anmerken, das ich nicht zu genau erklären möchte.
Hier sind zwei Zitate von Albert Camus:
1."Das absurde Leben ist es wert, gelebt zu werden."

2."Andere, Fürsten im Reiche des Geistes, haben auch entsagt - jedoch durch den Selbstmord des Denkens im Moment seiner reinsten Auflehnung."

Hier ist von etwas die Rede, von dem wohl garde die Autoren (auch die Musiker), die Erfolg haben und besprochen werden (!), eine Ahnung haben. Hat man die Grundlagen einmal verstanden, findet man die Hinweise überall. Der Prozess, den die Geistesgeschichte in der Gegenwart vollzieht, ähnelt Hesse´s Glasperlenspiel, in dem es Meister gibt. Kann denn finanzieller Erfolg der Sinn kultureller Tätigkeit sein? Hat das Glasperlenspiel nicht wichtigere Gegenstände, wenn gleich es zum guten Ton gehört, sich über ökonomische Bedingungen im Klaren zu sein? Kennt das eigene Schaffen andere Werte als den des Geldes, hat man vielleicht absurderweise Erfolg, während man absurderweise arm bleibt, wenn man nur zum Geldverdienen produziert.
Ich hoffe, es stört nicht weiter, wenn ich so ein bisschen mystele.

hwg
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Re:

von hwg (06.07.2008, 08:49)
Bin erst jetzt dazu gekommen, die letzten Beiträge hier genau zu lesen.

Dabei ist mir der Satz "Jeder muss wissen, was er will" (hoffentlich halbwegs originalgetreu zitiert) aufgefallen. Er trifft den Kern.

Will ich als so genannter Freizeitautor mit fixem Einkommen aus einer anderen beruflichen Tätigkeit meine "Kunstwerke" gedruckt sehen, oder will ich als Autor genügend Honorar für den täglichen Bedarf verdienen?

Von "Star" oder "Reichtum" ist dabei nicht die Rede, doch es ist legitim, als Berufsautor zu schauen, dass man auch finanziell über die Runden kommt. Und das scheint mir mit "Schöngeistigkeit" allein und durch Veröffentlichungen, für die ich bezahlen sollte, eher undurchführbar.

Übrigens, auch "hochkarätige" Schriftsteller (nicht beim Einkommen, sondern in der Beurteilung ihres Schaffens), begeben sich - meistens pseudonym - oft in die "Niederungen" von Auftragsarbeiten, womit sie ihr Salär aufpäppeln.

Selbstverständlich steht es jedem frei, seiner Schreiblust nachzugehen und für Leser der Produkte zu sorgen.

Was mich stört, sind die oft unqualifizierten Äußerungen von Kollegen gegenüber Autoren, die für ihre für ein Massenpublikum gedachten und von Aufträgen der Verlage und Redaktionen abhängigen Arbeiten offen eintreten.

wortaholic

Re:

von wortaholic (17.07.2008, 19:32)
den kommenden bestseller von A.P. nehme ich doch sofort ins verlagsprogramm.
eventuell sollte an der rechtschreibung noch ein wenig gefeilt werden (vorraus - voraus).

Juan
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Re:

von Juan (17.07.2008, 19:43)
wo ist A.P denn nun?

Also ich kann dazu nur sagen das ich das ziemlich utopisch halte was hier erzählt wurde von mind 20.000 im jahr etc, ich mein die chance das sein buch ein knaller wie harry p. oder herr der ringe wird bezweifel ich stark, oder ein drehbuch für einen kinoknaller der 40 000 mio us dollar einstreicht.

naja man sollte wie schon gesagt wurde mal über den tellerrand hinweg sehen oder wie ich es immer gerne sagen, weiter denken als ne fette sau springt, ohne jetzt jemanden angreifen zu wollen :P

ich mein du machst ja auch kein schauspielstudium weil du denkst du wirst der nächste antonio banderas oder Nicolas Cage und wenn du nicht sicher bist das du mind 20 millionen pro stück an land ziehst, hörst du ja auch nicht gleich auf zu studieren... jeder muss sich erstmal hocharbeiten, egal womit er anfängt.

ein bill gates fing in der garage an, ich glaube nicht das er damals schon das ziel hatte mehrere millionen im jahr zu machen..
There is no genious without Passion.

Thesken

Re:

von Thesken (17.07.2008, 20:24)
@ Elli: Das weiß ich jetzt gar nicht o genau, muss ich mich wirklich mal schlau machen. Ich weiß aber, dass man selbst entscheiden kann, ob man sein Buch über Buchhandel und Barsortiment anbieten möchte, jedes seperat, mit jeweiligem Rabatt angegeben.

Schönen Abend noch.

Liebe Grüße,
Theresa

Laura
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Re:

von Laura (17.07.2008, 21:20)
Hallo A.P., schaue dich doch mal in folgendem Forum der Geschichtenweber um: http://23994.rapidforum.com da kannst du dich mit Leuten austauschen, die zwar von vielleicht einer Ausnahme abgesehen auch nicht vom Schreiben leben aber zumindest auch nicht im Eigenverlag o.ä. veröffentlichen sondern einen professionellen Anspruch haben. Gruß Laura

wortaholic

Re:

von wortaholic (18.07.2008, 10:53)
um wieder auf die eingangsfrage von A.P. nach den verdienstmöglichkeiten zurückzukommen:
auf der homepage der KSK (www.kuenstlersozialkasse.de) ist die aktuelle einkommenstatistik einsehbar (stand 1.1. 2008).
im bereich wort ergibt sich ein durchschnittseinkommen von 15.638 euro (männlich 17.987, weiblich 13.306).
durchschnitt aller künstlerischen berufe ca. 12.000 euro.

wer hat mein geld ?

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Seshmosis
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Re:

von Seshmosis (18.07.2008, 11:51)
Man beachte: Hierbei handelt es sich um das

Jahreseinkommen!

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Judith
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Re:

von Judith (18.07.2008, 12:19)
... und brutto.
Du willst mehr wissen? Bitte hier - meine Website.

wortaholic

Re:

von wortaholic (18.07.2008, 13:00)
gemeldet an die KSK werden jahreseinnahmen abzüglich betriebsausgaben (zudem vorausschätzung für 2008, könnte also durchaus höher/tiefer liegen)

Arachne
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Re:

von Arachne (18.07.2008, 18:19)
Elli hat geschrieben:
Nur aus Neugier - ich habe mal versucht, einige Bücher von Shaker Media bei Amazon zu finden, leider vergeblich.
Stellt Shaker seine Bücher grundsätzlich nicht bei den Versanbuchhändlern ein - oder hab ich vielleicht einen Thread verpasst???


Also ich hab auch gesucht, und es war ganz einfach. Bei erweiterte Suche/ Verlag angeben: Shaker, nicht Shaker Media, sonst findet er nur ganz wenige, während beim Suchwort Shaker auch alle Shaker Media mit dabei sind, ich weiß nicht warum. Es waren glaube mehr als 3000 Treffer, natürlich auch "richtig verlegte" Bücher.

Sigrid

Nekromant
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Re:

von Nekromant (05.10.2008, 15:36)
Hallo A. P.,

Also ich habe mir die Antworten mal durchgelesen, die andere User gepostet haben und kann da nicht so ganz zustimmen. Entweder liegt es an der deutschen Starrköpfigkeit und den hierzulande weitverbreiteten Glauben an wirre Behauptungen ohne diese zu hinterfragen oder es liegt ganz einfach an Desinformation. Du kannst es dir aussuchen... ;)

Die Sache ist wie folgt. Wenn man Schriftsteller werden möchte und man es sich vom Jugendalter an vorgenommen hat, weil man es für seine Bestimmung hält etc. etc... dann kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass sich dein Leben auch an diesen Job anpassen muss.
Ein Mann, der Schriftsteller ist, sollte unbedingt davon absehen sich eine anspruchsvolle Frau zuzulegen oder eine exklusive Freundin oder was weiß ich. Ist doch klar, oder? Denk immer daran, dass du womöglich nicht das Leben deiner Freunde oder anderen Bekannten leben können wirst. Soll heißen, dass du vermutlich nie in einem Eigenheim oder in einem Penthouse mit Ausblick auf die Bucht von Lissabon leben wirst. Aber wem erzähle ich das, du willst doch schließlich Schriftsteller werden, oder etwa nicht?
Auch solltest du dringend davon absehen dir ein eigenes Auto anzuschaffen [weder kaufen, noch leasen!]. Autos fressen auch Beamten die Haare vom Kopf, und sind, sofern man in einer Großstadt lebt, vollkommen nutzlos. Und du mit deinem mäßigen Schriftstellerhonorar wirst wohl kaum eine Privatkarosse unterhalten können. Also, wenn du etwas derartiges dein Eigen nennst, dann schnellstens eine Verkaufsanzeige in die Zeitung eintragen lassen und weg mit dem Kontoterminator.

Es gibst einen amerikanischen Autor namens William Gibson, der heute in Vancouver, Kanada lebt. Er war in seinen Jugendjahren ein Hippie und gondelte mit seiner Freundin und späteren Ehefrau durch Europa; griechische Inseln, spanisches Festland, was Hippies halt so gemacht haben... ;)
Jedenfalls hatte er dann geheiratet und angefangen an der University of British Columbia "Englische Literatur" zu studieren. Nach dem Studium hatte er sich dann dem Schreiben gewidmet. Seine Frau war ausgebildete Lehrerin und vediente genug um sie beide über Wasser zu halten. Anspruchsvoll war ihr Leben keineswegs, und sie hatten obendrein ein kleines Kind zu versorgen. Seinen ersten Roman, "Neuromancer", hatte Gibson natürlich seiner Frau gewidmet.
Du siehst also, die meisten Schriftsteller brauchten anfangs jemanden um bei der Stange bleiben zu können. Gibson hatte großes Talent, konnte es aber nur mit Hilfe voll ausschöpfen.

Aber nicht jeder Autor hat derartiges Glück. Philip K. Dick, der bekannteste Science-Fiction-Autor der Vereinigten Staaten, hatte auch großes Talent und noch größere Ambitionen. Er studierte Germanistik, arbeitete danach in einem Plattenladen als Verkäufer, und schrieb nebenher vor sich hin, überwiegend Kurzgeschichten. Anfang der 50er hat er dann eine professionelle Schriftstellerkarriere gestartet. Diese verlief aber keineswegs sonderlich glorreich. Seine Werke machten ihn berühmt und brachten ihm zahlreiche Fans auf dem gesamten Globus ein. In wirklich jedem Land der Erde, selbst im Hinterland von Australien oder in den Favelas von Sao Paulo wirst du Philip K. Dick-Fans finden. Kaum ein Autor, außer Stephen King, Joanne K. Rowling und Dan Brown, hat es zu größerer Berühmtheit gebracht. In Hollywood wird er zu den beliebtesten Autoren gezählt und kaum ein Produzent würde auf den Ewerb einer Philip K. Dick-Story freiwillig verzichten. Man kämpft sogar mit Heimtücke und perfiden Tricks um die Rechte an Dick's Romanen und Short Stories [Typisch für Hollywood...].
Seine Kinder, drei an der Zahl, sind heute Millionäre aufgrund der zahlreichen Hollywoodverfilmungen. Um Klarheit zu schaffen, hier sind Filme, die auf Dick's Geschichten basieren: "Blade Runner", "Total Recall", "Paycheck", "Minority Report", "A Scanner Darkly", etc.

Nun, Dick selbst war Zeit seines Lebens ein armer Mann. Er lebte in einem kleinen Haus irgendwo in Kalifornien, hatte insgesamt zwei Katzen, und tippte, oft nachts, seine Geschichten. Es gab Zeiten in denen er sich sogar von Hundefutter ernähren musste weil er kein Geld für menschliche Nahrung hatte. Die Miete konnte er grade noch so berappen, weil er neben dem Romanschreiben auch noch Stories für Groschenromane verfasste. Oft war es Zeug, dass er nie freiwillig zu Papier gebracht hätte. Er tat es nur des Überlebens willen. Nun, selbst in den USA reicht Talent nicht aus um ein reicher Autor zu werden. Das Märchen, dass in Amerika alles leichter ist, stammt noch aus dem 18. Jahrhundert, als dort wirklich alles leichter war, aber heute keine Gültigkeit mehr hat.

Jedenfalls bewegte sich Philip K. Dick immer auf der Grenze zwischen Armut und mäßiger Mittelschicht. Größtenteils war er arm und musste aufgrund seiner Schriftstellertätigkeit auf vieles verzichten.
Seine Honorare dürften in etwa so hoch gewesen sein wie unsere deutschen Autorenhonorare heutzutage. Und manche von unseren sind sogar noch höher (!) als damals.
Ach ja, und verheiratet war er auch noch, und zwar fünfmal (!).
Er wollte halt Schriftsteller werden und hat viel Verzicht in Kauf genommen um dieses Leben führen zu können. Hätte Dick Geld, ein großes Haus und eine tolle Karosse haben wollen, hätte er mit Sicherheit den Job gewechselt und alles hingeschmissen. Hat er aber nicht...

Schriftsteller sind eben völlig andere Menschen, und nicht jeder kann Schriftsteller werden. Leute, die in diesem Bereich tätig werden, hatten oft ein problematisches Verhältnis zu sich selbst während ihrer Jugendphase und litten unter Druck seitens Familie, Lehrer, oder dem Gefühl von Einsamkeit als Kind oder Teenager, welches sie nun als Erwachsene mit dem Schreiben kompensieren möchten. Sie schreiben, weil sie sich dazu berufen fühlen und nicht anders können. Daher haben echte Schriftsteller auch nicht die Ansprüche anderer Menschen, und durch diese Askese gelingt es vielen von ihnen vom Schreiben leben zu können.

Jemand hat hier geschrieben, dass angeblich nur 99,5 % aller weltweit publizierten Autoren vom Schreiben leben können. Gemeint sind hier alle weltweit publizierten Autoren, die ein einigermaßen normales Leben anstreben, eine Familie [groß oder klein] haben, und auch sonst auf möglichst wenig verzichten wollen. Deshalb haben sie noch ihren Alltagsjob und schreiben nebenbei. So ist das halt...





FAZIT: William Gibson schrieb bislang 9 Romane und einige Kurzgechichten in seiner Karriere und ist heute Multi-Millionär.
Philip K. Dick schrieb 60 Romane und 120 Kurzgeschichten und war ein armer Mann, der sogar für eine gewisse Zeit drogenabhängig war [aber geheilt wurde], fünfmal verheiratet war [hohe Kosten!] und vermutlich auch psychische Schwierigkeiten hatte, und trotzdem vom Schreiben gelebt hat, koste es was es wolle. Er war eben ein Workaholic, was man von Gibson anhand seines geringen Outputs nicht behaupten kann. smart2

Schreibe einfach dein Zeug, lebe dein Leben, aber glaube nicht, dass du finanziell gut abgesichert sein wirst oder dich mit jeder Frau/jedem Mann zusammenschließen kannst. Als Lebenspartner kommt eigentlich nur eine kunstinteressierte Person in Frage, in der Art wie man sie in Gallerien oder auf Buchmessen antrifft. Eine Bibliothek ist auch ein Tempel der Zusammenkunft.
Willst du mal in einem anderen Land leben? Dann musst du woanders das nötige Geld verdienen, weil Schriftsteller in der Regel eingesperrte Individuen sind und festsitzen, und nur in ihrer Ideenwelt Ausflüge zu anderen Kontinenten machen. Es ist ein hartes Brot, für das sich "normale", materielle Menschen für gewöhnlich nicht entscheiden [die werden eher Betriebswirtschaftler, Ärzte, Ingenieure oder Beamte].
Wenn du mir einen Schriftsteller nennen kannst, der völlig normal und 100% gesellschaftsfähig erscheint, dann sag's mir bitte, weil das wäre echt der Knüller des Jahrtausends. thumbbup
Gestehe dir ein, dass du eher zu den gesellschaftlichen Außenseitern gehören wirst, wenn du diesen Beruf ergreifst. Es wird sogar Leute geben, die Witze über deine Vorhaben machen. Umgib dich daher mit Gleichgesinnten. book:

Ach ja, und wenn du mit dem Gedanken spielst ein Haustier besitzen zu wollen, dann kommt nur eine Katze in Frage. Hunde sind nur zeitraubend und halten dich von der Arbeit ab. Und sag auch niemandem, dass du Schriftsteller bist, sondern behaupte stets, dass du im "journalistischen Bereich" arbeitest. Es kommt nicht so arrogant rüber... 8) Und die Leute werden auch nicht denken, dass du ein hoffnungsloser Eremit bist.

In diesem Sinne,

Viel Glück! cool5

M-F Hakket
Beiträge: 1580
Registriert: 20.08.2009, 13:37

Re:

von M-F Hakket (05.10.2008, 17:55)
@ Nekromant:
Was genau willst du uns sagen? blink3 cheezygrin

Mal abgesehen davon, dass das, was du schreibst, zwar nicht falsch und/oder richtig ist, aber wohl eher amerikansiche Verhältnisse beschreibt und keine deutsche.

Das ist dann doch ein gewisser Unterschied, würde ich mal vermuten.

Gruß
Hakket

Nekromant
Beiträge: 14
Registriert: 05.10.2008, 13:38
Wohnort: München

Re:

von Nekromant (05.10.2008, 18:59)
Hakket (Moderator) hat geschrieben:
@ Nekromant:
Was genau willst du uns sagen? blink3 cheezygrin

Mal abgesehen davon, dass das, was du schreibst, zwar nicht falsch und/oder richtig ist, aber wohl eher amerikansiche Verhältnisse beschreibt und keine deutsche.

Das ist dann doch ein gewisser Unterschied, würde ich mal vermuten.

Gruß
Hakket




Ich wollte mit dieser etwas längeren Geschichte nur aufzeigen, dass man mit entsprechendem Engagement sein Leben immer irgendwie hinbiegen kann, vor allem als hauptberuflicher Autor. Außerdem wollte ich noch mal mit dem Mythos aufräumen, dass Schriftsteller glorreich leben.

Bezüglich amerikanischer Verhältnisse habe ich doch schon alles erklärt. Die Leute hierzulande denken, dass man in den Staaten sein Konto mit erfolgreichen Romanen zum Zerreißen füllen kann. Stimmt aber nicht, war nie so, ist nicht so und wird auch nie so sein. Die meisten amerikanischen Schriftsteller leben genauso zur Miete wie die meisten deutschen. Der Unterschied zwischen den Verhältnissen liegt woanders, nämlich in den Möglichkeiten. Auf der anderen Seite des großen Teichs werden einem hoffnungsvollen Talent viel mehr Möglichkeiten geboten sich zu verwirklichen und nicht im Dunkeln zu verglühen wie es einem in Europa passieren kann. Das heißt im Klartext: Uncle Sam bringt seine talentierten Neffen und Nichten groß heraus, aber was danach geschieht bleibt ihnen selbst überlassen. Ersteres geht am schnellsten in den USA, letzteres ist bei denen genauso wie bei uns.
So stark unterscheiden sich die Verhältnisse also nicht.


PS: Da wir uns ja im Zeitalter des globalisierten Kommerzes befinden, besteht für einen deutschen Autoren auch noch die Möglichkeit auf dem amerikanischen Buchmarkt groß rauszukommen. Das Problem ist nur, dass er/sie das Buch übersetzen müsste und um erfolgreich zu sein muss die Übersetzung professionell sein und das wiederum kostet etwas. Jedenfalls ist es realistisch. Ein Beispiel stellt Andreas Eschbach dar, der bereits einige seiner Bücher in den USA erfolgreich vermarktet hat, und nicht nur dort, sondern auch noch in Russland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und noch ein paar weiteren. Dabei sind diese Romane nicht einmal so außergewöhnlich, dass man deswegen einen Kopfstand machen musste und zweimal aus dem Fenster springen.

Gruß
Nekromant

LOFI

Re:

von LOFI (05.10.2008, 19:11)
Nekromant hat geschrieben:
Auf der anderen Seite des großen Teichs werden einem hoffnungsvollen Talent viel mehr Möglichkeiten geboten sich zu verwirklichen und nicht im Dunkeln zu verglühen wie es einem in Europa passieren kann.


Dass es dort diesbezüglich wohl besser aussieht, kann ich bestätigen, da ich diese Info auch von einer hier ansässigen Amerikanerin habe.
Aber auch in Skandinavien sind die Talente "besser" versorgt, man ist Neuem hier oft sehr viel mehr openminded eingestellt, als in Deutschland.
Wenn ich hier über die Nachteile des BOD Prinzips spreche, ernte ich immer nur Verwunderung, denn hier sieht man solch eine Möglichkeit als Chance, gutes Verborgenes zu entdecken und auch Mieses, was ebenfalls zur Lernerfahrung dazugehört. BOD genießt in Schweden übrigens einen sehr viel besseren Ruf als in Deutschland.


G

Lorenz

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