Adriana Wipperling - Lyrik

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Adriana
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Adriana Wipperling - Lyrik

von Adriana (19.07.2007, 21:05)
Hamstertage

Unsere Tage sind Öl.
Unsere Nächte sind Rotwein.

Träume erstarren
zu Bleikristallvögeln.
Schönheit soll funkeln,
genormt sein
und tot.

Unsere Tage sind Geschrei,
unsere Nächte Vergebung.

Saugrüssel schlürfen
unsere Gedanken
wie Cola.
Ausgetrocknet fallen wir
wie Herbstlaub
zu Boden.

Unsere Tage sind Sturm.
Unsere Nächte
sind Anker.


(C) 2006 Adriana Wipperling
Zuletzt geändert von Adriana am 29.07.2007, 20:37, insgesamt 2-mal geändert.

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Woolf71
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Re:

von Woolf71 (19.07.2007, 21:20)
Schöne Nächte, Scheiß Tag?

Erinnert mich etwas an meine lezte Beziehung.
Tags Stress und Nachts Friede, Freude, Eierkuchen.

Aber hat was, mußte es allerdings dreimal lesen um einen Bezug herzustellen. :)

Grüße Wolfgang
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Adriana
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Re:

von Adriana (19.07.2007, 22:22)
Woolf71 hat geschrieben:
Schöne Nächte, Scheiß Tag?


Ja, so ungefähr 8) .

Dennis
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Re:

von Dennis (20.07.2007, 09:33)
Rotwein hilft immer ... aber nur wenn er süß genug ist.
Ein schöner, mir naher Text, danke dir :)

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Adriana
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Re:

von Adriana (20.07.2007, 15:15)
Dennis hat geschrieben:
Rotwein hilft immer ... aber nur wenn er süß genug ist.


Lieber halbtrocken, dann fuselt er nicht so :D . Trocken mag ich auch nicht.
Danke für dein Lob! :D

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Adriana
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Adriana Wipperling - Lyrik

von Adriana (29.07.2007, 20:36)
einfach faul

heute
liege ich
als satter kringel
in der talmulde
schlürfe
die sonne
schmelze
über den rand
krieche
mit den blindschleichen
zwischen mohnblumen
und geröll
das abendrot versickert
es brodelt
in den blütenkelchen
als magma
morgen
morgen

© 2007 Adriana Wipperling

¨¨˜“*¤.¸¸.¤*“˜¨¨


Annäherung

Vielleicht beginnt
der richtige Weg
mit einem Astloch
irgendwo
zwischen deinem
und meinem
Garten.

Zaghaft steckst du
den Finger hindurch
wunderst dich
dass meine Hunde
ihn nicht abbeißen.

Wenn dein Kopf
nicht durch das Loch passt
dann nimm
eine Nagelfeile.

Oder lasst uns endlich
die Wand
zwischen uns einreißen!

© 2007 Adriana Wipperling

¨¨˜“*¤.¸¸.¤*“˜¨¨


Outside

An manchen Tagen
sehe ich
die Zeit
aus morschen
Dachbalken rieseln.

Sumpfgas mieft
unter wurmstichigen
Dielenbrettern.

Ich kann nicht
bleiben.

Reiße
die Tür auf.

Eiskalter Wind
bläst mir entgegen.

Ich habe mir
noch keinen
warmen Pullover
gestrickt.

© 2007 Adriana Wipperling

¨¨˜“*¤.¸¸.¤*“˜¨¨


_________________


So, nachdem Woolf mit gutem Beispiel voran gegangen ist, ich hab jetzt auch alle Gedichte von mir in einen Thread gehauen :) .

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Woolf71
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Re:

von Woolf71 (29.07.2007, 20:41)
Hallo Adriana,

"Annäherung" gefällt mir sehr gut. Das offenlassen der zwei Möglichkeiten, langsam und mühsam oder schnell und spontan.

Grüße Wolfgang
Grüße an: BUK; Sartre; Leon; Camillieri und Koontz

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Adriana
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Re:

von Adriana (29.07.2007, 21:43)
Hallo Woolf,

danke für dein Lob!
Ja, in der Situation war auch alles offen ... :wink:

LG, Adriana.

Verena Wolf

Gedichte

von Verena Wolf (30.07.2007, 20:27)
Hallo Adriana!

Ich hoffe duzen ist in Ordnung. Deine Gedichte gefallen mir gut. Du hast eine gute Mischung aus Leichtigkeit und Beschwerlichkeit. Ich habe sie alle gelesen und musste das ein paarmal tun um dahinter zu kommen. Ich mag Lyrik über die man nachdenken muss. Am Besten gefällt mir Hamstertage dicht gefolgt von Einfach faul.

Liebe Grüße
Verena

hwg
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Re:

von hwg (31.07.2007, 07:47)
Hallo Dennis!

Ein Mann und "süßer" Rotwein?
:lol:
Dachte bisher, das sei ein Getränk
nur für betagtere Damen.
Sorry, will Deinen Geschmackssinn
keinesfalls "kritisieren"!
Mir kann Wein, ob rot oder weiß,
nicht "trocken" genug sein. :lol:
Es lebe der Unterschied - Prösterchen!!!

Liebe Adriana!

Deine Gedichte führe ich mir später
zu Gemüte - dazu muss ich
"in Stimmung" sein. Jetzt schau'
ich zuerst, wie ich zu einem Frühstück
komme. Die Brotlade ist leer - aber
das Café ist nahe! :D

Herzliche Grüße!

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Adriana
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Re:

von Adriana (31.07.2007, 09:42)
@ Verena:
Natürlich ist duzen in Ordnung :D . Danke für deinen lieben Kommentar! Es ist sicher immer schwierig, einen Zugang zu Lyrik zu bekommen, wenn diese sehr persönlich ist. Außerdem sind Methaphern immer etwas sehr individuelles ... sollten sie jedenfalls sein. ;).

@hwg:
Also, ich mag auch eher lieblichen Wein. Bin zwar eine "Dame", aber noch nicht sooo betagt :lol: (Oder ist man mit 30 schon eine alte Dame? Es lebe der Jugendwahn :twisted: ). Kein Problem, wenn du die Gedichte erst nachher liest.

hwg
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Re:

von hwg (31.07.2007, 11:41)
@ Adriana: Um Gottes willen, nein. Ich habe dabei eher an meine gerne süßen ("lieblichen") Wein bevorzugende, leider schon vor elf Jahren im Alter von 91 Jahren verstorbene Mutter gedacht.

Bei Deiner Jugend vermeide ich sogar das Wort "Reife", welches ich für meine Jahresringe gerne in Anspruch nehme (so nach dem Motto, im Kopf bin ich manchmal 20, ansonsten merke ich ab und zu die zunehmende "Würde des Alters" :lol:, andere sagen Bürde dazu ).

Noch etwas: Als Jugendlicher habe ich mich eher (Klassenkameraden und Freunde ausgenommen) eher mit älteren Leuten gut unterhalten, heute sind mir junge Gesprächspartner oft willkommener.

Jakob W.
Beiträge: 530
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Re:

von Jakob W. (31.07.2007, 20:36)
Hallo Adriane,

endlich habe ich Zeit gefunden Deine Gedichte zu lesen und, sage dazu: bildreich betonte Sätze, verzwickter Gedankenläufe. Es hat mir sehr gefallen diese zu lesen.
Meine Fav.: Hamstertage, Annäherung, Outside.


Lieben Gruss,
Jakob
Beste Grüße
******
Jakob
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www.buch.de , www.amazon.de

g.c.roth

Re:

von g.c.roth (31.07.2007, 21:56)
Hallo Adriana,
mir gefällt "Outside" gut.
Ruft bei mir ein Bild hervor von
enttäuschter Erwartung, oder besser noch von
demütigender Erfahrung, von abgewiesen werden...
Manchmal brauchen wir einfach
dicke Pullover, damit uns die Kälte nicht erstarren lässt.
Gut, wenn man ein warmes Nest hat, in dem man auch ohne Pullover sein kann!

LG Grete

Rita Hajak

Re:

von Rita Hajak (31.07.2007, 22:13)
Hallo Adriana,

Dein Gedicht "einfach faul" ist richtig lieb. Man möchte seine Arme hinter dem Kopf verschränken und in den Himmel träumen.

Deine "Annäherung" läd zum Nachmachen ein.Aber bei mir gibt es keine Grenze mehr und kein Loch zum durchkriechen.

Das Gedicht "Oitsite" gefällt mir am besten. Ein tiefgehendes Gefühl.
Also wenn du gehst, zieh Dich warm an.

Gruß Rita

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