Finanzielle Unterstützung für Autoren

Verträge, Rechte und Pflichten: Was man als Autor beachten sollte.


Thesken

Re:

von Thesken (09.07.2008, 11:32)
Hallo Thorsten,

für mich hat sich der Freiberufler-Atlas von Martin Massow (978-3-548-36915-0) als erste Informationsquelle und Nachschlagewerk bezahlt gemacht. Darüber hinaus werde ich die Tage bei ver.di anrufen und mich von einem Juristen beraten lassen, da die Sache bei mir ja noch etwas komplizierter wird. Meine Selbstständigkeit will ich mit einem Mix aus Schriftstellerei (mit eigenem Buchverkauf), Lektorat/Korrektorat, Lesungen, Journalismus, Sprachunterricht und Nachhilfe bestreiten.

Die Probleme:
1) Gewerbepflicht wegen Buchverkauf
2) Rentenversicherungspflicht wegen Unterricht (ja, als freier Lehrer MUSS man sich in der gesetzlichen Rentenversicherung mit vollem Beitragssatz versichern, derzeit 19,9 %!)
3) wenn ich Glück hab, Aufnahme in der KSK (aber eventuell nur mit RV, da ich wahrscheinlich mit anderen Einnahmen die 325 EUR überschreiten werde, wenn es angelaufen ist, und damit bei der KSK aus der KV rausfalle)
4) d. h. freiwillig in der gesetzlichen KK bleiben (Kostenpunkt fast 300 EUR/ Monat :cry: )

Wenn es interessiert, kann ich die Antworten hier posten, ansonsten kann ich gerne per PN Ratschläge weitergeben.

Liebe Grüße
Theresa

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (09.07.2008, 12:22)
Thesken hat geschrieben:
Wenn es interessiert, kann ich die Antworten hier posten, ansonsten kann ich gerne per PN Ratschläge weitergeben.

Liebe Grüße
Theresa


Je mehr Infos, desto besser. thumbbup

Danke, Theresa.

Thesken

Re:

von Thesken (09.07.2008, 12:30)
Kann sich nur noch um Tage handeln, hab grad bei ver.di angerufen:

Es gibt scheinbar niemanden, der mir insgesamt Auskunft geben kann, für das Publizistische muss ich in A anrufen, für den Unterricht in B blink3

In A die Person erreiche ich frühestens heute Nachmittag, die Person in B (soll ich sowieso erst nach A mich wieder melden) erst morgen :?

Ob ich dann aber wirklich die richtigen Infos habe und keine Fragen mehr offen sind, wird sich zeigen :cry:

Schade, hatte gedacht, ich könnte mich von EINER Person beraten lassen, die dann den Überblick über meine verschiedenen Tätigkeiten hat und mich insgesamt beraten kann ...

Naja, wenn nicht, muss ich wohl doch noch das Arbeitsamt versuchen und beten, dass ich mir damit nicht selbst ins Knie schieße.

Liebe Grüße
Theresa

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Zoba
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Re:

von Zoba (09.07.2008, 12:54)
Hi,

und noch ein kleiner Hinweis: wer innerhalb des künstlerischen Gewerks unterrichtet, mit dem er auch Geld verdient, der unterliegt a) meines Wissens keiner Rentenversicherungspflicht und b) je nach Definition zählt dies auch zum Kunstschaffen.

Bei der KSK ist Vorsicht angeraten. Auskünfte von der KSK selbst sind meistens absichtlich irreführend, sie ist überlastet und nicht scharf auf Neuzugänge! Es wird gerne erst abgelehnt, bevor richtig geprüft wird.

Eine sehr hinterfotzige Art zu überprüfen, ob die KSK nicht etwa doch eine Berufsausprägung für eine Mitgliedschaft berechtigt, ist nachzuschauen, ob die KSK versucht für sie Beiträge von Auftraggebern einzufordern.
Gruß,

Zoba

-----------
"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." - Carl von Ossietzky

Thesken

Re:

von Thesken (09.07.2008, 13:05)
Zoba,
Das Problem ist, dass ich Sprachenunterricht und Nachhilfe gebe, die definitiv nicht in den Zuständigkeitsbereich der KSK fällt.
Aber ich überlege im Moment sowieso, ob ich mich überhaupt bei der KSK anmelden soll, da das zu Komplikationen mit dem Arbeitsamt (wg Hartz IV) führen könnte und ich zurzeit einfach noch nichts verdiene, also ganz froh über Hartz IV zur Überbrückung bin.
Und bei meinen ganzen verschiedenen Einkommensquellen würde eine KSK-Mitgliedschaft die Sache wahrscheinlich nur unnötig verkomplizieren :?

Die RV-Versicherungspflicht müsste doch auch bei Selbstständigen erst bei über 400 EUR/Monat greifen, oder?

Liebe (verwirrte) Grüße
Theresa

hwg
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Re:

von hwg (09.07.2008, 15:48)
Also, ich rate jedem Neuling unter den Autoren, zuerst einmal mit seiner Tätigkeit versuchen, Geld zu verdienen (falls er es überhaupt will).

Und sollte tatsächlich ein erkleckliches Sümmchen zusammenkommen, kann er sich immer noch der behördlichen Prozedur unterziehen. Wo kein Geld (vom Veröffentlichen) da ist, kann auch der Fiskus oder sonstwer nichts holen.

Als Schriftsteller anerkannt wird man ohnehin erst durch (mehrere) Veröffentlichungen. Vorauseilender Gehorsam gegenüber Ämtern schafft meist nur unnötige Vertwirrung und unbegründete Sorgenfalten.

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hawepe
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Re:

von hawepe (09.07.2008, 16:08)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Und sollte tatsächlich ein erkleckliches Sümmchen zusammenkommen, kann er sich immer noch der behördlichen Prozedur unterziehen. Wo kein Geld (vom Veröffentlichen) da ist, kann auch der Fiskus oder sonstwer nichts holen.


Das halte ich ausnahmsweise mal nicht fuer einen so guten Tip von dir. Umgekehrt kann man naemlich auch keine Kosten geltend machen, sondern muss alles selbst finanzieren.

Allerdings war das Ausgangsposting noch viel zu diffus, um ernsthaft Tips geben zu koennen.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (09.07.2008, 16:16)
Ja, lieber Heinz, vorerst muss aber einmal ein Honorar hereinkommen, damit ich die mit dem Schreiben verbundenen Kosten auch bezahlen kann.

Und, mit Verlaub, was hat ein Schriftsteller-Neuling, der sich an seinem ersten Roman oder seinen ersten Kurzgeschichten, Gedichten und sonstwas versucht, schon viel Kosten?

Und sollte er eine größere Summe für Reisen zwecks Recherchen ausgeben, werden diese Kosten ebenfalls erst dann vom Finanzamt anerkannt, wenn er ein Einkommen ab einer gewissen Höhe hat. Ich bleibe dabei - zuerst den Erfolg als Autor, dann erst den Behördenkram erledigen. Ich habe es seinerzeit so gehandhabt und bin damit bestens gefahren.

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hawepe
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Re:

von hawepe (09.07.2008, 16:28)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Ja, lieber Heinz, vorerst muss aber einmal ein Honorar hereinkommen, damit ich die mit dem Schreiben verbundenen Kosten auch bezahlen kann.


Wenn man jemanden findet, der einem das erforderliche Kleingeld vorschiesst, ist das schoen, aber meistens muss man doch erst einmal selbst vorlegen. Und seien es nur das Papier und die Druckerfarbe bzw. der Druckertoner, das Porto und die Umschlaege fuer das Versenden an die Verlage, die Telefonate mit den Verlagen usw.

Und, mit Verlaub, was hat ein Schriftsteller-Neuling, der sich an seinem ersten Roman oder seinen ersten Kurzgeschichten, Gedichten und sonstwas versucht, schon viel Kosten?


Klar, wenn man erst einmal im Geschaeft steckt, sind obiges nur noch laecherliche Kosten, aber am Anfang geht es um jeden Euro.

Und sollte er eine größere Summe für Reisen zwecks Recherchen ausgeben, werden diese Kosten ebenfalls erst dann vom Finanzamt anerkannt, wenn er ein Einkommen ab einer gewissen Höhe hat.


In D kann dir es passieren, dass gerade fehlende Ausgaben zu einer Nichtanerkennung als Freiberufler fuehren. Wer mehrere Jahre hintereinander Verluste macht, muss in der Regel nachweisen, dass er ernsthaft versucht hat, in die schwarzen Zahlen zu kommen. Wer dann als Autor keine ernsthaften Verlagskontakte nachweisen kann, bekommt schnell ein Problem.

Natuerlich muss man sich vorher sehr genaue Gedanken ueber die Freiberuflichkeit machen. Einfach nur hinzusetzen und zu schreiben ist nicht, wenn es nicht beim Hobby bleiben soll.

Beste Gruesse,

Heinz.

hwg
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Re:

von hwg (09.07.2008, 16:40)
Also, das ist mir neu, dass fehlende Ausgaben irgendetwas "Amtliches" bewirken. Will einer Autor werden, wird er wohl vorher die notwendigen Geräte hiezu schon sein Eigentum nennen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein angehender Schriftsteller erst dann sich die Utensilien hiefür zulegt, wenn er zur Tat schreitet (oder wohl eher sitzt :lol: ). Und das allerneueste PC-Gerät kann er sich ja dann kaufen, wenn es die einlaufenden Honorare erlauben.

Es haben ja auch viele Leute diese Sachen zuhause, auch wenn sie sich nicht beruflich mit dem Schreiben beschäftigen. Oder irre ich mich völlig?

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hawepe
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Re:

von hawepe (09.07.2008, 17:02)
Hallo Hans,

hwg (Moderator) hat geschrieben:
Also, das ist mir neu, dass fehlende Ausgaben irgendetwas "Amtliches" bewirken. Will einer Autor werden, wird er wohl vorher die notwendigen Geräte hiezu schon sein Eigentum nennen.


Die wichtigsten geraete wohl, aber wie gesagt, Exposes und Manuksripte muessen z.B. ausgedruckt und verschickt werden, Verlage und Literaturagenten muessen angerufen und evtl. auch persoenlich besucht werden, und, und, und ...

Wenn es nur um ein Hobby geht, hast du natuerlich recht, aber Thorsten moechte sich als Autor und Korrektor etablieren. Wenn er kein dickes Bankkonto oder eine reiche Familie hat, wird ihm vermutlich gar nichts anderes uebrigbleiben, als schnellstmoeglich mit diesen Taetigkeiten Geld zu verdienen.

Ich halte mich da dann doch lieber an den Wahlspruch "Ente oder Trente". Halbheiten kosten nur Zeit und letztlich auch Geld.

Beste Gruesse,

Heinz.

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Siegfried
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Re: Finanzielle Unterstützung für Autoren

von Siegfried (09.07.2008, 17:13)
(aus Sicherheitsgründen gelöscht)
Zuletzt geändert von Siegfried am 08.01.2015, 17:55, insgesamt 1-mal geändert.

Thorsten Boose

Re: Finanzielle Unterstützung für Autoren

von Thorsten Boose (09.07.2008, 17:36)
Siegfried hat geschrieben:
Thorsten hat geschrieben:
Auf der BoD-Seite gibt es die Information, dass Freie Publizisten (?) jährlich rund 13.300 Euro Fördergelder erhalten (Quelle: BoD).


Sorry, wenn ich da korrigierend einhake - aber von 13.300 Euro Fördergelder steht da nichts. Ich zitiere mal:

Fördermittel für Autoren

Rund 13.300 Euro beträgt das durchschnittliche Jahreseinkommen freier Publizisten. Vom Schreiben tatsächlich zu leben, das schaffen also die wenigsten. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich auch abseits von Buchhonoraren finanzielle Mittel zu verschaffen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Literaturpreise und Stipendien, die in Deutschland in großer Zahl existieren. Jährlich werden einige Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern für Autoren jedes Genres und Alters ausgeschüttet.


Danke für den Hinweis. Ich wollte den Satz korrigieren, bevor ich meinen Beitrag abgeschickt habe, aber durch andere Beiträge, die ich schrieb, ist das wohl leider untergegangen.

Dem Tipp, dass man bei Wettbewerben teilnehmen sollte, um sein Vita zu schmücken, stimme ich zu. Dasselbe tue ich schon und werde weiterhin dafür schreiben. Denn es sind kostengünstige Chancen, die man nutzen sollte, wenn man am Anfang steht.

Wenn es nur um ein Hobby geht, hast du natuerlich recht, aber Thorsten moechte sich als Autor und Korrektor etablieren. Wenn er kein dickes Bankkonto oder eine reiche Familie hat, wird ihm vermutlich gar nichts anderes uebrigbleiben, als schnellstmoeglich mit diesen Taetigkeiten Geld zu verdienen.


Mit finanzieller Unterstützung könnte ich schon rechnen, allerdings in Maßen und genau dort setzt dein Punkt ja an, Heinz. Ich werde weiterhin schreiben und so gut es auch geht veröffentlichen. Vorerst vielleicht nur bei Books-on-Demand-Verlagen, mit der Zeit werde ich mich an die größeren Verlagshäuser wenden, damit ich überhaupt etwas vorweisen kann.

Ein Mittelweg eurer beiden Vorschläge (Heinz und Hans) werde ich wohl einschlagen und zwar schreiben, schreiben und nochmal schreiben, das Geschriebene veröffentlichen, um auf mich aufmerksam zu machen und meine Tätigkeiten als Korrektor anbieten (evtl. weiteres).

Ich freue mich jedenfalls, dass man hier so gut beraten wird, danke! thumbbup

Grüße!

hwg
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Re:

von hwg (09.07.2008, 18:08)
Hallo Heinz,

mir geht es in meinem Beitrag bestimmt nicht um Hobby-Autoren.
Diese werden vom Finanzamt ohnhin nicht "belästigt"...

Viele "halbberufliche" Autoren haben meistens einen gut bezahl-
ten Job, vielfach als Beamte, Lehrer, Ärzte und dgl. und schreiben in der Freizeit. Und diese haben die Geräte sowieso in Verwendung und werden es daher schwer haben, den darauf verwendeten Anteil für ihre schriftstellerische Teilzeit-Tätigkeit dem Finanzamt glaubhaft zu vermitteln. Wie sollte das auch möglich sein?

Meine Ansichten zum Thema beruhen auf eigene Erfahrungen und
Vorgangsweisen - und ich bin sicher kein Freizeitschreiberling... :lol:

Aber wenn wer glaubt, dass die Befriedigung von irgendwelchen
Beamtenideen Vorrang vor der beruflichen Entfaltung als Berufsautor
hat, so soll er sich ruhig die Zeit mit Behördenwegen und dergleichen
vertreiben.

Vielleicht wird er später einmal, wenn er sich jemals an meine
Beiträge hier erinnern sollte, meiner Meinung sein. Nur
werde ich das kaum erfahren... :lol:

Mit abendlichem Gruß!
Hans

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (09.07.2008, 18:17)
hwg (Moderator) hat geschrieben:
Aber wenn wer glaubt, dass die Befriedigung von irgendwelchen
Beamtenideen Vorrang vor der beruflichen Entfaltung als Berufsautor
hat, so soll er sich ruhig die Zeit mit Behördenwegen und dergleichen
vertreiben.


Angenommen man unternimmt diese Behördengänge nicht, schreibt also aus reinem Hobby, und man landet urplötzlich einen finanziellen Erfolg mit einem bei BoD veröffentlichten Roman, der den Rahmen des "Hobbyschreibers" sprengt. Muss man mit irgendwelchen schärferen Konsequenzen seitens Staat (Finanzamt,...) rechnen? Denn ich kann mir denken, dass die auch ihren steuerlichen Anteil zB fordern. blink3

Hinweis: Nur Theorie!

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