Drehbuch, TV, Fernsehproduktion

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Siegfried
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Drehbuch, TV, Fernsehproduktion

von Siegfried (10.07.2008, 14:39)
Hi!

Ein generelle Frage in die Runde:

Gibt es hier Leute, die schon mal ein Drehbuch geschrieben haben fürs Fernsehen oder die Kontakt haben zu Fernsehproduktionsgesellschaften?

Grüße
Siegfried

LOFI

Re:

von LOFI (10.07.2008, 14:48)
Ich schreibe gerade ein Drehbuch, Belletristik, und ich hatte mal an die Bavaria geschrieben. Zu meiner (positiven) Verwunderung fanden sie meinen Plot durchaus drehenswert für die Lindström Reihe, bedauerten aber, dem Drehbuch dort keine Möglichkeit einräumen zu können, weil sie eine feste Autorin unter Vertrag haben. Pech.

Wird nicht leicht sein, soetwas in deutschland an den Mann zu bringen. Es sei denn, du hast gute Beziehungen oder ein aussergewöhnlich gutes Script.
Ich werde es jedenfalls nur noch im Ausland versuchen.

LG

Lorenz

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (10.07.2008, 15:11)
Hallo, Siegfried.

Es kommt natürlich auf die Art des Drehbuches an.
Schreibst du das Drehbuch zu einem deiner Romane und wenn ja, welches Genre?
Oder wird es ein Drehbuch für eine Krimiserie?
Oder ein Dokumentarfilm?

Je nach Drehbuch gibt es auch die dafür spezialisierten Agenturen, Produktionsfirmen oder Agenten.

Bei Serien, Reihen oder Soaps dürftest du mit deinem Drehbuch keine Chance haben, denn die haben - wie Lorenz erfahren musste - festangestellte Autoren, die sich darauf spezialisiert haben.

Anstatt dein fertiges Drehbuch bei einer Produktionsfirma versuchen unterzubringen, kannst du auch den Weg der Fördergelder wählen, indem du Filmförderanstalten kontaktierst. Google hilft dabei schon sehr.

Es ist eine sehr lange Prozedur, bis man sein Drehbuch als erfolgreich verkauft nennen kann - wenn es denn klappt.

Grüße!

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.07.2008, 18:30)
Hi!

Thorsten hat geschrieben:
Es kommt natürlich auf die Art des Drehbuches an.
Schreibst du das Drehbuch zu einem deiner Romane und wenn ja, welches Genre?
Oder wird es ein Drehbuch für eine Krimiserie?
Oder ein Dokumentarfilm?


Ich habe mich die letzten zwei Wochen Stück für Stück durch die diversen Folgen einer Ur-alt-Serie der Jahre 1965 bis 1971 gearbeitet. Vermutlich werden die Wenigsten hier diese Serie noch kennen: "Die Unverbesserlichen".

Dargestellt wird in der Serie (pro Jahr nur eine Folge!) das Leben der kleinbürgerlichen Familie Scholz aus Berlin mit ihren ganzen Alltagssorgen. Die Serie lebt und atmet von der ersten Sekunde an das Lebensgefühl der 1960er: kleinbürgerlicher Mief, Aufbruchstimmung hinein in die 68er Gedankenwelt, aber auch der absehbare Zerfall der Familie als gesellschaftlicher Kern. Teilweise werden in den Folgen Themen diskutiert, die heute noch aktuell sind, etwa die Frage: Wohin mit dem alten Leuten, wenn sie pflegebedürftig werden. Oder was tun, wenn man plötzlich arbeitslos wird?

Die Frage ist also, ob man so eine Fernsehfamilie nicht wiederbeleben kann, dann aber mit den Sorgen und dem Zeitgeist der Gegenwart. Ohne diesen Schmalz und ohne diese Pseudo-Beziehungsprobleme, wie sie uns heute in den "Daily Soaps" zugemutet werden (da ist keine einzige Figur wirklich so authentisch, dass man noch nach 40 Jahren sagen kann: Genau so war's!).

Viele der Diskussionen, die hier im Forum zum Thema Politk, Wirtschaft u.ä geführt werden, könnte man so innerhalb einer Familiengeschichte thematisieren.

So in etwa sähe der Ansatz aus.

Grüße
Siegfried

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Birgit Fabich
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Re:

von Birgit Fabich (10.07.2008, 18:44)
Hallo,
ich gehöre in die Generation, die diese Serie geguckt hat.
Ich stimme Dir zu, wenn Du sagst, das sich Qualität auch dadurch zeigt, dass die Inhalte noch nach Jahrzehnten Aktualität besitzen.
Hab ich DIch richtig verstanden, Du willst also Ideen sammeln und dann so etwa in dem unverbesserlichen Stil ein Drehbuch schreiben?
Nur Mut, wenn nicht Du, wer soll es dann tun?
thumbbup
Gruß Birgit
Mimi und der große Brand
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Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (10.07.2008, 18:59)
Das erinnert mich stark an "Einmal im Leben - Geschichte eines Eigenheims" und "Die Affäre Semmiling", wobei beides zusammenhängende Filme in Teilen waren, also eine jeweilige Filmreihe.

Die Thematik in diesen Filmreihen sind sehr unterschiedlich und breit gefächert, um viel Publikum anzulocken. So geht es um Familie, Freunde, Ehen und Seitensprünge, Kollegen, Beruf und Intrigen, Staat, Ämter usw usf.

Diese zeitlosen Fragen wieder erneut in diesem Konzept aufleben zu lassen, ist mehr als ein Gedanke wert. Du müsstest eine neue interessante Sichtweise liefern, vielleicht sogar noch nie dagewesene (selten dagewesene!) Themen vertiefen und im Gesamten ein Konzept entwickeln, worauf Produzenten aufmerksam werden. In oben gennanter zweiter Filmreihe verlaufen knapp ein Dutzend Handlungen zeitgleich und es wird immer hin- und hergeschnitten. Es nervt auf Dauer, weil es nicht gerade originell ist.

Es reicht nicht zu sagen, dass man eine Idee dazu hat - wobei du dir eh schon mehr Gedanken dazu gemacht hast, wie ich annehme (?) - es ist unbedingt nötig, dieses Konzept bis aufs Kleinste auszuarbeiten und erst, wenn du überzeugt bist, dass diese Drehbuchidee verfilmt werden müsste, kannst du erfolgreich Gespräche führen. Denn Produzenten basteln keine Geschichten, sie verändern sie nur wieder. :wink:

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Zoba
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Re:

von Zoba (10.07.2008, 19:13)
Hi,

ja, ich schreibe Drehbücher und habe bereits mehrere verkauft, was leider nicht gleichbedeutend ist mit einer dann auch stattfindenden Produktion. Zumindest nicht in den USA, ich schreibe keine deutschen Scripts. Mit deutschen Adressen kann ich dir ergo nicht helfen.

Aber das Ganze klingt nicht schlecht und eine Tagline hast du auch schon ("Die Unverbesserlichen im 21. Jhd. angekommen" oder so ähnlich).

Wenns hier so läuft wie in den USA, dann ist höchstwahrscheinlich, daß man einem unbekannten Autor eventuell die Idee/das Konzept abkauft, vielleicht noch das Script für den Pilot, die Serie selbst dann aber von vorhandenen Profis geschrieben wird.

Ich würde also ein gutes Konzept erarbeiten, einen phantastischen Pilotfilm schreiben und evtl. 1-2 Konzepte für die nachfolgenden Folgen. Damit würde ich hausieren gehen, und zwar am besten vor Ort.
Gruß,

Zoba

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Siegfried
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Re:

von Siegfried (10.07.2008, 19:51)
Thorsten hat geschrieben:
Das erinnert mich stark an "Einmal im Leben - Geschichte eines Eigenheims" und "Die Affäre Semmiling", wobei beides zusammenhängende Filme in Teilen waren, also eine jeweilige Filmreihe.


Autsch!

Das sind beides Serien von Dieter Wedel, und der überzeichnet in seinen Filme gnadenlos - etwas, was ich überhaupt nicht mag. Vielen seiner Figuren fehlt die Authentizität. Das sind mehr Karikaturen oder Klischees, die er da durch seine Filme jagt (ganz übel: "Der König von St. Pauli" - total daneben!)

Beim "Schattenmann" und bei "Die Affäre Semmeling" musste Wedel sogar Plagiatsvorwürfe zugeben.

Ich mag seine überzogenen Geschichten nicht.

Grüße
Siegfried

Thorsten Boose

Re:

von Thorsten Boose (10.07.2008, 20:25)
Ganz genau, es sind Klischeefiguren.
Dass du diese Art von Geschichten verbunden mit den Charakteren nicht magst, ist gut, denn so wirst du sicherlich etwas ganz anderes vorhaben, was durchaus origineller sein kann.

Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei deinem Projekt und bin gespannt ob und wann wir es im TV bewundern dürfen. thumbbup

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